Beiträge von Löwenherz

    :) kann passieren, es war 34:21

    Sehe ich genauso, in der 2. Halbzeit haben wir eine ausgetauschte deutsche Mannschaft gesehen. Die Spielerinnen haben ihre Einstellung ausgetauscht und endlich mit Biss gespielt.

    ... aber auch gegen einen Gegner, der auf einem sehr niedrigen Niveau Handball spielt (z.B. ohne wurfkräftigen Rückraum), enorme konditionelle Probleme hat und sich in der 2. Halbzeit auch ziemlich schnell aufgab. Kroatien kann kein Maßstab für unsere Mädels sein. Wenigstens die WM-Teilnahme ist gesichert und damit eine weitere Chance, international Erfahrungen zu sammeln.

    Vor 2 Jahren ist diese Mannschaft Vizeeuropameister bei der U17 geworden. Im Finale verlor sie gegen Ungarn. Und jetzt? Was ist schief gelaufen. Bei den U17-Jugendmannschaften sind die Ergebnisse bei Europameisterschaften allgemein nicht so schlecht. Wenn man aber auf die U19 schaut sieht es übel aus. Bei 13 Meisterschaften landete Deutschland noch nie auf dem Podest.

    Ein Grund für das "schlechte" Abschneiden in diesem Jahr ist das Fehlen von Viola Leuchter. Dazu kam im Spiel gegen Rumänien der fast totale Ausfall non Nieke Kühne-sie trat bei einem 7-Meter-Wurf an. In einer Handballmannschaft macht sich der Ausfall einer Spielerin schon bemerkbar wenn es keine Spielerinnen gibt die ebenbürtig das ausgleichen können.

    Vielleicht liegt es aber auch am allgemeinen Zustand der Juniorinnen? Vielleich muss der neue Trainer noch Ergfahrungen sammeln?

    Das habe ich vor einem Jahr schon mal dargestellt: Tendentiell werden die Ergebnisse unserer Mädels von U16/17 bis U20/21 bei fast jedem Jahrgang immer schlechter - mit ganz wenigen Ausnahmen. Und das bestätigt sich auch in diesem Jahr. Im Unterschied zu den Jungs (wie gerade beim EM-Sieg gesehen) entwickeln sich die Mädels in diesem Altersabschnitt offenbar weniger weiter als diejenigen in (einigen) anderen Ländern - auch hier bestätigen Ausnahmen wie Bölk und Leuchter nur die Regel. Das zeigt sich nicht zuletzt darin, dass von den U17-Vizeeuropameisterinnnen von 2021 in Rumänien gerade mal noch 6 Mädels dabei sind. Wo sind die anderen geblieben? Haben sie mehr oder weniger stagniert? Zwar gibt es auch einige verletzte Spielerinnen, aber das ist hier nicht das Kernproblem.

    In meinen Augen liegt das Problem im System (Stellenwert des Frauenhandballs im Nachwuchsbereich und damit viel zu geringen Mitteln, z.B. um Mädels gezielter zu fördern und mehr Jugendtrainer durch ordentliche Bezahlung anzuziehen). Aber offenbar geht es auch um Trainingsinhalte. Wenn ich mir z.B. das Deckungsverhalten unserer Mädels anschaue, gibt es dort elementare Mängel im individuellen Bereich (Erkennen der Spielsituation, Stoppfouls, Stellungsspiel - u.a. zu viele Siebenmeter, weil im Kreis verteidigt wird) aber auch in der Abstimmung (es wird ungenügend bzw. nicht schnell genug verschoben, häufig stimmt die Zuordnung der Gegenspielerinnen nicht, oft fehlt die Absicherung beim Heraustreten ...).

    Zum Angriff habe ich schon etwas geschrieben: Das ist einfach kein moderner Handball, der dort gespielt wird.

    Abschließend noch eine Fußnote, die ich mir nicht verkneifen kann: Einerseits betont der DHB immer wieder, wie wichtig solche internationalen Meisterschaften für die (Persönlichkeits)Entwicklung der Mädels sind. Andererseits müssen Spielerinnen wie Bölk (die damals stattdessen zum Athletik-Trainingslager der Nationalmannschaft einbestellt worden war) und Leuchter zu Hause bleiben. Das halte ich für äußerst fragwürdig - sowohl für die Spielerinnen als auch für die Mannschaft, zumal wenn es auf der entsrechenden Position keine auch nur halbwegs akzeptable Alternative gibt.

    Kann jemand mal die technischen Fehler von der Schweiz posten als Vergleich

    Würde mich mal interessieren...

    In der gesamten Vorrunde 33 technische Fehler (davon allein fast die Hälfte im verlorenen Spiel gegen Schweden), also im Durchschnitt 11 Fehler pro Spiel. Deutschland mit 49 technischen Fehlern in der Vorrunde, d.h. rund 16 pro Spiel und damit 48% mehr Fehler als die Schweiz. Kommentar überflüssig.

    ... Deutschland nimmt seine Auszeit nicht mehr.

    ... In den letzten Sekunden wird keine Manndeckung gespielt.

    Nicht nur dies - auch wenn es aus der Ferne immer schwer zu beurteilen ist: Mich hat unser Trainer in diesem Turnier nicht überzeugt und wohl auch einen nicht unerheblichen Anteil am Verpassen der Hauptrunde.

    Ehrlich gesagt, ich glaube, es sei gerecht, Deutschland gehört ohne die beiden besten Spielerinnen dieser Jahrgänge (nämlich Nieke Kühne und Viola Leuchter) nicht zur Elite.

    Das sehe ich genauso. Aber man muss die Schwächen der Mannschaft insgesamt sehen: Zu langsamer Spielaufbau, kein Feuer und zu wenig Ideen im Angriff (die wenigsten Tore aller Mannschaften der Gruppe), viel zu viele technische Fehler (allein 19 gegen Rumänien), Abwehr häufig unorganisiert, kaum Stoppfouls, große Lücken. Über alle 3 Spiele gesehen funktionierte eigentlich nur das Spiel über den Kreis einigermaßen (wobei auch dabei viel liegengelassen wurde und zu viele Anspiele nicht ankamen). Anerkennenswert waren der Kampfgeist und der Einsatz der Mädels bis zum Schlusspfiff. Doch das allein reicht eben nicht, um mit der Spitze mitzuhalten. Auch wenn das Ausscheiden knapp und bitter war: Mit diesem Niveau hat die Mannschaft in der Hauptrunde nix zu suchen.

    Gute Gruppe, die Hauptrunde wird dann nicht ohne. Da sehe ich Deutschland aber auf dem zweiten Platz. Träfe man im Viertelfinale aus Teams der Gruppen G/H, dann besteht eine realistische Chance auf das Halbfinale.

    Da wäre ich nicht so sicher. Gegen Polen gab es schon knappe Spiele und Japan ist immer für eine Überraschung gut. Es wäre ja wichtig, ohne Verlustpunkte in die Hauptrunde zu kommen.

    Die ungarische Mannschaft hat einen neuen Trainer. Er heißt Zoltán Szilágyi, ist Cheftrainer von DVSC (CL-Teilnehmer in der folgenden Saison) und der Bruder des Kieler Geschäftsführers Viktor Szilágyi. Merkwürdig ist, dass nach vielen Jahren weder ein Trainer von Außen kommt, nachdem die Position lange für die Angestellten der Nationalen Handballakademie NEKA reserviert war.

    Du nennst es "merkwürdig", doch siehst Du das positiv oder negativ?

    3.Liga-Erfahrung scheint wichtiger als Bundesliga-Erfahrung zu sein ... Und Leuchter schont sich wohl für den Abstiegskampf von Leverkusen.

    Jasmina Gierga (BSV Sachsen Zwickau),

    Lea Walkowiak (BSV Sachsen Zwickau),

    Auch mir leuchten einige Entscheidungen nicht ein; insbesondere die Streichung der beiden Zwickauerinnen kann ich nicht nachvollziehen (wobei mir natürlich nix über die gesundheitliche Situation der Mädels bekannt ist).

    Habe mir ein wenig angeschaut was in Rumänien Richtung weibliche Jugend-Förderung läuft. Interessanterweise gibt es dort seit einigen Jahren 4 Leistungszentren-Centre Nationale de Excelenta-über das Land gleichmässig verteilt. Spielerinnen zwischen 14 und 19 Jahren werden dort für den Leistungssport vorbereitet. Es gibt je drei "Klassen" pro Zentrum: 14-15 Jahre, 16-17 Jahre und 18-19 Jahre. Wie üblich trainieren, wohnen und gehen die Spielerinnen dort im Zentrum zur Schule. Anders als in Holland oder der Schweiz fahren die Spielerinnen am Wochenende nicht nach Hause zum Heimatverein um zu spielen sondern nehmen mit der Mannschaft des Leistungzentrums an verschiedenen Meisterschaften teil: 2. Liga, Juniorinnen 1 und Juniorinnen 2. Das ganze funktioniert durch eine Verordnung vom Bildungsministerium. Finanziell beteiligen sich an den Leistungszentren Bildungs-Ministerium, Handballverband, Stadt und Kreis.

    Hier ist die Verordnug für das Zentrum aus der Stadt Sfintu Gheorghe (übers. Der Heilige Georg- oder St. Georg):https://lege5.ro/gratuit/gm4dmm…al-din-23092020

    Ganz gleich, ob ungarisches, rumänisches, niederländisches oder ... haste nicht gesehen ... Modell: Unter deutschen Bedingungen würde das nur mit massiver staatlicher (DHB oder irgendwie) Förderung funktionieren. Diese ist aber überhaupt nicht in Sicht, weil dem Frauenhandball einfach ein viel zu geringer Stellenwert beigemessen wird. Ohne eine grundlegende Veränderung in dieser Hinsicht (und die Bereitstellung entsprechender Mittel) brauchen wir über irgendwelche Modelle überhaupt nicht nachzudenken.