Beiträge von Löwenherz

    Nach der heutigen Niederlage gegen Frankreich hat Deutschland gar keine Chance mehr, das Viertelfinale zu erreichen, in den letzen drei Spielen wird für die Plätze 5-8. gespielt.


    Du meinst natürlich das Halbfinale. Übrigens ist Frankreich damit durch und auch Dänemark mit besten Chancen dorthin. Gut, 13 Rore sind im Handball nicht viel: Wenn z. B. Dänemark gegen Frankreich mit 7 verliert (was ich mir nach den heutigen Leistungen beider Mannschaften kaum vorstellen kann) und Russland gegen Deutschland mit 7 gewinnt, ziehen die Russinnen noch an Dänemark vorbei.

    Das beste Spiel unserer Mannschaft, aber leider hat die Kraft am Ende nicht gereicht. Ab der 45.Minute haben unsere Mädels noch 4 Tore gemacht, die Französinnen 10. So wurde es schließlich doch noch deutlich. Wenn nur 3 Spielerinnen mehr als 1 Tor werfen (bei Frankreich waren es 6), wird es schwierig, denn bei denen sind auch irgendwann die Körner alle. Die bessere Bank hat das Spiel entschieden. Keller heute besser als gegen Dänemark; sie hatte ein paar tolle Paraden, doch auch die haben nicht gereicht. Aber heute konnten die Mädels mit erhobenem Kopf unter die Dusche gehen.

    Das war knapp! 2 oder 3 Sekunden fehlten daran, dass unsere Mädels zusammen mit Portugal und damit mit 2 Punkten in die Hauptrunde eingezogen wärem. Nun geht es dorthin mit Dänemark und 0 Punkten. So eng kann es im Handball zugehen! Damit wird für unsere Mädels wohl am Edne kaum mehr als der 7. oder 8.Platz herauskommen. Aber es waren eben nur 20 richtig gute Minuten in 3 Partien - viel zu wenig, um in der Weltspitze mitspielen zu können.

    Total unakzeptables Abwehrverhalten. Die Däninnen wurden geradezu zum Torewerfen eingeladen. Zudem haben sie Überzahlsituationen - im Unterschied zu unseren Mädels - konsequent genutzt.

    Leider 2 völlig blinde Schiedsrichter, ohne jedes Gefühl für die Situation.

    Also Deutschland muß gegen Dänemark auch auf Sieg spielen, weil die Punkte in die Hauptrunde mitgenommen werden. Falls Dänemark gewinnt und sich in die Hauptrunde qualifiziert, würde Deutschland mit 0 Punkten starten.


    Das trifft nur dann zu, wenn Dänemark gegen Deutschland höher gewinnt als Holland gegen Portugal bzw. Dänemark gewinnt und Holland nicht. Also eine interessante Konstellation morgen. Am besten ist es natürlich, dass unsere Mädels gewinnen, dann kann uns alles andere egal sein. Aber das wird schwer.

    Es gab einige interessante Ergebnisse heute. Portugal seigt gegen Dänemark, Österreich schlägt Rumänien, und hat so gute Chancen, die Hauptrunde zu erreichen. Österreischs Trainerin ist übrigens die ehemalige Spielerin Simona Spiridon.


    Ja, damit war nicht zu rechnen, auch nicht mit dem Kantersieg von Schweden gegen Norwegen. In Gruppe C fallen morgen wichtige Vorentscheidungen: Wer bei GER-POR gewinnt, ist so gut wie durch, wer bei NED-DEN verliert, ist fast schon raus. Ich bin sehr gespannt, wie unser Angriff mit der aggressiven Abwehr der Portugiesinnen und unsere Abwehr mit denen quirligem Angriffsspiel zurecht kommen werden. Vor allem müssen unsere Mädels Spielmacherin Sequeira ( Germanicus, danke für den Hinweis!) in den Griff bekommen, die heute 9 Tore erzielt hat. Dieses Riesentalent steht sicher schon bei einigen Clubs auf dem Zettel.

    Ich finde es sehr wohltuend, wie kritisch Nowak mit dem Spiel unserer Mädels umgeht: „Das war eine echte Zangengeburt“, sagte Bundestrainer Maik Nowak, der trotz des Sieges forderte: „Wir müssen den Schalter schnell umlegen und die Handbremse bis morgen lösen. Das war weit davon entfernt, was wir in der Vorbereitung gezeigt haben.“ Und: „Das Spiel hatte eigentlich keinen Sieger verdient, am Ende waren wir die glücklichere Mannschaft“, meinte Nowak. (https://www.dhb.de/de/redaktionsb…um-auftaktsieg/)

    Wer hätte das gedacht!?! Die Däninnen in der Abwehr zu passiv, und als sie offensiver wurden, haben die Portugiesinnen gezeigt, wie man mit einer 5:1-Abwehr umgehen muss. Völlig verdienter Sieg mit einer überragenden Spielmacherin (leider keine Namen auf dem Trikot und auf der website des Gastgebers die Teams ohne Rückennummern).

    Da haben unsere Mädels wohl die ausgeglichenste Gruppe erwischt. Hier kann jeder jeden schlagen. Das werden noch 2 ganz schwere Spiele!

    Leider begann unsere U17 das Turnier genauso, wie es die U19beendet hatte: Mit einer Vielzahl von Fehlabspielen und schlechten Würfen, was mit häufig mit Gegentoren bestraft wurde. Im Angriff wurde zu viel hin-und-her-gespielt, es fehlte der Zug zum Tor (1 Tor in den ersten 12 Minuten). Ausnahme: Naomi Conze. Die Abwehr stand einigermaßen, auch das Rückzugsverhalten war akzeptabel.

    Schiedsrichter bisher sehr gut. Kein Zeitstrafenfetival wie bei der U19-EM, sondern das Mittel der gelben Karten voll ausgereizt.

    Edit: Auch die 2.Hz war nicht berauschend, aber immerhin wurde das Spiel gewonnen (gewissermaßen die Revanche für die 1-Tore-Niederlage der U19 gegen Holland). Im Angriff weiterhin ohne Ideen. Als die Holländerinnen nach dem 20:17 zur offensiven Abwehr übergingen, fiel den Mädels vorn gleich garnix mehr ein und die Fehler häuften sich wieder. Keller zurecht als beste Spielerin ausgezeichnet; endlich mal wieder eine deutsche Torfrau, die auch ein paar Bälle von außen hält. Kampfgeist und Einsatzbereitschaft kann man der Truppe nicht absprechen. Es scheint mir auch, dass da etwas mehr Feuer drin ist als in der oft etwas lethargisch wirkenden U19. Doch wenn sich der Angriff nicht bedeutend steigert, wird ein vorderer Platz kaum möglich sein.

    Holland machte auf mich keinen besonders starken Eindruck. Es würde mich wundern, wenn die Mannschaft in diesem Turnier weit vorn landet.

    Aus meiner Sicht ganz klar. Urlaub. Körper und Geist brauchen auch mal Pause.


    Sehe ich auch so. Wie hier schon mehrfach geschrieben, bin ich Überzeugung, dass die besten Jugend-/Juniorenspielerinnen oft verschlissen werden: B- oder A-Jugend-Mannschaft, II.Mannschaft oder Zweitspielrecht, Länderpokal, Nationalmannschft ... und teilweise auch schon Einsätze in der 1. bzw. 2. Bundesliga. Die Zunahme schwerer Verletzungen im Jugend-/Juniorenalter und sogar von sehr frühem verletzungsbedingtem Karrierende (die ich zwar nicht statistisch belegen kann, die aber meines Erachtens offensichtlich sind) führe ich nicht zuletzt auf Überlastungen zurück. Katastrophale Verletzungsserien, wie z. B. in der vergangenen Saison bei der THC-Jugend (siehe dazu u. a. 301 Moved Permanently), oder in Bensheim (z. T. mit Karriereende talentierter junger Spielerinnen) halte ich nicht für Zufälle. Hier ist m. E. neben einer entsprechenden Trainingssteuerung in den Vereinen (wie sie jetzt z. B. von Bohm und Krömer gefordert wird) auch eine Spielbelastungssteuerung erforderlich. Hinzu kommt, dass bei jugendlichen Spielerinnen die medizinische Überwachung nach Verletzungen (gerade kleineren, die aber schwerwiegende Folgen haben können, wenn die Mädels zu früh auf die Platte zurückkehren) oft zu wünschen übrig lässt. In der Regel gilt: Wer zum Spiel kommt und spielen will, darf auch spielen - ohne ausreichende Prüfung. Hier wird der Ehrgeiz der Mädels ausgenutzt, anstatt diesem sinnvolle Grenzen zu setzen.

    Zurück zum Ausgangspunkt: Ausreichende Aus- bzw. Urlaubszeiten für Nachwuchsspielerinnen - insbesondere für die viel geforderten besten - halte ich für unbedingt erforderlich!

    Möge dieses alte Sprichwort auch für den Umgang mit unserem weiblichen Nachwuchs gelten! Was Bohm jetzt von sich gegeben hat, klingt doch etwas anders als das Schönreden unmittelbar nach der EM: "... die Niederlagen gegen die Niederlande und Dänemark haben gezeigt, dass uns Richtung Weltspitze einiges fehlt.“ Noch deutlicher wird Kromer: „Wir sind mit einer anderen Zielstellung in das Turnier gegangen. Zwar haben wir das WM-Ticket erreicht, aber dennoch sind wir mit dem Endergebnis absolut nicht zufrieden“, sagt Axel Kromer, Vorstand Sport des Deutschen Handballbundes. „Im Nachwuchsbereich zählen nicht nur Ergebnisse, sondern auch die Entwicklung ist entscheidend und die stottert.“ Vor zwei Jahren feierte ein Großteil der Mannschaft in Polen den EM-Titel, im darauffolgenden Jahr bei der Jugend-WM belegte die DHB-Auswahl den fünften Rang – nun also ist es am Ende Platz neun. Kromer: „Wir müssen uns diese Entwicklung sehr kritisch anschauen und intensiv aufarbeiten.“ (https://www.dhb.de/de/redaktionsb…aben-erledigen/) Das ist doch endlich mal ein klares Wort, dem hoffentlich auch Taten folgen. Die Richtung deutet Bohm zumindest an: "Wir müssen zusammen mit den Vereinen die Rahmenbedingungen schaffen und diese so weit verbessern, dass auch im weiblichen Nachwuchsbereich der Fokus noch stärker auf den Leistungssport gerichtet ist wie es bereits bei anderen Nationen erfolgreich umgesetzt wird.“ (ebenda) Ihr Wort in Gottes (bzw. DHBs und HBFs) Ohr!

    Gibt es Leute beim DHB, die diese Probleme erkennen, und denen es wichtig ist, die Lage zu verbessern, die Probleme zu finden und sie, wenn möglich, lösen? Ist Frauenhandball überhaupt wichtig im Schatten der viel erfolgreicher Männer?


    Leider muss ich Deine Skepsis teilen. Genau dort liegt eines der zentralen Probleme. Immerhin war Henk Groener vor Ort. Es wäre zu wünschen, dass er mal an der richtigen Stelle ordentlich auf den Tisch haut. Aber welchen Einfluss hat selbst ein solcher Bundestrainer im deutschen Frauenhandball? Und würde er das überhaupt als seine Aufgabe ansehen? Im Nachwuchsbereich hat er keine für mich erkennbaren Veränderungen angestoßen, sondern lediglich diejenigen fortgeführt, die sein Vorgänger eingeführt hat - und die meines Erachtens bis jetzt wenig gebracht haben (Aber vielleicht bin ich in dieser Hinsicht zu ungeduldig.). Zu erkennen ist allerdings, dass er viele junge Spielerinnen in die Nationalmannschaft einlädt, vor allem zu Lehrgängen, aber zum Teil auch zu Spielen, selbst wenn sie eigentlich noch nicht so weit sind. Aber in diesem Alter ist es meist schon zu spät, noch Spitzenspielerinnen von internationalem Format zu formen.

    Hier noch das All Star-Team der W19 EURO 2019:
    Best goalkeeper: Anna VERESHCHAK (RUS)
    Best left wing: Zoe SPRENGERS (NED)
    Best left back: KÁCSOR Gréta (HUN)
    Best centre back: Larissa NÜSSER (NED)
    Best line player: Ane Cecilie HOGSET (NOR)
    Best right back: Valeriia MASLOVA (RUS)
    Best right wing: Andra-Liviana MOROIANU (ROU)

    Best defender: KUCZORA Csenge (HUN)
    Top goalscorer: Joana RESENDE (55 goals) (POR)
    MVP: Elena MIKHAYLICHENKO (RUS)

    Für mich ist fast alles gut nachvollziehbar, wobei Vereshchak sehr unterschiedlich gehalten hat. In den letzten Spielen war Herczeg sehr stark. Überhaupt gab es bei dieser EM eine Reihe sehr guter Torhüterleistungen. Lediglich die norwegische Kreisläuferin sehe ich als Zugeständnis an, damit die 4 besten Teams alle im All-Star-Team vertreten sind. Hier gehört eigentlich van der Vliet hin.


    Leider hast Du komplett recht! Aber irgendwo muss man doch mal anfangen, etwas zu verändern! Den Schreibfehler bitte ich zu entschuldigen, natürlich war 2020 geme1nt!

    Immerhin liest man nicht mehr solche Statements: :/: http://www.hbf-info.de/o.red.r/news.php?…91&geschlecht=w


    Nach der WM hat sie dann sogar versucht, Platz 13 schönzureden und sinngemäß behauptet, man sei gar nicht soweit von der Weltspitze weg gewesen ...

    Ihr Kommentar nach dieser EM ist aber auch nicht viel besser, geht im Grunde genommen in die gleiche (falsche) Richtung: "Wir haben uns stetig weiterentwickelt (???) in verschiedenen Situationen und Tiefen bewältigt. Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie die Antwort nach dem Dänemark-Spiel gegeben hat. Sie haben zu sich gefunden. Mit dem Sieg heute haben wir uns zum Turnierabschluss noch einmal belohnt und können jetzt mit einem positiven Gefühl in die kommenden Monate gehen und uns auf die WM vorbereiten." (http://www.hbf-info.de/o.red.r/news.p…85&geschlecht=w)

    Das "positive Gefühl" nach dem Auftritt unserer Mannschaft bei dieser EM dürfte sie ziemlich exclusiv für sich haben. Ich bin immer wieder entsetzt über die Maßstäbe, die die Bundestrainerin bei ihren Wertungen anlegt. Mit einer solchen "Friede-Freude-Eierkuchen"-Einstellung wird es kaum gelingen, der Weltspitze etwas näher zu kommen. Ich bin schon jetzt auf die U20-WM im nächsten Jahr gespannt, auch wenn dann hoffentlich von Pereira, Weise und vielleicht auch einige andere Spielerinnen (wieder) dabei sind.

    Welche Konsequenz würdest Du Dir denn wünschen?


    Darüber wird ja in der handballecke schon seit Jahren diskutiert. Ich bin auch nicht im Besitz der absoluten Weiheit zu diesem Thema, aber man sollte einfach mal schauen, wie das die Länder machen, die vor uns platziert sind, vor allem die beiden Finalisten. Natürlich kann man andere Modelle nicht einfach kopieren (was ja z. B. Groener für das hölländische Modell klipp und klar gesagt hat), aber lernen kann man schon von erfolgreichen Maßnahmepaketen. Am ungarischen Modell gefällt mir u. a., dass jede Erstligamannschaft pro Jahr 1 Spiel gegen die Nachwuchnationalmannschaft austragen muss - um nur mal einen kleinen Baustein zu nennen. Meines Erachtens sollte der DHB endlich die Arschbacken zusammenkneifen und sich gegen die Vereine mit Maßnahmen durchsetzen, welche die Mädels in diesem entscheidenden Alter wirklich voranbringen - auch wenn sie diesen mal eine zeitlang nicht zur Verfügung stehen. Entscheidend ist aber, dass überhaupt etwas getan wird!

    Zun Trainer-Thema habe ich meine Meinung schon mehrfach gesagt.

    Entwicklung der deutschen Mannschaft:
    EM 2017: U17 Europameister
    WM 2018: U18 Platz 5
    EM 2018: U19 Platz 9 (mit viel Mühe)
    WM 2929: U20 Platz ???

    Mehr muss man eigentlich nicht sagen, um auf die Entwicklung unserer Spielerinnen in den Schlüsseljahren 16/17 - 19/20 hinzuweisen. In den letzen beiden Jahren sind 8 Mannschften an unserer vorbei gezogen. Das ist die Realität unseres Frauen-Nachwuchshandballs! Werden die Verantwortlichen daraus endlich mal Konsequenzen ziehen?

    Germanicus: "Schön, und wahr, aber du könntest wenigstens Mariel Wulf gelobt haben, wieder eine ganz ordentliche Leistung von ihr. Glückwunsch."

    Wo Du recht hast, hast Du recht! Ja, das ist mir im Frust über die deutsche Leistung weggerutscht. Auch wieder ein Beispiel dafür, dass ein Mädel nicht richtig eingesetzt wurde. Sie muss spielen, spielen, spielen, um ihre Leistung abzurufen. Sie mal kurz auf die Platte zu schieben, um ein paar Tore machen zu lassen, klappt meist nicht. Wie ich schon schrieb: Ich hoffe, sie kommt bald in die richtigen Trainerhände.

    Auch bei Michajlitschenko gebe ich Dir recht. Ich fand sie im gesamtem Turnier stärker als Maslova. Sie hat nicht nur einen tollen Wurf, sondern geht auch dorthin, wo es wehtut.

    Danke für Deine sehr guten Berichte!