Thorsten, danke für Deine Erläuterung und Einschätzung. Für eine abstrakte Diskussion zu einem abstrakten Fall hast Du meine Zustimmung.
Ob im konkreten Fall der Auswechselraum als betreten betrachtet werden muss bleibt für mich nach der ganzen Diskussion offen. Damit kann ich leben ![]()
Unterstellen wir weiterhin die Regelwidrigkeit im konkreten Fall, dann kann ich Dir als Augenzeuge berichten, dass die letzten Endes "bestrafte" Bank die erheblich friedlichere war. Wir alle kennen (mehr oder weniger gut) Petko, er gehört sicherlich nicht zur ruhigsten Fraktion, habe ihn aber schon erheblich auffälliger erlebt als in Lübbecke. Dennoch war es auf der Lübbecker Bank um einiges ruhiger als auf der Göppinger Bank. Das permanente Betreten des Spielfeldes durch Petko wurde ja bereits mehrfach angesprochen. Insofern sehe ich nach Deiner Argumentation im konkreten Fall keine Notwendigkeit das Spiel zu unterbrechen, zumal niemand im Vorfeld eine Ermahnung der Lübbecker Bank registriert hat.
Und da wird für mich das Thema "Fingerspitzengefühl" wieder relevant. Ich kann mich fügen, dass in einer Regeldiskussion bei eindeutiger Regel dieses Thema irrelevant ist. Beim Punkt Spielunterbrechung gibt es allerdings im Regelwerk einen hier unumstrittenen Spielraum. An welchem Ende der Bandbreite sich eine Spielaufsicht bewegt hat damit für mich ihre Ursache in der Vorgeschichte (siehe Thorstens Ausführungen) und im Fingerspitzengefühl.
So komme ich für mich zu dem Fazit, dass das Einschreiten von Herrn Stemberg im konkreten Fall regelkonform war und auch seiner "Aufgabenbeschreibung" als Spielaufsicht entsprach. Das Einschreiten war aber im Vergleich zu seinem Verhalten bei anderen Regelvorstößen auf der Bank nicht angemessen.
Bei der Umsetzung (sofortige Unterbrechung oder nachträgliche Ahndnung) hat er das Regelwerk nicht entsprechend der Intention ausgelegt und damit die zu wünschende Sensibilität für die Situation vermissen lassen. Grundsätzlich nicht falsch sein Verhalten, aber keinesfalls schön und angemessen.
Eine Spielaufsicht kann (wie auch die Schiedsrichter) nie everybody's darling sein, muss sie auch nicht. Dennoch sollte auch sie (wie auch die Schiedsrichter) der Situation die notwendige Sensibilität widmen.