Also es wird jetzt schon wieder sehr viel vom worst case aus argumentiert.
Wehe dem, der _nicht_ vom "worst case aus argumentiert" hatte - wenn der worst case dann blöderweise eben doch eintritt! Dann heißt es "das hätte man doch wissen können / einkalkulieren müssen"
Wie ist denn das Ende der Pandemie definiert? Wie die magischer 50er Grenze in der Inzidenz? Oder wenn der Virus verschwunden ist?
Weder noch. SARS-COV-2 wird uns noch Jahre, wahrscheinlich Jahrzehnte beschäftigen. Zum Vergleich HIV. Die Mutanten von Viren neigen dazu im Laufe der (langen) Zeit eher weniger gefährlich zu werden. Die HIV von Heute sind immernoch gefährlich genug, aber doch weniger gefährlich als vor 30 Jahren. Ausreißer nach oben in der Gefährlichkeitsskala sind aber jederzeit möglich.
Letzteres wird wohl nicht passieren. Wenn man dann den 2. Teil von Brot und Spiele erhalten will, wird man Zuschauer wieder komplett zulassen müssen, sobald es Impfstoff gibt. Und das Restrisiko akzeptieren, sowohl gesellschaftlich als auch persönlich. Vielleicht brauchen die Veranstalter das sogar schon früher.
Aus der Anti-Kernkraftbewegung: "Das Restrisiko ist das Risiko das uns den Rest gibt."
Die Impfstoffe werden dazu führen, dass das 'Restrisiko' auf ein gesellschaftlich akzeptables Niveau sinkt.
Siehe Influenza, an welcher Jahr für Jahr noch immer, im unteren fünfstelligen Bereich, tausende Menschen sterben. Sehr, sehr viele unnötig, wenn sie sich nur hätten Impfen lassen - und immer den wirksamsten zur Verfügung stehenden Impfstoff bekommen hätten. Noch sehr, sehr viel mehr könnten noch leben - wenn wir die letzten Jahrzehnte durchgängig Schutzmaßnahmen befolgt hätten wie jetzt bei SARS-COV-2. Die Influenza-Zahlen seit Beginn der Schutzmaßnahmen sprechen da eine unmissverständliche Sprache. Gesamtgesellschaftlich war das aber nicht gewollt oder nicht zumutbar, so scheint es zumindest.
Bei SARS-COV-2 sind wir - trotz aller Schutzmaßnahmen - schon jetzt 'gut' im mittleren fünfstelligen Bereich bei den Todesopfern.
Sowohl mRNA- wie auch Vektor-Impfstoffe lassen sich heute schneller denn je an Mutanten anpassen. Insoweit bin ich mittelfristig (2 bis 3 Jahre) sehr optimistisch. Kurzfristig rechne ich mit einer 3. Welle schon im Frühjahr, zumindest bei zu frühen Lockerungen, und einer weiteren heftigen Welle im Herbst, verursacht durch Mutanten bei welchen die Impfstoffe zunächst zu schlecht wirken, samt einem weiteren Lockdown im November/Dezember.
Und nein, ich bin mit Karl Lauterbach weder verwandt noch verschwägert ![]()