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Thomas Scherer zu seinem Abschied aus WallauVom 27.06.2005
WALLAU Mit der Deutschen Meisterschaft der A-Jugend hat Handball-Bundesligist SG Wallau/Massenheim den größten Erfolg der Vereinsgeschichte im Nachwuchsbereich gelandet. Vater des Erfolgs ist Thomas Scherer, der vor zwei Jahren über Nacht ins Ländchen geholt wurde, nachdem Hansi Gaehn während der Qualifikationsrunde gehen musste. Nun lassen die Wallauer den A-Lizenz-Inhaber zum rheinhessischen Oberligisten HSG Rhein-Nahe ziehen. Eine Entscheidung, die nicht nur den 43-Jährigen selbst verwundert. Jürgen Möcks sprach mit Thomas Scherer über die Hintergründe.Frage: Herr Scherer, es ist ein offenes Geheimnis, dass Sie gern in Wallau weitergearbeitet hätten. Welche Gründe haben dazu geführt, dass Sie nun nach zwei sehr erfolgreichen Jahren dennoch gehen müssen?
Scherer: Laut Aussage von Abteilungsleiter Hans-Dieter Großkurth war ich zu fordernd. Im ersten Jahr wollte ich 15 bis 20 neue Bälle, um ein vernünftiges Training zu absolvieren. Im zweiten ein mehrtägiges Trainingslager, damit die Spieler, die auch aus dem weiteren Umfeld stammen, zu einer Mannschaft zusammenwachsen können. Das Trainingslager in Oberstaufen war ein ganz wichtiger Baustein zu dem großen Erfolg, den wir jetzt gefeiert haben. Daneben soll die Zusammenarbeit mit meinen Trainerkollegen Jörg Schulze, Matthias Hieronimus und Gilles Lorenz nicht optimal gewesen sein. Doch gerade das Zusammenspiel mit Jörg Schulze hat hervorragend geklappt. Als Coach des Regio-Teams, bei dem etliche A-Jugendliche regelmäßig mittrainieren, hat er maßgeblich zu unserem Erfolg beigetragen.
Frage: Sie sind zugleich Sportlicher Leiter beim Oberligisten TuS Dotzheim. Ihnen wird unterstellt, die Spieler Sebastian Schermuly, Jan Heimer, Julian Waldorf und Eric Heidelmann nach Dotzheim gelotst zu haben. Was ist da dran?
Scherer: Überhaupt nichts. Dotzheims Trainer Jürgen Kleinjung hat in der Presse gelesen, welche Spieler einen Vertrag für das Regio-Team bekommen und welche nicht. Und hat eins und eins zusammengezählt. Mike Fuhrig und ich hatten mit den Spielern vereinbart, dass wir ihnen Tipps geben und Kontakte knüpfen, wenn ihnen das Wallauer Angebot nicht gefällt und sie dem Verein abgesagt haben. Das Konzept, das ihnen der Vorstand vorgestellt hat, hat vielen Spielern nicht zugesagt, so dass sie nun gehen. Nach Aussage der Spieler wären sie alle geblieben, wenn Mike und ich im Verbund weiter die A-Jugend und die dritte Mannschaft trainiert hätten.
Frage: Wenn Sie auf die zwei vergangenen Jahre zurückblicken, bereuen Sie etwas oder würden Sie alles wieder genauso machen?
Scherer: Nein, ich bereue nichts. Man muss immer der Trainer bleiben, der man ist und darf sich nicht verbiegen. Man lernt bei jeder Station etwas dazu. Wichtig ist, offen miteinander umzugehen, Ziele zu formulieren, Rahmenbedingungen zu schaffen und mit diesen zu Recht zu kommen. Das war in Wallau nicht immer einfach. Doch die Zeit mit den Jungs werde ich nie vergessen.
Quelle: Wiesbadener Kurier
Beiträge von vr316
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@ die A-Jugend-Meister aus Wallau:
Bitte macht das Licht aus und schließt die Halle ab, wenn ihr heute fertig gefeiert habt. Sauber machen müsst ihr nicht...

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Was passiert eigentlich in Wallau, wenn die HBL am Donnerstag doch noch pro Wallau entscheidet? Ohne Trainer, Mannschaft und der mit dem Theater um Jahnke wäre die Lizenz wohl eher ein Alptraum denn ein Segen.
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Aus dem Wiesbadener Kurier:Rückzug ohne Warnung: Jahncke will nicht mehr
Handball: Wallau/Massenheim verliert Sprecher der GesellschafterWALLAU Ralf Jahncke, Sprecher der Gesellschafter der Sportbetriebs GmbH, hat angekündigt, am 30. Juni "alle aktiven Funktionen" bei der SG Wallau/Massenheim niederzulegen und sich finanziell nicht weiter zu engagieren. Er ziehe auch alle gemachten Zusagen zurück.
Von Uwe MartinAm vergangenen Wochenende hat der Unternehmer, dessen Firma "TransCare" mit einem Werbelogo auf den Sporthosen der Wallauer Bundesligaprofis präsent war, diese Entscheidung getroffen. "Nach reiflicher Überlegung und mit Blick auf den Umgang mit meiner Person in den letzten Wochen." Mitgeteilt hat Jahncke seinen Entschluss den Gesellschaftern der vorläufig insolventen Spielbetriebs- und Vermarktungs GmbH sowie den Gesellschaftern der am 13. April gegründeten Sportbetriebs GmbH mit Briefdatum 21. Juni. Das Schreiben dürfte den Beteiligten spätestens am 23. Juni zugekommen sein; genau an jenem Tag, als der SG-Antrag auf einstweilige Verfügung zur Erteilung der Bundesligalizenz vom Landgericht Dortmund abgewiesen wurde. "Bewusst", so Jahncke, habe er seine Entscheidung zuvor getroffen. Übermittelt hatte er den Brief allerdings zwei Zeitungen, ansonsten war außer den Gesellschaftern niemand eingeweiht.
Dementsprechend überrascht war auch Mannschaftssprecher Marcus Rominger. "Ich möchte Ralf erst einmal anrufen. Vorher kann ich dazu nichts sagen. Aber es besteht Klärungsbedarf, keine Frage." Mit dem Rückzug von Jahncke, der seit der fristlosen Entlassung von Manager Bülent Aksen Ende Februar den Klub in Zusammenarbeit mit Trainer Martin Schwalb in der Öffentlichkeit repräsentiert hatte, entsteht ein personelles Vakuum, das aufgefüllt werden muss. Womöglich über den 30. Juni hinaus, wenn die SG Wallau/Massenheim vor dem Ständigen Schiedsgericht der Lizenzvereine im vierten Versuch die Erstliga-Spielgenehmigung für die nächste Saison doch noch bekommen sollte.
In sieben Punkten begründet Jahncke, der mehrmals ziemlich voreilig als Sanierer und Retter der SG Wallau/Massenheim gehandelt wurde, seinen Rückzug. Die Vorwürfe gegenüber den anderen Gesellschaftern: Mangelnde Loyalität, Stillosigkeiten, kritische Reaktionen hinter seinem Rücken, zunehmender persönlicher Druck ("Dadurch sind Fehler passiert, die mir normalerweise nicht unterlaufen"). Als letzten Punkt führt Jahncke "die Art und Weise an, wie von der alten Gesellschaft mit Blick auf Frau Jansen mit mir umgegangen wird". Claudia Jansen, die Insolvenzverwalterin der mit etwa 1,4 Millionen Euro verschuldeten Spielbetriebs- und Vermarktungs GmbH, hatte Jahncke vor einigen Wochen in einem Brief heftig attackiert. Das Schreiben gelangte durch eine Indiskretion innerhalb des Gesellschafterkreises zur Illustrierten "Sport Bild", die sodann einen rechten Skandal publizierte. Nun, so schreibt Jahncke, habe man sich "gemeinsam ausgedacht" - gemeint sind wohl die alten Gesellschafter und Claudia Jansen - zwei Patronatserklärungen seinerseits "in voller Höhe" einzufordern. Zwei Bürgschaften, die sich in der Summe auf einen bemerkenswerten sechsstelligen Euro-Betrag belaufen. Jahncke: "Mit redlicher Zusammenarbeit hat dies nichts mehr zu tun."
Mit dem angekündigten Rücktritt von Jahncke hat die heile Fassade der neuen Sportbetriebs GmbH, die die Lizenz für die Saison 2005/2006 mit einem Gesamtbudget von 1,33 Millionen Euro beantragt hat, Risse bekommen.
Schlägt nun die Stunde des früheren SG-Hauptsponsors Harald Scholl ("Gastrolux"), der noch im Mai bei seinem - letztlich abgelehnten - Übernahmeangebot den Rückzug von Jahncke als Bedingung genannt hatte? "Nein", sagt Scholl. "Ich werde mich finanziell nicht engagieren." Mit Jahncke verband ihn eine innige Männerfeindschaft, das räumt er ein, doch das sei es nicht alleine. "Mit den jetzigen Leuten kann und werde ich nicht zusammenarbeiten." Punkt. Schluss.
Hans-Dieter Großkurth, Abteilungsleiter der Amateure und Geschäftsführer der neuen GmbH, bezeichnet den Rückzug von Jahncke als "völlige Überraschung. Das kam ohne Ankündigung und natürlich zur Unzeit." Doch den Kampf um die Lizenz hat Großkurth längst nicht aufgegeben. "Der GmbH geht es ausschließlich um den Fortbestand des Bundesliga-Handballs in der Region." Die Frage, ob mit dem angekündigten Abschied von Jahncke Geld weg bricht aus der aktuellen Kalkulation, beantwortet er so: "Da machen wir uns keine Gedanken."
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Abgang zur UnzeitUlrich Schwaab zu Ralf Jahncke
Seine Regentschaft war kurz, sein Abgang unvermittelt und seine Hinterlassenschaft fragwürdig: Ralf Jahncke scheidet als Sprecher der Gesellschafter des Handball-Bundesligisten SG Wallau/Massenheim zum 30. Juni aus. Er geht zur Unzeit, mitten im Überlebenskampf der SG. So handelt einer, dem die Person wichtiger ist als die Sache; aber niemand, dem das Lösen schwerwiegendster Probleme noch am Herzen liegt. Der mitunter selbstgefällige Geschäftsmann ist auf dem glatten Wallauer Parkett ausgerutscht. Anstatt sich Mitstreiter zu suchen, die gemeinsam mit ihm den Bundesliga-Handball erhalten wollten, gefiel sich Jahncke ein bisschen zu viel in der Rolle des Retters, gab den starken Mann für schwere Zeiten. Keine Frage, verdient hat Ralf Jahncke dieses Ende nicht, doch sein Abgang passt in die unendliche Geschichte des Wallauer Intrigantenstadls, dessen Aufführungen am 30. Juni vielleicht zu einem Ende kommen. Bis dahin aber hätte Jahncke seine Absichten zurückhalten müssen, zumal die Chancen auf Erteilung einer Lizenz noch immer gegeben sind. Das weiß Jahncke. Trotzdem geht er. Er mag dafür Gründe besitzen, aber ein stilvoller Abgang sieht anders aus. Vielleicht blieb ihm persönlich kein anderer Ausweg, doch Persönliches hätte er hintanstellen müssen.
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Original von Waldorf
Es wäre schön gewesen, wenn die Essener diesen Umstand gestern in der Verhandlung vor der anwesenden Presse deutlich gemacht hätten. Sie sagen nur: "Hier ist eine e.V. der Firma GMS über 3 Millionen"Eine Bitte: Wenn in diesem schwierigen Thema Abkürzungen benutzt werden, dann erklärt sie auch oder benutzt sie eindeutig. Beim Satz "Hier ist eine e.V. der Firma GMS über 3 Millionen" steht 'e. V.' doch für 'eidesstattliche Versicherung' und nicht für 'eingetragener Verein' oder 'einstweilige Verfügung'. Vielen Dank.
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Original von aloish
vr316
kann nichts verkehrtes sehn an einer offensiven deckung
Ich auch nicht.
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@ Ronaldo:
Falls ich mal einen Detektiv in Wirtschaftsangelegenheiten benötige, werde ich mich an dich wenden.
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Aus dem Wiesbadener Kurier:Youngster zeigen wilde Entschlossenheit
Wallaus selbstbewusste A-Jugend-Handballer wollen sich beim Rückspiel in Kornwestheim die nationale Krone aufsetzenVom 24.06.2005
möx. WALLAU Der neue Deutsche A-Jugend-Meister heißt: SG Wallau/Massenheim. Zumindest wenn man die Zuversicht der Nachwuchs-Handballer aus dem Ländchen vor dem zweiten Finale morgen beim TV Kornwestheim (19.30 Uhr) teilt. Der Optimismus nach dem 45:41 im Hinspiel ist grenzenlos. Einhelliger Tenor: So schwach wird sich die Abwehr nicht noch einmal präsentieren.Eine Hauptrolle kommt vor den Toren Stuttgarts dabei Kapitän Sebastian Schermuly und Namensvetter Sebastian Eisenhauer als Abwehrorganisator zu. Die anfängliche Ratlosigkeit über die Gründe des Versagens in der Deckung ist nach einem Regenerationstag in den Rhein-Main-Thermen wilder Entschlossenheit gewichen. Die Querelen in und um die Mannschaft sollen bis Samstag ruhen, haben sich die Spieler diesbezüglich selbst einen Maulkorb verpasst.
"Wenn wir in der Abwehr so spielen wie in Magdeburg, kann der Deutsche Meister nur Wallau/Massenheim heißen", ist Eisenhauer überzeugt. Die Abstimmung habe im Hinspiel gefehlt, die Nervosität sei nur schwer abzulegen gewesen, so die Einschätzung des 18-Jährigen. Sebastian Schermuly wird deutlicher, räumt auch eine gewisse Überheblichkeit ein. Schließlich habe man zuvor den großen SC Magdeburg eliminiert. In einem verkehrten Film wähnte sich der Spielführer, "als ich zur Pause gesehen habe, dass wir schon 22 Gegentreffer kassiert hatten."
Noch einmal soll ihm das nicht passieren. Und Wallaus Trainer Thomas Scherer verspricht seinem Kornwestheimer Kollegen Imre Czinkoczi, der Schermuly im Hinspiel noch als den entscheidenden Mann gesehen hatte: "Er wird einen deutlich verbesserten Torwart hinter einer deutlich verbesserten Abwehr kennen lernen." Sein Coach habe am Dienstag im Training noch einmal richtig Gas gegeben, so Schermuly. "Da waren ein paar Kräftigungsübungen dabei, die wir schon lange nicht mehr gemacht haben." Überhaupt sei in den Übungseinheiten ein ganz anderer Zug drin gewesen. "Die Spieler waren mehr bei der Sache als in der Woche davor." Bis auf Tobias Hahn. Beim Jugend-Nationalspieler wurde ein Meniskuseinriss diagnostiziert. Dennoch will der 17-Jährige die Zähne zusammenbeißen, sich erst anschließend von Vereinsarzt Dr. Marco Kettrukat operieren lassen. Gefeiert wird auf jeden Fall. Am Samstagabend ab 24 Uhr in der Ländcheshalle, tags darauf geht es ab 12 Uhr von Massenheim im Festwagen mit Polizei-Eskorte nach Wallau. Auch wenn es "nur" zum Vize reichen sollte. "Der Fall wird nicht eintreten", gibt es für Schermuly kein Vertun. So klingt wilde Entschlossenheit.
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Aus der FNP:Ein Traum soll wahr werden
Wallau. Der Countdown läuft: Am Samstag (19.30 Uhr) gastiert die Handball-A-Jugend der SG Wallau/ Massenheim beim TV Kornwestheim zum zweiten und entscheidenden Spiel um die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft. Das Hinspiel entschied die Mannschaft des Trainergespannes Mike Fuhrig und Thomas Scherer verdient mit 45:41 für sich. Diesen Vier-Tore-Vorsprung gilt es im Rückspiel zu verteidigen.
Seit zwei Jahren betreut Thomas Scherer die Wallauer A-Jugend. Das Erreichen des Finals um die Deutsche Meisterschaft ist der Höhepunkt seiner Arbeit und erfüllt ihn mit Stolz: «Andere träumen und reden davon, wir sind dabei.» Nach der torreichen Partie im ersten Spiel erwartet Scherer eine deutliche Steigerung seiner Abwehr: «Im Defensivbereich müssen wir eine wesentlich bessere Leistung bieten.» Scherer ist davon überzeugt, dass sein Team auch diese letzte Hürde auf dem Weg zum Titel nehmen wird: «Wenn es uns gelingt, eine gute Leistung abzurufen, haben wir auch die Möglichkeit, dort zu gewinnen.» Um die wurfgewaltigen Kornwestheimer Onofras, Dietrich und Marjanovic besser als zu Hause in den Griff zu bekommen, hat sich der Trainer eine besondere Taktik einfallen lassen. Allerdings plagen die Wallauer noch einige Personalsorgen: Christopher Prinz und Sebastian Eisenhauer werden wohl spielen, kurzfristig entscheiden wird sich der Einsatz von Julian Walldorf, der im ersten Spiel noch aussetzen musste, und erst diese Woche nach einer schmerzhaften Bänderdehnung wieder ins Training einsteigen konnte. Ein ganz großes Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Jugend-Nationalspieler Tobias Hahn, der wegen Knieproblemen die komplette Woche aussetzte.
Ähnlich wie die Kornwestheimer, scheinen sich die jungen Wallauer auch bei ihrem Auswärtsspiel auf lautstarke Unterstützung zahlreicher Fans verlassen zu können. Nach kurzer Zeit war das gelieferte Kartenkontingent erschöpft. Kornwestheim stellte sogar nochmals 50 Stehplatzkarten zur Verfügung, die aber ebenfalls ganz schnell vergriffen waren. Einen Tag vor dem großen Finale ist die Sporthalle Ost in Kornwestheim Nähe Stuttgart mit 1100 Zuschauern restlos ausverkauft.Egal ob als Meister oder Zweiter der Deutschen Meisterschaft: Der Wallauer A-Jugend wird nach ihrer Rückkehr aus Kornwestheim an der Ländcheshalle ein gebührender Empfang bereitet werden. Am Sonntag wird die Mannschaft auf dem Festwagen von der Polizei von Massenheim nach Wallau geleitet. Anschließend werden die Spieler und alle Verantwortlichen im großen Biergarten vor der Ländcheshalle geehrt. (cn)
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Aus der FNP:Für Wallau wird es immer enger, die letzte Hoffnung ist das Schiedsgericht
Dortmund. Die SG Wallau-Massenheim hat im Streit mit der Handball-Bundesliga (HBL) um die Lizenzerteilung für die nächste Saison die dritte Niederlage erlitten. Es ist die bisher bitterste, denn erstmals scheiterte die Wallauer Sportbetriebs GmbH nicht am Vorstand der HBL, sondern vor einem Ordentlichen Gericht. Die 13. Zivilkammer des Landgerichts Dortmund wies am Donnerstag den Antrag auf Einstweilige Verfügung auf Erteilung einer Lizenz ab. Gleiches widerfuhr dem Zweitligisten TV Willstätt, im Fall des gleich lautenden Antrags von Bundesligist TuSEM Essen einigten sich der Verein und die HBL darauf, das Verfahren ruhen zu lassen. «Es ist nicht unsere Aufgabe, Lizenzen zu erteilen. Wir sind nicht das Überprüfungsorgan für Vereinsgerichtsbarkeit», hatte Richterin Marlies Bons-Künsebeck argumentiert.
Über die Lizenzerteilung für Wallau-Massenheim und Essen entscheidet nun das Ständige Schiedsgericht für Lizenzligavereine am kommenden Donnerstag, 30. Juni. «Wir haben leider unser Ziel nicht erreicht, Zeit für die Spieler und unseren Trainer Martin Schwalb zu gewinnen. In der Sache geben wir jedoch nicht auf. Im Gegenteil, die Richterin betont, dass mit der Ablehnung unseres Antrages kein Urteil des Sportgerichts vorweggenommen wird», sagte der Wallauer Geschäftsführer Hans-Dieter Großkurth. Das Landgericht sah laut Großkurth sogar «einige Ungereimtheiten» beim DHB, außerdem seien die neuen wirtschaftlichen Voraussetzungen nach der Neugründung der GmbH noch nicht abschließend vom DHB bewertet worden. «Unsere Standpunkte sind bisher bei weitem nicht ausreichend gewürdigt worden. Das wird hoffentlich durch das Schiedsgericht in sechs Tagen geschehen», meinte Großkurth vor der vierten und aus Zeitgründen wohl letzten Chance für die SG auf nachträgliche Erteilung der Lizenz. Wallaus Anwalt Arnd Barnitzke zeigte sich «verwundert» über die Entscheidung: «Das Gericht hat es sich sehr einfach gemacht.» Ob ein Gang vor das Oberlandesgericht erwogen werde, müsse noch besprochen werden.In ihrer Position bestätigt sahen sich dagegen die Vertreter der Handball-Bundesliga. «Ich sehe in dem Verfahren keine positiven Zeichen. In Bezug auf unsere Rechtsposition ist das ein positives Zeichen», verklausulierte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann seine Stellungnahme, blieb aber bei seinem bisherigen Schluss: «Wir werden das, was das Ständige Schiedsgericht entscheidet, vorbehaltlos akzeptieren, egal wie es ausgehen wird.»
Die Konsequenzen aus dem langwierigen Gezänk um die Lizenz müssen Wallaus Trainer Martin Schwalb und die verbliebenen sechs Erstligaspieler Andreas Rastner, Sebastian Linder, Marcus Rominger, Einar-Örn Jonsson, Maik Makowka und der viel umworbene Dominic Klein tragen. «Ich kämpfe bis zum Donnerstag für Wallau. Wir schaffen das noch, vorher interessiert mich kein anderer Verein», sagte Schwalb, der von der HSG Wetzlar umworben wird und mit Manager Rainer Dotzauer auch schon Gespräche geführt hat. «Ich muss die restlichen sechs Spieler bitten, noch einmal eine knappe Woche Geduld zu haben», hofft Schwalb aber noch immer auf eine Zukunft in Wallau. Sollte das Schiedsgericht jedoch die bisherigen Urteile bestätigen, wird ab der neuen Saison die bisherige zweite Mannschaft als (schuldenfreie) erste Mannschaft der SG Wallau/Massenheim in der Regionalliga weitermachen. (dpa/el)
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Aus dem Wiesbadener Kurier:Das Gericht erteilt Wallau keine Lizenz
Ausgangslage vor dem Handball-Tribunal am 30. Juni hat sich dadurch nicht verbessertVom 24.06.2005
DORTMUND Vom Landgericht Dortmund erhalten die Handballer der SG Wallau/Massenheim keine Bundesliga-Lizenz. Damit haben die Wallauer zwar nicht an Boden verloren, aber ihre Ausgangslage vor der Sportgerichts-Verhandlung am 30.Juni auch nicht verbessert.
Von Volker Eckhardt
Hätte das Landgericht dem Wallauer Antrag zugestimmt, wäre die Ausgangslage vor den Handball-Richtern wesentlich besser gewesen. Hans-Dieter Großkurth, Geschäftsführer der neuen Sportbetriebs-GmbH der SG Wallau/Massenheim, nahm ebenso an der Verhandlung vor dem Dortmunder Landgericht teil wie Volker Weißmantel, Vorsitzender des TV Wallau, Josef Kauth, Chef des TuS Massenbeim, und SG-Trainer und Sportdirektor Martin Schwalb.
Großkurth bedauerte, dass die Vorsitzende Richterin Marlies Bons-Künsebeck im vorliegenden Fall nicht auf Eilbedürftigkeit entschieden hat, da sie nicht dem Urteil des Schiedsgerichts am 30. Juni vorgreifen wollte. Zugleich war Großkurth erleichtert, dass das Gericht den Wallauern nicht den Eindruck vermittelte, auf dem juristischen Holzweg zu sein: "Die Richterin und ihre beiden Beisitzer erkannten durchaus, dass von Seiten der Handball-Bundesliga (HBL) Verfahrensfehler begangen worden sind. Das Gericht betonte ausdrücklich, dass die Ablehnung unseres Antrages keine Vorverurteilung im Hinblick auf die letzte Instanz der Sportgerichtsbarkeit ist." TuSEM Essen hatte sich nach über einstündiger Verhandlung entschlossen, den Antrag auf Lizenz-Erteilung ruhen zu lassen, nachdem sich während der Erörterung eine mögliche Ablehnung abgezeichnet hatte. Richterin Marlies Bons-Künsebeck ließ an ihrer Einstellung keinen Zweifel aufkommen: "Es ist nicht unsere Aufgabe, Lizenzen zu erteilen. Wir sind nicht das Überprüfungsorgan für Vereinsgerichtsbarkeit."
Verwundert zeigte sich der Berliner SG-Anwalt Arndt Barnitzke über die Entscheidung: "Das Gericht hat es sich sehr einfach gemacht." Ob ein Gang vors Oberlandesgericht erwogen werde, müsse noch besprochen werden. Rechtlich sei das Urteil angreifbar, da die gravierenden Rechtsverstöße der HBL und das vorrangige Interesse der Region, des Vereins, der Angestellten und Spieler zu Unrecht untergewichtet worden seien.
Die SG Wallau/Massenheim und die SG Willstätt/Schutterwald folgten nicht dem Essener Vorgehen und bestanden auf einer Gerichtsentscheidung. "Wir wollten Planungssicherheit haben", begründete Großkurth diesen Schritt, der dann zur Ablehnung der Anträge beider Vereine führte.
Martin Schwalb war naturgemäß wenig begeistert vom Richterspruch: "Dadurch, dass das Ständige Schiedsgericht für Lizenzliga-Vereine seine ursprüngliche Absicht hat fallen lassen, erst Mitte Juli zu verhandeln und den Verhandlungs-Termin auf den 30. Juni angesetzt hat, hat es praktisch unseren Antrag auf einstweilige Verfügung ausgehebelt. Die Richterin sah keine Dringlichkeit mehr."
Wolfgang Faß, der Präsident des Südwestdeutschen Handball-Verbandes und selbst Anwalt, war hingegen keineswegs überrascht vom Dortmunder Urteilsspruch: "Für mich war der Fall klar. Um eine einstweilige Anordnung erwirken zu können, muss Not am Mann sein und die sportgerichtlichen Maßnahmen müssen ausgeschöpft sein oder sie können nicht mehr greifen. Dies war alles nicht der Fall. Ich habe nicht verstanden, weshalb die Wallauer vor ein paar Tagen sich zu diesem Schritt entschlossen hatten, denn daran verdienen nur die Anwälte."
HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann begrüßte dagegen die Gerichtsentscheidung: "In Bezug auf unsere Rechtsposition ist das ein positives Zeichen. Die Schiedsgerichts-Verhandlung findet in jedem Fall statt, weil das der richtge Weg ist. Wir werden das, was das Ständige Schiedsgericht entscheidet, vorbehaltlos akzeptieren. Egal, wie es ausgeht."
Was aus den Wallauer Spielern wird, ist derweil offen. Martin Schwalb gilt als gradliniger Mensch und dementsprechend versicherte er gestern nach der Verhandlung in Dortmund "Unter Druck stehe ich seit einem halben Jahr, so dass ich mit dieser Situation umgehen kann." Von Wetzlar hat der Wallauer Coach ein unterschriftsreifes Angebot vorliegen, doch wird er seinen Schriftzug jetzt nicht unter das Papier setzen: "Ich handle nicht überstürzt und gehe davon aus, dass wir alle auch noch bis zum 30. Juni abwarten können. Ich werde es mit den Spielern abklären, denn jeder muss das für sich selbst entscheiden. Ich kann in diesem Fall für keinen sprechen. Nur für mich. Und ich warte ab."
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[SIZE=7]Fiktiver[/SIZE] Liveticker IVNach einem spannenden Spieltag konnte sich die HBL überzeugend durchsetzen. Nach deutlichen Siegen gegen Wallau und Willstädt in der regulären Spielzeit ist der Abstieg der beiden Teams nun so gut wie besiegelt. Das Spiel gegen Essen musste vorläufig abgebrochen werden und wird erst in der Woche fortgesetzt, die HBL hatte jedoch deutliche Vorteile. Der Veranstalter des Spieltags, die LG Dortmund, zeigte sich zufrieden und lobte besonders die Stimmung und das faire Verhalten der Fans. Eine erneute Austragung in Zukunft ist somit nicht ausgeschlossen.
Einen ausführlichen Spielbericht lesen sie in Kürze, wir danken für alle Lesern.
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Original von Wieland
und wenn das immer noch nichts hilft wird die methode der alten germanen angewandt. ein ring wird in kochend heisses wasser geworfen und k.s. muss ihn rausholen. ist die wunde nach drei tagen schon verheilt kriegt essen die lizenz nicht.wenn so in zukunft die lizenzen für die liga verteilt würden, hätten wir alle jedenfalls nach drei tagen ruhe und gewissheit. ich bin dafür!!!
ps: das ganze ließe sich auch medial bestimmt toll vermarkten. rtl2 hat schon angefragt...
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Vielleicht kann ja die TGS Walldorf vom Schicksal des TVL profitieren. Bei welchem Verein die Mädels in der 2. Liga spielen, wird einigen wohl egal sein und Dirk Leun hat ja nicht so weit weg bis vorletzte Saison gearbeitet. Da geht doch was, oder?
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[SIZE=7]Fiktiver[/SIZE] Liveticker II
Die Partie HBL - Essen geht in die Verlängerung, wobei die HBL bis jetzt klare Spielvorteile zu haben scheint.
Das Spiel HBL - Willstädt wurde vor kurzem angepfiffen, das nachfolgende Spiel HBL - Wallau verschiebt sich um ca. 90 Minuten.
Die Stimmung ist gut, aber auch angespannt, das Wetter macht uns heute keinen Strich durch die Rechnung. Die Wischer im Saal sind im Dauereinsatz, ein Spielfluss kommt momentan kaum zustande. Hoffentlich muss das Spiel nicht zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden, die Fans hoffen auf eine Entscheidung am heutigen Tag.
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Original von aloish
dort wurde auch im Februar ein Trainerseminar durchgeführt, für welches wir heute noch dem Klaus Feldmann sehr dankbar sind.Na, dann werden ja aus Australien nur offensiv deckende Handballer bekommen. Defence makes the difference...

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Außerdem haben viele Fußballvereine auch Gegenwerte. Das Stadion und das Grundstück sind wohl Eigentum von Schalke und somit gibt es Sicherheiten im Hintergrund. Auch Spieler dienen als Sicherheit, im Notfall wird ein Star für 5 Millionen verkauft. Aber Handballer sind eben "billiger", hier ist selbst ein Weltklassespieler max. 50.000 - 100.000 € Ablöse wert. Von daher ist der Fussball schwer mit dem Handball zu vergleichen.
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Die Spannung steigt, das Spiel vor dem LG Dortmund scheint erst in der Nachspielzeit entschieden zu werden. Gute Show...
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[SIZE=7]Fiktiver[/SIZE] Liveticker
11.30: Wir begrüßen die Handball-Interessierten zum Liveticker aus dem LG Dortmund. Die erste Runde wird um 12.00 h eröffnet, um 12.30 h und 13.00 h stehen weitere Verhandlungen an. Wir hoffen auf ein faires und spannendes Verfahren. Zahlreiche Zuschauern haben schon Platz genommen und stimmen "TUSEM, TUSEM" - Sprechchöre an. Das Wetter ist gut und der Gerichtssaal in bestem Zustand.
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Ausgehend von der Frage "Mit wie vielen Vereinen soll dann die Liga spielen", poste ich hier einige Argumente gegen Play-Offs aus meiner Sicht:
- Die Basketball-BL (BBL) spielt mit 16 Teams. Die haben 30 Vorrundenspiele, dann kommen 8 Teams weiter, man hat max. 15 Play-Off-Spiele, ein Verein kommt also auf max. 45 Spiele. Dazu dann noch Pokal (10) und Europapokal (10), jedes Jahr noch ein Welt- oder Europameisterschaft (15 Länderspiele pro Jahr) und alle 4 Jahre Olympia. Da kommen etwa 80 - 90 Spiele auf die Top-Spieler zu.
- Die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) spielt mit 14 Teams, diese spielen 52 Vorrundenspieltage und noch mal bis zu 17 Play-Off-Spiele, also max. 69 Spiele. Mit Pokal, Europapokal und Länderspielen kommen dann weit über 100 Spiele auf die Top-Spieler zu.
- In der amerikanische Eishockey-Liga (NHL) und der amerikanischen Basketball-Liga (NBA) haben insgesamt 30 Teams alleine 82 Vorrundenspiele, dazu noch 4 Play-Off-Runden mit bis zu 7 Spielen. Ich bin fair und lasse die Pokalspiele weg, aber da sicher niemand den Europapokal abschaffen wird und auch Länderspiele stattfinden sollen, möchte ich nicht wissen, welcher Spieler die knapp 140 Spiele pro Saison durchhalten soll. Außerdem existieren hier keine Auf- und Absteiger, allerdings habe ich in der NHL und der NBA auch noch nichts von Lizenzierungsproblemen gehört.
- Ok, die Deutschen haben sich auch schon an Nord- und Südgruppen versucht. Wahrscheinlich gäbe es 2 x 12 Teams, also 22 Spiele in der Vorrunde. Bei Play-Offs nehme ich mal mindestens "Best of 3" an, nur Hin- und Rückspiel sind meiner Meinung nach keine Play-Offs. Es folgen mindestens 4 Runde mit max. 3 Spielen, also kommen 12 Spiele dazu, d. h. max. 34 Spiele pro Saison. Aber
a) scheidet man in der ersten Play-Off-Runde aus, hat man nur 12 Heimspiele pro Saison gehabt, also 5 Spiele weniger als im Moment. Dann fehlen mit Sicherheit Zuschauereinnahmen.
b) wie sollen die EC-Plätze ausgespielt werden? Sind die ersten Teams der Vorrunde automatisch qualifiziert, oder spielen wir es aus?
c) wenn es bei 18 Teams in der jetzigen Liga schon ein großes Leistungsgefälle gibt, wie wird das dann erst bei 24 Mannschaften?
d) wie soll die Abstiegsfrage geklärt werden, mit Play-Downs? Das Gefälle zur 2. Liga würde auf jeden Fall noch größer als es jetzt schon ist.
Ich bin gegen Play-Offs. Ich brauche diese künstliche Spannung nicht und will an den letzten Spieltagen die Spannungen an einer Tabelle erleben, in der es auch um Tordifferenzen gehen kann und die Spiele anderer Teams noch eine Bedeutung für das Abschneiden meines Vereins hat. So stelle ich mir Sport vor!
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Nun, als ich vor 3 Jahren in Australien studiert habe, war Handball in Australien ein ziemliches Fremdwort. In der Gegend um Adelaide konnte niemand etwas mit unserem schönen Sport anfangen. "Zentrum" der Handballer scheint wohl mehr der Osten um Sydney und Melbourne zu sein, wo vor allem die Studenten Handball spielen, unterstützt von einigen Auswanderern, die ihrer alten Sportart nachhängen.
Ich finde es schön, dass "Down under" sich nun doch langsam zur Handballnation entwickelt, vielleicht kann ich dann doch eines Tages dahin auswandern ohne Entzugserscheinungen zu bekommen.
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Aus dem Wiesbadener Kurier:Handballern droht Lachnummer
Landgericht könnte Wallauer Verhandlung vertagen, bis die Sport-Richter entschieden habenVom 23.06.2005, von Volker Eckhardt
WALLAU Heute um 13 Uhr entscheidet eine Richterin am Landgericht Dortmund über die Zulassung der SG Wallau/Massenheim zur Handball-Bundesliga in der nächsten Saison. Der Potsdamer Anwalt Dieter Graefe vertritt die SG und deren Sportbetriebs-GmbH, nicht wie einst die Geschäftsführer Bülent Aksen und Volkmar Rohr: "Ich habe mich immer für die SG eingesetzt und darauf hingewiesen, dass es förderlich wäre, wenn sich die auseinander triftenden Parteien innerhalb des Vereins zusammenfänden und wieder an einem Strick ziehen würden. An meiner Auffassung hat sich nichts geändert, so dass ich auch jetzt nichts anderes im Sinn habe, als den Wallauern zur Bundesliga-Lizenz zu verhelfen."
Graefe hat dem Gericht eine 40-seitige Begründung plus Anhang für den Antrag auf vorläufige Erteilung der Lizenz übergeben. Für die Forderung nach einer endgültigen Regelung sieht Graefe im Verfahren der einstweiligen Anordnung wenig Chancen. "Aber auch die vorläufige Lizenzerteilung hat zur Folge, dass Wallau mit sofortiger Wirkung in den Bundesliga-Spielplan aufzunehmen ist. Gerüchteweise habe ich gehört, dass bereits ein Ersatzspielplan parat liegt."
Der in diesen Dingen erfahrene Anwalt weiß, dass die Gerichte grundsätzlich immer abwarten, bis die Sportgerichtsbarkeit letztinstanzlich entschieden hat: "Als wir unseren Antrag auf einstweilige Anordnung beim Landgericht Dortmund eingebracht haben, wollte das Ständige Handball-Schiedsgericht erst Mitte Juli verhandeln. Das wäre Rechtsverweigerung gewesen. Erst unter dem Druck der Ereignisse haben die Handball-Richter dann reagiert und die Verhandlung auf 30. Juni vorgezogen. Es ist daher durchaus möglich, dass das Landgericht aus diesem Grund die Sache vertagt."
Wenn die Lizenz vorläufig per Landgerichts-Beschluss erteilt werden sollte, sieht Dieter Graefe die Wallauer zu "90 Prozent in der Bundesliga". Wenn das Sport-Schiedsgericht am 30. Juni Wallau und Essen Recht gibt, werden ohnehin 100 Prozent daraus. Entscheiden sich die Handball-Richter aber gegen die beiden Bundesligisten und legt die Handball-Bundesliga (HBL) Berufung gegen die mögliche Anordnung des Landgerichts Dortmund ein, kann es Oktober, November werden, bis ein Urteilsspruch ergeht, weil das Oberlandesgericht das Hauptsache-Verfahren kaum früher eröffnen wird. "Das wäre eine abenteuerliche Situation und eine Lachnummer in der ganzen Sportwelt", schätzt Graefe die dann entstehende Lage ein. Er hält es in diesem Fall für die Beteiligten für weitaus sinnvoller, dass die HBL Wallau und Essen in die Bundesliga wieder aufnimmt, statt sich zum Gespött aller zu machen.
Wobei die Überschrift "Handballern droht Lachnummer" nicht zutrifft, da wir schon lange eine Lachnummer haben. Diese könnte allerdings noch größer werden.