Erinnerungen an verpatzte Aufstiegsrennen
Handball: TSG Haßloch empfängt am Samstag früheren Oberliga-Rivalen SV 64 Zweibrücken im TSG-Sportzentrum
Hassloch. An den nächsten Gegner hat Handball-Drittligist TSG Haßloch eher schlechte Erinnerungen. „Die haben uns schon zweimal den Oberliga-Titel vor der Nase weggeschnappt“, wissen die Haßlocher noch gut über den SV 64 Zweibrücken. Am Samstag, 19.30 Uhr, treten die Westpfälzer im TSG-Sportzentrum an.
Rückblick: In der Oberliga-Saison 2011/2012 hatten die Haßlocher im Heimspiel nur 31:31 gegen Zweibrücken gespielt, im Rückspiel gar mit 23:26 verloren. Der SV stieg als Meister in die Dritte Liga auf mit zwei Punkten Vorsprung auf Haßloch. In der Oberliga-Saison 2013/2014 reichte Zweibrücken ein Punkt Vorsprung, um erneut als Oberliga-Meister wieder in die Dritte Liga zu klettern. Damals hatte die TSG ihr Heimspiel mit 30:28 gewonnen, in Zweibrücken jedoch mit 25:27 verloren.„Gegen Zweibrücken zu spielen, ist immer etwas Besonderes“, sagt TSG-Kreisläufer Andreas Zellmer. „Erstens, weil die uns im Aufstiegsrennen entwischt sind. Und zweitens wegen meiner Brüder.“ Denn am Samstag gibt es im TSG-Sportzentrum auch eine Art Familientreffen. Zellmers Brüder Thomas und Benjamin gehören dem SV Zweibrücken an. Während der 28-jährige Thomas Spielertrainer des SV Zweibrücken II in der Saarlandliga ist und nur zuletzt im von Personalsorgen geplagten Drittliga-Team ausgeholfen hat, gehört der 23-jährige Benjamin als Kreisläufer und Linksaußen dem Drittliga-Kader an. Viermal, hat Andreas Zellmer nachgerechnet, hat er gegen Benjamin gespielt in gemeinsamen Jahren in der Oberliga bei Duellen zwischen Haßloch und Zweibrücken. Die Zellmers stammen aus Osthofen bei Worms. „Da bietet es sich für unsere Eltern an, am Samstag in die Halle zu kommen“, überlegt der TSG-Kreisläufer und hofft schmunzelnd, dass „unsere Eltern unparteiisch sind“.
Mit seinen Brüdern hatte Andreas Zellmer bis Mitte der Woche noch nicht telefoniert. „Ich hatte nach unserem letzten Auswärtsspiel keine Lust, über Handball zu reden“, gibt er zu. Haßloch hatte am vergangenen Wochenende mit 30:39 bei der SG Kronau-Östringen verloren.
„Es ist eine ungewohnte Situation – vergangene Saison war schon nach einer einzigen Niederlage eine Krise da“, sagt Zellmer. Und jetzt hat der in den vergangenen Runden erfolgsverwöhnte Aufsteiger zweimal hintereinander hoch verloren – vor dem 30:39 in Kronau gab es ein 23:39 bei der SG Nußloch. Plus Niederlagen in Konstanz und in Pfullingen.
TSG-Trainer Admir Kalabic mahnt zur Besonnenheit. „Kein Grund zur Panik“, sagt er. Er habe diese Woche mit der TSG das Video vom Spiel in Kronau analysiert. „Auch wenn es sich bekloppt anhört – es sind nur Kleinigkeiten, an denen wir scheitern.“ Einmal sei Haßloch zu schnell im Abschluss, dann „stehen wir 45 Sekunden sehr gut da, und einer vergisst seine Aufgabe“. Kalabic betont, dass dies nichts mit mangelnder Kraft zu tun habe. Diese Fehler „passieren schon in der ersten Hälfte“. Grund sei vielmehr, dass in der Dritten Liga „qualitativ ganz andere Anforderungen auf uns zukommen“. In Liga drei steige man bei neuneinhalb Metern hoch und werfe aufs Tor, „in der Oberliga waren es achteinhalb Meter“. Und auch gegen Zweibrücken werden es die Rückraumschützen wohl schwer haben. „Die haben eine unangenehme 3:2:1-Abwehr und einen richtig guten Torhüter“, weiß Kalabic. (sab)Familientreffen am Samstagabend: Die Brüder Andreas (links für Haßloch gegen Kornwestheim) und Benjamin Zellmer (rechts, für Zweibrücken gegen Gladbeck) spielen im TSG-Sportzentrum gegeneinander. Die Eltern und vielleicht auch der dritte Bruder, Thomas, sitzen auf der Tribüne. Fotos: Mehn/Steinmetz
Quelle
Ausgabe Die Rheinpfalz - Mittelhaardter Rundschau - Nr. 234
Datum Freitag, den 9. Oktober 2015