Meines Eachtens ist der Kern des Problems relativ klar (was zumindest auch andeutungsweise im FAZ-Artikel sichtbar wird): Auf der einen Seite ein Trainer, der auf Eigenverantwortung auf der Platte setzt und diese auch immer wieder einfordert, insbesondere von seinen beiden Kapitäninnen. Auf der anderen Seite Spielerinnen, die einen solchen Führungsstil nicht gewohnt sind, sich dieser Verantwortung nicht stellen wollen/können und diese an den Trainer zurückzugeben versuchten. Dass sich Groener diese Jacke nicht anzieht, ist doch klar. Moderner erfolgreicher Handball geht nun mal nur über Kreativität und Eigenverantwortung der Spielerinnen. Der Erfolg der Kroatinnen bei dieser EM beruht doch gerade darauf, dass sie mit hohem Einsatzwillen immer selbst Lösungen gesucht und gefunden haben. Das sah nicht immer schön aus, war aber recht zielführend.
Bemerkenswert ist für mich auch, dass mit KN und JB gerade zwei jener Spielerinnen den Aufstand geprobt haben, die bei der EM am meisten unter den Erwartungen (und auch unter ihren eigenen Möglichkeiten) geblieben sind. Wie hatte doch die FAZ am 16.12.2020 geschrieben:
"Gerade die Führungsspielerinnen mit Auslandserfahrung enttäuschten. Kim Naidzinavicius, Emily Bölk, Xenia Smits – der Rückraum wirkte fahrig, schlecht eingespielt,mutlos. Am Kreis blieb Julia Behnke unter ihren Möglichkeiten.“