Irgendeine Veränderung bei unserer 2. BL muss wohl her. Der dann doch wieder zurückgezogene Antrag von Bad Schwartau im vergangenen Jahr kam ja nicht aus dem luftleeren Raum. Auch bei der Umfrage von HW im letzten Jahr ( Antrag auf der HBL-Tagung entscheidet 黚er Zweiteilung und Aufstockung der 2. Bundesliga ) wollten nur 17,7% wollten den jetzigen Zustand beibehalten.
Bei einer Rückkehr zur 'echten' Zweigleisigkeit, wie von manchen vorgeschlagen, wäre meiner Ansicht nach aber ein Leistungsgefälle innerhalb der 2. BL geradezu vorprogrammiert das ich nicht würde haben wollen. Bei einer moderaten Aufstockung wie von Bad Schwartau vorgeschlagen oder schon vor 2 Jahren von mir ( Aufstockung 2.BL zur Saison 2015/16?) hätte ich in der Hinsicht aber keine Befürchtungen.
Wie Seth Gecko weiter oben schon geschrieben hat sind wir nun mal nicht Fußball. Trotzdem kann ein Vergleich gelegentlich nicht schaden (Zahlen Stand 20.03.2017):
Unsere 2. BL hat laut HW einen Zuschauerschnitt von 1315, Zuschauerkrösus ist Bad Schwartau mit 1905 Zuschauern im Schnitt. Von den Regionalligen der Kicker haben 2 einen höheren Liga-Schnitt (West: 1931,Süd-West: 1730), eine liegt etwa gleich auf (Nord-Ost: 1362), zwei haben einen niedrigeren Schnitt (Bayern: 835, Nord: 720). 15 Vereine haben einen höheren Schnitt als Bad Schwartau. Das reicht von Eintracht Trier (2029) bis RW Essen (7456). Weitere 11 Vereine haben einen höheren Schnitt als unsere 2. BL.
Daraus ziehe ich 2 Schlüsse:
1. Bessere Vermarktung und Fernsehpräsenz unserer 2. BL werden wohl leider fromme Wünsche bleiben
2. Die Kicker könnten sich eher überlegen auch noch eine 4. bundesweite (Profi-)Liga ins Leben zu rufen als dass wir unbedingt an einer eingleisigen 2. BL festhalten sollten.
Ein Argument von Frank Bohmann für die Verkleinerung der Liga war (Zitat aus HW, DKB Handball-Bundesliga reformiert Auf- und Abstiegsregelung
""Wenn es nur noch drei Abstiegsplätze gibt, sind nicht mehr so viele Mannschaften des Mittelfeldes in Abstiegsgefahr", erläutert Bohmann. In den vergangenen Jahren hätte zeitweise der Zehntplatzierte noch zittern müssen. "Einige Teams sind dabei dann Risiken mit Nachverpflichtungen eingegangen, die wir nicht für annehmbar halten""
Wenn ich jetzt auf die Tabelle der 2. BL kucke und die beiden schon etwas abgeschlagenen Vereine streiche – was ändert sich dann an der großen Zahl abstiegsgefährdeter Vereine? Nix.
Unterstelle ich umgekehrt, dass es immer (wenigstens) 2 Vereine gibt die beizeiten etwas abgeschlagen sind, dann bekomme ich ein breiteres 'Niemandsland' der Tabelle, also Vereine bei denen relativ(!) früh klar ist, dass sowohl nach oben nichts mehr geht (es gibt ja auch einen Aufsteiger weniger), als auch nach unten keine Gefahr droht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das den Zuschauerzahlen besonders zuträglich wäre.
Was Matthias Kohlstrung mit diesen Worten sagen wollte (Zitat aus HW, "Ein altes Szenario in eine neue sportliche L鰏ung gegossen": Matthias Kohlstrung im Interview
"Letztes Jahr hat eine Staffel beispielsweise keinen Aufsteiger gestellt, sodass drei Staffelsieger und Leutershausen als Zweiter hochgegangen sind. Hüttenberg steigt eher auf als ab, aber die drei anderen Teams müssen Woche für Woche kämpfen." - hat sich mir leider noch nicht erschlossen. Ich halte es für denkbar normal dass Aufsteiger zu kämpfen haben. In jeder Sportart und in jeder Spielklasse. Den anderen Fall gibt es zwar auch immer wieder – aber doch eher selten. Nur nebenbei: nach einer Reduzierung auf 18 Vereine sind es natürlich nur noch 34 Spieltage, und nicht 36 wie im Interview angegeben.
Bad Schwartau, und auch mir, ging es darum den Aufwand (an Geld und Zeit) für den Spielbetrieb zu verkleinern. Dabei bedeuten auch Heimspiele einen Aufwand – dem aber die (dann wegfallenden) Einnahmen gegenüberstehen. Es geht also im Wesentlichen um den Aufwand für Auswärtsspiele. Was bringen denn da die verschiedenen Modelle tatsächlich?
Modell 1, Reduzierung auf 18 Vereine: 17 statt 19 Auswärtsspiele, somit 10,5% weniger Spiele und Aufwand (da gibt's weiter nix zu berechnen).
Für die weiteren Modelle sind die Berechnungen angehängt (für die Modelle mit 24 Vereinen sind die Zahlen mit dem Teilnehmerfeld aus der Saison 2015-16 berechnet).
Modell 2 (Bad Schwartau) mit einer oberen und einer unteren Finalrunde: 24 Vereine, 17 statt 19 Auswärtsspiele, Reduzierung des Aufwands um (mindestens) ø 14,9% (davon 10,5% durch weniger Spiele).
Modell 3 mit einer oberen Finalrunde und zwei unteren Finalrunden: 24 Vereine, 18 statt 19 Auswärtsspiele, Reduzierung des Aufwands um (mindestens) ø 25,9% (davon 5,3% durch weniger Spiele)
und als ganz andere Überlegung:
Modell 4 mit zwei Staffeln zu je 10 Vereinen und Doppelrunde: 20 Vereine, 18 statt 19 Auswärtsspiele, Reduzierung des Aufwands um ø 31,8% (davon 5,3% durch weniger Spiele).
Bei Modell 4 wäre keine Aufstockung erforderlich. Zudem hat es gegenüber den Modellen 2 und 3 den Vorteil, dass, wie bei Modell 1, von Anfang an geplant werden kann wer wann wo gegen wen spielt. Bei den Modellen 2 und 3 wäre ja erst nach 22 Spieltagen klar wie sich die Finalrunden zusammensetzen.
Es gibt mehr Möglichkeiten als nur eingleisig mit 18 oder zweigleisig mit 2*18. Diese Möglichkeiten sollten mit den Vereinen und dort wo am Ende entschieden wird aber auch mal ernsthaft diskutiert werden.