Mir fällt auf, dass in der E-Jugend von den Jugendleitern oft Schiedsrichter eingesetzt werden, die selbst noch keine 18 Jahre alt sind. Das ist üblicherweise nicht optimal und endet nicht selten im vollständigen Desaster.
Da werden Jugendliche, die gerade erst die Prüfung für den normalen "Handball"-Schiedsrichter gemacht haben, für Spielformen mit Sonderregeln eingeteilt, und das oftmals völlig ohne Betreuung bzw. Beistand vor, während und nach dem Spiel. - Spiele, bei denen selbst gestandene Schiedsrichter an ihre Grenzen kommen, wie ich aus eigener Erfahrung und Gesprächen mit langjährigen Schiedsrichtern weiß.
Mein Eindruck ist, dass diese "armen" Nachwuchs-Leute gar nicht wissen, was da auf sie zukommt, denn hospitieren vorab und leiten von Trainingsspielen wird bei vielen Vereinen als nicht notwendig erachtet. Oftmals herrscht die unbedarfte Meinung vor, dass man ins "kalte Wasser geworfen werden muss", dann werde sich schon zeigen, ob man "schwimmen" kann...
Aber wo sollen denn die Ruhe, Erfahrung und vor allem die pädagogischen Fähigkeiten bei den Nachwuchsschiedsrichtern herkommen?
Die Wenigsten sind Naturtalente an der Pfeife und verlieren bei Überforderung (und nichts anderes passiert hier) sofort die Lust und wollen dann gar nicht mehr als Schiedsrichter unterwegs sein.
Das kann doch nicht im Sinne des Sports sein, wenn Verbände auf der einen Seite "kindgerechte" Vorgaben für E-Jugendspiele machen, auf der anderen Seite aber nicht im Blick haben, dass mit ungenügender Spielleitung in dieser Altersstufe mehr als nur ein Spiel kaputt gemacht werden kann.