Hier noch der Vorbericht zum Spiel:
09.11.2006 - Champions League: Gudjon Valur Sigurdsson hat nur Spaß
Psychisch und physisch werden die Spieler des VfL in diesen Tagen in ganz besonderem Maße gefordert. Dabei stehen sie erst zu Beginn einer Terminhatz, die mit zwei Spielen pro Woche und dem Tanz auf drei Hochzeiten bis zum Jahresende nur das Aufwärmprogramm für die Weltmeisterschaft ist. Nach der Kölnarena-Party und dem überzeugenden Sieg gegen die SG Kronau/Östringen geht am Samstag mit dem Gastspiel bei Celje Pivovarna Lasko die Gruppenphase der Champions League zu Ende (Anpfiff 17.15 Uhr).
Der Gummersbacher Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson zählt nicht zu der Sorte Handballer, die über das harte Programm jammern, der Isländer denkt positiv. "Ich kann nicht sagen, dass wir in diesem Jahr eine extreme Belastung haben", so Sigurdsson, "wir hatten bislang weniger Termine mit der Nationalmannschaft als gewöhnlich, und auf zwei oder drei Spiele kommt es doch nicht an, denn ich genieße die vielen neuen Erfahrungen und Eindrücke." Viele Spiele bedeuten für den Weltklassespieler einfach nur mehr Spaß, und auch die Reisen in andere Länder seien doch eher eine Bereicherung als eine Belastung.
"Wir waren in Island, in Norwegen und jetzt fliegen wir nach Slowenien, das erweitert unseren Horizont", sagte Gudjon Sigurdsson, der auch eine Trennung zwischen Training und Spiel nicht mag. "Handball ist mein Beruf, den mache ich gerne und aus Leidenschaft", sagte der VfL-Kapitän, "deshalb trainiere ich genau so gern wie ich spiele. Das macht für mich keinen Unterschied." So will er auch gar nicht über die Probleme mit der Schulter reden, die ihn seit einigen Wochen begleiten. Darüber möchte er am liebsten nicht ein Wort verlieren, denn die Blessur sei nicht der Rede wert.
Was zählt, sei doch nur, dass er auch am Samstag in Celje auf dem Feld steht und wie immer alles geben kann. Die Verhältnisse in Celje kennt der Gummersbacher von der Nationalmannschaft. "Wir haben dort mit Island gespielt, das ist sicher eine der lautesten Hallen in Europa", sagte Gudjon Sigurdsson, "ich freue mich wahnsinnig auf dieses entscheidende Spiel um den Gruppensieg. Das wird sicher ein großes Erlebnis." Dass der VfL die Tabellenführung mit aller Macht verteidigen wird, habe neben dem Vorteil, im Achtelfinale das Heimrecht im Rückspiel zu erhalten, auch einen nicht unwesentlichen psychologischen Effekt. "Eine Mannschaft, die seit Jahren die Champions League mit geprägt hat, hinter sich zu lassen, würde bei uns für noch mehr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein sorgen", so Sigurdsson. Beim Duell in Celje geht auch der Kampf um die Torjägerkrone der Königsklasse in die nächste Runde: Der Weißrusse Siarhei Harbok, der den slowenischen Meister im nächsten Jahr Richtung Kronau/Östringen verlässt, und der VfL-Kapitän liegen derzeit mit vierzig Treffern gemeinsam auf dem zweiten Platz.
Das Hinspiel gewann der VfL nach einem zwischenzeitlichen Fünftorerückstand in einem begeisternden Spiel mit 34:31 und kann sich damit am Samstag eine Niederlage mit zwei Toren Differenz leisten.
Trainer Alfred Gislason (VfL Gummersbach):
Wir haben im Hinspiel in Leverkusen gesehen, dass Celje eine der besten Handballmannschaften der Welt ist. Ich kenne kaum eine andere Halle in der Welt, in der noch mehr Stimmung und Begeisterung ist. In dieser Stadt und der Region ist der Handball mit einer Riesentradition die Nummer eins. 6000 Zuschauer werden uns einheizen. Celje hat mich im Hinspiel nicht überrascht. Wir haben zeitweise nur zu überhastet geworfen und Torwart Skof mit 25 Paraden zu einer großartigen Leistung getrieben. Celje wird vor der eigenen Kulisse sechzig Minuten konstant spielen und Druck machen. Dafür haben sie auch eine stark besetzte Bank mit Nationalspielern. In der Meisterschaft in Slowenien wird diese Mannschaft höchstens vier Mal in der Saison wirklich gefordert, sie hat nicht die starke Doppelbelastung wie wir. Wir müssen die Nerven in dem Hexenkessel behalten, dann haben wir eine Chance. Auch Celje selbst war davon überrascht, dass in Leverkusen nur wir in den letzten zehn Minuten zulegen konnten.
Wir haben einen numerischen und einen psychologischen Vorteil. Wir haben das Hinspiel gewonnen und bewiesen, dass es möglich ist, diese internationale Spitzenmannschaft auszuschalten. Ich denke dabei vor allem an Momir Ilic. Der hat in Leverkusen zum ersten Mal in seinem Leben gegen Celje gewonnen. So ein Erlebnis beflügelt.
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Nach 22. Minuten steht es 11:12
Celje startete gut, Gummersbach holte auf und führte 5:10 in der 15. Minute. Celje machte 3 Tore in Folge und nun sind sie wieder dran.
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HALBZEIT: 15:16
Das wird ein ganz hartes Ende werden.
VfL vor - Ausgleich - Celje vor - Ausgleich - VfL vor - Ausgleich..