Beiträge von Löwenherz

    Es werden jedes Jahr Anträge abgelehnt, dass können Thüringen und Dortmund bestätigen.

    Das ist mir klar! Es ging um den Platz des EL-Siegers (oder des Finalisten als Nachrücker) in der nachfolgenden CL. Da ist meines Wissens noch niemand abgelehnt worden.

    Übrigens finde ich es gut, dass der THC verzichtet hat. Es war sicher besser, eine zusätzliche Spielerin zu verpflichten als einen sechsstelligen Betrag durch die Esse zu jagen und dafür zwölfmal (oder noch öfter) die Hucke vollzubekommen. Die letzte Saison hat der THC sehr wechselhaft gespielt und zielt nun offenbar vor allem darauf ab, mehr Stabilität in das Team hineinzubekommen. Auch dafür wäre eine CL-Teilnahme aufgrund der hohen Belastung nicht hilfreich gewesen.

    Eine Kommunalpolitik kann sich nicht zum Profisport bekennen. Das ist nicht ihre Aufgabe.

    Natürlich kann sie das! Wer soll ihr das verbieten? Außerdem: Was heißt "bekennen"? Buxte tut dies mit dem Bau der Halle, Bensheim (bisher) mit kostenloser Hallennutzung - die Liste ließe sich fortsetzen. Es geht doch nicht (nur) um ein verbales Bekenntnis, sondern um die Schaffung eines Umfeldes (z. B. infrastruktureller oder finanzieller Art), in dem Sport, auch Profisport gedeihen kann. Natürlich ist das (wie auch z.B. Kultur oder Wirtschaftsförderung) keine kommunale Pflichtaufgabe, aber das Kommunalrecht steht dem auch nicht entgegen.

    Das Problem in Zwickau besteht meines Erachtens darin, dass Vorstand und Geschäftsführer den Antrag offenbar als Selbstläufer angesehen, die Stimmung im Stadtrat falsch eingeschätzt und nicht genügend Lobbyarbeit betrieben haben. Letzteres sollte man jedoch tunlichst machen, wenn die Existenz des Vereins (oder zumindest des Profisports) davon abhängt.

    Sehe ich anders. Man vergleiche nur mal die Verpflichtungen der zwei Nordclubs mit denen von Zwickau. Der VfL hat das letzte Mal vor über zwei Jahren eine etablierte Spielerin einem deutschen Erstliga-Konkurrenten abgeworben. Kähr, Niewiadomska und Brons-Petersen sind für mich alles Spielerinnen der Kategorie "Vollzeit-Handballerin". Beim VfL dagegen sind alle Spielerinnen Studis oder haben noch einen weiteren Job. Auch bei den beiden Neuzugängen aus der Schweiz ist das der Fall.

    Mit diesen 3 Mädels hast Du sicher recht, aber 3 Schwalben machen noch keinen Sommer. Außerdem sind das Spielerinnen, die entweder woanders mehr oder weniger gescheitert sind oder sich nach Langzeitverletzung erst wieder zeigen müssen und sicher keine horrenden Gehälter bekommen. Für mich sieht es jedenfalls nicht so aus, dass Zwickau bei Einkäufen aus dem Vollen schöpfen kann.

    Vielleicht sollte man sich auf den beiden Außenpositionen auch mal jemanden suchen, der 6-7 Jahre Durchschnitt in einer ordentlichen Liga war und nicht auf Talent oder Wiederherstellung hoffen.

    Muss man sich aber leisten können. Die Einkäufe sowohl der letzten als auch der kommenden Saison deuten doch eher auf ein schmales Budget hin. Man ist sicher nicht aus Spaß bei einigen Spielerinnen ein relativ hohes Risiko eingegangen.

    Okay, ich kann da nur mit schlechtem Halbwissen glänzen.

    Ich will mich hier auch nicht zum permanenten Zwickau-Basher aufschwingen, aber ich finde beim BSV Sachsen Zwickau ist die Diskrepanz zwischen dem was so öffentlich gesagt wird und dem was so hinter den Kulissen abläuft, schon sehr groß. Man stellt sich als kleinster Fisch im Bundesliga-Vergleich dar und gleichzeitig findet man es selbstverständlich, dass mit großen Summen aus kommunalen Haushalten (=Steuereinnahmen) der Profihandball subventioniert wird.

    Und mal aus Leverkusener Perspektive: Wenn die Frauenhandball-Mannschaft von Bayer Leverkusen in der abgelaufenen Saison knapp 280.000 € Subvention von der Stadt Leverkusen zusätzlich zum Hauptverein-Budget erhalten hätte, hätte man die Klasse vielleicht problemlos gehalten. Hat man aber nicht, weil offensichtlich nur ein einziger Verein in der Liga in so einer komfortablen Situation ist (oder war?).

    Deine Bedenken kann ich verstehen. Doch ist es nicht löblich, dass eine Stadt den Sport fördert, wo die lokale Wirtschaft dazu nicht in der Lage oder nicht Willens (VW) ist? Wir müssen dazu nicht mal nach Rumänien oder Ungarn zu schauen, wo dafür teilweise ganz andere Summen aus den kommunalen Haushalten eine Rolle spielen. Mir ist es letztlich egal, woher die Gelder für unsere geliebte Randsportart kommen - ob direkt von Unternehmen oder aus den von diesen gezahlten Steuern aus dem Stadthaushalt. Ich hoffe, dass Zwickau der 1. Liga erhalten bleibt - schon aus Gründen der territorialen Situation, die ziemlich südlastig ist.

    Das pikante Detail in dem Fall ist, dass es sich um eine steuerbegünstigte gemeinnützige GmbH handelt. Eine solche GmbH darf ihre Gewinne nur für gemeinnützige Zwecke verwenden. Ob das Sponsoring einer Profi-Handballmannschaft wohl dazu gehört? (Ich weiß es nicht.)

    Sponsoringaufwendungen gehören in die Kosten, haben nix mit dem Gewinn zu tun. Mir ist keine Rechtsgrundlage bekannt, nach der gGmbH kein Sponsoring betreiben dürfen.

    https://www.freiepresse.de/zwickau/zwicka…artikel13841466

    Die Freie Presse hat nun auch einen Artikel dazu. Ich finde es seltsam, dass die lokale Presse dort so undifferenziert berichtet. Im Artikel werden wieder die Worte "Hallenmiete" und "Mietzuschuss" verwendet, obwohl beide Begriffe im eigentlichen Antrag gar nicht vorkommen [1]. Weiterhin wird davon gesprochen, dass der Antrag nun eilig sei, weil der BSV Zwickau den vollen Zuschuss ja vor Saisonstart benötigt. Keine in Fragestellung dessen und auch keine Nachfrage beim Verein, ob man bereits an einem Plan B arbeitet, falls der Zuschuss doch nicht kommt.

    [1]: https://ratsinfo.zwickau.de/bi/getfile.php?id=98128&type=do

    "Sachkostenzuschuss für den BSV Sachsen Zwickau e.V. für die Einmietung in der Stadthalle Zwickau" ist doch sachlich das Gleiche wie "Hallenmiete" oder "Mietzuschuss". Das Eine ist politik-/amtschinesisch, das Andere mediensprech. Ich verstehe das ganze Theater im Stadtrat nicht. Evtl. wollte man erst abwarten, ob der BSV wirklich die Klasse hält. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Stadtrat jetzt noch zurückzuckt.

    Ein weiterer Artikel zur Situation in Zwickau:

    https://www.freiepresse.de/zwickau/zwicka…artikel13836937

    Im Kommentar wird unter anderem erklärt, dass der BSV Sachsen Zwickau kein "Profiverein" sei, und schon deshalb auf die finanzielle Hilfe der Stadt angewiesen ist. :/

    Merkwürdige Interpretation! Doch im Grunde genommen ist es egal, ob der Zuschuss direkt von der Stadt oder als Sponsoring von einer städtischen Gesellschaft kommt. Taktisch ist es natürlich nicht unklug, auf diese Weise ein Bekenntnis der Stadt (bzw. der Stadträte) zum BSV zu erhalten.

    Löwenherz kann sich über die 3. Ungarin und 2. Akademie-Absolventin freuen:

    https://www.mdr.de/sport/handball…farago-100.html

    Das wird sich zeigen. Auf jeden Fall ist die Verpflichtung einer dritten Kreisläuferin richtig. Das ist nun mal ein besonders verletzungsanfälliger Job, wie sich auch beim THC in dieser Saison gezeigt hat. Außerdem braucht der THC für das häufige 7 gegen 6 in jedem Spiel mindestens 2 einsatzfähige Mädels auf dieser Position.

      

    Zitat von horst65

    Auch die 2. U20-Weltmeisterin von Halle ist weg:

    https://www.union-halle.net/20…ustadt-nach-einer-saison/

    Der Link funktioniert bei mir nicht. Um wen geht es?

    Hab mal kurz in die Statistiken geschaut: Bei Molde in der norwegischen Liga clubintern diese Saison Rang 13 bei den Torschützinnen - 18 Treffer in 13 Spielen. Und mehr Infos konnte ich auch nicht finden.

    Wer mit 22 Jahren in die richtigen Hände kommt, kann sich noch gut entwickeln. Allerdings frage ich mich: Welches Talent hat Rentsch wirklich entwickelt? Es kann eigentlich nur besser werden ...

    Die Latte liegt halt auch verdammt niedrig derzeit.

    Was meinst Du damit? Die Latte "Halbfinale" ist immer noch ordentlich hoch, zumal der Druck gewaltig ist, endlich mal dorthin zu kommen - wie bei der letzten Heim-WM, wo die Mädels diesem nicht standgehalten haben. Oder hast Du den :irony: - Button vergessen?

    Ja, aber das mit der Reduktion würde doch für die Außenpositionen auch gelten. Wieso im Rückraum im Überfluss trainieren und auf den eigentlichen Baustellen der Außen nur mit Minimalbesetzung - das ergibt für mich keinen Sinn.

    Wenn wir ehrlich sind, geht es doch nur um 2 Mädels: Bleckmann und Maidhof. Alle anderen Spielerinnen im Rückraum dürften gesetzt sein, zumal ich vermute, dass Gaugisch alle 3 RM mitnehmen wird. Evtl. lässt er auch Scherer zu Hause, da Maihof und Engel auch RA spielen können.

    Vieles richtig, u.a. dass wir zur Vermarktung des Frauenhandballs auch interessante "Gesichter" brauchen - auf dem Spielfeld und daneben. Die wachsen nicht auf den Bäumen. Aber eine gute Kommunikations- und Marketing-Strategie könnte da einiges anschieben!

    Nebenbei bemerkt: helfen würden auch mehr Frauen in Führungspositionen in DHB und bei den Ligaverbänden sowie den Landesverbänden. Oder eine Bundestrainerin!! Im Fußball gab es schon deren drei!! Aber der Handball ist in der Selbstdarstellung und der Denke ein Männerbündnis.

    Du hast im Prinzip recht, aber das ist alles nicht so einfach. Als Bölk vor der letzten Heim-WM stark in das Rampenlicht gestellt wurde, hagelte es auch Kritik: Sie soll sich mal lieber auf das Handballspielen konzentrieren als ständig Sprüche zu klopfen, hieß es damals - als wenn sie sich selbst ausgesucht hätte, was die Medien aus ihr und unserer Mannschaft gemacht haben.

    Und mit Frauen in Führungspositionen ist der deutsche Frauenhandball doch gar nicht auf einem so schlechten Weg. Man sollte dabei nicht nur in die 1. Liga schauen. Und die neue Rolle von Heike Ahlgrimm ist auch ein Fortschritt. Ich sehe sie ohnehin in einigen Jahren als Bundestrainerin der Frauen.