Interessanter Artikel:
"Die Geschichte der All-Star-Teams der U19-EM": https://www.handball-world.news/artikel/die-ge…-u19-em-1132612
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"Die Geschichte der All-Star-Teams der U19-EM": https://www.handball-world.news/artikel/die-ge…-u19-em-1132612
Zur Untersetzung meines vorigen Posts hier einige statistische Daten: Die deutschen Mädels wurden EM-Sieger, ohne in den einzelnen Rankings Spitzenplätze zu belegen - mit einer Ausnahme (die nach der visuellen Wahrnehmung wohl kaum jemand erwartet hätte): Deutschland hatte die wenigsten TF (90, knapp vor Schweden mit 91 und Frankreich mit 92, die beide nicht in die Entscheidung eingreifen konnten). Auch bei den Steals waren unsere Mädels nicht schlecht (Platz 4 hinter Island, Schweden und Tschechien, gleichauf mit Norwegen - die Nordländer in dieser Hinsicht schon immer stark). Hingegen die Torfrauen (trotz Lindemanns gestriger Klasseleistung in der letzten Viertelstunde) alle nicht unter den ersten 20, im Durchschnitt aller Torfrauen aller Mannschaften mit 24,1% auf Platz 12. Besonders im Angriff zeigt sich, dass der entscheidende Vorteil nicht in der individuellen Klasse einzelner Spielerinnen lag (Trotz 2 Mädels im All-Star Team haben wir die beste Torschützin auf Platz 10/11.), sondern in der mannschaftlichen Gesamtleistung: Mit einer Torquote von 64,8% lag Deutschland nur knapp hinter Montenegro (64,9%) auf Platz 2 - Finalgegner Spanien z.B. mit 58,6% nur auf Platz 6.
Klar lässt sich gegen jede Statistik etwas einwenden (Ich freue mich schon auf die Reaktion von horst65.) und auch ich glaube eigentlich nur einer Statistik, die ich selbst gefälscht habe: Doch meines Erachtens sind die Befunde hier eindeutig: Bei dieser EM hat sich mannschaftliche Ausgeglichenheit und Geschlossenheit gegen individuelle Stärken einzelner Spielerinnen durchgesetzt.
Der Vorteil war, dass er immer 50/50 in der ersten HZ zwischen Startformation und Bank gemacht hat. Leute wie Rodriquez oder die Rumänin mit der Nr.8 spielen durch.
Dadurch konnte man die Spiele gegen Spanien, Dänemark, Montenegro und Rumänien am Schluss gewinnen.
Als Gegenbeweis zu all jenen, die immer nur davon faseln, dass Stars die Meisterschaften entscheiden: Hier zeigte sich der Vorteil einer starken Mannschaftsleistung auf der Basis eines ausgewogenen Kaders mit einer breiten Bank - kombiniert mit einer klugen Einsatzsteuerung durch den Trainer. Wer bei der 2. Auszeit von Spanien (43:19) in die Augen der Mädels geschaut hat, wusste, dass da nix mehr kommt. Die waren restlos platt, was ja auch der 2 : 9 - Lauf in den letzten 10 Minuten gezeigt hat. Handball ist und bleibt eine Mannschaftssportart, bei der eine kampfstarke, ausgeglichene Mannschaft auch ohne herausragende Stars viel erreichen kann.
Nur mal zur historischen Einordnung des EM-Sieges:
EM 2025 1. Platz
WM 2024 9. Platz
EM 203 11. Platz
WM 202 8. Platz
EM 2021 8. Platz
WM 2020 7. Platz
EM 2019 9. Platz
WM 2018 5. Platz
EM 2017 5. Platz
(Weiter zurück geht meine private Statistik nicht)
Endlich ein Trendbruch bei den seit 2017/18 tendenziell immer schlechter gewordenen Platzierungen (mit wenigen Ausnahmen). Das darf gefeiert werden! Ja, ich weiß, es gab mal einen WM-Titel durch die Susan-Müller-Generation. Ist aber verdammt lang her ...
Zuerst mal große Gratulation an die Mädels! Als einzige Mannschaft ungeschlagen durch das Turnier gekommen und sich von Spiel zu Spiel gesteigert (Die erste Halbzeit heute mal ausgenommen, um horst65 gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen.). Was die Mädels in den letzten beiden Spielen jeweils ca. ab Minute 45 veranstaltet haben, war schon klasse: Plötzlich stand die Abwehr, die Torfrau hielt die entscheidenden Bälle und vorn wurden die Dinger reingemacht. Da war der unbedingte Wille zu erkennen, die Spiele zu gewinnen, und auch der klare Kopf, das tatsächlich zu packen. Eine geschlossene Mannschaftsleistung auf dieser Basis war schon immer der Weg zum Erfolg für deutsche Handball-Frauenmannschaften - auch ohne Superstars.
Ich würde meinen, dass Nordmeyer eine sehr gute Wahl war als Bundestrainer U19/20.
Respekt! Er hat aus diesen Mädels ein echtes Team geformt und Ihren den Erfolgsstil eingeimpft: Im Angriff die vier Grundelemente jedes Handballspiels spielen - gradlinig, schnörkellos, in der Abwehr hat er sich etwas einfallen lassen - nicht ohne Risiken, aber letztlich erfolgreich. Und er hat im Spiel an den richtigen Stellschrauben gedreht, wenn es nicht lief. Mitunter waren es nur kleine, aber wirksame Dinge: Heute in der entscheidenden Phase im Angriff der Platzwechsel von Litvinov und Däuble und im Angriff der Wechsel von Litvinov auf die rechte Abwehrseite. In den Auszeiten klare, fordernde Ansprachen, mit denen die Mädels etwas anfangen können.
Nein, es war kein Fake-Account, sondern die Anzeige bei EHFTV war verwirrend. Auch ich war der Meinung, 7,99 Euro löhnen zu müssen, um die gesamte EM zu sehen. Shit happens ...
Nachtrag zu meinem Beitrag #61: Habe gerade das Statement von Chiara Rohr auf der EHF-Seite gelesen:
[Blockierte Grafik: https://www.eurohandball.com/media/yy1lmcxx/w19-ehf-euro-sc-bemax-18.jpg]
"I think that, especially in the second half, we got to show our skills, especially in defence. We were very active and used the things that we have trained for the past few days. We were well prepared for Denmark's offence and that's why we got to steal some balls. That was the key in the second half that made us able to win so high."
Gut, in Hz2 waren es nur 14 Gegentore gegenüber 17 in der ersten. Das war schon eine Steigerung, insbesondere in der Schlussphase (z.B. mit mehreren Steals) und (mit)entscheidend für den Sieg. Aber ich bleibe dabei: Die Abwehr (einschließlich Torfrau) war auch heute wieder der schwächere Bereich unserer Mannschaft. Dieser muss unbedingt besser werden, wenn das Finale gewonnen werden soll.
Der Gewinner dieses Turniers wird einfach am meisten Glück gehabt haben. Viele Spielen gehen knapp aus. Die Rumänen waren sicher besser als Österreich. Aber zweimal knapp gegen Deutschland und Spanien verloren. Die Deutschen bisher mit drei glücklichen Ergebnissen gegen Spanien, Rumänien und Montenegro ...
Knappe Siege sind bei horst65 immer Glückssache. Natürlich kann Glück in jeder Sportart eine Rolle spielen, aber viel wichtiger sind bei knappen Siegen meist Siegermentalität, klarer Kopf in der Chrunchtime, Einsatzbereitschaft und Kampfgeist. Wer häufig knappe Spiele gewinnt, hat selten nur Glück!
Der Moderator (den wir aus der CL kennen - ich mag ihn, auch wenn er viel quatscht: Er hat Ahnung!) sagte, es wäre der erste Sieg einer U19 gegen Dänemark. Auch ich erinnere mich an Siege gegen die Däninnen nur in jüngeren Jahrgängen. Wichtig war heute vor allem: Sie haben sich wieder gefangen, nachdem Dänemark das Spiel gedreht hatte, und am Ende den Kopf oben behalten, während die Däninnen hektisch wurden.
Aber wieder über dreißig Gegentore! Ich frage mich, ob der deutsche Nachwuchs überhaupt Abwehr trainiert. Da wird kaum mal eine Angreiferin festgemacht, sie kommen fast immer zum Wurf - nicht zuletzt nach dem 4. Pass bei Zeitspielanzeige. Auf diese Weise haben wir viele unnötige Tore bekommen. Das sind doch elementare Dinge! Und die vom Moderator genannte starke Leistung von Lindemann (16,67%) habe ich nicht gesehen. In den letzten Jahren gehörten die Torfrauen meist zu den Stützen unsere Nachwuchsmannschaften - in dieser U 19 wohl eher nicht. Apropos Torfrauen:
Die dänische Torhüterin ist top.
Welche? Beide hielten heute 4 Bälle (weniger als Lindemann) und hatten unter 20%. Wiedermal eine Bewertung, die horst65 exklusiv hat.
Litvinov, Tucholke, Bornhardt. So duster sieht es nicht aus.
Däuble und Klocke kannst Du noch hinzufügen, Rohr ohnehin. Das sind schon mal 6. Die sehe ich alle irgendwann in der Bundesliga, wenn sie gesund bleiben.
Glückwunsch unseren Mädels zum Halbfinale! Dass es eine Zitterpartie wurde, haben sie sich selbst zuzuschreiben. Die Abwehr war über weite Strecken die blanke Katastrophe, besonders in Hz 1 (19 Gegentore). Außer Litvinov hat keine Spielerin richtig zugefasst - zu recht Spielerin des Spiels.
Vor zwei Wochen hatte ich mich schon gewundert, weil sie im MDR-Video vom Trainingsauftakt in Zwickau zu sehen war, aber nirgends eine Meldung über den Wechsel stand. Dritte Torhüterin bisher bei Union Halle-Neustadt, jetzt Nr. 2 in Zwickau. Für sie wird's passen.
Im Video (das ich erst jetzt mitbekommen habe) hat Dietmar Schmidt ja viel Optimismus verbreitet: Unter die ersten Acht - schau´n mer mal ...
Die Ergebnisse bzw die Endplatzierung ist völlig zweitrangig.
Wichtig ist, ob sich in dieser Mannschaft Talente befinden, die man in naher Zukunft in der Nationalmannschaft von den Damen "gebrauchen" kann und das nicht als Kaderplatz 16-20 !
Du drehst es, wie Du es brauchst: Wenn die Ergebnisse nicht stimmen, ist die ganze Jugendarbeit Mist. Wenn auch nur die "Gefahr" besteht, dass die Ergebnisse mal gut werden, heißt es, sie sind völlig zweitrangig und andere Kriterien sind wichtig. Es gibt jedoch kein entweder - oder: Gute Spielerinnen bringen (früher oder später) gute Ergebnisse. Gute Ergebnisse motivieren Spielerinnen, besser werden zu wollen.
Bericht zum Trainingsauftakt beim THC. Müller will sich schrittweise an CL-Niveau heranrobben, nachdem man für die kommende Saison noch verzichtet hat.
7m wirft auch Frau Rohr nicht von Außen.
EHFTV. Kostet aber inzw. 5 Euro für einen Turnierpass.
Danke!
Sind die Spiele irgendwo zu sehen?
Hey, weißt du, warum Sport.de schreibt, dass das Spiel 1:0 endete. Also ggf. abgebrochen wurde?
Ja, ist lange her aber ich interessiere mich für Statistiken und da ist mir das aufgefallen und ich hatte nach den Gründen gesucht!
Es hing mit der Spielberechtigung zusammen. Sie wurde als nicht spielberechtigt eingestuft, weshalb die Punkte aberkannt wurden. Trainer Dago Leukefeld war ja bekannt dafür, gern zu pokern und Überraschungsmomente zu setzen. Wenn ich mich recht erinnere, hatte er Blacha wegen dieses Überraschungsmoments nicht bei der spielleitenden Stelle angemeldet und war der Meinung, sie könnte auf den Landespass spielen. Ich war in der Halle: Es war ein tolles Spiel, Leukefelds erster Sieg gegen seinen früheren Verein und Blacha hatte einen tollen Einstand. Ich sah sie zum ersten Mal live und war total begeistert von Ihr - aber leider war alles vergebens. Leukefeld hatte zu hoch gepokert.
Und was soll diese 8er Liga bringen ?
Macht die Liga nicht spannender und noch weniger Plätze für deutsche Nachwuchsspielerinnen. Das macht ja überhaupt keinen Sinn
Dieses Argument wird nicht wahr durch ständige Wiederholungen. Fakt ist: Nachwuchsspielerinnen reifen meist besser, wenn sie in LIga 2 viel spielen, anstatt in Liga 1 auf der Bank zu sitzen. Und wenn wir unsere U21-Nationalmannschaft der Männer anschauen: Wo gehen die meisten Jungs hin (bzw. wo sind sie schon)? In Liga 2, gehen teilweise sogar von Erstligaclubs dorthin, um mehr Spielzeit zu bekommen. Ich bin ebenfalls Fan einer kleineren Liga (am liebsten mit 6 Mannschaften) und einem starken Unterhaus - weiß jedoch, dass sich dies nicht durchsetzen lassen wird.
Ist doch wunderbar. Dann sammeln die Spielpraxis auf ordentlichem Niveau.
Was ich nicht so gut finde: Dass es weiter best-of-three gibt. In Bezug auf die Planbarkeit ist das sehr kontraproduktiv, für alle.
Sehe ich auch so. Das ist außerdem eine unnötige Belastung.
Alles anzeigenMeine Tipps wie folgt:
Nord
Top 4 (Reihenfolge offen): Nord-Harrislee, FHC, Buxte 2, Schwerin
Mitte
Top 4 (Reihenfolge offen): Bensheim 2, Bretzenheim, Recklinghausen, Köln
Süd
Top 4 (Reihenfolge offen): Ketsch, Erlangen, Kappelwindeck, Schozach
Das sind vermutlich Deine Tipps für "oben". Da würde ich mitgehen.
Da stimme ich nicht so 100% mit überein.
Studium kann man als Fernstudium absolvieren; Anwesendheitspflicht nur bei den Prüfungen.
Arbeitsplatz kann man kündigen. Ausbildungsplatz ebenso, macht sich vielleicht nicht so gut im Lebenslauf, aber das muss man halt für sich entscheiden was in dem Moment wichtiger ist.
Es ist auch wichtig, wie man zu den anderen Vereinen in der Umgebung steht. Hier ist die Frage wichtig, liegt mir die Art und Weise des Vereins oder nicht.
Sehe ich auch so. Jede(r) muss entscheiden, welche Rolle Handball und welche Rolle andere Dinge (Ausbildung, Arbeit, Familie ...) zu einem bestimmten Zeitpunkt im Leben spielen. Zum Glück gibt es ein paar "Verrückte", die für unseren Sport andere Dinge hinten anstellen (zumindest zeitweilig).