Was für eine Posse, von beiden Seiten.
So ganz seh ich noch nicht, warum es eine Posse sein sollte.
Der Arbeitnehmer ist der Ansicht, dass sich der Arbeitgeber falsch verhält und versucht den Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass er im Recht ist und er in diesem Fall einen unbefristeten Vertrag hat. Der Arbeitgeber sieht auf seiner Seite kein Fehlverhalten und weist die Forderungen des Arbeitnehmers zurück - das ganze landet dann vor Gericht, weil man im Vorfeld keine gütliche Einigung erzielen kann und sich die Fronten verhärten. Das ganze landet - wie im normalen Arbeitsleben tagtäglich nicht unüblich- vor Gericht und dort einigt man sich -auch wie absolut üblich- auf einen Vergleich.
Für den Profisport ist es vielleicht (noch) unüblich, dass man Streitereien vor Gericht austrägt, aber so richtig ungewöhnlich im Arbeitsleben ist es eben nicht und wenn sich Christian Zeitz als "normaler" Arbeitnehmer sieht, ist sein Gang zum Anwalt durchaus normal.
Ebenso ist es nicht ungewöhnlich, dass es bei Vertragsabschlüssen zu Fehlern kommen kann, die ungeahnte Konsequenzen haben - sieht dann zwar gerade bei großen Firmen oder in der Öffentlichkeit stehenden Firmen ziemlich doof aus, aber dort wo Menschen Arbeiten passieren Fehler und ich glaube, dass es auch bei anderen Vereinen Konstrukte geben wird, die vor Gericht durchaus auf wackeligen Beinen stehen, jedoch gilt immer: wo kein Kläger, da kein Richter.
Generell halte ich es für nicht "schön", dass sich der Verein und der Spieler auf diese Art und Weise getrennt haben. Zeitz hat viel für den Verein geleistet (ja, das ist sein Job und dafür bekommt er eben auch das Gehalt) und auch der THW hat sich -zumindest aus meiner Sicht- jetzt nicht so schlecht Zeitz gegenüber verhalten, als dass man vor diesem Rechtsstreit das Gefühl haben konnte, dass es hier nur eine reine Zweckgemeinschaft wäre, aber anscheinend war der öffentliche Eindruck dann wohl nicht ganz so richtig.
Aus der Sicht von Zeitz ist es eben sinnvoll gewesen, den Versuch zu starten seine Forderungen durchzusetzen, denn zumindest mit einer Abfindung in Höhe X dürfte er gerechnet haben. Ob sich die nun zu zahlende Summe wirklich lohnt oder ob er mit dem angeblich angebotenen Vertrag als Fitness-Coach auf Dauer besser dagestanden hätte, kann nur er beurteilen, aber er wird sich bei der Vorgehensweise etwas gedacht haben. Für den THW war es vielleicht zumindest sinnvoll nicht auf die Forderung des unbefristeten Vertrages einzugehen, denn die Bezüge lassen sich nun mal nicht so einfach anpassen und wenn man mit Zeitz als Spieler nicht mehr geplant hat, ist das kolportierte Gehalt für jemanden, der entweder auf der Tribüne sitzt ganz schön hoch. Hinzu kommt, dass das Gerichtsverfahren vielleicht auch direkt ein Fingerzeig an andere Spieler ist, bei denen es ähnliche Konstrukte geben könnte (wenn so ein Fehler einmal passier ist, bin ich mir nicht sicher, dass es nicht noch mehr solcher Verträge gibt), dass der Verein sich eben nicht durch angedrohte Gerichtsverfahren von der eigenen Linie abbringen lässt - das lässt sich mit Sicherheit mit einem Spieler mit dem man eh nicht plant besser durchziehen als mit jemandem, den man eigentlich noch als Spieler halten möchte.
Glück auf
smoerf