Kaum Zuschauer
Gummersbach in der Fan-Krise
Von ALEXANDER HAUBRICHS Köln – Es ist Deutschlands Mannschaftssport Nummer eins nach Fußball. Aber ziemlich genau ein Jahr, nachdem Heiner Brand und das deutsche Handball-Nationalteam in der Kölnarena Weltmeister wurden, droht das schlimmste Geisterspiel, seit der VfL Gummersbach Richtung Rhein gewandert ist.
Der Vorverkauf läuft schleppend, die Nachfrage ist schlecht. Es sieht nicht gut aus“, sagt Geschäftsführer Stefan Hecker. EXPRESS erfuhr: Für die Partie am Mittwoch gegen den TuS Nettelstedt-Lübecke (20.15 Uhr) wurden im freien Verkauf gerade mal 200 Tickets abgesetzt – daneben sind 1800 Dauerkarten im Umlauf. Der Kartenschock beim VfL. Hecker: „Die Zuschauerzahlen sind unsere größte Baustelle.“ Der Fehlstart in der Liga trieb die Zahlen in den Keller, der unsägliche Spielplan mit beinahe allen Topspielen im Herbst besorgte den Rest. Die Zeiten der Zuschauer-Weltrekorde scheinen Lichtjahre her.
Doch die Krise ist auch hausgemacht. Während der EM-Pause im Januar versäumte es der Klub, auf sich aufmerksam zu machen. Stattdessen ließ man nur neue Plakate für die Spiele drucken. Leider in DIN A2. Zu klein für die Klapprahmen in der Arena – da passt nur A1 rein, in der Heimspielstätte kann also nicht für die Partien geworben werden.
Dabei müsste man viel mehr die Trommel rühren – schließlich kämpft der VfL in der Liga noch um einen Platz in Europa. Und in der Champions League kommen mit Velenje (Samstag, 16 Uhr) ein echtes Spitzenteam und mit Ciudad Real nächsten Mittwoch die neben Kiel beste Klubmannschaft der Welt in die Arena. Leckerbissen eigentlich. Hoffentlich merkt es jemand…
Quelle: express.de