Der große Unterschied zum bekannten THC ist doch einzig der Fakt, dass das Prunkstück der Abwehr in der bekannten Form nicht mehr existiert.
Das ist zwar richtig, dennoch muss man die Kirche im Dorfe lassen. Die Abwehr des THC ist zwar nicht mehr so konstant, sondern von Spiel zu Spiel wechselhafter als früher, aber von den Zahlen her kaum schlechter: In der vorigen Saison hatte der THC nach 8 Spielen 185 Gegentore bekommen, in dieser Saison 194 (gegen teilweise gleiche Gegner und insgesamt etwa vergleichbare Gegnerschaft) - das ist pro Spiel nur 1 Tor mehr. Damit hat der THC nach wie vor eine der stärksten Abwehrformationen der Liga. Das Problem ist meines Erachtens vor allem die Rückzugsorganisation (wie ich schon schrieb), was gestern besonders deutlich wurde. Und das ist sicher auch ein Problem von Planeta und Pintea (vermutlich einer der Gründe dafür, dass sie nur selten zusammen auf der Platte stehen), aber nicht nur: Wenn z. B. Aquilar, Engel oder Jakubisova nach links ziehen und von dort werfen (was gestern mehrfach passierte), muss jemand anderes die rechte Abwehrseite beim Gegenstoß abdecken. Da dies nicht erfolgte, hatte Schilk des Öfteren freie Bahn. Das meinte ich mit Mängeln in der Abwehrorganisation. Da fehlten klare Ansagen und eine ordnende Hand.
Ich weis nicht, warum das Müllersche System kein Raus treten und Unterbrechen der Kreuzungen kennt.
Das ist mir allerdings auch ein Rätsel. Der THC lässt den Gegner viel zu lange spielen (obwohl wir von Müller in den Auszeiten immer wieder hören: "Macht das Foul!")- und irgendwann findet dieser dann doch das Loch in der Abwehr. Vielleicht hat das weniger mit dem Müllerschen Abwehrsystem als mit der Mentalität der Spielerinnen zu tun. Ausnahmen sind hiervon sind am ehesten noch Engel und Houette.
Ein System kann ich aktuell noch nicht erkennen
Doch, ein System sehe ich schon, besser zwei: Müller spielt einerseits mit dem großen Rückraum (RL Niederwieser/Scheffknecht und RR Planeta/van de Wiel), der die Abwehr herauslocken soll, oder mit den "drei Sechsern" (Luzumova, Aquilar, Wohlbold), die auf Durchbrüche setzen (und teilweise die Außen gut einsetzen). Da er beide Syteme auch kombiniert, kann Müller damit schon Verwirrung bei den Gegnern schaffen (Beispiel von gestern: Wolf beorderte ihre Abwehr gerade energisch an den Kreis zurück um Durchbrüche der "Dreierbande" zu unterbinden, hatte aber übersehen, dass gerade Niederwieser auf die Platte gekommen war, die sich sofort dafür bedankte.). Das sehe ich schon als tragfähiges Konzept an, das versucht, die unterschiedlichen Fähigkeiten der Spielerinnen optimal zu nutzen. Aber es läuft noch nicht rund, und es passieren zu viele Fehler, die sehr oft bestraft werden (und da sind wir wieder beim Rückzugsverhalten).