Beiträge von Löwenherz

    Heute gab es schon einige bemerkenswerte Ergebnisse:

    Frankreich verliert das 2.Spiel hintereinander ganz knapp, und man fragt sich, woran das liegt: Die Mädels sind technisch gut ausgebildet und physisch stark, aber irgendetwas fehlt zum Erfolg - viellleicht das letzte Quäntchen unbedingten Siegeswillens.

    Wer hätte gedacht, dass Schweden die völlig enttäuschenden Niederlande zweistellig abschießt? Offenbar hat der gestrige Sieg gegen Frankreich die Niederländerinnen weitaus mehr geschlaucht als die Schwedinnen jener gegen Rumänien.

    Aber nicht nur bei den Niederländerinnen war der Kräfteverschleiß in diesem Turnier augenfällig. Die Qualität der Spiele hat deutlich nachgelassen. Und mit nachlassenden Kräften wird eine stabile Abwehr immer wichtiger und kann den Gegner eher entnerven. Mal schauen, wie das dann heute Abend aussieht. Meines Erachtens stehen unsere Mädels vor einer fast unlösbaren Aufgabe.

    Interessant wird eher, wie die körperlichen Nachteile in der Deckung (ggfl. in der 1.Liga) kompensiert werden, wahrscheinlich als reine Offensivwechselerin. Sie ist sicherlich nicht schlecht in der Abwehr, aber gg. eine gestandene Halbe 2 Ligen höher . . .


    Das sehe ich nicht so. Als Offensiwechslerin würdest Du ihr die Hälfte der Wirkung nehmen, denn die liegt im Gegenstoß. Und Abwehr kann man lernen. Sie ist zwar ein schmales Hemd, aber immerhin 1.78 m groß - nicht die schlechteste Voraussetzung dafür. Sie muss für ihre Weiterentwicklung nur in die richtigen Hände kommen. Vermute, dass Müller bald mal mit ihr telefonieren wird, zumal es bei Jakubisova vermutlich die letzte Saison ist. Und Weise stammt ja aus Nordhausen ...

    Uff, das war knapp ... In der 1.Hz steckte offenbar noch die Niederlage gegen Rumänien in den Köpfen und die Mädels standen in Abwehr und Angriff wie das Kaninchen vor der Schlange: Nur keinen Fehler machen, nur nicht wieder verlieren ... - und schon waren die kampfstarken Kroatinnen weggezogen. Ansonsten hat Germanicus wiedermal alles Wesentliche gesagt.

    Was ist eigentlich mit unseren Torfrauen los? Zenner 0/9, Waldenmaier 6/21 - das geht gar nicht. Im letzten Jahr gehörten beide zu den Stützen des Teams. Heute konnten sie sich bei in der 2.Hz gut stehenden Abwehr bedanken, das diese nur relativ wenige Würfe zugelassen hat. Und mit einer Trefferquote von 57% im Angriff kann am ein solches Spiel eigentlich nicht gewinnen (Kroatien 67%).

    Meines Erachtens hätte Weise die Auszeichnung als beste Spielerin verdient gehabt: 5/5 - weiterhin 100% im gesamten Turnierverlauf. Wie sie den Gegenstoß aus spitzem Winkel mit Drehung in der Luft gegen die Laufrichtung reingemacht hat (Ich glaube, das war das 17 : 18.) - das war die blanke Sahne und für mich der Höhepunkt des Spiels.

    Trotz des Sieges muss man schon jetzt feststellen, dass sich die Spielerinnen einiger anderer Mannschaften seit der EM 2017 stärker entwickelt haben als unsere Mädels (mit wenigen Ausnahmen). Die Kroatinnen würde ich ausdrücklich dazu zählen. Bei der U20-WM war das noch deutlicher zu sehen. Dies sollte den DHB in Sachen Nachwuchs-Spitzenförderung doch endlich mal zum Nachdenken anregen.

    Für mich die erste größere Überraschung im Turnier: Die bislang wenig überzeugenden Niederländerinnen werfen mit finalem Siebenmeter die hochgelobten Französinnen aus dem Turnier. Damit ist der Vierte der EM 2017 gegen den damals Zehnten ausgeschieden.

    17/34. Eine Trefferquote von 50% ist ohnehin niedrig, doch noch auffälliger ist die niedrige Anzahl der Würfe. Gegen die stärken rumänischen Abwehr konnte man nicht einmal Torchancen aufbauen. Die Rumäninnen hatten allerdings noch weniger, gerade einmal 30, aber 20 davon war erfolgreich.
    20 deutsche Abschüsse vom Rückraum, viel davon ohne Torchance, ein verzweifelter Versuch, wenn sonst nichts geklappt hatte.


    Germanicus hat es wiedermal auf den Punkt gebracht. Unsere Mädels sind an der rumänischen Abwehr (einschließlich Torfrau - obwohl diese heute mit 39% erstmals weniger als 50% hatte) regelrecht zerschellt. Zu ergänzen wäre noch, dass Zenner keinen guten Tag hatte (nur 4 gehaltene Bälle - warum wurde Waldenmaier nicht eingewechselt?), das Gegenstoßspiel nicht in die Gänge kam (ohne das kann diese Truppe gegen eine etwa gleichwertige Mannschaft nicht gewinnen) und sich im Angriff zuviel in der Mitte zusammengedrängt hat. Die Außen kamen viel zu wenig zum Einsatz. Im Unterschied zu den letzten Spielen gab es diesmal keine Spielerin, die eine herausragende Leistung gebracht hat. Das braucht diese Mannschaft jedoch, um in einem, solchen Spiel bestehen zu können. Am besten gefallen hat mir Weise: Sie ist nach wie vor bei 100% (13/13) und hat auch in der Abwehr einen guten Job gemacht. Die sollte sich der Bundestrainer für die Perspektive schon mal auf den Zettel schreiben.

    Durch die heutige Niederlage verläuft der Weg auf einen vorderen Platz natürlich ganz anders. Kroatien sehe ich als machbar an - sofern die Mannschaft die heutige Niederlage aus den Köpfen bekommt. Interessant würde es dann gegen die Tormaschinen aus Korea, die gegen Frankreich (wie schon gegen Tunesien) sagenhafte 45 Tore erzielt haben bei einer Trefferquote von 78%. Aber soweit sind wir noch nicht ...

    Diesmal mussten unsere Mädels zum ersten Mal richtig fighten. Das haben sie gut gemacht, wenngleich die Abwehr nicht immer sicher stand. Am Ende schienen auch die Kräfte nachzulassen, allerdings auf beiden Seiten. Die Leistungen einiger Spielerinnen sind nach wie vor recht wechselhaft (Quist, Michalczik, Bleckmann); zum Glück springen dafür jeweils andere in die Bresche. Außer von Pereira hat mir Neubrander sehr gut gefallen. Weise im bisherigen Turnierverlauf mit 100% (11/11), auch Hausherr hat in den letzten 3 Spielen höchstens je einen Ball liegen lassen 11/13), nachdem es im 1. Spiel noch nicht so gut gelaufen war (2/5). Im Angriff fallen die vielen halbhohen Würfe mit - naturgemäß - schlechten Quoten auf: rechts 18/33, links 16/21, gesamt (ohne Tormitte) 34/54). Die Torquote gegen Polen insgesamt (fast genauso wie gegen die Slowakei) mit 67% akzeptabel. Unsere Torhüterinnen hatten diesmal keine guten Quoten (die polnische allerdings auch nicht); zum Glück wurde von der Abwehr einiges weggeblockt. Polen hat einige sehr gute Spielerinnen, u. a. Sobiecka (die uns viel Ärger bereitet hat und mit ihrem rasanten Antritt immer wieder durch die Abwehr ging wie das Messer durch die Butter) und Haric (die allerdings mit 3/10 gestern zu unserem Glück einen grottenschlechten Tag erwischt hatte), ist aber in der Breite nicht ausgehlichen genug, um Spitzenmannschaften Paroli bieten zu können.

    Heute gegen Rumänien wird das nochmal eine ganz andere Nummer. Trotz der Unentschiedens gegen Angola schätze ich die Mannschaft als sehr stark ein und die ist - im Unterschied z. B. zu Polen - auf allen Positionen sehr gut besetzt. Überzeugend nicht zuletzt auch die Torhüterinnen: Mit einer einzigen Ausnahme immer Fangquoten von 50% und mehr. Das müssen unsere Mädels sehr gut zielen, wenn sie eine Chance haben wollen.

    In der 1. Hz war das ein hartes Stück Arbeit, weil die Abwehr offenbar die angolanischen Fernschützinnen unterschätzt hatte und viel zu passiv blieb. Auch im Angriff hatten die Mädels ein paar Probleme. In der 2. Hz lief es dagegen wie geschmiert (gegen ab etwa der 40. Minute stark nachlassende Angolanerinnen): Die Abwehr hat sich gut gewegt, und vorn habe ich mehr intelligente Spielzüge gesehen als von der U20 im gesamten Turnier. Auch die Trefferquote (76%) konnte sich diesmal sehen lassen, Insbesondere die Außen waren wieder sehr sicher, und die Gegenstöße haben gesessen. Nur am Kreis haperte es noch - wie schon im 1. Spiel.

    Wie bei der EM im letzten Jahr zeigte sich auch heute wieder deutlich: Diese Mannschaft muss Spiele in erster Linie über eine gute Abwehr und Gegenstöße gewinnen. Die Durchschlagskraft im Positionsangriff (insbesondere aus dem Rückraum) ist doch einigermaßen begrenzt. Nunja, "Geheimwaffe" Wulf hat heute gar nicht gespielt (Die Statistik auf hbf.info ist falsch; sie hatte 2 schöne Tore bei 2 Versuchen in 1:56 min. Einsatzzeit gegen Österreich.). Vielleicht pokert Nowak, will sie gar nicht so sehr ins Blickfeld der kommenden Gegner rücken und im Bedarfsfall auf den Überraschungseffekt setzen.

    Jetzt werden die Gegner immer schwerer. Bleibt zu hoffen, dass sich die Mannschaft dementsprechend immer weiter steigern kann.

    Ich habe nix gesehen, nur die Stats angeschaut, aber wo wurde J.Weise denn im Angriff eingesetzt? Wieder "nur" auf Außen?


    Ja, sie hat in der 1. Hz auf RA gespielt und ihre Sache gut gemacht. Wenn Quist weiterhin nur Fahrkarten schießt, sollte tatsächlich über Weise als Backup für Kockel nachgedacht werden. Denn auf RA ist Uhlmann nicht viel schlechter als Weise (was sie in der 2. Hz auch gezeigt hat).

    Zwar hat bei unseren Mädels heute längst nicht alles geklappt (Die Wurfausbeute war unterirdisch - wie leider meist bei unseren Frauen - und die Anspiele an den Kreis kamen nicht an; oft fehlte auch die Geduld im Angriff), aber den Auftritt empfand ich von der ersten Minute an als völlig anders als bei der U20: selbstbewusst, ideenreich, variabel und - wie aus dem Vorjahr gewohnt - engagiert und zupackend in der Abwehr. Schwachpunkt könnte durch den Ausfall von Scheib der RR werden, denn Kockel wird es allein nicht richten könnten (Quist hatte heute vergessen, vor dem Spiel Zielwasser zu trinken.). Mutig, ja fast schon übermütig war es von Nowak, direkt nach der Pause die komplette 2. Reihe zu bringen. Das ging eine Viertelstunde lang gut, doch dann schlichen sich in Abwehr und Angriff viele Fehler ein (und Österreich kam bis auf 3 Tore heran), sodass der Trainer schrittweise auf den ersten Sechser zurückwechseln musste.

    Zwar war Österreich noch kein Maßstab für die wahre Leistungfähigkeit dieser Truppe, doch nach dem heutigen Spiel habe ich ein gutes Gefühl, dass die Mädels auch diesmal wieder vorn mitspielen können.

    Ich habe Marielle als Spielerin sehr geschätzt (Sie war ja Abwehrchefin beim THC.). Ihre besondere Gabe bestand darin, das Spiel des Gegners gut lesen zu können. Das ist natürlich auch eine Eigenschaft, die als Trainer(in) von Vorteil ist. Dies konnte sie aber in dieser Position nicht immer zeigen - was auch mitunter in einer etwas merkwürdigen (Nicht-)Wechselei zum Ausdruck kam (schon bei der EM im letzten Jahr). Ich kenne sie außerdem als ruhige, bedachte Frau, die keine großen Sprüche macht. Deshalb haben mich ihre Äußerungen vor und nach der WM sehr überrascht.

    Danke Benson, Du warst schneller und hast mir die Arbeit abgenommen. Interessant ist auch, dass es mit Henny Ella Reistad (für mich neben Hafra das Supertalent im Rückraum aus diesem Jahrgang) nur eine einzige Spielerin aus dem All Star Team der EM 2017 auch diesmal in das All Star Team geschafft hat (wobei wir wissen, dass diesbezüglich mitunter seltsame Entscheidungen getroffen werden ...).

    Anstatt sich kritisch mit der erbrachten Leistung auseinanderzusetzen und Konsequenzen zu ziehen, wird von Marielle Bohm in der Auswertung auf "Friede, Freude, Eierkuchen" gemacht: Die Platzierung entspräche "deutlich nicht dem, was wir hier an Leistung in den einzelnen WM-Spielen abgeliefert haben" (Handballwoche 29/18, S.29), und: "Wir können festhalten, dass wir trotz des 13. Platzes nicht weit weg von der Weltspitze sind." Hier wird sich kräftig in die Tasche gelogen! Die Mannschaft ist meilenweit weg von der Weltspitze und die Fakten, von denen nicht nicht einer angesprochen wird, liegen klar auf der Hand (ohne Gewichtung und ohne Vollständigkeit):

    - Nachteile in der Physis und damit geringes Durchsetzungsvermögen vieler Spielerinnen gegenüber den Spitzenmannschaften
    - schmales Wurfrepertoire und geringe Treffsicherheit der meisten Spielerinnen (z. B. bei 7m letzter Platz mit 57,1% - noch hinter Ägypten; vom Kreis 21. Platz mit 62,7%, aus dem Rückraum Platz 16 mit 34,1% - die besten Mannschaften liegen hier zwischen 45% und 52%; die Ausnahme bilden ausgerechnet die Flügel mit Platz 4 und 60,7%)
    - überwiegend monotones, ausrechenbares Angriffsspiel mit wenig überraschenden Ideen und insgesamt zu wenig Tempo
    - oft unsauberes Abwehrverhalten (20. Platz in der Fairplaywertung).

    Wenn Marielle Bohm sagt, die Mannschaft habe stets das Maximum aus sich herausgeholt, dann kann man ihr das durchaus bestätigen. Aber damit widerlegt sie sich letztlich selbst. Denn dieses Maximun hat eben zu nicht mehr als zum 13.Platz gereicht. Bleibt zu hoffen, dass wenigstens hinter den Kulissen Klartext gesprochen wird und die richtigen Schlussfolgerungen gezogen werden. Da habe ich allerdings so meine Zweifel ...

    Nach meinem Eindruck in den Spielen haben sich Ungarn und Norwegen seit der U19-EM am stärksten entwickelt. Der Vergleich der Platzierungen (EM/WM) bestätigt das nun auch:

    die größten "Aufsteiger":
    Ungarn +4
    Norwegen +6
    Kroatien +4

    die deutlichsten "Absteiger":
    Deutschland -8
    Montenegro -8
    Frankreich -7
    Spanien -5
    Portugal -3
    Dänemark -3
    Slovenien -3

    Dabei wuren die außereuropäischen Mannschaften nicht herausgerechnet, sondern die realen Platzierungen gegenübergestellt.

    Am Ende war vieles auch eine Kraftfrage. Ungarn und Norwegen waren zweifellos die besten Mannschaften dieses Turniers, doch im Viertel- und Halbfinale hat man schon die gemerkt, dass diese beiden Mannschaften je 1 Spiel weniger in den Knochen hatten als ihre Gegnerinnen. Ich halte die Spielfolge bei den EM und WM für zu eng (weiß natürlich auch, dass dies eine Kostenfrage ist - sowohl für die Veranstalter als auch für die Mannschaften). Aber solch einen Turnierablauf sollte man mal den Fußballern zumuten - nicht auszudenken, was da losgehen würde ...

    Gerade junge Spielerinnen müssen vor Überforderung geschützt werden - da sind wir völlig einer Meinung. Die Frage ist nur, wie man das macht. Die Belastung muss eben zwischen Nationalmannschaft und Verein abgestimmt werden. Dabei ist es natürlich nicht einfach, sich gegen Vereinsegoismen durchzusetzen. Aber mitunter sind Vereine wenigstens so vernünftig, Spielerinnen nach einer WM/EM u. ä. noch einige Zeit Urlaub zu geben und sie erst später in die Saisonvorbereitung einsteigen zu lassen. Auch eine Begrenzung der Einsätze von Nachwuchsauswahlspielerinnen in ihren Vereinen wäre denkbar. Denn die werden nicht selten dort mit Dreifachbelastung - 1.Mannschaft, Zweitspielrecht, Jugendmannschaft - verheizt und nicht in den paar Spielen in der Auswahl. Ich bleibe dabei: So eine internationale Meisterschaft ist für die Entwicklung einer jungen Spielerin viel wichtiger als ein Dutzend Ligaspiele.

    Auch Deutschland hat übrigens auf ihre beste Spielerin verzichtet: Emi Bölk spielt so lange nicht im Nachwuchs mehr, dass man fasst vergessen hat: sie wurde in 1998 geboren, könnte also theoretisch teilgenommen haben.


    Das verstehe ich auch überhaupt nicht. Einerseits betont der DHB immer wieder, wie wichtig solche Meisterschaften für die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Spielerinnen ist, und dann lässt man Bölk zum wiederholten Male zu Hause. Frankreich (Nocandy), Holland (Freriks) und natürlich Ungarn (Hafra u. a.) sehen das völlig anders. Und solche Meisterschaften sind nicht nur für die einzelnen Spielerinnen bedeutsam, sondern die Besten sollen ja die Mannschaft führen und sind deshalb wichtig für gemeinsame Erfolgserlebnisse.

    Der Analyse von Germanicus stimme ich zu 100% zu. Bleibt zu noch zu hoffen, dass die deutschen Trainerteams künftige Spielerinnen-Generationen zu einem moderneren, kreativeren Handball führen werden und nicht mehr dieses "klassische", aber überholte und ausrechenbare 0-8-15 Muster spielen lassen.

    Nun ist mit Frankreich auch die letzte Mannschaft aus der "Hammergruppe" D ausgeschieden. Auch aus der vermeintlich starken Gruppe C sind alle raus. Wer hätte schon auf diese Halbfinalpaarungen getippt?

    Mir hat heute vor allem imponiert:
    - mit welcher Kaltschnäuzigkeit und Cleverness Korea sein Spiel durchgezogen und Dänemark abgekocht hat;
    - dass Norwegen trotz (teilweise erheblichen) Rückstandes während des gesamten Spiels immer an sich geglaubt und kühlen Kopf bewahrt hat, während die französischen Kampfmaschinen mit nachlassenden Kräften immer nervöser und unsicherer wurden.

    Ich hoffe, dass unsere Mädels und vor allem der Trainerstab und alle Verantwortlichen im DHB die Viertelfinalspiele angesehen haben (oder dies noch tun werden): So wird heute in diesem Alter Handball gespielt! Davon sind wir weit entfernt - auch wenn wir gegen Dänemark nur mit 1 Tor verloren haben.

    Deutschland ist auf dem Leistungsniveau von Japan angekommen - das ist die bittere Bilanz dieser WM für unsere Mannschaft. Sie hat heute wieder gezeigt, was sie kann und was sie nicht kann - ein Spiegelbild der Gruppenspiele (nur mit etwas mehr Glück am Ende). Bleibt zu hoffen, dass es die U18 in einigen Wochen besser macht.

    Viele Spiele gewinnst du ab einem gewissen Niveau im Kopf,


    ... oder verlierst sie eben mit einem Tor. Dabei spielt natürlich auch die mentale Vorbereitung der Mannschaft eine Rolle. Und solche Sprüche wie von Bohm vorab sind dabei gewiss nicht hilfreich. Man hatte - vor allem bei den verlorenen Spielen in der Gruppenphase - das Gefühl, dass der Mannschaft irgendwie der letzte Kick, die absolute Leidenschaft fehlt (Beim THC heißt das "Siegergen".). Dazu braucht man natürlich auch die entsprechenden Spielertypen; da wirkten einige doch eher etwas "unterkühlt".

    Auch die (Nicht-)Aufstellung bzw. Einsatzzeiten einiger Spielerinnen haben mich irritiert. Dass die Abwehr nicht immer harmonierte, hat Germanicus schon angesprochen. Es ist bemerkenswert, dass man dies erst im WM-Turnier merkt - bei einer Mannschaft, die fast unverändert schon seit Jahren zusammenspielt. Und im Angriff haben einige Spielerinnen kaum eine Chance bekommen, sich zu zeigen (Soffel, Dölle, Redder, Franz). Dabei wären mehr Pausen für die 1.Garnitur im Rückraum durchaus angebracht gewesen.

    Doch die Kernfrage bei allen unseren weiblichen Nationalmannschaften (vonn der U 16 bis zu den Frauen) bleibt meines Erachtens: Wie lässt sich die Trefferquote verbessern - und zwar von allen Positionen. Zwar lautet die alte Handball-Weisheit: "Spiele werden in der Abwehr gewonnen." Aber wenn vorn nix reingemacht wird, nutzt auf Dauer auch eine gute Abwehr (zu) wenig - wie sich gestern am Ende wieder gezeigt hat.