Der Vorbericht zur Vereins-EM vom VfL Gummersbach:
23.11.2006 - Vereins-Europameisterschaft: Kein Freundschaftsturnier
Wenn am Wochenende in der Kölnarena bei der Vereins-Europameisterschaft drei Titelträger und der VfL Gummersbach als Ausrichter um die Klubkrone des Hallenhandballs kämpfen, wird das Turnier nicht nur ein Schaulaufen für glorreiche Vergangenheit sein. Alle Mannschaften spielen auch in dieser Saison in einem internationalen Wettbewerb und dokumentieren damit den hohen sportlichen Stellenwert dieses Gipfeltreffens.
So marschierte der Champions-League-Sieger des Jahres 2006, BM Ciudad Real aus Spanien, auch in der Vorrunde 2007 in der Königsklasse ungeschlagen an die Tabellenspitze, was im Übrigen neben dem FC Barcelona nur noch dem THW Kiel in einer relativ leichten Gruppe gelang. Klare Siege gegen die Kadetten Schaffhausen aus der Schweiz, den weißrussischen Topverein Brest HC Meshkov und den ungarischen Spitzenklub SC Pick Szeged machen deutlich, dass die Iberer weiter das derzeit weltbeste Team zur Verfügung haben. Im Kader der siebzehn Spieler tummeln sich acht Spanier und neun Ausländer, die zusammen wohl auch das teuerste Aufgebot überhaupt bilden. Einzelne Weltklassespieler herauszuheben, scheint müßig.
Auch der russische Gewinner des letztjährigen Pokalsiegerwettbwerbs machte in der Champions League bislang eine gute Figur. Kein Wunder, denn Chekhovskie Medvedi ist praktisch identisch mit der Nationalmannschaft und wird auch von dem Nationalcoach Vladimir Maxismov in Personalunion trainiert. In der aktuellen CL-Vorrunde kassierte sein Team zwei Auswärtsniederlagen und wurde in der Gruppe D hinter der SG Flensburg-Handewitt Zweiter. RK Zagreb setzte sich mit 26:19 und Flensburg mit 34:29 durch. Zuhause ist der ehemalige Militärklub ZSKA Moskau allerdings eine Bank, Zagreb (29:24) und auch Flensburg (33:27) wurden mit jeweils fünf Toren Differenz auf die Heimreise geschickt. Wenn der VfL am 2.12. im CL-Achtelfinale in Moskau das Hinspiel bestreitet, dürfte die Olimpiskij-Halle ein einschneidendes Erlebnis bleiben. In zwanzig Logen und einer Sauna werden dort die betuchten Fans verwöhnt.
Der TBV Lemgo verteidigt derzeit den Titel im EHF-Wettbewerb, der im Frühjahr gegen Fisch Auf Göppingen gewonnen wurde, nachdem man im Halbfinale den VfL Gummersbach ausgeschaltet hatte. Die dritte Runde 2007/2008 überstanden die Ostwestfalen kürzlich locker mit zwei Siegen gegen den israelischen Vertreter Maccabi Rishon Le Zion. Der VfL, der nach der Niederlage in der Meisterschaft auf eine Revanche brennt, ist kein Ausrichter des Zufalls. Als Tabellenführer der besten Handballliga der Welt garantiert auch der Deutsche Rekordmeister nicht nur durch seine umfangreiche Titelsammlung der Vergangenheit allerhöchstes Niveau in dem Teilnehmerquartett, der Hochgeschwindigkeitshandball der Marke Gislason wird auch auf der Bühne Vereins-Europameisterschaft für Furore sorgen.
Das Statement von VfL-Trainer Alfred Gislason:
Ich war mit dem SC Magdeburg schon dreimal bei diesem Wettbewerb dabei und habe ihn zweimal gewonnen, in Magdeburg und in Kiel. Das waren große Erlebnisse für meine Mannschaft. Ich weiß, dass vor allem in Spanien diese EM einen hohen Stellenwert hat. Der Champions-League-Sieger will die Bestätigung, dass man wirklich die beste Mannschaft der Welt ist. Das ist kein Freundschaftsturnier, das werden die Zuschauer in allen Spielen von der ersten Minute an erleben. Es geht um einen Titel, der für mich höher einzuschätzen ist als mancher EC-Wettbewerb.
Ciudad Real:
Das ist natürlich auch mein Top-Favorit. Sie haben die teuerste Mannschaft aller Zeiten, es ist seit Jahren die beste Mannschaft der Welt. Jede Position ist doppelt bis dreifach mit Weltklassespielern besetzt. Der Trainer lässt auch immer den ganzen Kader spielen, das macht sie so stark und unberechenbar. Selbst so ein Klassemann wie Olafur Stefansson, den ich gerne in Gummersbach gesehen hätte, spielt manchmal nur wenige Minuten in einer Halbzeit. Dem gefällt es aber trotzdem sehr gut dort, denn er hat dort bis zum Jahr 2009 verlängert.
Ch. Medvedi:
Bis auf drei Spieler ist das die Nationalmannschaft. Was sie drauf haben, konnte man in den CL-Spielen gegen Flensburg sehen, da haben sie auch in Flensburg lange geführt. Sie spielen einen modernen Handball, die zwei bis drei Spezialistenwechsel der Vergangenheit zwischen Abwehr und Angriff gibt es nicht mehr. Auch die Russen beherrschen die Schnelle Mitte. Dazu kommt ihr typischer Stil mit Anspielen an den Kreis und körperlich starke Rückraumspieler. Trainer Maksimov hat eine junge und ehrgeizige Mannschaft, die uns auch im CL-Achtelfinale alles abverlangen wird.
TBV Lemgo:
Jetzt wollen wir gegen Lemgo den Spieß umdrehen und uns revanchieren für die Niederlage in der Bundesliga. In Lemgo hatten wir ein Problem im rechten Rückraum. Da am Samstag Alexis Alvanos wieder fit ist, sieht es da sicher anders aus. Die 5-1-Deckung gegen Daniel Narcisse hatte nur Erfolg, weil Momir Ilic und Milan Vucicevic müde waren. Sie sind aber auch wieder fit. Der Ausfall von Florian Kehrmann ist bitter für Lemgo, das ist vorne wie hinten ein Führungsspieler, der nicht gleichwertig ersetzt werden kann.
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Informationen zur Vereins-EM:
Handball-Vereins-EM 2006: Der VfL Gummersbach begrüßt in der Kölnarena die Weltelite des Handballs / Turnier auf höchstem Niveau am 25. und 26.11 in der Kölnarena
Am kommenden Wochenende ist die Sportstadt Köln Austragungsort eines der hochkarätigsten Handball-Turniere der Welt. Denn bei der Vereins-Europameisterschaft in der Kölnarena empfängt der VfL Gummersbach mit den aktuellen europäischen Titelträgern das Who is Who der Weltelite: In dem Turnier der Superlative spielen der Champions-League-Sieger BM Ciudad Real (Spanien), der Titelträger des Pokalsiegerwettbewerbs, Chehovskie Medvedi (Russland), der TBV Lemgo (Deutschland) als Sieger des EHF-Pokals und der VfL Gummersbach als Gastgeber um einen Pokal, der in den vergangenen Jahren zu einer der begehrtesten Trophäen für Vereinsmannschaften geworden ist.
Dieses Jahr hat der VfL Gummersbach die Ehre, in der Kölnarena Gastgeber des Gipfeltreffens zu sein. Mit dem besonderen Rahmen in Europas Handball-Tempel und dem Rang der Turnierteilnehmer wird die Vereins-EM 2006 zur größten "EHF Men's European Championship for Club Teams" aller Zeiten. Wenn unter anderem mit Ciudad Real die momentan beste Handball-Mannschaft der Welt gegen Chehovskie Medvedi (fast die gesamte die russische Nationalmannschaft) um einen Titel spielt, sind hochkarätige Delegationen der Verbände und zahlreiche TV-Sender mit von der Partie. Mit insgesamt über 30.000 erwarteten Zuschauern wird auch die Publikumskulisse dem Ereignis mehr als gerecht.
Der Austragungsmodus
Am Samstag, den 25.11., finden die beiden Halbfinals statt:
Halbfinale 1: VfL Gummersbach – TBV Lemgo (14:45 Uhr)
Halbfinale 2: Ciudad Real – Chekhovski Medvedi Moskau (16:30 Uhr)
Am Sonntag, den 26.11., folgen das Spiel um Platz 3 sowie das Finale:
Spiel um Platz 3 (Verlierer der Halbfinals) (14:00 Uhr)
Finale (Sieger der Halbfinals) (16:00 Uhr)
In allen Spielen bis auf das Finale erfolgt die Entscheidung im Falle eines Unentschiedens nach Ablauf der regulären Spielzeit per Siebenmeterwerfen. Im Finale folgt zunächst eine Verlängerung und dann gegebenenfalls ein Siebenmeterwerfen.
Die Mannschaften:
B.M. Ciudad Real (Spanien)
Der amtierende Champions-League-Sieger ist die teuerste und beste Handball-Mannschaft der Welt. Dafür steht mit Präsident Domingo Díaz de Mera der zweitreichste Mann Spaniens. Er hat sogar eine Kaufanfrage seitens Real Madrid mit der nüchternen Aussage gekontert, bevor "die Königlichen" seinen Club kauften, würde er selbst Real Madrid übernehmen. Die Mannschaft der Spanier ist auf jeder einzelnen Position mit den besten Spielern der Welt besetzt. Im Tor steht mit dem Serben Arpad Sterbik der aktuelle "Welthandballer des Jahres", auf Rechtsaußen sorgt mit dem Kroaten Mirza Dzomba der weltbeste Spieler auf dieser Position für athletische und akrobatische Aktionen der Extraklasse. Dem slowenischen Halblinken Siarhei Rutenka sagt man den härtesten Wurf der Welt nach, und den Isländer Olafur Stefansson, den besten Linkshänder der Welt, kennen die Fans noch aus der Bundesliga vom SC Magdeburg. Als Krönung dirigiert das Starensemble mit Talant Dujshebaev ein von vielen Experten als "bester Mittelmann aller Zeiten" eingeschätzter Trainer. Und sollte es zu Ausfällen kommen, kann das Publikum vielleicht sogar erleben, wie der 38-Jährige selbst noch einmal als Spieler in Aktion tritt.
Chehovskie Medvedi (Russland)
Die "Bären" aus Tschechow bei Moskau stellen bis auf eine Handvoll im Ausland tätiger Legionäre die russische Handball-Nationalmannschaft. Der aktuelle Titelträger des Pokalsiegerwettbewerbs ging nach dem Zerfall der GUS aus dem Armeeclub ZSKA Moskau hervor und wurde von der Trainer-Legende Vladimir Maksimov konsequent an die Spitze der russischen Liga geführt, wo der Elitekader ein recht einsames Dasein führt. Darin, dass Chehovskie Medvedi in Russland ohne echte Konkurrenz ist, liegt das einzige Manko der zu Hause wenig geforderten Truppe. "Der Zar" Maksimov gehört zu den erfolgreichsten Trainern der Handballgeschichte, und er ist immer noch der Mann mit dem größten Einfluss im russischen Handball. Maximov lehrt die klassische russische Schule, so sind große, athletische Spieler im Rückraum selbstverständlich. Der Halblinke Alexej Rastvortsev gehört zu den zentralen Figuren ebenso wie Vitali Ivanov und Vasily Filippov auf der Mittelposition.
TBV Lemgo
Mit dem EHF-Pokal-Sieger aus Ostwestfalen streitet eine der am prominentesten besetzten deutschen Mannschaften in der Kölnarena um den Titel der Vereins-EM. Das Team von Trainer Volker Mudrow stellte in der Meister-Saison 2002/03 mit 34:0 Hinrunden-Punkten einen sagenhaften Rekord auf – als Resultat der "Schnellen Mitte". Mit der konsequenten Umsetzung dieser modernen Taktik stellte Lemgo die gesamte Liga in den Schatten. Über lange Jahre spielte in Lemgo auch der Kern der deutschen Nationalmannschaft, der "TBV Deutschland" wurde zum hiesigen Musterbeispiel für Blockbildung. Mit Florian Kehrmann und Daniel Stephan (zurzeit verletzt), Christian Schwarzer und Markus Baur hat der TBV Lemgo immer noch mehr deutsche Handball-Stars in seinen Reihen als jeder andere Bundesligist. Dass Volker Zerbe diese Saison nicht mehr im Spieler-Trikot, sondern im Business-Anzug des Managements auftritt, ist indes ein Indikator für den Umbruch. Mit dem deutschen Nationaltorhüter Carsten Lichtlein sowie dem tschechischen Wurfwunder Filip Jicha seien nur zwei von vielen Namen genannt, mit denen die Verjüngung bislang aber bestens gelang. Der TBV Lemgo gehört auch 2006/07 wieder zur absoluten Bundesliga-Spitze.
VfL Gummersbach
Der VfL komplettiert als Gastgeber den Kreis der Turnierteilnehmer – und rechtfertigt seinen Auftritt mit zwei Halbfinalteilnahmen im EHF-Cup (2005 und 2006) sowie dem Sieg in der Gruppe F der laufenden Champions-League-Saison. Zudem steht der VfL Gummersbach mit seiner stolzen Sammlung von mehr als 26 nationalen und internationalen Titeln wie kein anderer Teilnehmer für große Handball-Tradition, wie auch mit seiner aktuellen Mannschaft und dem Austragungsort Kölnarena für die Zukunft dieses Sports. Die neu formierte und verjüngte Mannschaft von Trainer Alfred Gislason, der mit dem SC Magdeburg die Champions League und auch zwei Mal die Vereins-EM gewann, begeistert mit ihrer modernen Spielweise, die für attraktiven, temporeichen Handball steht. Alfred Gislasons Kader ist gespickt mit Handballern der internationalen Extraklasse wie dem Franzosen Daniel Narcisse, dem Isländer Gudjon Valur Sigurdsson, dem Kroaten Vedran Zrnic und den Torleuten Nándor Fazekas (Ungarn) und Goran Stojanovic (Montenegro). Wie die Spieler der anderen Teilnehmer auch, freuen sich die VfL-Stars auf die Vereins-EM als Vorgeschmack auf die Finalspiele der WM 2007, wo sie mit den jeweiligen Teamkollegen von Ciudad Real wieder in der Kölnarena auflaufen wollen.
Daten und Fakten:
Über 160 Medienvertreter sind für das Turnier akkreditiert. Die Live-Übertragungen nach Europa erfolgen durch den Sender Eurosport, für den asiatischen Raum übernimmt "Al Jazeera Sport" die Berichterstattung. Eigens für Spanien berichten zwei TV- und ein Radio-Sender live aus der Kölnarena, auch ein russischer TV-Sender ist "on air". Der VfL Gummersbach richtet auf seiner Homepage (http://www.vfl-gummersbach.de) in Zusammenarbeit mit der EHF für die Vereins-EM ein eigenes Portal ein, auf dem Berichte, Bilder und Hintergrundinfos zum gesamten Turnier zur Verfügung stehen werden. Zudem wird als aktueller Ergebnisdienst ein Live-Ticker angeboten. Das Halbfinale 1 wird im deutschsprachigen Raum bei Eurosport übertragen, das Halbfinale 2 bei Eurosport 2. Eurosport 2 überträgt auch das Spiel um Platz 3, Eurosport das Finale.
Das Fachmagazin HANDBALLWOCHE wird nach jeder Begegnung den besten Spieler der Begegnung ehren, die EHF ermittelt den besten Spieler des Turniers, den besten Torhüter und ehrt zudem den Torschützenkönig.
Die Gästeliste umfasst das Who is Who des europäischen Handballs. Die Führungsetage der EHF mit Präsident Tor Lian verbringt das Wochenende in Köln, wie viele weitere Promiente auch. Zudem treffen sich am Rande der Veranstaltung die "G 14" des Handballs (u.a. FC Barcelona, THW Kiel), aber auch die Verbände entsenden ihre Vertreter. Es sind 15 norwegische Trainer zu Gast, zudem Delegierte des isländischen Verbands und 50 Spanier. Das Präsidium von RK Celje Pivovarna Lasko reist eigens mit einem Mitarbeiterstab an, um Erfahrungen für die Folgeveranstaltung 2007 in Celje zu sammeln.
Die Organisation für das gesamte Wochenende inklusive Fuhrpark, Unterbringung, allgemeiner Logistik und die Vorgänge rund um die Spiele erreicht den Aufwand für die WM-Finalspiele 2007. Von der Unterbringung in Kölner Top-Hotels (Offizielle im Hyatt, Mannschaften im Dorint-Hotel Messe) bis zur Betreuung der Teams durch spanisch- und russischsprachige Guides und der VIP-Hospitality in der Kölnarena findet die Gesamtveranstaltung auf höchstem Niveau statt.
Das Preisgeld teilt sich wie folgt auf:
1. Platz: € 35.000 / 2. Platz: € 20.000 / 3. Platz: € 10.000 / 4. Platz: € 5.000
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