Heute war ein Sieg gegen Russland möglich! Die Abwehr stand gut, aber die unsäglich vielen Ballverluste (an denen alle Rückraumspielerinnen beteiligt waren) verhinderten ein besseres Ergebnis. Auch Rebecca Rott, unsere bisher Beste, bleib davon nicht verschont: Abspielfehler und viele Stürmerfouls (dabei allerdings einige fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen) deuteten gerade bei ihr, der Jüngsten im Team mit sehr viel Einsatzzeit, auf Verschleißerscheinungen hin. Natürlich kann man nicht alle Ballverluste unserer Mannschaft mit nachlassenden Kräften erklären. Aber auch bei vielen anderen Mannschaften zeigte sich heute, dass 5 Spieltage binnen 1 Woche bei den jungen Mädels mächtig über die Knochen gehen. Ein oder zwei Ruhetage mehr hielte ich bei U17-Meisterschaften für angemessen. Selbst beim Spiel Dänemark-Frankreich wurde streckenweise Standhandball gespielt. Am meisten spüren jene Mannschaften die hohe Belastung, die nicht über eine Bank verfügen, die eine annähernd gleiche Qualität hat wie der erste Sechser. Das wurde insbesondere bei Deutschland und Österreich sichtbar, aber auch Holland hat mächtig abgebaut.
Zurück zum heutigen Spiel: Rena Keller hat wieder sehr gut gehalten (Leider habe ich zu den Torfrauen keine Statistik gefunden oder weiß jemand dazu mehr?) und hätte m. E. den "Best-Player"-Titel verdient gehabt. Hoffentlich hat sie sich bei der Hecht-Aktion kurz vor Spielende nicht ernsthaft verletzt.
Schwachstellen in unserm Team sind die Außen (Maraike Kusian hatte zwar auch lichte Momente in den vorhergehenden Spielen, aber heute hatten alle vier auf diesen Positionen eingesetzen Spielerinnen fast nur Fehlwürfe) und der rechte Rückraum. Wiebke Meyer taute zwar im Laufe des Turniers etwas auf, aber ihre Fehlerquote blieb sehr hoch. Emma Hertha sehr unsicher, sehr viele Fehler und wenige Tore.
Was ich nicht verstehe, sind die geringen Einsatzzeiten von Franziska Herzig. Ich fand sie sogar flexibler und kreativer als Sophia Cormann, die zwar viel Wirbel machte (oft auch unnötige Hektik verbreitete), aber wenig Effekt erzeugte.
Die Schiedsrichterinnen waren heute die blanke Katastrophe. Ein völlig ungerechtfertigtes Zeitstrafenfestival, wobei vergleichbare Aktionen bei unseren Mädels mit Zeitstrafen, bei den Russinnen hingen oft mit gelber Karte oder nur mit Freiwurf oder gar nicht geahndet wurden (z. B. mehrfach sehr hartes Einsteigen gegen Rebecca Rott). Erst gegen Ende des Spiels wurde auch bei russischen Aktionen etwas härter durchgegriffen. Alles in allem waren die Schiedsrichterleistungen bei diesem Turnier bisher sehr, sehr unterschiedlich, gerade auch hinsichtlich progressiver Bestrafungen, die ich häufig überzogen fand.