Beiträge von Löwenherz

    Smits ist kein Idiot, er hätte wissen müssen, dass keine Spielerin so ein Spiel durchspielen kann. In der ersten Halbzeit hat er doch, abgesehen von einer Zeitstrafe, gar nicht gewechselt. Und in der zweiten erst, wenn es schon unvermeidbar war. Bei so einem Spiel müsste der Trainer einen Plan habe, wie zu wechseln - was natürlich angepasst werden muss, wenn der Leistung der einen oder anderen Spielerin nicht stimmt. Er hatte offensichtlich keinen.

    Da sind wir dann wieder genau einer Meinung. Er hatte offenbar weder einen Plan A noch einen Plan B. Das hat mich enttäuscht, nachdem er im bisherigen Verlauf des Turniers vieles richtig gemacht hatte.

    Ich habe, ehrlich gesagt, schlimmeres erwartet, es war ein tolles Spiel, auf Augenhöhe, wo Kleinigkeiten entschieden haben - nicht zuletzt die nicht geplante Wechseltaktik.

    Da bin ich außnahmsweise mal anderer Meinung als Du. Für das Halbfinalspiel bei einer EM fand ich die Qualität nicht besonders gut, vor allem wegen der vielen Fehler. Was meinst Du mit nicht geplanter Wechsektaktik? Habe ich da etwas nicht mitbekommen?

    Leider das schwächste Spiel unserer Mädels bei diesem Turnier - was nicht primär an dem - keineswegs übermächtigen - Gegner lag. Die Differenz der technischen Fehler (19 : 14) entspricht genau dem Ergebnis; dazu die 3 verworfenen Siebenmeter. Der Angriff heute mit zu wenig Tempo und Ideen und die Abwehr mit zu vielen Löchern.

    Warum hat Smits im Rückraum erst gewechselt, als die Mädels längst auf dem Zahnfleisch gingen (insbesondere die bis dahin gute Litvinov vor Erschöpfung nur noch Fehler produzierte). Warum hat er es nicht wenigstens mit Ott versucht, als für Menne bei nachlassender Kraft kein Durchkommen mehr war? Auch der Wechsel im Tor kam meines Erachtens zu spät; die knapp 26% von Steinecke waren ja nicht gerade überragend.

    Schade, da war heute mehr drin!

    Viele Entscheidungen der Schiedsrichter habe ich nicht verstanden, aber das mag an mir liegen ...

    Habe mich verrechnet, muss mich korrigieren: Die Ballverluste unserer Mädels (pro Spiel im Durchschnitt) waren etwas geringer als früher angegeben und liegen im Vergleich der Final-Four-Mannschaften (+ Ungarn, das interessanter Weise den besten Wert hat) gar nicht so schlecht (gerundete Zahlen):

    Ungarn 17

    Dänemark 18

    Deutschland 19

    Kroatien 21

    Frankreich 22

    Im Laufe des Turniers nahm die Fehleranzahl bei allen genannten Mannschaften tendenziell zu - natürlich nicht überraschend.

    In meinen Augen sind diese Werte sehr hoch (Es sind die besten Jugendmannschaften Europas!) und ein Merkmal des (schon von einem User benannten) vergleichsweise niedrigen Niveaus dieser EM. Fehlerfestival der Spiele zwischen diesen Mannschaften war übrigens Deutschland (32) - Kroatien (27) mit insgesamt 59 Fehlern.

    Mich würde insbesondere interessieren, was die aktiven Trainer in dieser Runde (B-Coach, Zickenbändiger & Co.) zu dieser EM und zur Leistung unserer Mannschaft sagen.

    Heute gewinnt Deutschland gegen Serbien 34-18.

    Spielerin des Spiels wurde Felina Menne.

    Gegen Serbien habe ich Litvinov als beste Spielerin gesehen, aber, allgemein gefällt mir Menne von ihrer Spielweise am besten.

    Die Auswahl der Spielerinnen des Spiels bei der deutschen Mannschaft ist teilweise schwer nachvollziehbar. Dass mit Lindemann eine Torfrau mit 54,55% gehaltener Bälle (wenngleich hinter einer guten Abwehr) dafür nicht gewählt wird, dürfte sehr selten vorkommen. Auch Litvinov (11/15 und gute Abwehrleistung) wäre dafür aus meiner Sicht in Frage gekommen. Im heutigen Spiel war für mich ebenfalls unsere Torfrau die Spielerin des Spiels (42,11% - mit einigen wirklich starken Paraden), auch wenn die erwählte Kim Ott immer besser zurecht kommt und den Platz der verletzen Tucholke heute gut ausfüllt hat.

    Das Spiel Deutschland - Kroatien war in den letzten 10 min. eine blanke Katastrophe: Fehler über Fehler, nur noch je 2 Tore. War hier im 5. Spiel schon ein Kräfteverschleiß zu sehen? Ohne deutliche Steigerung gibt es gegen Frankreich eine Klatsche. Dann geht es um Platz 3 wohl wieder gegen die Kroatinnen, die auf Revanche brennen werden.

    Auch wenn mir die Spielweise unserer Mädels insgesamt viel besser gefällt als bei der U19 (wie schon geschrieben), gibt es zwei gravierende Mängel: Erstens viel zu viele Ballverluste (insgesamt 105, d.h. 21 pro Spiel, die meisten davon durch technische Fehler), zweitens das Kreisspiel: Die Anspiele an den Kreis waren meist katastrophal, aber mitunter haben die Kreisläuferinnen einfach gepennt und zudem nicht sonderlich variabel geworfen.

    Ja, sehe ich ebenso - ist aber vielleicht auch eine Frage des jeweiligen Typs bzw. der Mentalität. Verstehe nicht, warum immer mit Steinecke angefangen wird. Beide haben zwar im Durchschnitt zwischen 28 und 29% Fangquote, aber Lindemann war gegen Montenegro und Tschechien deutlich stärker (jeweils über 30%), hatte nur gegen Island einen schwarzen Tag. Vor allem hat Lindemann von außen besser gehalten, von wo Steinecke fast gar nix zu packen bekam. Überragende Leistungen boten allerdings beide nicht.

    Für die deutsche Mannschaft scheint sich hier kaum jemand zu interessieren - außer einem Ungarn (Danke Germanicus!).

    Zunächst erst einmal finde ich das Spiel unserer Mädels erfrischend - ganz anders als als das ideenlose Hin-und-Her-Geschiebe der U19. Auch die Abwehr zeigt sich viel einsatzbereiter (wenn sie denn nach ca. 15 Minuten wach geworden ist), ist schnell auf den Beinen und kann ordentlich zupacken (sehr gut z. B. gegen Montenegro zwischen der 30. und ca. 45 Minute). Es gibt keine herausragenden Spielerinnen (wie z. B. Leuchter bei den Vorgängerinnen), aber es scheint ein ganz anderes Feuer im Team zu lodern als bei der blassen U19!

    Ansonsten sind viele Schwächen leider ebenso vorhanden wie bei der U19: Die Abwehr hat immer wieder Schwächephasen, die den Gegner wegziehen oder aufholen lassen. Auch lässt sie sich zu oft in den Kreis drängen und kassiert zu viele Siebenmeter. Im Angriff ist die Wurfquote schlecht (selbst bei freien Würfen: Es wird einfach draufgeballert, anstatt die Torfrau auszugucken.) Auf RR fehlt eine wurfstarke Spielerin (obwohl Litvinov entsprechend ihrer Möglichkeiten die Sache gut macht - in Abwehr und Angriff), deshalb kann sich die gegenerische Abwehr (wie bei der U19) nach links verschoben orientieren und unseren RL das Leben schwer machen. Einige Mädels spielen sehr wechselhaft, hatten offenbar zum Teil die Nerven nicht im Zaum (insbesondere gegen Montenegro).

    Zu den Schiedsrichtern: In den Spielen der deutschen Mannschaft gab es auf beiden Seiten keine einzige gelbe Karte, sondern sofort Zeitstrafen, zum Teil für so gut wie nix. Wofür gibt es die Karten dann überhaupt? Heute waren unsere Mädels die Leidtragenden dieser Zeitstrafenmanie (fand die Schiedsrichter im Spiel gegen Montenegro überhaupt ziemlich schwach und fehlerhaft).

    Das Unentschieden gegen Montenegro musste nicht sein; der Sieg wurde wirklich leichtfertig verspielt - bei allem Respekt für das Aufbäumen der Montenegrinerinnen. Schau´n mer mal, was noch geht - ich erwarte keine Wunder, bin jedoch gespannt und vorsichtig optimistisch!

    ... Dazu fließt das Geld für neue Hallen im Osten doch recht schnell. Muss man ja nicht selbst bezahlen. Und am THC sieht man ja wie man für eine Schulhalle Millionen in die Hand nimmt ...

    Recht schnell? Du weißt sicher, wie lange es gedauert hat, bis der notwendige Umbau der Halle in Bad Langensalza in die Gänge kam, obwohl der THC damals schon jahrelang CL spielte? Und das "Theater" um die Halle in Eisenach kennst Du sicher auch. Zumindest in Thüringen sitzt das Geld für Handballhallen überhaupt nicht locker. Da werden lieber mal um die 50 Mio. € für den Stadionneubau viertklassiger Fußballmannschaften versenkt - wie in Erfurt und Jena.

    Kader der U17 für die EM:

    Lena Berens (Berliner TSC), Aylin Bornhardt (SV Salamander Kornwestheim), Fabienne Fournier (Frankfurter HC), Frida Heimann (BVB Dortmund), Kaya Homann (TV Hannover-Badenstedt), Marleen Kern (SG Kappelwindeck/Steinbach), Laura Klocke (HC Leipzig), Lena Lindemann (Bergischer HC), Ruslana Litvinov (TUS Vollnkirchen), Felina Menne (BVB Dortmund), Farrelle Njinkeu (Berliner TSC), Leila Ott (HSG Würm-Mitte), Kim Ott (Thüringer HC), Lina Steinecke (TV Hannover-Badenstedt), Marlene Tucholke (SC Markranstädt), Alissa Werle (SG Mainz-Bretzenheim)

    16 Spielerinnen aus 13 verschiedenen Vereinen.

    Du bräuchtest also allein für diese Mädels 13 sehr gute Trainer/innen, die diese jeweils jahrgangsgerecht auf Nationalmannschaftsniveau (nennen wir es mal so) halten bzw. entsprechend weiterentwickeln können, bis sie (evtl. !!!) mal zu einem Leistungszentrum/Club wechseln. Im nächsten Jahrgang können die Mädels aber aus 13 anderen Vereinen kommen ... Es ist doch sofort klar, dass man auf dieser Basis den deutschen Frauenhandball nicht in die Weltspitze führen kann.

    Mein erster Gesamteindruck dieser EM: Das Leistungsniveau in dieser Altersklasse hat sich gegenüber früheren Jahren nicht verbessert (von Überflieger Ungarn mal abgesehen) - eher das Gegenteil ist der Fall. Aber die meisten teilnehmenden Länder (bis auf die 3 Letztplatzierten) sind enger zusammengerückt (wie hier schon jemand festgestellt hat), deshalb die vielen knappen Ergebnisse. Beides hängt wohl miteinander zusammen, wenngleich es einige "Aufsteiger" gibt, vor allem Portugal, aber auch Montenegro ist wieder stärker geworden. Wie seht Ihr das?

    man hat zweimal verloren, wenn ich nicht irre. Gegen NOR mit einem. Portugal war überraschend stark und somit war die Gruppe nicht einfach. Mit V.Leuchter hätte es wohl für mehr gereicht für die Hauptrunde.

    Ok., wir hatten 2 letztendliche Halbfinalisten in der Gruppe, doch mit den oben (und weiteren, bereits nach der Vorrunde) genannten Mängeln wäre es auch in anderen Gruppen schwer geworden, die Hauptrunde zu erreichen. Erinnert sei z.B daran, das wir gegen den Dreizehnten (Island) mit Ach und Krach gewonnen haben.

    Kühnes Verletzung hat glaube ich das Spielkonzept arg durcheinander gebracht und die Mannschaft verunsichert. Die beiden Stammkreisläuferinnen werden am Ende die besten deutschen Torschützen im Turnier, auch eher ungewöhnlich

    Sie hätte sicher für mehr Druck aus dem Rückraum und für (die leider fehlenden) Spielideen gesorgt. Doch ich glaube nicht, dass das Gesamtkonzept im Angriff anders gewesen wäre. Die meisten Mannschaften haben gegen uns vor allem versucht, gegen den Rückraum zu verdichten und aggressiv rauszutreten, dafür lieber Anspiele auf Außen oder den Kreis zu riskieren. Das hat durchaus Wirkung gezeigt (und wäre nicht anders gewesen, wenn Kühne gespielt hätte), aber auch für die Stellung unserer Außen und Kreisläuferinnen in der Torschützenliste gesorgt.

    Bemerkenswert ist meines Erachtens auch, dass 3 Mannschaften vom Balkan die letzten Plätze belegt haben und damit (außer Nordmazedonien) bei der WM nicht dabei sein werden.

    Eine erste Bilanz unserer Mädels: "Die Tabelle lügt nicht!" - Mit Platz 11 steht unsere Mannschaft dort, wo sie mit ihrem Leistungsniveau hingehört. Um weiter nach vorn zu kommen, bräuchte es entweder mehr individuelle Klasse oder ein gutes Zusammenspiel innerhalb der Mannschaft mit kreativen Ideen. Beides war nicht vorhanden. Allein 109 technische Fehler in 7 Spielen (fast 16 im Durchschnitt, in der Spitze 21, nie weniger als 12) dazu viel Fehlwürfe und andere Fehler sprechen eine deutliche Sprache. Rückraum fand in den Spielen gegen starke Mannschaften kaum statt (Einzelbeispiel aber symptomatisch: Ehlert gegen Norwegen in der 54. min. mit der ersten ernstzunehmenden Aktion Richtung Tor); Torquote aus dem Rückraum meist nur um 50 %, mitunter deutlich darunter. Außen und Kreisspielerinnen stärker als der Rückraum, konnten es allein natürlich nicht richten (auch zum Teil mit Schwierigkeiten gegen gute Torfrauen).

    Die Abwehr hat schwach begonnen, sich jedoch in den letzten Spielen deutlich stabilisiert und mehr Engagement gezeigt: Im Durchschnitt pro Spiel 30 Gegentore in der Vorrunde, 23 in der Zwischenrunde und den Platzierungsspielen - wenngleich bei teilweise schwächern Gegnern.

    Zwar wurde der Kampfgeist unserer Mädels bei den Übertragungen und in den Medien immer wieder betont, doch ein echtes Feuer im Spiel habe ich nicht erkennen können. Statt bedinungslosem Durchsetzen im Angriff gab es häufig die angezogene Handbremse, teilweise "Verweigerung: quer spielen statt "draufgehen" in entsprechenen Situationen (z.B. Ehlert, Ruwe).

    In Summe: Die Mädels stehen , wo sie hingehören. Für dei WM im nächsten Jahr erwarte ich keine nennnswerte Steigerung. Wo soll sie auch herkommen?

    Ein Wort zu den Schiedsrichtern: Wie schon bei einigen früheren Nachwuchs-EM/WM gab es teilweise wieder (meist unnötige) Zeitstrafenfestvals; die Schiris schienen ihre gelben Karten vergessen zu haben. Heute im Spiel Deutschland - Tschechien gab es keine einzige gelbe Karte, jedoch 13 Zeitstrafen - in einem keineswegs überharten Spiel.

    Dulfer und Smits sind doch erst 2019 nach Dortmund gewechselt. Sie haben in Dortmund nie unter Gino Smits gespielt.

    Das ist richtig. Aber er hat sie dorthin geholt und wurde dann geschasst - ein verhängnisvoller Fehler, wie sich später herausstellte. Dulfer und Smits könnten dort heute noch spielen und wären wohl auch mit dem BVB mehrfach Meister geworden. Aber das ist Spekulation und Geshcichte ...

    Dass Rumänien Schweden so deklassiert hätte ich nicht gedacht. Gehe davon aus, dass Rumänien gegen die Schweiz gewinnt und ins Halbfinale einzieht.

    Die rumänische Mannschaft hat durchaus Potential. Sie ist allerdings in der Vorrunde unter dem Druck, vor heimischem Publikum bestehen zu müssen, fast zerbrochen. Das zeigte sich gegen Portugal und streckenweise auch gegen Deutschland, wo die Nerven doch mitunter recht heftig flatterten. Das hätte durchaus ins Auge gehen können, wenn sich unsere Mädels (einschließlich Trainer) in der Schlußphase etwas cleverer angestellt hätten (Habe mir gerade die letzten Minuten nochmals angesehen: Da wurde von unserer Mannschaft verdammt viel falsch gemacht.) . Nach dem Einzug in die Hauptrunde haben die Rumäninnen befreiter aufgespielt.