Beiträge von Löwenherz

    Der VfL Oldenburg hat gestern einen Punkt verschenkt. Man hatte das Spiel über 50 Minuten locker im Griff und in der 2. Halbzeit eine 6 Tore Führung inne. Ich weiß nicht, ob man sich vom lauten Publikum beeinflußen lassen hat oder ob es die lange Fahrt nach den Weihnachtstagen war, auf jeden Fall lief in den letzten 10 Minuten nicht mehr viel zusammen.

    Auf der anderen Seite fand ich interessant, dass Norman Rentsch 50 Sekunden vor Schluss nicht alles auf eine Karte gesetzt hat. Er hatte die Auszeit und schon gesehen, dass der VfL offensiv deckt. Ich hätte ja den siebten Feldspieler gebracht, um die offensive Deckung zu brechen und die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Treffer zu erhöhen. Im Worst-case hätte man einen Treffer zum Unentschieden kassiert, was jetzt aber ohne Überzahl ebenfalls der Fall war. Der mögliche Sieg wäre für Zwickau sehr wertvoll gewesen.

    Rentsch hat den Ruf, im Training sehr gut, aber beim Coachen an der Seitenlinie nicht besonders clever zu sein. Das hat sich gestern wiedermal bestätigt.

    Was Thüringen heute gezeigt hat beinhaltete Licht und Schatten-nach ihrem 5. Tor hatte man den Eindruch, dass plötzlich bei allen Spielerinnen ein Riegel im Kopf zugegangen war. Nichts wollte mehr gelingen. In den letzten Minuten konnten die Thüringerinnen das Ergebnis noch klar korrigieren. Allgemein gab es beim THC und der SU Neckarsulm viele technische Fehler zu sehen. Sarah Wachter war heute wieder eine Bank. Der THC hat eine sehr ausgeglichene Mannschaft die von allen Positionen Gefahr ausstrahlt. Wenn allerdings der Wurm drin ist ist halt der Wurm drin.

    Müller macht die gleichen Fehler wie schon mehrfach in den letzten Jahren: Einige Spielerinnen bekommen kaum Pausen (Frey, Lott, Rode), was im Laufe der Saison wohl über die Knochen gehen wird. Andere schmoren auf der Bank wie Hilby (die heute gar nicht gespielt hat, obwohl Frey mächtige Hänger hatte) oder Lundgreen (die nach 2 Fehlwürfen gleich wieder von der Platte musste, obwohl die Bilanz von Rode mit 1/5 auch nicht gerade glorreich war) und können aufgrund der wenigen Einsatzzeiten überhaupt keine Bindung zu ihren Mitspielerinnen aufbauen. Außerdem beschränkt sich der THC damit in seinen Möglichkeiten selbst (z. B. sind Rode und Lundgreen völlig unterschiedliche Spielertypen.). Bleibt zu hoffen, dass sich das nicht irgendwann rächt.

    Abgesehen davon war es heute mit der Konzentration bei vielen THC-Spielerinnen nicht weit her (Weihnachtsblues?).

    Wachter ist in ihrer derzeitigen Form eine echte Kandidatin für die Nationalmannschaft.

    Dieses von Dir geschilderte Bild wirst Du von Albertsen in Bietigheim und Umgebung nirgendwo finden.

    Da bist Du ziemlich alleine in Deiner Meinung....


    Im Prinzip würde das ja auch bedeuten, dass die Schweizer mit Ihrer Akademie den falschen Mann geholt haben.

    Und ebendas glaube ich nicht.

    Das sind doch 2 völlig verschiedene Paar Schuhe: Es ist ein großer Unterschied, ob ein Trainer die Handballakademie in einem Land leitet, das im internationalen Ranking auf Platz 23 steht, oder ob er einen deutschen Spitzenclub in die europäische Spitze führen soll. An letzterem ist er klar gescheitert, aber in der schweizerischen Handballakademie ist er meines Erachtens genau richtig und macht dort dem Vernehmen nach einen guten Job. Jeder Mensch muss versuchen, den Job zu finden, der genau zu ihm passt, ihn weder über- noch unterfordert. Ich glaube, dass Albertsen genau dort jetzt angekommen ist.

    Die Waiblingerinnen tun mir irgendwie leid, habe aber auch keine Lösung parat was man da machen könnte.

    Mir tut Waiblingen nicht leid: Wer mit einem solchen Kader in die 1. Liga geht, leidet entweder an völliger Selbstüberschätzung oder schickt die Mädels bewusst (und ziemlich zynisch) in ein Feuer, im welchem sie nur verbrennen können. Ich bezweifle, dass sie daran Freude haben.

    Bensheim stagniert seit 2-3 Jahren. Aus dem Kader muss mehr herauszuholen sein. Sehr enttäuschend.

    Stagnation ist fast schon übertrieben, wenn man das heutige Spiel als Maßstab nimmt. Das war nicht bundesligareif - gegen einen Gegner, der außer einer überragenden Torfrau auch nicht viel zu bieten hatte. Bleibt zu hoffen, dass die lange verletzt gewesenen Spielerinnen bald wieder bei 100% sind, sonst wird Bensheim wohl ziemlich weit hinten landen.

    30:22 für den THC - das kann sich sehen lassen.

    Mich bestürzt ein wenig die 7-m-Quote von nur 20%. Da ist schon seit einigen Spielen der Wurm drin.

    Ansonsten eine super Ausgangsposition für die Gruppenphase! Glückwunsch!

    Das muss insgesamt ein ziemlich verrücktes Spiel gewesen sein. Auf beiden Seiten sehr schlechte Wurfquoten (Sävehof 47%; THC 56% - leider keine Angaben zu den Quoten der Torfrauen) bei den meisten Spielerinnen, 14 technische Fehler bei Sävehof und viele Zeitstrafen. Doch auswärts mit 8 Toren gewonnen - das Ding sollte durch sein. Respekt!

    Halle -Zwickau

    Seit diesem Spiel ist mir restlos klar, dass sich Zwickau mit Waiblingen um den letzten Platz streiten wird. Der Rückraum ist nicht erstligatauglich und dem Spiel fehlt eine Leitfigur.

    Außerdem frage ich mich, wo die Zwickauerinnnen heute mit dem Kopf waren. In der Halle jedenfalls nicht.

    Die Einwechslung von Lunde war wohl tatsächlich der Gamechanger, gute Intuition und mutige Entscheidung vom Trainer, nachdem man Solberg bei ihrer Leistung auch überhaupt keine Vorwürfe machen konnte.

    Der Trainer hat einfach ein Händchen dafür, wann es erforderlich ist, dem Spiel einen neuen Impuls zu geben. Das betraf nicht nur Lunde, sondern z.B. auch Breistol.

    Entscheidend war meines Erachtens was Du am Anfang schreibst: Dänemark hat am Ende Angsthasenhandball gespielt: Anstatt weiter mutig in Richtung Tor zu gehen waren die Mädels darauf bedacht, Risiken zu vermeiden und keine Fehler zu machen.

    Platt konnten die Däninnen eigentlich nicht sein, denn Jensen hat mehr gewechselt als sein norwegischer Kollege. Und mit dem 7 gegen 6 war er nicht gut beraten - wie sich schon in der 1. Halbzeit zeigte. Auf die Idee, bei einem guten Lauf mit einer Vier-Tore-Führung auf diese Variante zu gehen, muss man erstmal kommen ...

    Leute, sind wir jetzt beim Pfiff der Woche? Keiner redet über das 2. HF. Norwegen mit einer herausragenden Solberg kauft FRA am Schluss völlig den Schneid ab. Ähnliches Phänomen wie für NOR bei Olympia: Souverän durch die Vorrunde und dann geht im HF plötzlich nichts.

    Ja, das sollten wir tun! Es war ein sehr gutes Spiel, meines Erachtes das vorweggenommene Endspiel. Und jährlich grüßt das Murmeltier: Bei der WM 2021 führt Frankreich zur Halbzeit 16 : 12 und schein dem sicheren Turniersieg entgegenzugehen, ging dann aber in der 2. Halbzeit unter, am Ende bekanntlich 22 : 29. Der klare norwegische Sieg war diesmal nach dem Turnierverlauf nicht unbedingt zu erwarten. Erstaunlich, was Norwegen in der 2. Halbzeit noch draufzupacken hatte, und wie vor einem Jahr kam Reistad plötzlich wie Kai aus der Kiste. Der Knackpunkt war für mich allerdings der schwächere Rückraum der Französinnen: Konor und Zaadi allein sind zu wenig, um ein Spiel auf diesem Niveau zu gewinnen.

    Völlig astrein die Leistung der deutschen Schiedsrichterinnen Merz und Kuttler: Ruhig, umsichtig, konsequent und fehlerfrei. Dazu Gratulation und Respekt!

    Meine alte Idee, das eine Nachwuchsmannschaft bis 23 mit in der Bundesliga spielt.

    Ich glaube daran besteht kein Interesse.
    Es würde unseren Damenhandball beleben, und wir wären bei Turnieren eingespielter wenn dann Teile in die Nati integriert würden.

    Die Idee ist nicht schlecht, so ähnlich läuft es ja in Ungarn, allerdings nicht bis 23. Das Problem ist allerdings: Wer wird seine besten jungen Spielerinnen dorthin abgeben? Niemand!

    Da bringe ich doch lieber wieder mal die alte Idee einer B-Nationalmannschaft ins Spiel (meinetwegen auch bis 22 oder 23), die es vor vielen Jahren schon mal für kurze Zeit gab. Die sollen Länderspiele machen und an Turnieren teilnehmen, um internationale Erfahrung zu gewinnen. Das tut niemandem weh, kostet nur zusätzlich etwas Geld und braucht einen guten Trainer, der mit jungen Spielerinnen umgehen und sie voranbringen kann.

    Bei den genannten Spielerinnen fehlt mir definitiv von Pereira. Spielt derzeit ihre zweite Saison in Frankreich, macht dort einen super Job und war als Deutsche bereits zweimal in der Mannschaft der Woche, jeweils fuer ihre Leistungen im Angriff und Abwehr. Ist dann leider Verletzungsbedingt fuer ein halbes Jahr ausgefallen. Soll jetzt ein ganz starkes comeback gehabt haben.

    Zuvor hat Sie zwei Jahre in Daenemark das Feld fuer KHB gerockt, war mit 21 dort bereits vielbeachtete Abwehrchefin.

    Unterschreibe ich voll und ganz! Deutschland braucht dringend eine Abwehrchefin, wie dies z.B. Edwige für Frankreich ist. In diese Rolle könnte v. Pereira hineinwachsen. In der Bundesliga sehe ich keine deutsche Spielerin, die dafür in Frage kommen könnte. Smits könnte das natürlich auch, aber sie wird in der Abwehr auf Halb gebraucht, um den gegnerischen Rückraum im Zaum zu halten. Sie ist nun mal mit großem Abstand unsere beste Abwehrspielerin.