Beiträge von Löwenherz

    Da gehe ich weitgehend mit, sehe jedoch Leipzig weiter vorn.

    Investitionen in die Infrastruktur gehen kurzfristig zu Lasten der finanziellen Mittel für den Kader und man riskiert sportlich in der Tabelle z.B. ein oder zwei Plätze zu verlieren. Natürlich wäre es wünschenswert, wenn die Vereine aus eigenem Antrieb die Professionalisierung in den Fokus stellen. Aber bei einer Abwägung zwischen kurzfristigem sportlichem Erfolg und langfristiger Professionalisierung, wird bei fast allen Vereinen Ersteres den Vorrang bekommen - so lange es keine äußeren Zwänge gibt.

    Welcher Verein hat denn aus eigenen Mitteln eine Halle gebaut oder grundlegend in deren Aufwertung investiert? Investitionen in die Infrastruktur und die Mittel für den Kader haben doch überhaupt nix miteinander zu tun.

    Also, das letzte Spiel in Blomberg gegen den THC hatte Thüringen diverse Ausfälle und Reichert einen richtig schlechten Tag. Da war keine Idee, Thüringen war einfach schlecht, was auch einige Spielerinnen selbst sagten.

    Müller hatte es geschafft, Kühne durch Aizawa fast komplett aus dem Spiel zu nehmen, die dann von Zuschauerseite mit einigen "netten" Kommentaren wie "schmeißt die Japse raus" bedacht wurde für eine sehr gute, faire Abwehr.

    Was Du schreibst, ist nur teilweise richtig. Trotz der hervorragenden Abwehrleistung von Aizawa gegen Kühne war Müllers Maßnahme damals falsch, wie sich an der klaren Niederlage mit 36 (!!!) Gegentoren zeigt (Das Hinspiel hatte 23 : 21 geendet.). Birkner hatte sein Team im Laufe des Spiels sehr gut auf diese kurze Deckung eingestellt und andere Spielerinnen haben die entstehenden Lücken genutzt. Genau ein solcher Impuls fehlte diesmal, insbesondere in der Abwehr. In der PK deutete Birkner ja auch einige Dinge an, die er hätte machen können, aber eben nicht tat. So nahm die Niederlage ihren Lauf ...

    Der ist aber jetzt fies 🤣

    Der ist gar nicht fies (siehe #629). Birkner hat sich für wichtige Spiele eigentlich immer etwas einfallen lassen (gerade auch gegen den THC, wenngleich es nicht immer geklappt hat). Diesmal fiel ihm gegen das zu erwartende 7 gegen 6 gar nix ein. Die Ansprache in der Auszeit bestand vor allem in der Aufforderung an die Spielerinnen, etwas mehr zu tun. Er hat weder taktisch etwas verändert noch eine Idee mit auf das Feld gegeben. Nun kann auch ein Trainer mal einen schlechten Tag haben. Aber Birkner hat den THC in Hz2 einfach machen lassen und ist sehenden Auges in die Niederlage gelaufen. Da ist es schon ziemlich wohlfeil, hinterher lediglich zu sagen, ich nehme das auf meine Kappe.

    nein, es war nicht das erste Mal
    hat er schon in mehreren PKs gemacht und sich bei der Mannschaft dafür entschuldigt
    z.B. auch wenns dann kurz vor Schluss im engen Spiel 2Minuten gegen die Bank gab

    „Vielleicht hätte ich mutiger ins 5:1 gehen sollen, vielleicht einen Personalwechsel mehr vornehmen sollen, um die Abwehr zu stärken. Ich ärgere mich, dass wir als Trainerteam die eine oder andere Personalentscheidung hätten treffen müssen.“

    "Die Selbstkritik hat viel für sich. Gesetzt den Fall, ich tadle mich, so hab' ich erstens den Gewinn, daß ich so hübsch bescheiden bin; zum zweiten denken sich die Leut, der Mann ist lauter Redlichkeit; auch schnapp' ich drittens diesen Bissen Vorweg den andern Kritiküssen; und viertens hoff' ich außerdem Auf Widerspruch, der mir genehm. So kommt es denn zuletzt heraus, daß ich ein ganz famoses Haus." (Wilhelm Busch)

    So, dieses Spiel hat jeder Mannschaft der Liga gezeigt, wie man gegen Blomberg spielen muss. 7 gegen 6 absolut kein Mittel gegen gefunden, kein Input von der Bank.

    Man sieht halt, was ein guter Trainer ausmacht 🙈 9 Tore Rückstand aufholen und drehen...Respekt.

    Birkner wird ein Mittel finden. Gesten hätte es beim sieben gegen sechs z.B. eine Möglichkeit gewesen, Aizawa aus dem Spiel zu nehmen. Ohne clevere Spielsteuerung bricht jedes Überzahlspiel zusammen bzw. bleibt einfach wirkungslos.

    Sorry, Horst, aber lass mal bitte die Kirche im Dorf. Drei Mal war man klarer Außenseiter, das ist mal der Fakt. Heute war das anders und dann kann man von "nicht geliefert" sprechen. Ich bin sicherlich kein Freund von Ambitionslosigkeit, aber etwas Geduld muss man bei der Entwicklung eines Vereins und einer Mannschaft dann doch haben. Wie viele Titel hat Blomberg nochmal genau in seiner Vereinshistorie vorzuweisen=

    Ich meine, man muss das schon etwas Differenzierter sehen:

    1. Blomberg war nur zweimal "klarer Außenseiter" (das waren alle HBF-Team gegen HBL). Der THC hat gezeigt, dass gegen Ikast gewonnen werden kann (wie vorher gegen Valcea - an beiden ist übrigens der BVB in der angeblichen Todesgruppe gescheitert). Also war hier auch Blomberg als Gruppensieger nicht klarer Außenseiter. Aber das nur am Rande.

    2. Ich habe (wie schon früher geschrieben) großen Respekt vor des Leistung von Blomberg in der vergangenen Saison. Dennoch gibt es wesentliche Unterschiede zum THC. Der THC hat eine Saison mit viel größeren Höhen und Tiefen gespielt als Blomberg (erinnert werden soll nur an die unsäglichen Niederlagen gen SUN und in Larvik sowie die beiden Spiele gegen Elche), aber alle do or die Spiele (plus das gestrige Supercupspiel) gewonnen. Das gelang Blomberg nur zweimal (HF im dt. Pokal-FF sowie im VF in der EL); die anderen wurden verloren. Hier gab/gibt es schon noch einen Qualitätsunterschied, der jedoch nicht bleiben muss.

    Ändert deine ganze Aufregung etwas daran, dass der THC ohne seinen Autopapst und den Bauunternehmer nicht so existieren könnte?

    Kein Handballverein kann ohne Sponsoren existieren. Was also soll diese Bemerkung? Der THC hat im Laufe seiner 25jährigen Existenz verschiedene Wechsel von Großsponsoren bewältigt (wovon Du vermutlich nix weißt), andere Clubs haben den Rückzug von Sponsoren bekanntlich nicht verkraftet. Und der THC verfügt über einen gesunden Unterbau an mittelgroßen und kleinen Sponsoren, sodass der Spielbetrieb mit hoher Wahrscheinlichkeit weitergehen würde (wenngleich auf niedrigerem Niveau), wenn einer der beiden Großen ersatzlos ausfallen würde. Man sollte sich lieber erst schlau machen, bevor solche Bolzen rausgehauen werden.

    Beim THC sind die roten Lampen deutlicher als beim LB.

    Bilanzen sollte man entweder lesen können oder dazu schweigen, statt solchen Blödsinn von sich zu geben. Hätte es bei HBL Bürgschaften in der erforderlichen Höhe gegeben, sähe es dort anders aus. Aber das war schon immer Deine Stärke: Einzelne, oft wenig aussagekräftige Fakten aus dem Zusammenhang zu reißen und zu verabsolutieren - ganz gleich, ob es um Mannschaften, Spielergebnisse oder einzelne Spielerinnen geht. Die Bedeutung einer Zahl oder eines anderen Fakts ergibt sich jedoch immer erst aus dem Gesamtzusammenhang.

    Ich würde mich freuen, wenn HBL eine spielfähige Mannschaft hinbekommt - nicht aus besonderer Sympathie für den Club, sondern weil mir eine 12er Liga mit Spielbetrieb nach dem gegenwärtigen Plan lieber ist als eine 11er Liga mit wegfallenden Spielen. Vermutlich sehen das die anderen Mannschaften der Liga und die meisten Fans genauso.

    Wen soll Gaugisch denn sonst nominieren? Ich finde es super, dass die Spielerinnen die Sorge ihrer sportlichen Zukunft aus dem Kopf haben. Aber Döll hat jetzt acht Ligaspiele plus Pokal und die Testspiele mit der Nationalmannschaft bis zur Heim-WM. Das ist bitter. Thomaier und Behrend spielen jeweils noch Spiele in der Qualifikation zur Gruppenphase in der European League. Das ist aber alles weit weg von der Champions League. Alles enorm bitter. Man kann nur hoffen, dass Leuchter wirklich nach Odense geht und Roth auch noch einen guten verein findet.

    capitano19: Ich schätze Dein Wissen und Deine Meinung, aber hier erzählst Du Nonsens. Ist es wirklich "bitter", mal ein paar Monate nicht CL zu spielen ("bitter" ist für mich anderes ...)? Und das wird auch die Qualität der NM nicht runterziehen: In 2 Monaten verlernt man das Handballspielen nicht, weil man "nur" bei einem Bundesligaverein spielt, der die Meisterschaft nicht gewinnen wird. Bisher läuft es doch gut mich neuen Verträgen für unsere NM-Spielerinnen. Ich sehe jedenfalls keinen Grund zum Jammern. Oder hast Du den :irony: -Button vergessen?

    Die von dir verspottete ungarische B-Mannschaft hat in der Vorbereitung auf den EYOF -1 gegen den Europameister Slowakei gespielt. Damals fand man die Slowakei wohl als Testspielgegner passend.

    Was immer Du zu diesem Thema schreibst: Es wird immer sinnloser. Außerdem habe ich noch nie ein Team verspottet - weder ein ungarisches noch ein anderes.

    Es gibt durchaus Unterschiede zwischen dem Papier und der Realität. Wie oft hast Du Bensheim in der letzten Saison spielen sehen?

    Die deutsche Mannschaft hat sicherlich Höhen und Tiefen gehabt. Mit ein wenig mehr Glück und Können in den letzten zehn Spielminuten könnte man auch im Finale stehen.

    Ich glaube, man hat mit der Teilung EYOF/Euro vieles richtig gemacht. Und ich setze einen Zehner, dass man mit dem gleichen "Stamm" aus beiden Mannschaften bei der U19 um den Titel mitspielt.

    Kann man so sehen, aber irgendwie hat mir der Auftritt unserer Mädels nicht so richtig gefallen. Einiges schrieb ich ja schon dazu. Die Abwehr war akzeptabel (wenngleich wechselhaft): einsatzstark, aggressiv (44 Steals - die meisten aller Mannschaften), allerdings mitunter etwas kopflos und nicht konsequent bei gegnerischer Zeitspielvorwarnung. Das Angriffsspiel war mir meist zu pomadig und zu wenig kreativ. Wenn es mal eine kleine Idee gab (Kreuzung, Parallelstoß, Einläufer ...), dann fiel meistens auch ein Tor - aber das passierte viel zu wenig. Insgesamt fehlte das Feuer im Team, der bedingungslose Zug zum Tor (der fast nur von Rusko zu sehen war, die meines Erachtens viel zu wenig gespielt hat und dann meist auch noch auf der falschen Position). Die Trefferquote von 9m war die zweitbeste aller Mannschaften (53,3 %, nur hinter der Schweiz, die jedoch von dort wesentlich weniger geworfen hat) und damit besser als die unserer Außen - was schon sehr viel sagt. Bei der 7m-Quote ist Deutschland mit 62.5 % das Schlusslicht; 9 Teams hatten über 80 % - macht eine Differenz von 2 - 3 Toren pro Spiel und kann entscheidend sein. Das Gegenstoßspiel war unterirdisch - wenn es überhaupt dazu kam. Auch die technischen Fehler (102 - vor allem Fehlabspiele) waren zu viel; die besten Teams (Kroatien 80, Slowakei 91) waren hierbei deutlich besser.

    Beim Trainer konnte ich keine Konzeption für das Angriffsspiel erkennen und seine Wechselei fand ich teilweise recht verwirrend. Z.B. bei der relativ guten Trefferquote von 9m über längere Zeit im Rückraum nur mir Durchbruchsspielerinnen zu spielen, fand ich schon bemerkenswert. Bleibt zu hoffen, dass für die WM im nächsten Jahr (sind wir mit Platz 11 überhaupt qualifiziert?) die richtigen Schlüsse gezogen werden. Was für eine Entwicklung binnen eines Jahres möglich ist, hat die Slowakei gezeigt - das war schon erstaunlich. Hoffen wir das Beste!