Ach ja, der Herr Spahn:
... Das »Ponte« selbst blieb außen vor. Dabei hätte ein Anruf genügt. Jaja, so sind sie, unsere Regierenden – Wasser predigen, Wein trinken.
Ich mag ja vielleicht naiv sein, aber was hätte ein Anruf von Jens Spahn direkt im Restaurant geändert?
In meinem Kopfkino spielt sich gerade folgende Varianten des Ablaufs ab:
Variante1:
JS: "Hallo, Jens Spahn hier. Ich war vor x Tagen bei Ihnen und bin nun positiv auf Corona getestet worden"
Gastronom: "Hallo Herr Spahn, ja ich erinner mich. Ich ruf mal alle Leute an, die gleichzeitig mit Ihnen hier waren, damit die gewarnt sind" -> dürfte nicht so glücklich sein, denn die Kontaktbögen dienen gegenüber dem Gesundheitsamt oder der Polizeibehörde
Variante 2:
JS: "Hallo, Jens Spahn hier. Ich war vor x Tagen bei Ihnen und bin nun positiv auf Corona getestet worden"
Gastronom: "Jo, ist klar. Verarschen kann ich mich alleine. Jens Spahn war zwar unser Gast (wenn der Gastronom diese Info überhaupt bestätigt), aber SIE sind nicht Jens Spahn!"
Variante 2:
JS: "Hallo, Jens Spahn hier. Ich war vor x Tagen bei Ihnen und bin nun positiv auf Corona getestet worden"
Gastronom: "Hallo Herr Spahn! Danke für die Information. Ich ruf zur Sicherheit mal beim Gesundheitsamt an und frag, ob die Information stimmt."
Gesundheitsamt (wenn es richtig läuft): "Tut uns leid, aber hierzu können wir ihnen keine Auskunft geben. Wenn Handlungsbedarf für Sie bestehen sollte, werden wir uns mit Ihnen in Verbindung setzen"
Gesundheitsamt (wenn es nicht richtig läuft): Jo, Jens Spahn wurde positiv getestet! Rufen Sie mal die ganzen Leute an, die gleichzeitig mit ihm da waren. Dann müssen wir uns nicht um die Kontaktverfolgung kümmern" -> DEN Aufschrei in der Bevölkerung möchte ich aber auch nicht erleben, wenn so mit den Daten umgegangen wird
Variante 4:
JS: "Hallo, Jens Spahn hier. Ich war vor x Tagen bei Ihnen und bin nun positiv auf Corona getestet worden"
Gastronom: "Oh, Hallo Herr Spahn! Danke für die Information und Ihnen natürlich alles Gute. Was soll ich mit der Information jetzt tun? Andere Gäste anrufen darf ich ja nicht"
JS: "Wenn für Sie Handlungsbedarf besteht, wird das zuständige Gesundheitsamt Sie noch kontaktieren. Ich wollte mich nur schon mal gemeldet haben."
(als nächstes ruft er dann im Supermarkt an, an dem er längere Zeit an der Kasse gestanden hat - Hauptsache der Politik hat jemanden informiert)
Variante 5:
JS: macht gar nichts und verlässt sich darauf, dass alles den eigentlich geregelten und geordneten Weg geht
Gastronom: macht auch erstmal gar nichts und verlässt sich ebenfalls darauf, dass alles den eigentlich geregelten und geordneten Weg geht
Ich persönlich bevorzuge ehrlich gesagt Variante 5: niemand wird unnötig aufhuscht und ebenso wenig muss sich jemand um Dinge kümmern, die vielleicht völlig überflüssig wären (auch für Gastronomen ist Zeit = Geld - auch wenn sie jetzt vielleicht gerade relativ viel davon haben, werden die meisten etwas sinnvolleres damit anzufangen haben, als Leuten hinterher zu telefonieren. Ganz abgesehen davon, dass dies gar nicht in den Zuständigkeitsbereich des Gastronoms fällt)
Glück auf
smoerf