EHF-Pokal: Drei Bundesliga-Klubs vor großer Herausforderung
Drei deutsche Teams stehen im Viertelfinale um den EHF-Pokal und für alle drei Klubs gilt: Erreichen des Halbfinales, was zumindest eines bedeuten würde: Zum achten Mal seit 1994 stünde eine Bundesliga-Mannschaft im Finale um den EHF-Pokal, der 1993 den damaligen IHF-Pokal ablöste. Bisher gewannen der THW Kiel (1998,2002 und 2004), der SC Magdeburg (1999 und 2001), Flensburg/Handewitt (1997) und TuSEM Essen (2005) den begehrten Pokal, dieses Jahr versuchen der TBV Lemgo, der VfL Gummersbach sowie FA Göppingen, den Cup nach Deutschland zu holen.
Die nominell schwerste Aufgabe hat im Viertelfinale der TBV Lemgo, der die Nummer zwei im russischen Handball - Lukoil-Dynamo Astrachan - zugelost bekam. Damit ist nicht nur eine weite Reise verbunden, Lukoil bildet zusammen mit Abonnements-Meister Medwedi Tchechow (ehemals ZSKA Moskau) das A und O im russischen Liga-Betrieb. Die international erfahrene Truppe stand zuletzt 2003 im Finale um den EHF-Pokal und scheiterte damals an dem FC Barcelona, in den Jahren danach zog man jeweils im Halbfinale gegen den THW Kiel und TuSEM Essen den Kürzeren.
Im Achtelfinale schaltete das heimstarke Lukoil-Dynamo den schwedischen Vertreter IFK Skövde HK aus. In Schweden unterlag man eine Woche nach dem 37:32 mit 26:28 und qualifizierte sich damit für das Viertelfinale.
Das russischen Team, das durch den millionenschweren Öl- und Gasförderer Lukoil getragen wird, verfügt mit Linksaußen Alexey Kaynarov und Rechtsaußen Pavel Bashkin zwei aktuelle Nationalspieler. Der TBV geht jedoch in Bestbesetzung in die beiden Spiele und hofft im Heimspiel am Sonntag (ab 15.30 Uhr) auf ein gutes Ergebnis.
Der VfL Gummersbach muss sich mit dem spanischen Klub Bidasoa Irun messen. Zwar zählt Irun nicht mehr zu den Topklubs im spanischen Handball und belegt derzeit in der Liga Asobal nur einen Mittelfeldplatz, doch die Mannschaft ist mit international erfahrenen Spielern gespickt. Im Tor steht etwa mit Ole Erevik der norwegische Nationalmannschaftskollege von Gummersbachs Keeper Steiner Ege, der Rückraum kommt aus Serbien (Ivan Stankovic und Vladica Stojanovic) und am Kreis wirbelt der Russe Alexandre Tioumentsev.
„Es ist eine lösbare Aufgabe“, findet VfL-Trainer Velimir Kljaic, auch wenn Irun den Vorteil des Heimrechts im Rückspiel habe. Nach den beiden deutlichen Siegen in der Bundesliga gegen Göppingen und Düsseldorf ist der Trainer zuversichtlich, dem Ziel Finalteilnahme nach den beiden Spielen gegen Irun einen Schritt näher gekommen zu sein. „Auch wenn es Überraschungen geben kann, schaffen wir es, wenn wir unsere normale Leistung bringen.“
In Göppingen breiten sich hingegen Sorgenfalten vor den Duellen gegen den dänischen Klub GOG Gudme aus. Nach der Europameisterschaftspause kamen die Schwaben nicht aus den Startlöchern, boten gegen den THW Kiel eine peinliche Vorstellung und hatte auch in Gummersbach nicht den Hauch einer Chance. Am frühen Samstagmorgen macht sich die Mannschaft auf den Weg nach Svendborg in Dänemark. Bis dahin hofft Trainer Petkovic auf die Genesung seiner Rekonvaleszenten. Gegen Kiel waren beide Torhüter durch Mandelentzündungen geschwächt, Nationalspieler Michael Kraus von der EM sichtlich müde. "Wir haben in der Abwehr tatenlos zugesehen, wie Kim Andersson und Nikola Karabatic uns die Bälle um die Ohren geworfen haben", meinte Petkovic nach der Pleite gegen den THW.
Gegen Gudme haben die Göppinger immerhin als einziger deutscher Klub im EHF-Pokal den Vorteil, das Rückspiel vor eigenem Publikum auszutragen. Daher gilt es, sich in Dänemark eine gute Ausgangsposition zu verschaffen und eine mögliche Niederlage in Grenzen zu halten.
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