VfL Pfullingen - Bundesliga-Handballer erteilen Tübingen als Spielort eine Absage und planen wieder mit Stuttgart
Zum Auftakt geht's nach Wetzlar
VON GABRIELA THOMA
PFULLINGEN. Ein vermeintlich leichtes Auftaktprogramm hat Handball-Bundesligist VfL Pfullingen für den Start in seine dritte Saison im Oberhaus erwischt. Am ersten Spieltag, 11./12. September, müssen die Mannen von der Echaz zur HSG D/M Wetzlar. Gleich am zweiten Spieltag, 15. September, empfangen sie daheim mit dem Aufsteiger TuS Nettelstedt-Lübbecke auch ihre Ex-Kameraden Patrick Fölser und Markus Becker.
Es folgt ein Auswärtsspiel in Wallau-Massenheim, die Heimpartie gegen den Relegationssieger SV Post Schwerin (25./26. September), die Prüfung bei Tusem Essen und wieder ein Heimspiel (9./10. Oktober) gegen Aufsteiger HSG Düsseldorf. Am siebten Spieltag müssen die Pfullinger aber dann zum TBV Lemgo und am neunten zum deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt. Auch wenn sich am Spielplan noch einiges ändern wird, Zeit zum Atemholen bleibt im Moment für die Macher im Hintergrund beim VfL Pfullingen nicht. Neben der Organisation des längst angelaufenen Kartenvorverkaufs, wirbeln die VfL-Verantwortlichen bereits kräftig, um die Frage der Spielstätte(n) eventuell sogar langfristig zu klären. Getrieben werden sie nicht zuletzt durch eine rege öffentliche Diskussion unter ihren Gönnern, Förderern und Fans auch im Forum ihrer offiziellen Homepage. Sogar eine Umfrage wurde dort initiiert.
Ein erstes Resultat liegt inzwischen vor, so VfL-Geschäftsführer Utz Bächi. »Die neue Tübinger Basketball-Halle ist für uns keine Alternative zu unserer Pfullinger Kurt-App-Halle, aber auch keine zur Stuttgarter Schleyer-Halle«, sagt Bächi. Der Sport-Ökonom war gemeinsam mit Pfullingens Bürgermeister Rudolph Heß bei Tübingens Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer, die ihnen die Konditionen der Uni-Halle bei einer potenziellen Anmietung vorstellte. Danach haben die Pfullinger alles in der Tiefe und Breite für ihren Bedarf durchgerechnet und sind zu dem Schluss gekommen, so Bächi, die Tübinger Offerte auszuschlagen.
Bächi: »Wir hätten im Endeffekt in Tübingen zwar 800 Sitzplätze mehr als bei uns in der App-Halle, doch wir müssten für jedes Spiel einen eigenen Boden mitbringen und verlegen lassen. Mit diesen Kosten zuzüglich der Hallenmiete, obschon diese in Tübingen für uns o.K. gewesen wäre, könnten wir unterm Strich nur einen minimalen Mehrbetrag erwirtschaften. Wir hätten also keinen echten finanziellen Vorteil.«
Weil das Spielfeld für Handballer größer sein muss als für Bundesliga-Basketballer, stünden für den VfL in Tübingen statt 3 000 Plätze wie bei den Korbjägern maximal nur 2 300 Plätze zur Verfügung. Weil die Pfullinger aber auf keinen Fall laut Bächi »drei Heimspielstätten« haben und auch ihren Hexen-Kessel App-Halle - so lange es der Deutsche Handball-Bund erlaubt - nicht aufgeben wollen, läuft für die neue Saison alles darauf hinaus, das Angebot der Stuttgarter anzunehmen, wie in den vergangenen zwei Spielzeiten mit fünf, sechs Spitzenspielen in einem Garantie-Paket in die Schleyer-Halle auszuwandern. »Dort haben wir gute Konditionen und können mit bis zu 5 000 Zuschauern rechnen«, erläutert Bächi den finanziellen Vorteil.
Klar ist aber schon, dass sich in den nächsten zwei Jahren nicht viel an dieser Konstellation Pfullingen - Stuttgart ändern wird. Was ab 2006 geschieht, wenn die neue Sporthalle in der Landeshauptstadt fertig ist, steht noch in den Sternen. Dabei kann man allenfalls, so Bächi, im Gespräch mit den Stuttgarten in der nächsten Woche etwas Klarheit darüber gewinnen, ob die Pfullinger Handballer in der Landeshauptstadt eine langfristige Perspektive haben könnten. (GEA)