Beiträge von Löwenherz

    Solche Testspiele braucht es dann auch wieder nicht: http://www.dr.dk/sporten/haandbold/vm/na…est-mod-japansk

    Dänemark spielte heute ihr einziges (!) Testspiel gegen eine männliche Highschool-Mannschaft. Die Jungs spielten mit dem großen Ball ohne Harz. Die Dänische Frauen mit dem kleineren Ball mit Harz. Bei jedem Angriff wurde der Ball dann durch die eigenen Torhüter 'gewechselt'.


    Sehe ich genauso. Etwas Abwechslung im Trainingsgeschehen - mehr Sinn hat das nicht.

    Jede Mannschaft des Turniers mit 3 Vorbereitungsspielen um der Ecke von Japan.


    Ich glaube nicht, dass es unbedingt eine große Anzahl von Spielen direkt vor einem solchen Turnier bringt. Das muss man aus der Situation jeder Mannschaft heraus entscheiden. Der deutschen Mannschft nutzt es jetzt gar nix, wenn sie noch 2 - 3mal eine auf die Mütze bekommt, aber auch leichte Gegner bringen nicht viel.

    Meines Erachtens geht es um 2 Dinge: Die Mädels müssen das Trainingslager nutzen, um Abwehr, Abwehr und nochmals Abwehr zu trainieren. Und außerdem geht es um die mentale Vorbereitung: Sie müssen total heiß sein auf das Turnier (den Eindruck hatte ich beim Spiel gegen Montenegro noch nicht), aber auch auf Situationen eingestellt sein, in denen es nicht so gut läuft, und sich dort wieder herausziehen können. Und damit im Zusammenhang geht es drittens natürlich um die absolute Fokussierung auf das Brasilienspiel, das schon über das Weiterkommen entscheiden kann. Und dafür ist die Abgeschiedenheit eines Trainingslagers vielleicht gar nicht so schlecht.

    Wer zuviel Zeit hat, kann sich auch die Aufzeichnung dazu anschauen: JPN - BRA


    Danke für den Tipp! Sehr aufschlussreich war die Partie allerdings nicht, dazu war Japan nicht gut genug.

    Meine Erkenntnisse: Brasilien mit vielen bekannten Gesichtern, vor allem im Rückraum. Der erste Sechser ist schon nicht schlecht, der zweite Sechser hat hingegen nicht viel auf die PLatte gebracht. Tamorin hat gleich 2 blitzsaubere Tore gemacht, insgesamt aber wenig gespielt. Das wird am Samstag mit Sicherheit anders aussehen. Das Angriffsspiel ist sehr variabel, immer wieder werden die starke und sehr robuste Kreisläuferin und die Außen gesucht. Die Abwehr ist aggressiv, lässt aber den gegenerischen Außen relativ viel Raum und ist anfällig für 1:1-Aktionen, vor allem auf der linken Abwehrseite - da könnte Stolle gut zum Zuge kommen. Die Torfrau ist unten besser als oben; unsere Mädels sollten also hoch werfen. Sie kommt früh raus, was die Japanerinnen mehrfach erfolgreich mit Hebern nutzten. Gegen den fast permanenten Abwehr-Angriff-Wechsel kann eine schnelle, klug gespielte 2.Welle erfolgreich sein. Generell könnte es ein Erfolgsrezept sein, die Brasilianerinnen aus einer kompakten und aggressiven Abwehr heraus (die sie zu langen Angriffen zwingt) mit schnellem Angriffsspiel müde zu spielen, denn in der letzten Viertelstunde ging bei denen heute fast gar nix mehr.

    Doch heute ging es nur um die silberne Ananas. Am Samstag kann alles ganz anders aussehen. Aber unschlagbar ist Brasilien keineswegs.

    jetzt warten in der Vorrunde schon starke Gegner, sie werden sich aber auch vor uns fürchten


    Wenn die anderen Mannschaften unserer Gruppe die Spiele des Teams in diesem Jahr gesehen haben, wird sich außer Australien bestimmt keine vor uns fürchten. Das klingt mir alles wie das Pfeifen im dunklen Wald. Aber Groener sprach ja von einem Traum. Träumen ist natürlich erlaubt, aber dabei sollte man das Handballspielen nicht ganz vergessen.

    Das Spiel gegen Montenegro scheint ja hier alle sprachlos gemacht zu haben. Eigentlich hat es auch nur bestätigt, was wir alle schon wussten: Die Abwehr hat keinen Zugriff und im Angriff fehlen Druck auf die gegnerische Abwehr und Präszision. Der "zweite Anzug" passt gar nicht (Ausnahme Grijseels) - die diesbezügliche Bewertung auf hbf.info kann ich nicht nachvollziehen, ebenso wie Groeners Zweckoptimismus zum angeblich "klare(n) Fortschritt im Vergleich zu unseren letzten Länderspielen". Keine rosigen Aussichten für die WM. Platz 3 in der Gruppe wäre für mich schon eine positive Überraschung.

    Der Vorsprung 10 Minuten vor Schluß hat gereicht, da braucht das Spiel auch nicht 5 Minuten über der 60zigsten länger gehen.


    Diese Sicht ist mir zu kurz gegriffen, da sollte man schon genauer hinschauen: In 7 Pflichtspielen gegen gleichwertige Gegner hat der THC in dieser Saison die letzten 10 min. fast immer mit einem Minus beendet (Ausnahme: das ohnehin überlegen geführte Pokalspiel in Blomberg, da gingen die letzten 10 min. mit +1 an den THC). Viermal hat das nun schon zu Niederlagen geführt, in den anderen 2 Spielen hat sich der THC knapp gerettet. Da muss doch auch mal beim Trainer ein Nachdenken einsetzen, ob man bei diesem breiten Kader voller Nationalspielerinnen auf der Bank nicht auch so wechseln kann, dass die erste Sechs nicht nach 50 min. platt ist und im Angriff wie in der Abwehr nix mehr zusetzen kann.

    Allerdings hat Herbert Müller auf die Stammmannschaft gesetzt und war erfolgreich. Die Spielerinnen die nicht zum Einsatz kamen sahen am Ende des Spieles nicht wirklich glücklich aus.


    Völlig überzeugen konnte der THC wieder nicht. Im Grunde genommen hat die überragende Marie Davidsen dem THC den Arsch gerettet. Die erste Sechs, die wieder fast durchgespielt hat, war m Ende restlos platt. Wenn das Spiel noch 5 min. länger gagangen wäre ...

    Für den weiteren Verlauf der Meisterschaft wird diese Strategie nicht gut gehen und hat ja schon 2 Niederlagen gekostet.

    Mit Waiblingen und Herrenberg haben sich 2 vermeintliche Aufstiegskandidaten wohl schon fast auf dem Aufstiegsrennen verabschiedet. Das war angesichts der erfolgten personellen Aufrüstung kaum zu erwarten.

    Unter Müller haben die Füxxe richtig Biss bekommen - allem Hohn und Spott zum Trotz. Respekt!

    Eine grauenhafte Vorstellung des THC gegen einen keineswegs starken Gegner. Diese Ballverluste, diese grottigen Abschlüsse ... - die Mannschaft scheint toal verunsichert zu sein und der Trainer auch. Mit Glück nur 3 zurück - das lässt für das Rückspiel hoffen.

    Voraussetzung um Nationalmannschaft zu spielen, sollten zuerst mal die Leistungen und die entsprechende Spielpraxis im Verein sein. Um sich ein Bild über den Leistungsstand der einzelnen Spielerinnen zu machen, müsste sich der BT auch Spiele vor Ort anschauen, oder zumindest im Livestream. Aber das scheint nicht der Fall zu sein. Habe bei den Sportdeutschland-Übertragungen bislang nur beim Spiel Dortmund gegen Metzingen gehört, dass er anwesend ist. Wenn die Spiele der Nationalmannschaft gegen zweitklassige Teams für einige Spielerinnen als Spielpraxis dienen sollen und maßgebend sind für eine WM-Nominierung, stimmt etwas nicht. Wir haben in Japan auf jeden Fall die ausgeruhteste Mannschaft.


    Danke für Deine Analyse. Aber Deine Sicht ist einseitig. Groener geht es vor allem um eine stabile Abwehr, denn dort werden - nach der alten Handballweisheit - die Spiele gewonnen. Aber selbst gegen Mannschaften wie Kroatien und Weßrussland konnte man mit der Abwehr nicht zufrieden sein. Deshalb hat sich Groener aus dem Kreis der zur Auswahl stehenden Spielerinnen - mit Ausnahme von Zapf - jeweils für die stärkere Abwehrspielerin (für Lauenroth und gegen Braum, für Weigel und gegen Maidhof) entschieden. Für mich ist das nachvollziehbar.

    Das mit der "ausgeruhtesten Mannschaft" stimmt nur teilweise. Wenn ich z. B. an Bölk oder Stolle denke, dann ist deren Akku durch ihren Dauereinsatz für diesen frühen Saisonzeitpunkt schon ziemlich runter. Hoffentlich können sie ihn bis zur WM wieder etwas aufladen.

    Wenn man eine Spanische Nationalspielerin (gewählt zur "Besten RR 2018/2019 in der Rumänischen Liga") und Mässing (Derzeit die absolute #1 auf ihrer Position in der Schwedischen Nationalmannschaft) auf der Bank sitzen hat, dann hat man sicher keinen schmalen Kader. Nicht zu vergessen Lopes, die im letzten Jahr die fünftbeste Scorerin (darunter nur sieben 7m) der HBF war.


    Zurzeit scheint die Lernbereitschaft bei Müller nicht sonderlich groß zu sein. Wurde schon das Spiel gegen den BVB verloren, weil er (im Unterschied zm Gegner) kaum gewechselt hat und die wichtigsten Leistungsträgerinnen am Ende platt waren, so war es diesmal ähnlich: In der letzten Viertelstunde gelangen Bölk noch 1 und Koresova 0 Feldtore. Beide waren in der Abwehr nicht mehr schnell genug auf den Beinen, um Tore des BBM zu verhindern, genauso wie Schmelzer auf der anderen Abwehrseite. Außerdem: Wenn man solche tollen Spielerinnen (und dazu noch Scheffknecht) auf der Bank hat und sie nach dem ersten Fehlwurf wieder von der Platte nimmt (nur Rodrigues durfte diesmal etwas länger spielen, weil Stolle im Angriff nahezu ein Totalausfall war) braucht man sich nicht zu wundern, wenn sie keine Sicherheit bekommen. Wie sollen sie sich dann in der Mannschaft einspielen? Die Kräfteeinteilung in der Mannschaft haben jedenfalls Fuhr und Albertsen bei Ihren Spielen gegen den THC weitaus besser gelöst und hatten damit Erfolg.

    Wie definierst Du weiterntwickeln?


    Es geht doch nicht um Definitionen. Was zählt, ist das internationale Niveau. Als Eckerle den THC verließ, war sie auf dem Weg zu internationaler Klasse (und hatte auch Angebote aus dem Ausland, angeblich sogar aus Györ). Seitdem habe ich von ihr kein einziges Spiel in der Nationalmannschaft oder in den internationalen Clubwettbewerben gesehen, in welchem sie sich dieses Prädikat verdient hätte. Das Spiel in Brest war dabei wohl der Negativgipfel. Ob sie nun 1 oder 2 Bälle gehalten hat, ist ziemlich egal (die Statistik zeigt für beide BBM- Torfrauen eine Quote von 8%). Eckerle wirkte einfach hilflos und überfordert. Natürlich steht die BBM-Abwehr zurzeit schlecht (135 Gegentore in 4 Spielen - die meisten aller 16 CL-Mannschaften - sprechen eine deutliche Sprache), aber gerade in einer solchen Situation wird eine Torfrau gebraucht, die auch mal ein Zeichen setzt. So aber demotivieren sich Abwehr und Torfrau(en) immer wieder gegenseitig.

    Find ich ja schon ein bisschen schade für Frau Maidhof und Frau Zapf ...


    Berger, Behrend und Zapf sind etwas gleich stark einzuschätzen, und da hat sich Groener für die Jugend, also für die Zukunft entschieden. Das ist nach vollziehbar. Anders ist die Situation auf RR. Da gibt es keinen annähernd gleichwertigen Backup für Stolle - weder in der Abwehr noch im Angriff. Maidhof ist zwar im Angriff bissiger als Weigel, kann aber Abwehr (noch) nicht, und Groener müsste ständig Abwehr-Angriff wechseln. Das ist ein zusätzlicher Risikofaktor, da ausrechenbar - zumal auch die daneben stehenden Außen Berger/Behrend nicht so erfahrene Abwehrspielerinnen sind. Stolle wird viel spielen müssen, wobei auch eine der anderen nominierten Rückraumspielerinnen auf RR aushelfen kann, wenn Stolle eine Pause bekomt. Kreis, RM, RL und LA sind erwartungsgemäß besetzt worden, wobei ich von Zschocke nicht viel halte. Aber wo wäre eine Alternative? Außer den nominierten Spielerinnen und einigen Nachwuchskräften gibt es in Bundeliga fast nur Ausländerinnen als echte RMs. Über die Nominierung von Giegerich freue ich mich, auch wenn sie voraussichtlich nur auf der Bank (oder sonstwo) sitzen wird. Die hat sie sich mit guten Leistungen in dieser Saison unbedingt verdient. Vor 7 Jahren hatte sie ja schon mal 1 Länderspiel.

    Vielleicht war das eine gute Vorbereitung auf das Australien-Spiel. Denn viel schlechter als die Kroatinnen gestern phasenweise verteidigt haben, kann Australien das auch nicht machen.


    Etwas spitz formuliert, aber in der Sache hast Du recht. Der Angriff lief steckenweise nicht schlecht, wird aber zur WM ganz andere Nüsse zu knacken haben. Da muss sich zeigen, was insbesondere der Rückraum Bölk-Naizinavicius-Stolle (wer sonst, solange Smits verletzt ist?) wirklich drauf hat. Die Abwehrarbeit war zwar engagiert, aber im entscheidenden Moment oft nicht konsequent genug oder nicht gut sortiert. Auch in diesem Bereich sind wir von der Weltspitze weit entfernt. Man kann nur darauf hoffen, dass den Mädels - im Vergelich zum gegenwärtigen Niveau - eine positive Überraschung gelingt.