Hamburg - Pfullingen 29:23 - Hanseaten im Zweikampf klar überlegen.
VfL mit nur neun Feldspielern ohne Chance
Zerrung im Rücken stoppt Andrej Kurchev
HAMBURG. Die Verletztenliste des Handball-Bundesligisten VfL Pfullingen wird immer
länger. Nach Marco Bräuning (Wadenzerrung) und Benjamin Matschke (Außenband-Anriss)
muss nun auch Andrej Kurchev zuschauen. Der Rückraumspieler laboriert an einer Zerrung
im unteren Rückenbereich, die in den vergangenen Tagen keine Teilnahme am Training
zuließ.
Zwar trat der Linkshänder, der eine Spritze erhielt, die Fahrt nach Hamburg mit an, doch weil
er nicht werfen konnte musste Kurchev nach dem Aufwärmen passen. Mit nur noch neun
Feldspielern war beim Tabellendritten HSV Hamburg erwartungsgemäß nichts zu erben. Die
Niederlage, durch die der VfL auf einen Relegations-Platz zurückfiel, war mit 23:29 (11:16)
niedriger als die letzten Resultate in fremden Hallen. In Gummersbach hatte der VfL ein 21:30
und in Nordhorn ein 27:36 verkraften müssen.
»Mit dem Ergebnis können wir leben. Die Mannschaft hat wieder alles gegeben«, resümierte
Trainer Eckard Nothdurft. Er hofft, dass Kurchev spätestens im Heimspiel gegen den SC
Magdeburg am 29. Dezember (19.30 Uhr, Schleyerhalle) wieder mitwirken kann. Eine
Untersuchung zu Wochenbeginn soll Klarheit über die Schwere der Verletzung des Weiß-
russen bringen.
Beim krisen-geschüttelten HSV Hamburg, der in diesen Tagen verzweifelt um seine Existenz
kämpft, erwischten die Pfullinger einen denkbar schlechten Start. Ehe sie sich versahen,
lagen die Gäste mit 2:8 zurück (12.), weil die Echaztäler wiederholt den Ball verloren und
gleich mit fünf Konter-Gegentoren bestraft wurden. Daraufhin stellte Nothdurft die Abwehr
um. Wie bereits in Lemgo hatte der Coach sein Team mit einer sehr offensiven 3:3-Abwehr
beginnen lassen. Davon ließen sich die Hamburger Star-Spieler aber nicht aus dem
Rhythmus bringen, zumal Torhüter Kai Hüter mit fünf gehaltenen Bällen - darunter einem
Siebenmeter von Matthias Rauh - nicht an die Form des Großwallstadts-Spiels herankam.
Nach dem Seitenwechsel nahm wie schon vor Wochenfrist Tobias Heger dessen Platz ein.
Der 27-Jährige kam seinerseits auf zehn Paraden. Insgesamt 15 vereitelte Tor-Würfe durch
die VfL-Schlussleute seien »okay« gewesen, meinte Nothdurft. Auch die Umstellung der
Verteidigung trug zunächst Früchte, denn bis zur 22. Minute kamen die Gäste bis auf zwei
Treffer heran (9:11).
Sieben Tore von Hens
Dann aber zogen die Hausherren, die ebenfalls »ohne Drei« auskommen mussten, wieder auf
fünf Tore weg (11:16). Sein bestes Spiel nach der Verletzungspause machte Nationalspieler
Pascal Hens, der sieben Mal erfolgreich war.
Auch in den zweiten 30 Minuten hatten die Pfullinger große Mühe, zum Tor-Erfolg zu
kommen. Sie mussten schwere Würfe nehmen und scheiterten immer wieder an
HSV-Torwart Goran Stojanovic. Nothdurft: »Unsere Hauptfehler haben wir im Angriff
gemacht.« So kam Torjäger Björn Navarin zwar auf neun Treffer, doch brauchte er dafür weit
mehr Versuche als bei seinen zehn Toren gegen Großwallstadt. Über 15:22 (40.) und 21:28
(55.) steuerte der VfL der elften Saisonniederlage entgegen. (v/GEA)