Vor 2 Jahren ist diese Mannschaft Vizeeuropameister bei der U17 geworden. Im Finale verlor sie gegen Ungarn. Und jetzt? Was ist schief gelaufen. Bei den U17-Jugendmannschaften sind die Ergebnisse bei Europameisterschaften allgemein nicht so schlecht. Wenn man aber auf die U19 schaut sieht es übel aus. Bei 13 Meisterschaften landete Deutschland noch nie auf dem Podest.
Ein Grund für das "schlechte" Abschneiden in diesem Jahr ist das Fehlen von Viola Leuchter. Dazu kam im Spiel gegen Rumänien der fast totale Ausfall non Nieke Kühne-sie trat bei einem 7-Meter-Wurf an. In einer Handballmannschaft macht sich der Ausfall einer Spielerin schon bemerkbar wenn es keine Spielerinnen gibt die ebenbürtig das ausgleichen können.
Vielleicht liegt es aber auch am allgemeinen Zustand der Juniorinnen? Vielleich muss der neue Trainer noch Ergfahrungen sammeln?
Das habe ich vor einem Jahr schon mal dargestellt: Tendentiell werden die Ergebnisse unserer Mädels von U16/17 bis U20/21 bei fast jedem Jahrgang immer schlechter - mit ganz wenigen Ausnahmen. Und das bestätigt sich auch in diesem Jahr. Im Unterschied zu den Jungs (wie gerade beim EM-Sieg gesehen) entwickeln sich die Mädels in diesem Altersabschnitt offenbar weniger weiter als diejenigen in (einigen) anderen Ländern - auch hier bestätigen Ausnahmen wie Bölk und Leuchter nur die Regel. Das zeigt sich nicht zuletzt darin, dass von den U17-Vizeeuropameisterinnnen von 2021 in Rumänien gerade mal noch 6 Mädels dabei sind. Wo sind die anderen geblieben? Haben sie mehr oder weniger stagniert? Zwar gibt es auch einige verletzte Spielerinnen, aber das ist hier nicht das Kernproblem.
In meinen Augen liegt das Problem im System (Stellenwert des Frauenhandballs im Nachwuchsbereich und damit viel zu geringen Mitteln, z.B. um Mädels gezielter zu fördern und mehr Jugendtrainer durch ordentliche Bezahlung anzuziehen). Aber offenbar geht es auch um Trainingsinhalte. Wenn ich mir z.B. das Deckungsverhalten unserer Mädels anschaue, gibt es dort elementare Mängel im individuellen Bereich (Erkennen der Spielsituation, Stoppfouls, Stellungsspiel - u.a. zu viele Siebenmeter, weil im Kreis verteidigt wird) aber auch in der Abstimmung (es wird ungenügend bzw. nicht schnell genug verschoben, häufig stimmt die Zuordnung der Gegenspielerinnen nicht, oft fehlt die Absicherung beim Heraustreten ...).
Zum Angriff habe ich schon etwas geschrieben: Das ist einfach kein moderner Handball, der dort gespielt wird.
Abschließend noch eine Fußnote, die ich mir nicht verkneifen kann: Einerseits betont der DHB immer wieder, wie wichtig solche internationalen Meisterschaften für die (Persönlichkeits)Entwicklung der Mädels sind. Andererseits müssen Spielerinnen wie Bölk (die damals stattdessen zum Athletik-Trainingslager der Nationalmannschaft einbestellt worden war) und Leuchter zu Hause bleiben. Das halte ich für äußerst fragwürdig - sowohl für die Spielerinnen als auch für die Mannschaft, zumal wenn es auf der entsrechenden Position keine auch nur halbwegs akzeptable Alternative gibt.