Die Top-Spieler in der JBLH müssen zu viele Spiele "ohne Wert" spielen, da selbst in der JBLH das Leistungsgefälle viel zu groß ist.
Ersetze "JBLH" durch "1. BL" und rede damit deren Reduzierung das Wort - dann bekommst Du am Ende noch einen Orden von der EHF
Welchen Sinn hat es denn, dass die SG F/H oder RNL gegen Hüttenberg und Ludwigshafen spielen?
Ich denke, eine Reform der JBLH ist schon sinnvoll. Wenn man sich die aktuellen Teilnehmer anschaut, fällt sofort auf, dass dort einige kleine Vereine dabei sind, die offenbar gezielt eine BuLi-A-Jugend aufgebaut haben.
Fällt mir nicht auf! Kannst Du "einige" Beispiele nennen? Siehe unten, "Glücksjahrgänge"
Genau, wie Oyten, Wolfschlugen, Oespel-Kley, Grüppenbühren/Bookholzberg - sollen die nicht mehr mitspielen dürfen?
Ich bin ja mit einer Förderung der Spitze durchaus einverstanden. Klar dürfte anhand der Startplätze sein, dass das zukünftig eine geschlossene Veranstaltung der Internate bzw. der Erst und Zweitligavereine werden wird.
Ob das der richtige Weg ist, halte ich für fragwürdig. Der Spitze geht die Breite verloren. Das ganze dient letztendlich nur der Förderung der 20 - 30 Nationalspieler in diesen Jahrgängen. Was wird mit Spätentwicklern? Welche Förderung auf hohem Wettkampfniveau haben die anderen Spieler?
Mir macht es sich der DHB zu einfach. Konsequent wäre es gewesen, wenn auch eine Aussage zu einem Unterbau gemacht worden wäre.
Die vielen Dorfvereine liefern die Talente und brauchen auch Leuchtturmteams. Gibt es die nicht, kommen die Kinder nicht zum Handball sondern spielen Fussball.
Sehe ich ziemlich genauso.
Das Leistungsgefälle sehe ich als kein so großes Problem an. Letztlich ist es auch ein Lernprozess selbst gegen (vermeintlich) schwache Gegner konzentriert zur Sache zur gehen um 1. keine Überraschung zu erleben und 2. sich keine Verletzungen aus Leichtsinn einzufangen. Ärgerlich finde ich es nur wenn sich ein Verein via Platz 1 bis 6 für die nächste Saison qualifiziert hat, eigentlich auch weiß, dass er kein konkurrenzfähiges Team mehr zusammen bekommt und trotzdem den Platz nicht für den jeweiligen Qualifikationsbereich freigibt. So in diesem Jahr Ostfildern (QB5) in der Staffel Süd. Die in der Quali gescheiterten HG O/S und Rimpar wurden in ihren Landesverbänden (souverän) Meister, Köndringen-Teningen führt verlustpunktfrei die Tabelle an. Jedes dieser Teams wäre mit Sicherheit ein ernsthafterer Gegner gewesen. Ein ähnliches Szenario befürchte ich für die kommende Saison durch Wolfschlugen. Deren mB spielt nur Bezirksliga (durchgestrichen da Wolfschlugen auf sein mögliches Startrecht verzichtet).
Nur ein ganz kurzer Blick auf die Kicker: Die spielen A-Jugend-Bundesliga in drei Staffeln zu 14 Teams. Da gibt es auch ein ordentliches Leistungsgefälle, aber dafür haben auch kleinere Vereine mit einem "Goldenen Jahrgang" oder "Glücksjahrgang" wie es Karl genannt eine Chance wenigstens mal für ein Jahr rein zu rutschen. Da kann dann eben auch mal Arminia Klosterhardt gegen die großen Namen wie Schalke oder BVB spielen. Das ist ein bisschen wie Budenheim gegen Leipzig, oder Günzburg vs. RNL, Oyten vs. Füchse Berlin. Und die Freude ist riesig wenn so ein Kleiner einem der Großen dann auch mal ein Bein stellen kann. Insgesamt scheinen die Fußballer ganz gut damit leben zu können.
Wie könnte die 'neue' JBLH denn aussehen (die aktuell ersten 5 aus jeder der 4 Staffeln):
JBLH mA neu
Ich bin mir nur gar nicht so sicher ob man 2 Staffeln zu 10 Teams ohne weiteres voll bekommen würde. Wer von euch würde denn darauf wetten, dass Essen und Neuss/Düsseldorf bei einer solchen Konstellation JBLH spielen wollen würden? Oder würden sie womöglich eine RL NRW vorziehen:
JBLH mA nach Regionen
NRW hat ja schon alleine 10 Teams in der JBLH, Baden-Württemberg ebenso und auch Hessen mit RPS.9 Teams hat der Norden - da würde sich schon noch einer finden lassen ohne dass das Niveau nennenswert sinkt. Das 'Sorgenkind' ist tatsächlich der Osten, und zwar von MeckPomm bis Bayern. Da dürfte es gerne ein paar starke Teams mehr geben. Diesen Mangel behebt man aber sicher nicht dadurch, dass man die JBLH verkleinert, es weniger Standorte gibt und damit weniger Vereine, "Leuchttürme" wie es andere hier schon genannt haben, denen andere, kleinere Vereine, versuchen können in der Jugendarbeit nachzueifern.
Eine JBLH 2 kann ich mir nicht vorstellen. Da würde meiner Ansicht nach das Aufwand-/Nutzen(Prestige)-Verhältnis zu sehr leiden.
Ich zitiere mal aus dem Artikel auf der DHB-Homepage ( https://dhb.de/detailansicht/…-spielbetr.html
"Jochen Beppler begleitete die Tagung in Kassel. Der Chef-Bundestrainer Nachwuchs des DHB hatte im Plenum die Belastungen verdeutlicht, denen sich aktuell die Spieler der Jugendbundesliga A-Jugend stellen müssen; unter Berücksichtigung des Doppelspielrechtes und damit oft verbundener Einsätze in der 2. oder 3. Liga. Im Übergang zu den Senioren hätten die Talente zum Teil bis zu 58 Spiele in der Saison absolviert; Spiele auf hohem Niveau. Spiele während etwaiger Kadermaßnahmen habe der Chef-Bundestrainer Nachwuchs in seinen Berechnungen nicht berücksichtigt."
In die gleiche Kerbe schlug schon im Sommer Bob Hanning: Berlin, Füchse, Nachwuchs und der DHB: Bob Hanning im Saison-Abschlussgespräch
Seine Antwort auf die drittletzte Frage.
Nur, wenn es um eine Entlastung der Spieler geht, was soll die Reduzierung der JBLH da nutzen? Vier Spiele weniger in der JBLH, bei zum Teil allerdings wesentlich zeitraubenderen, strapaziöseren Reisen? Dafür stehen sie im Zweifel bei den Stammvereinen 4 Spiele mehr auf der Platte - weil sie ja dann so schön ausgeruht sind...
Mal abgesehen davon, dass einige zwar 58 Mal auf einem Spielberichtsbogen gestanden haben mögen, aber durchaus nicht auch 58 Mal eingesetzt wurden.
In dem obigen Zitat steht doch eigentlich schon was das Problem (mit)verursacht: das Doppelspielrecht. Da müsste man ran wenn man die Spieler entlasten will!
Gleichzeitig könnte man sich überlegen ob die Zuordnung zu den Altersklassen so überhaupt noch zeitgemäß ist. Dazu noch ein Zitat aus diesem Interview: Daniel Haase: "Es macht unheimlich viel Spaß junge Spieler und Menschen zu formen"
"Ich habe den Eindruck, dass in den letzten Jahren immer mehr Leistungszentren ihre Spieler auch schon früh im Herrenbereich, etwa in der dritten Liga einsetzen, und nicht mehr in der A-Jugend. Das hebt das Niveau der JBLH nicht, eine Verkleinerung wäre da schon angebracht. Es bringt nichts, wenn gute Spieler nur in ein oder zwei Spielen gefordert werden. Von daher finde ich den Ansatz früh Seniorenerfahrung zu bekommen auch gut und folgerichtig. Auch in Essen setzen wir seit Jahren die Spieler in der U23 in der Regionalliga Nordrhein ein, die Entwicklung der Spieler steht im Vordergrund."
Haase spricht da zwar auch von einer Verkleinerung der JBLH, allein mir fehlt der Glaube dass die Spieler deswegen weniger im Erwachsenenbereich eingesetzt werden. Zudem ist es beim Blick auf die aktuellen Tabellen der JBLH maßlos übertrieben ist davon zu sprechen dass "… gute Spieler nur in ein oder zwei Spielen gefordert werden.". Das sind schon ein paar mehr. Außer für die Berliner, zumindest in diesem Jahr.
Wenn doch aber viele A-Jugendliche, vermutlich meist des älteren Jahrgangs, ohnehin im Erwachsenenbereich eingesetzt werden, sollte vielleicht eher der Stichtag für die Zuordnung zu den Altersklassen um ein Jahr verschoben werden (dann natürlich für alle Altersklassen), bei einem gleichzeitigen Einsatzverbot im Erwachsenenbereich von tatsächlich U18-jährigen.
Über eine JBLH mB als Unterbau für die mA hatte ich mir vor zwei Jahren schon Gedanken gemacht. Ich dachte dabei zuerst auch an 6 Staffeln zu 8 Teams. Das sah dann so aus (Basis: Tabellenstände der mB-Oberligen zum Ende der Saison 2015/16):
JBLH mB 2016/17 6*8
Nur 14 Spiele erschienen mir aber zu wenig. Die Jungs (aber auch die Mädels) haben sich ja bewusst für eine Mannschaftssportart mit Ligaspielbetrieb entschieden. Und ich denke die meisten spielen lieber als immer nur zu trainieren. Daher also 6 Staffeln zu 10 Teams:
JBLH mB 2016/17 6*10
Und für die Saison 2017/18 (Basis: Tabellenstände der mB-Oberligen zum Ende der Saison 2016/17):
JBLH mB 2017/18 6*10
Dazu hatte ich jeder der mB-Oberligen ( _nicht_ Oberligabereiche! Da wäreBaden-Württemberg arg dominant geworden ) 3 feste Plätze zugeordnet, die übrigen nach Mannschaftszahlen in den LV vergeben.
Ich hatte das seinerzeit nicht vorgestellt, wegen doch erheblicher Zweifel meinerseits am Aufwand-/Nutzen-Verhältnis. Am allermeisten darüber freuen würde man sich vermutlich im Bereich der OL Mitteldeutschland. Dort spielten zuletzt in der mB-Oberliga SC DHfK I, SC DHfK II, SCM I, SCM II und nochmal Magdeburg (BSV). Dabei gäbe es durchaus noch ein paar Vereine mit guten Teams - vielen Vereinen fehlt aber schlicht das Geld für JBLH, egal ob mA oder mB.