War eng. Aber auch selber dran schuld. Gerade so durchgerumpelt. Die Mädels gehen auf dem Zahnfleisch. Kommt dann noch eine vogelwilde Deckung dazu, also von Elche. Selber 45 Minuten offen wie eine Scheune und ohne Fortune im Angriff. Warum muss Reichert alles machen, sogar die Siebenmeter nachdem sie schon am Mittwoch scheiterte. Nun ja, die Csenge richtete es dann. Kündig half gut in der Abwehr aus, eben in den letzten Minuten. Dafür feierte eine Lilly Janßen mit 18 Jahren ihr EHL-Debüt. Nach Mittwoch mit zwei Einsätzen gegen 7-Meter in der Bundesliga. Chapeau hat sie das zwischendurch gemacht.
Bei so einer "vogelwilden" Deckung muss man immer wieder draufgehen, den Durchbruch suchen - aber außer Reichert macht das im THC-Rückraum niemand. Im Gegenteil: Selbst bei den besten Gelegenheiten wird verweigert (begleitet vom Aufstöhnen der Fans) und der Ball weitergespielt. Kuczora hat gestern endlich mal geliefert. Wäre zu hoffen, dass dies ihr Selbstvertrauen stärkt. Janßen hat ein starkes Spiel gemacht, mit 35,71% deutlich besser als Lövgren (26,09%). Reichert kämpft, scheint aber so ziemlich am Ende ihrer Kräfte zu sein.
"Zahnfleisch" hin oder her: Es ist erschreckend, wie sich der THC meist dem Niveau des Gegners anpasst (vor allem nach unten). Oft mogelt man sich dabei nach Zitterpartien am Ende noch zum Sieg, lässt aber mitunter auch unnötig Punkte liegen (SUN, Metzingen). Und dann gibt es die wenigen "Ausrutscher" nach oben (Braila, BVB) und unten (vor allem in Larvik). Wer immer auf dem Drahtseil tanzt, kann auch ganz schnell mal abstürzen ...