Beiträge von Löwenherz

    Meines Eachtens ist der Kern des Problems relativ klar (was zumindest auch andeutungsweise im FAZ-Artikel sichtbar wird): Auf der einen Seite ein Trainer, der auf Eigenverantwortung auf der Platte setzt und diese auch immer wieder einfordert, insbesondere von seinen beiden Kapitäninnen. Auf der anderen Seite Spielerinnen, die einen solchen Führungsstil nicht gewohnt sind, sich dieser Verantwortung nicht stellen wollen/können und diese an den Trainer zurückzugeben versuchten. Dass sich Groener diese Jacke nicht anzieht, ist doch klar. Moderner erfolgreicher Handball geht nun mal nur über Kreativität und Eigenverantwortung der Spielerinnen. Der Erfolg der Kroatinnen bei dieser EM beruht doch gerade darauf, dass sie mit hohem Einsatzwillen immer selbst Lösungen gesucht und gefunden haben. Das sah nicht immer schön aus, war aber recht zielführend.


    Bemerkenswert ist für mich auch, dass mit KN und JB gerade zwei jener Spielerinnen den Aufstand geprobt haben, die bei der EM am meisten unter den Erwartungen (und auch unter ihren eigenen Möglichkeiten) geblieben sind. Wie hatte doch die FAZ am 16.12.2020 geschrieben:
    "Gerade die Führungsspielerinnen mit Auslandserfahrung enttäuschten. Kim Naidzinavicius, Emily Bölk, Xenia Smits – der Rückraum wirkte fahrig, schlecht eingespielt,mutlos. Am Kreis blieb Julia Behnke unter ihren Möglichkeiten.

    Allerdings könnte sich auch in wilde Phantasien reinsteigern wie Arwen Rühl, Lucie-Marie Kretzschmar und Emily Bölk den WM-Titel 2025 gemeinsam holen werden

    Man muss sich ja nicht gleich in wilde Phantasien hineinsteigern. In einem ersten Schritt würde es vielleicht schon mittelfristig etwas bringen, wenn man Spielerinnen wie Rühl, Kretzschmar und andere dieser Jahrgänge trotz der nun abgesagten Nachwuchs-WM als eine Art B-Nationalmannschaft zusammenhalten und regelmäßig auf hohem Niveau spielen lassen würde. Doch das wird wohl nicht passieren.

    bei manchem traienr mag ja - zur falschen zeit am falschen ort gelten.

    bei den leistungen der damennati und den kommentaren des bundestrainers dazu und danach,
    sorry- da ist er für mich jeden tag zu viel im amt den er noch weiterwurschteln darf.

    Ok., wir haben durchgängig hochmotivierte Weltklassespielerinnen im Kader, nur der unerfahrene Trainer ist unfähig, daraus eine internationale Spitzenmannschaft zu machen. Dabei wissen wir doch, dass die Mehrzahl unserer EM-Spielerinnen bei den meisten vor uns platzierten Mannschaften keine Chance hätte, in der Nationalmannschaft zu spielen. Anstatt das einzusehen und realistische Ziel zu setzen, wird vor jeder Meisterschaft vom Halbfinale geschwafelt und nun der Aufstand geprobt. Das hat für mich schon etwas von gestörter Wahrnehmung und Panoptikum.

    Dazu ne Frage in die Runde. Warum braucht Rostov mit Edwige, Sen und Amorim drei derartige Abwehrkanten? Das werden doch zuviele Angriff-Abwehrwechsel.

    Vermutlich geht es um mehr Breite im Kader. Die wird unbedingt gebraucht, von man in der CL ganz vorn mitspielen will. Rostov hat gerade in dieser Saison erlebt, welche Probleme der vorhandene Kader bei Verletzungen hatte.

    Da ist also der THC einer "dringenden Empfehlung eines lokalen Gesundheitsamtes" gefolgt (keines Zwanges oder Quarantäneanordnung)

    Zwar kann man auch an diesem Beitrag (bzw. den Informationen seitens des THC) herummäkeln, aber für mich sind das klare und nachvollziehbare Aussagen. Man sollte schon Augenmaß wahren: Buxte durfte nicht in Hamburg spielen (wo die Mädels mit dem eigenen Auto hingefahren wären), aber der THC soll aus einem Hochinzidenzgebiet mit Linienflügen nach Rumänien reisen? Da sollte man eine dringende Empfehlung des Gesundheitsamtes wohl besser nicht ignorieren.

    Beim THC besteht ja Handlungsbedarf im Tor-aber ob man sich Weltmeisterinnen und Nationalspielerinnen (Tor) leisten kann wage ich zu bezweifeln

    Naja, den Handlungsbedarf sehe ich auf anderen Positionen als dringender an. Blazek (falls sie bleibt) und Kuske wären doch ein ordentlicher Rückhalt im Tor, und mehr als 2 Torfrauen wird sich der THC für die nächste Saison außerdem kaum leisten können. Vor allem auf der rechten Angriffs- und Abwehrseite muss etwas passieren.

    Nach den hoffnungsvollen letzten Spielen des THC war das ein erschreckender Rückschlag: unkonzentriert und ideenlos im Angriff sowie chaotisch, apathisch und ohne Einsatzbereitschaft in der Abwehr. Der THC auf dem gleichen Niveau wie Abstiegskandidat Rosengarten - wer hätte das gedacht! Wie in den letzten 20 min. eine (schwer genug erkämpfte) 6-Tore-Führung verspielt wurde, war geradezu kläglich! Nach der tollen Aufholjagd hätte Rosengarten einen Punkt verdient gehabt. Wenn sie weiterhin so spielen wie heute werden sie nicht absteigen.
    Und was wurde aus Müllers selbstlobendem Statement nach dem letzten Spiel zum Einsatz junger Spielerinnen? Rühl musste heute nach 2 Fehlern sofort runter und durfte nicht wieder auf die Platte, Kuske und Huhnstock kamen gar nicht zum Einsatz. Alles nur Schall und Rauch ...

    Ich glaube sie mussten Nichts verstecken. Sie sind/waren ein Team. Von jeder neuen Spielerin war zu hören, dass sie super vom Team aufgenommen und integriert wurde.
    Ich denke eher, dass die älteren Spielerinnen KN, JB oder vielleicht auch Shenia M. überfordert waren, sich komplett auf die neue Trainerphilosophie einzulassen. Groener ist bekannt dafür, dass die Spielerinnen mitdenken und selber entscheiden, was gespielt werden muss. (Manche Hilfestellung von ihm, würde ich mir in den spielentscheidenen Situationen aber wünschen.) Unter Biegler und wahrscheinlich auch davor, wurde fast jeder einzelne Spielzug vom Trainer vorgegeben.
    Sehr schade, aber es geht weiter. Nur fehlen mir irgendwie die Alternativen.


    Das vermute ich genauso. In der Führung der Spielerinnen ist Groener der Anti-Biegler: Er fordert Eigninitiative und Eigenverantwortung von den Mädels und erwartet bestimmt von den beiden Kaptitäninnen, dass sie dabei vorangehen. Soweit von außen zu erkennen war, konnten beide in dieser Hinsicht (gerade bei der EM) nicht überzeugen: Weder im Angriff (K. N.) noch in der Abwehr (J. B.) war bei ihnen eine wirkliche Führungsrolle, einschließlich eines emotionalen Vorangehens zu erkennen. Und wenn sie diese Rollen nicht spielen wollen/können, ist ihr Rücktritt eine logische Konsequenz. Wie Klaus-Peter sehe ich allerdings auch keine unmittelbaren Alternativen. Im Alter um die 20 gibt es zwar ein paar hoffnungsvolle Mädels, aber die sind eben noch nicht so weit. Wenn das Ziel allerdings 2025 heißt, kann man auch einen mutigen Schnitt machen.

    Zur Sichtung sind Regionallehrgänge nicht verkehrt, aber junge Spielerinnen brauchen Bewährungssituationen (zumal die internationalen Nachwuchsmeisterschaften ausgefallen sind bzw. verschoben wurden). Warum stellt man nicht eine A- und eine B-Nationalmannschaft auf (so etwas gab es schon mal) und lässt beide mehrfach gegeneinander spielen, wenn schon internationale Ländervergleiche zurzeit kaum möglich sind?


    https://www.bietigheimerzeitung.de/inhalt.bietigh…e5418d2162.html


    Zitat:


    Doch was genau ist denn die Philosophie von Bundestrainer Henk Groener, über die es laut Naidzinavicius und Behnke Differenzen gab? Auf Nachfrage der BZ wollte sich die SG BBM-Spielführerin am Dienstag dazu nicht äußern. Fest steht jedenfalls, dass die gemeinsame Aktion wenn schon nicht von langer Hand geplant war, dann doch zumindest eine gewisse Vorlaufzeit benötigte.

    Es stellt sich die Frage, worum es eigentlich geht: Da fallen in den Beiträgen ganz unterschiedliche Begriffe wie Führungsstil, unzureichende Weiterentwicklung, Spielphilosophie, fehlende Zukunftsorientierung und andere mehr. Auf Nachfragen gibt es Schweigen. Das geht nicht. Wer so einen Ballon startet, muss auch sagen, was drin liegt. Das kann und sollte ganz sachlich geschehen. Aber nur ein paar Sprechblasen loszulassen - das ist zu wenig!

    Was soll die ganze Kaffeesatzleserei? Die EHF hat das Spiel abgesagt. Punkt! In den internationalen Wettbewerben dieser Saison ist so vieles dubios gelaufen (bzw. eben nicht gelaufen) - da braucht sich jetzt niemand gerade an dieser Absage hochzuziehen. Bleibt zu hoffen, dass der weitere Verlauf der Wettbewerbe coronafrei verläuft - was aber schon fast ein Wunder wäre ...

    Müller wird die Absage durch die EHF mit Befriedigung aufgenommen haben. Erstens hat er sich mehrfach zum (Un-)Sinn internationaler Wettbewerbe in Zeiten der Pandemie geäußert und zweitens wird der dezimierten THC-Truppe ein stressiges erweitertes Wochenende erspart, das vermutlich nur 2 Niederlagen gebracht hätte. So geht man zudem mit dem Gefühl eines Sieges in der Halle aus dem Wettbewerb.

    Riesenkompliment nach Thüringen für den 41:36 Sieg gegen Storhamar aus Norwegen. Ein Riesen-Lob von mir geht an Arwen Rühl, Emma Ekenman Fernis und die Müller-Brüder. Aus meiner Sicht war es das beste Spiel der laufenden Spielzeit für den THC.


    War es wirklich (endlich!) der Mut, mit der Startaufstellung (mit Kuske und Rühl, ohne Jerabkova und Huber) mal einen neuen Akzent zu setzen, oder wollte Müller lediglich seine ausgepowerten Stammspielerinnen schonen und hatte das Spiel eigentlich abgeschenkt? Die Frage wird sich wohl nicht beantworten lassen. Jedenfalls haben Kuske und Rühl die Chance genutzt und einen super Job gemacht. Noch gestern war Rühl beim ersten Fehler gleich wieder ausgewechselt worden, heute war sie die Matchwinnerin. Hoffentlich bekommt sie nun auch in der Liga ihre Chance. Sie ist wirklich ein großes Talent - bei dieser Mutter auch kein Wunder!

    Trotz des Sieges war die Abwehr des THC heute wieder eine Katastrophe. Bezeichnend war die letzte Auszeit, in der Müller die Mädels anflehte, wenigstens ein einziges Mal ein Stoppfoul zu machen. Mehr braucht man dazu nicht zu sagen.

    Das ist für mich mittlerweile nicht mehr nachzuvollziehen. Alles, was man zu diesem Thema aus dem offiziellen Lager (egal ob Trainer, Verein, Kommentatoren oder Presse) hören oder lesen kann ist die Aussage, dass der Angriff eigentlich ganz gut spielt aber die Abwehr einfach zu viele Tore schluckt. Wer den aktuellen THC (egal ob Meisterschaft, DHB-Pokal oder heute wieder EHF-Cup) so wahrnimmt, hat nach meinem Dafürhalten den Blick für das Wesentliche im Handball verloren. Wer so viele klare Chancen liegen lässt (besser gesagt reihenweise kläglich vergibt) und so viele unnötige Ballverluste (unforced errors) produziert, braucht sich nicht zu wundern, wenn er im schnellen Gegenstoß viele einfache Tore kassiert.
    Meine Botschaft an Herbert Müller: Die erfolgreiche Abwehrarbeit beginnt mit dem erfolgreich abgeschlossenen eigenen Angriff!


    Das ist richtig, aber nur die halbe Wahrheit, denn auch beim gegenerischen Positionsangriff liegt fast alles im Argen: schnelles Verschieben, gegenseitiges Helfen, Übergeben - Übernehmen, frühzeitiges Heraustreten und Festmachen (!!!) - das alles funktioniert bei der THC-Abwehr nicht bzw. ist weit unter dem erforderlichen Niveau. Auch das Rückzugsverhalten lässt oft zu wünschen übrig (besonders in der letzten Viertelstunde, wenn bei den Mädels, die mehr oder weniger durchspielen müssen, die Kräfte nachlassen). Und die gegnerischen Außen haben oft zuviel Platz, weshalb von dort zu viele Tore fallen. Es gibt also viel mehr als nur eine Baustelle. Auch wenn die verletzten Spielerinnen gerade in der Abwehr fehlen, muss man sich doch fragen, ob Müller bei der Zusammenstellung des Kaders die Abwehrfähigkeiten genügend im Blick hatte. Allerdings ist vieles auch Kopf- und Einstellungssache. Dass es anders geht, haben vor allem das Spiel in der EL in Blomberg und - mit Abstrichen - die beiden Begegnungen gegen BBM gezeigt.

    Typisch Müller auch, dass er bei zwei Toren Vorsprung
    noch 10 Sekunden vor Schluss eine Auszeit nimmt.


    Übertreibe nicht so maßlos, es waren 15 Sekunden! Lass ihn doch, auch das ist eine Form, den unerwarteten Sieg zu genießen. Und wen stört es? Gestört hat mich das Statement von Gaugisch: Zum erstenmal habe ich erlebt, dass ein Trainer im Gespräch nach dem Spiel dem Sieger nicht gratuliert! Und trotz Nachfrage des Moderators konnte er sich kein positives Wort zum Spiel des THC abringen (außer Allgemeinplätzen zur Mannschaft). Fairplay à la BBM?

    Abgesehen vom Spielen gegen Kellerkinder hat der THC heute seit langem wiedermal nicht mehr als 30 Gegentore bekommen - und schon wurde das Spiel gewonnen. In den nationalen Pflichtspielen dieser Saison waren es 7x mehr als 30 Gegentore! Häufiger war das nur bei Wildungen und Mainz (ja 8x) und Ketsch (10x) der Fall. 10 Mannschaften haben hingegen nur 4x oder seltener mehr als 30 Gegentore kassiert. Das zeigt, woran der THC vor allem weiter arbeiten muss. Und heute hat sich gezeigt: Es ist wesentlich eine Kopf- und Willensfrage!

    Was der THC da in der Abwehr treibt ist mir auch nicht klar.


    Wieso eigentlich nicht? Ist doch klar das Gleiche wie in den letzten Spielen: den Gegnerinnen hinterherschauen. Mit 35 Gegentoren ist gegen Metzingen nicht zu gewinnen, wie sich schon in der Meisterschaft gezeigt hat (Entschuldigung, da waren es nur 34!).