Eine erste Bilanz unserer Mädels: "Die Tabelle lügt nicht!" - Mit Platz 11 steht unsere Mannschaft dort, wo sie mit ihrem Leistungsniveau hingehört. Um weiter nach vorn zu kommen, bräuchte es entweder mehr individuelle Klasse oder ein gutes Zusammenspiel innerhalb der Mannschaft mit kreativen Ideen. Beides war nicht vorhanden. Allein 109 technische Fehler in 7 Spielen (fast 16 im Durchschnitt, in der Spitze 21, nie weniger als 12) dazu viel Fehlwürfe und andere Fehler sprechen eine deutliche Sprache. Rückraum fand in den Spielen gegen starke Mannschaften kaum statt (Einzelbeispiel aber symptomatisch: Ehlert gegen Norwegen in der 54. min. mit der ersten ernstzunehmenden Aktion Richtung Tor); Torquote aus dem Rückraum meist nur um 50 %, mitunter deutlich darunter. Außen und Kreisspielerinnen stärker als der Rückraum, konnten es allein natürlich nicht richten (auch zum Teil mit Schwierigkeiten gegen gute Torfrauen).
Die Abwehr hat schwach begonnen, sich jedoch in den letzten Spielen deutlich stabilisiert und mehr Engagement gezeigt: Im Durchschnitt pro Spiel 30 Gegentore in der Vorrunde, 23 in der Zwischenrunde und den Platzierungsspielen - wenngleich bei teilweise schwächern Gegnern.
Zwar wurde der Kampfgeist unserer Mädels bei den Übertragungen und in den Medien immer wieder betont, doch ein echtes Feuer im Spiel habe ich nicht erkennen können. Statt bedinungslosem Durchsetzen im Angriff gab es häufig die angezogene Handbremse, teilweise "Verweigerung: quer spielen statt "draufgehen" in entsprechenen Situationen (z.B. Ehlert, Ruwe).
In Summe: Die Mädels stehen , wo sie hingehören. Für dei WM im nächsten Jahr erwarte ich keine nennnswerte Steigerung. Wo soll sie auch herkommen?
Ein Wort zu den Schiedsrichtern: Wie schon bei einigen früheren Nachwuchs-EM/WM gab es teilweise wieder (meist unnötige) Zeitstrafenfestvals; die Schiris schienen ihre gelben Karten vergessen zu haben. Heute im Spiel Deutschland - Tschechien gab es keine einzige gelbe Karte, jedoch 13 Zeitstrafen - in einem keineswegs überharten Spiel.