ZitatAlles anzeigenDFB-Mädels stürmen ins Finale
Preston - Die DFB-Frauen haben den Einzug ins Finale bei der EM in England geschafft!Die deutschen Mädels greifen zum sechsten Mal nach der EM-Krone und können ihrer Trainerin Tina Theune-Meyer den ersehnten "goldenen" Abschied bescheren. Die Titelverteidigerinnen gewannen das Halbfinale der Endrunde im englischen Preston gegen EM-Debütant Finnland dank einer furiosen Anfangsoffensive mit drei Toren in den ersten zwölf Minuten 4:1 (3: 1).
Im Endspiel trifft die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes am Sonntag in Blackburn auf den Sieger der zweiten Vorschlussrundenpartie zwischen Schweden und Norwegen.
Grings überragend
Vor 2785 Zuschauern machten Inka Grings (3. und 12.) mit ihren Turniertreffern Nummer zwei und drei sowie Conny Pohlers (8.) und "Weltfußballerin" Birgit Prinz (62.) bei einem Gegentor von Minna Mustonen (15.) die sechsten EM-Endspielteilnahme der DFB-Frauen seit 1984 perfekt.
Die Vorzeichen für den erneuten Titelgewinn der Mannschaft von Theune-Meyer, die nach der EM ihren Posten an Silvia Neid übergeben wird, stehen gut: In ihren fünf vorherigen EM-Endspielen gewann die deutsche Elf immer auch den Titel, zuletzt dreimal in Folge.
Theune-Meyer zufrieden
Nach ihrem vorletzten Match auf der DFB-Bank war Theune-Meyer mit der mitreißenden Vorstellung ihres Teams zu Spielbeginn hochzufrieden.
"Wir haben es gut genutzt, dass wir Platz hatten, haben reingekontert und auch entscheidend nachgelegt", sagte die Trainerin und sah auch die mangelnde Verwertung weiterer Chancen gelassen: "Wenn wir uns die Tore für das Endspiel aufgehoben haben sollten, ist das schon in Ordnung."
Einen "Lieblingsgegner" für ihr bedeutungsvolles "Abschiedsspiel" hat Theune-Meyer nicht: "Schweden oder Norwegen - das ist egal."
Offensive Ausrichtung zahlte sich auch
Nach dem souveränen Gruppensieg mit drei Erfolgen ohne Gegentor zahlte sich die erneut offensive Ausrichtung der deutschen Favoritinnen, bei denen Britta Carlson im Mittelfeld den Vorzug gegenüber Navina Omilade erhalten hatte, schnell aus.
Die einmal mehr überzeugende Offensivkraft Grings nutzte die glänzende Vorarbeit von Stürmerin Anja Mittag zur frühen Führung, als sie Finnlands Keeperin Satu Kunnas aus zehn Metern keine Chance ließ. Nur fünf Minuten später staubte Pohlers aus kurzer Distanz ab, nachdem zuvor Evelina Sarapää einen Schuss von Kerstin Garefrekes noch auf der Linie stoppen konnte.
Trotz des Vorsprung forcierte das flüssig kombinierende DFB-Team seinen Druck und wurde erneut belohnt. "Miss 100 Prozent" Grings verwertete ihre zweite Chance zur beruhigenden Führung, die die stets gefährlichen Finninnen allerdings nach einer Unachtsamkeit in der deutschen Abwehr im Anschluss an eine Ecke mit dem ersten EM-Gegentor für DFB-Torhüterin Silke Rottenberg verkürzten.
"TTM" kann die Koffer wieder auspacken
Auch nach dem Wechsel dominierte der Olympia-Dritte von Athen das Geschehen, konnte sich aber nur noch wenig klare Torchancen herausarbeiten.
Durch den Sieg bestätigte sich auch Theune-Meyers Aberglaube. Bereits vor dem Semifinale hatte die 51-Jährige wie üblich ihre Koffer gepackt.
Die Pack-Aktion vermittelte ihren Spielerinnen offenbar die richtige Aufbruchstimmung in Richtung Blackburn, wo am Sonntag im altehrwürdigen Ewood Park das Endspiel stattfindet. Im Vorverkauf sind für das Finale bislang schon 10.000 Tickets abgesetzt.
Gegner im Finale noch offen
Auf ihren Finalgegner müssen die Weltmeisterinnen allerdings noch bis Donnerstagabend warten, wenn im skandinavischen Duell zwischen Vize-Europameister Schweden und Norwegen in Warrington den zweiten Endspiel-Teilnehmer ermitteln.
Die "Tre Kronors" gehen trotz enttäuschender Leistung in der Vorrunde als leichter Favorit in die Partie. "Wir wollen unbedingt wieder gegen die Deutschen spielen, denn da haben wir noch eine Rechnung offen", kündigte Schwedens Starstürmerin Hanna Ljungberg an.
Zuletzt hatte "Sverige" gegen Deutschland sowohl das WM-Finale 2003 (1:2 n.V.) als auch das EM-Endspiel 2001 (0:1 n.V.) knapp verloren.
Schauen wir halt mal heut Abend, gegen wen wir am Sonntag Europameister werden. Ich bin aber zuversichtlich.