Beiträge von Domstadtadler

    Ein gewürgtes Spiel gegen Lettland kann passieren, Spanien war eine klasse besser, wem willst du da die Schuld geben? Dass nach dem letzten Tor von Kroatien der Angriff so in die Hose ging, ist dem Trainer nicht vorzuschreiben, irgendwas müssen die Spieler ja auch können.

    Wir reden hier über den Bundestrainer. An den stelle ich die höchsten Ansprüche. Im Gegenzug hat er auch ein überdurchschnittliches Salär. Nicht alles steht in seiner Macht. Aber doch vieles. Was ich bemängele: Sein Coaching während des Spiels ist zu fehlerbehaftet.
    Aber: Die Mannschaft scheint voll hinter ihm zu stehen. Das sollte man dann auch respektieren. Von daher kann ich auch verstehen, wenn der DHB weiter an Prokop festhält.

    Wenn CP bemängelt, dass nach einer Ein-Tor-Niederlage gegen Kroatien der Bundestrainer in Frage gestellt wird, dann ist das doch so nicht richtig. Es geht vielen doch um die Aufarbeitung der letzten drei Jahre. Und ich finde, es wäre völlig legitim, wenn der Verband nach der EM genau diese Zeit ehrlich analysiert. Dabei muss man dann die Frage stellen, welchen Anteil der Trainer hat, dass die Zielvorgaben zuletzt nicht erfüllt wurden. Da ist es dann gut möglich, dass bei der jetzt noch laufenden EM als Antwort kommt, dass das Verletzungspech und die kurze Vorbereitungszeit als Gründe für das zum Teil schwache Auftreten in Trondheim reichen.

    Ich meine aber, dass wir auf der Trainerposition ordentlich besetzt sind, dass CP aber keine internationale Spitze verkörpert. Ihm passieren zu viele Fehler, die letztlich spielentscheidend sind. Gegen Kroatien hat er es bspw. nicht geschafft, in der Schlussviertelstunde gegenzusteuern. Ich könnte alleine aus diesem Turnier jetzt noch einige Beispiele mehr anführen. In Summe führt das dazu, dass wir in entscheidenden Momenten unter Prokop meist den Kürzeren ziehen. Wenn der DHB hohe Ziele hat, dann muss er sich meiner Meinung nach überlegen, ob die mit Prokop erreichbar sind. Uns fehlen die grandiosen Spieler auf der Platte. So wie bei der EM 2016 auch. In Polen hatte der DHB aber den besten Trainer des Turniers. Ein Ansatz zu einer erfolgreicheren Zukunft könnte ja sein, dass man genau das wieder anstrebt. Wobei auch hier die Frage erlaubt sein darf, welcher Trainer dieses Anforderungsprofil erfüllt. Für mich erfüllt es einer nicht: Und der heißt Christian Prokop.

    Die Diskussion ist ja schon am laufen. Sie wird noch intensiver, wenn gegen Österreich oder Tschechien eine Niederlage folgt. Ich bin kein Prokop-Fan. Und ich finde, dass die Kombination aus Trainer und Mannschaft nicht passt. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass die Mannschaft diesem Trainer zu hundert Prozent folgt. Auch wenn sich das öffentlich immer anders anhört, ich werde das Gefühl nicht los, dass da viel Fassade dabei ist.
    Immer wieder wird betont, dass Prokop ein absoluter Fachmann sei. Aber worauf bezieht sich das? Im Spiel selbst kann ich das nicht immer erkennen. Er fällt zumindest nicht, mit überraschenden Dingen auf. Es mag sein, dass er und auch die Spieler immer perfekt vorbereitet in die Spiele gehen. Aber mir fehlt es an den Improvisationskünsten, wenn mal Unvorgesehenes eintritt. Wenn Plan A nicht funktioniert. Dann erlebe ich einen hektischen Bundestrainer, der verzweifelt nach der Lösung sucht. Kühn gegen Kroatien zu bringen, war richtig. Genauso richtig wäre es aber gewesen, ihn nach 52 Minuten wieder draußen zu lassen, weil es nicht sein Tag war. Aber Kühn blieb auf dem Feld und Drux saß auf der Bank. Solche Dinge passieren Prokop leider zu oft.
    Seine Personalführung lässt mich manchmal verwundert zurück. Da werden Spieler stark geredet, aber genauso schnell wieder fallen gelassen. Ihm fehlt das Gespür für solche Situationen. Dass er gegen Spanien mit dem auf der Bank schmorenden Gensheimer unweigerlich eine Debatte um den Kapitän auslöst, hätte er absehen müssen.
    Prokop wirkt nie locker. Der "Wie-heißt-du-Fall" mit Kastening zeigt das exemplarisch. Anstatt einen lockeren Spruch nach dem Spiel loszulassen, weil das Ganze nun wirklich kein Drama ist, verzettelt er sich in komischen Äußerungen. Gerade jetzt schauen viele Handball, die sich sonst nicht so sehr mit diesem Sport beschäftigen. Von solchen Personen höre ich immer wieder, dass dieser Prokop ein seltsamer Typ wäre. Das ist natürlich nicht das entscheidende Kriterium, aber schon ein Fingerzeig. Prokop wirkt nicht authentisch. Alles ist kopfgesteuert. Nach der in die Hose gegangenen EM 2018 hat ihm jemand gesagt, dass er das Team mitnehmen müsse. Seitdem nimmt der Teamgedanke bei ihm die erste Stelle ein. Das ist per se auch nicht verkehrt, aber es wirkt so unendlich aufgesetzt. Ich befürchte, dass die Spieler das auch merken.
    Wenn jetzt über Alfred Gislason diskutiert wird, dann hat der natürlich ein ganz anderes Charisma. Eine natürliche Autorität. Er steht nicht für Jugendwahn, aber braucht er den wirklich? Er muss keine Spieler entwickeln. Er muss im Nationalteam die Fähigkeiten der Auserwählten bestmöglich zusammenführen. Und ich glaube, dass er das kann.

    Ich bin skeptisch, dass in der Hauptrunde die große Wende kommt. Ich glaube mittlerweile, dass Christian Prokop nicht der geeignete Bundestrainer ist. Er schafft es nicht, dieser Mannschaft Stabilität einzuhauchen. Das liegt meiner Meinung nach daran, dass er es nicht schafft, Einzelne zu stärken. Er verunsichert sie viel mehr. Ich will mal aktuelle Beispiele nennen:
    - Andreas Wolff: Gegen Spanien bekam er nach der Pause noch einmal die Gelegenheit, sich zu zeigen. Weil er die Nummer eins ist. Weil er dieses Team von hinten führen soll. Ein Ansatz, den man nachvollziehen kann. Dass es nicht aufgegangen ist, steht auf einem anderen Blatt. Gegen Lettland, dem Spiel, in dem Schwung aufgenommen werden soll, begann dann aber Jogi Bitter, der sich aber gegen Spanien jetzt auch nicht hervorgetan hat. Warum dieser Wechsel? Wolff bekam dann seine Minuten am Ende und hat eine Quote von null Prozent! Wolff geht also höchst beschädigt aus dieser Vorrunde heraus.
    - Julius Kühn: Er wird immer als der Hoffnungsträger im Rückraum angesehen. Als der Mann für die einfachen Tore. Vertrauen wird ihm vom Bundestrainer aber nicht immer geschenkt. Gegen Spanien darf er kaum spielen. Warum? Weil ihm die offensive Abwehr der Spanier angeblich nicht liegt. Zeigen, dass er es kann, darf er aber nicht. Immerhin hat er sich gegen Lettland selbst gut rausgekämpft.
    - Uwe Gensheimer: Über ihn ist schon viel gesprochen worden. Er hat nicht so gespielt, wie das alle von ihm erwartet haben. Er ist zurecht in der ersten Hälfte gegen Spanien ausgewechselt worden. Ihn allerdings dann gar nicht mehr einzusetzen, hat ihn gebrandmarkt - und alle haben sich auf ihn gestürzt. Wenn Zieker grandios performt hätte, wäre das kein Thema gewesen. Aber so wurde dem Kapitän ein Nobody vorgezogen, der in diesem Spiel null Akzente gesetzt hat.
    - Fabian Böhm: Er wurde gegen Spanien und die Niederlande fast schon zu viel eingesetzt. Er bekam das Vertrauen des Trainers, das sich so manch ein anderer wünschen würde. Gegen Lettland sitzt er dann 60 Minuten auf der Bank. Von 100 auf Null. Falls bei ihm eine Verletzung oder Krankheit vorlag, von der ich bislang nichts mitbekommen habe, ziehe ich dieses Beispiel natürlich umgehend zurück.
    - Marian Michaczik: Um gegen Spanien reinzukommen, fehlte ihm die Erfahrung. Kann man verstehen. Zwei Tage später soll er dann aber gegen Lettland ein Spiel, das gekippt ist, wieder rumreißen. Wie soll das gehen?

    Dieses Unbeständige macht es für eine Mannschaft, die über wenig Sicherheit verfügt, natürlich nicht leicht. Insgesamt wirkt mir Prokop sehr verunsichert und unlocker. Bestes Beispoiel: Sein Umgang mit dem vergessenen Vorname von Kastening. Das kann jedem passieren, war überhaupt kein Problem. Der BILD tischt er aber erst einmal auf, es wäre Absicht gewesen, um den Fokus aller wieder zu haben. Einen Tag später rudert er dann zurück. Ich habe nicht das Gefühl, dass die Mannschaft für diesen Coach durchs Feuer gehen würde.

    So, eine Nacht drüber geschlafen: Das war kein gutes Spiel der deutschen Mannschaft - keine Frage. Aber es war eben auch ein Auftaktspiel eines großen Turniers. Das hat besondere Merkmale. Letztlich dürfen die Verantwortlichen das aber nicht als Ausrede ansehen, sondern müssen mit wachen Augen analysieren. Und da gibt es einfach noch einige Schwachstellen. Komischerweise gehörte gestern die Abwehr dazu. 23 Gegentore an sich sind nicht schlimm, aber neun Gegentreffer in der Schlussviertelstunde der ersten Hälfte sind einfach zu viel. Natürlich sind die Holländer eher unbekannte und auch von der Körpergröße her unangenehme Gegenspieler. Letztlich sind in der Phase bis zur 45. Minute aber zu oft zu billige Gegentreffer gefallen.
    Vorne war es eklatant, dass die deutsche Mannschaft zu lange mit der offensiven Abwehr der Niederlande gefremdelt hat. Spanien wird es garantiert mit seiner fiesen 5:1-Deckung probieren. Da muss sich Prokop etwas einfallen lassen.
    Es gab zu viele technische Fehler. Böhm, Kühn und Drux mit dem bekannten Auf und Ab, Michalczik leider mit fast gar keinem Hoch. Häfner war ein Lichtblick, Schmidt solide. Trotzdem: Der Rückraum bleibt eine Problemzone. In allen drei Partien 2020 hatte die deutsche Mannschaft zu lange Schwächephasen. Da die Gegner aber noch nicht die Qualität hatten, das auszunutzen, hat es immer noch gereicht. Gegen Spanien muss das abgestellt werden.

    Das habe ich gerade bei sportschau.de gefunden. Der DHB ist mit 17 Spielern nach Trondheim gereist. Spätestens Mittwochabend wird entschieden, welcher Spieler aussetzt. Hier die Passage aus dem Artikel.

    Zitat

    "Zieker ist sehr variabel und gibt uns neue Möglichkeiten im Tempospiel", sagte Prokop, der mit 17 Spielern zur EM reisen wird. Es sei sinnvoll, "dass die 17 Spieler, die von Anfang an mit einem guten Teamgefühl gearbeitet haben, auch mit nach Norwegen fliegen", sagte der Bundestrainer. Prokop darf offiziell nur 16 Spieler melden. Eine Reduzierung des Kaders muss er spätestens bis zum Mittwochabend vornehmen. "Wir haben eine Mannschaft, die gut zusammenpasst", sagte Teammanager Oliver Roggisch, "da ist es sehr, sehr schwer, eine Entscheidung zu treffen. Wir wollen die letzten Trainingseinheiten noch abwarten."

    Schon komisch, dass der DHB offiziell nichts vermeldet hat. Man stelle sich mal vor, dass Jogi Löw noch einen Spieler vor einem großen Turnier streichen muss ...

    Wie lauten eure Tipps auf die Medallienplätze? Traut ihr dem DHB Team den Sprung aufs Treppchen zu oder wiegen die verletzungsbedingten Ausfälle zu schwer?


    Ich traue der Mannschaft das Halbfinale zu - allerdings nur aufgrund der glücklichen Auslosung. Spanien dürfte stärker als unsere Mannschaft sein. Aber ich könnte mir schon vorstellen, dass wir in der zweiten Turnierwoche den Kroaten Paroli bieten können. Und bei allem Respekt vor den möglichen anderen Gegnern: Die müssen wir bezwingen. Wir haben das Glück, dass Frankreich, Norwegen, Dänemark, Schweden, Slowenien, Ungarn im anderen Turnierpfad sind. Österreich, Nordmazedonien und Serbien sind keine Laufkundschaft, sind aber allesamt schlagbar. Insofern kommt es im wesentlichen auf den Ausgang der Spiele gegen Spanien und Kroatien an.
    In einem möglichen Halbfinale ist dann alles möglich, wenngleich bei der deutschen Mannschaft alles passen müsste, um ein Kaliber wie Dänemark, Norwegen oder Frankreich zu bezwingen.

    Da sieht man mal, wie falsch die Wahrnehmung sein kann. Bitter hat exakt einen Ball mehr gehalten als Wolff und beide haben jeweils 14 Gegentore kassiert. Testspiele bleiben vor allem eines, bedeutungslos.


    Bedeutungslos fand ich diese Testspiele nicht. Ich weiß, was Du vielleicht damit sagen willst: Dass das Ergebnis egal ist, dass auch nicht zu viel hineininterpretiert werden darf, weil viel gewechselt wird, weil ausprobiert wird, weil ganz bestimmte Vorgaben gemacht werden, die es im Ernstfall so nicht gibt. Aber dennoch lassen sich doch Rückschlüsse ziehen. Als beide Mannschaften ihre vermeintlich besten Formationen auf der Platte hatten, war kein großer Unterschied zu erkennen. Der zweite Anzug der Deutschen war deutlich besser als der der Österreicher. Bei mir kommen Sorgenfalten auf, wenn ich an den Positionsangriff denke. Im sechs gegen sechs sind wir momentan noch zu schwach. Die Spielsteuerung passt nicht. Wir bringen unsere guten Außenspieler zu selten in Abschlusspositionen, nahezu alle Rückraumspieler durchleben während der Spiele ein bedenkliches Auf und Ab. Wenn es den Gegnern gelingt, die erste, zweite, dritte Welle der Deutschen zu verteidigen, bekommen wir spätestens ab der Hauptrunde in jeder Partie Probleme. Ich baue noch ein wenig darauf, dass sich die Formationen in der Vorrunde noch einspielen, so dass das in Wien dann besser aussehen könnte.

    Seltsam ist, dass bzgl. des 17. Spielers noch keine Entscheidung verkündet wurde. Hat jmd. Infos, warum noch nichts vermeldet wurde?

    Dadurch, dass pro Runde zwei Auswechslungen im Kader vorgenommen werden können, gehe ich davon aus, dass Prokop 17 Spieler mit nach Trondheim nimmt und dann aus Zieker, Golla, Reichmann, Kastening einen auswählt, der pausiert.
    Für die Hauptrunde rechne ich damit, dass Steffen Weinhold nachnominiert wird - es sei denn die Schmerzen in seinem Fuß lassen tatsächlich nicht nach. Ich könnte mir aber vorstellen, dass ihm die Ruhe mal gut tut. Lange Vorbereitungszeit bräuchte er nicht. In der Hauptrunde könnte es dann Zieker treffen, weil Gensheimer zuzutrauen ist, dass er das Pensum alleine stemmt. Für ein etwaiges HF oder Spiel um Platz fünf würde das gleiche gelten. Allerdings könnte Prokop vor der Finalrunde ja auch wieder zwei Wechsel vornehmen.
    Ich denke nicht, dass er auf einen weiteren Rückraumspieler verzichtet. Denn das Angebot ist dort quantitativ schon eng.

    Glückwunsch an Berlin. Als neutraler Zuschauer hat es mal wieder Spaß gemacht, auch wenn es zur Hz. aussah, als würde es mal wieder langweilig werden. Es ist schon erstaunlich, dass der THW mit der Qualität, aber auch mit der Quantität im Kader ein eigentlich schon gewonnenes Spiel - wie schon in Mannheim - aus der Hand gibt. Und das gegen Berliner, die ohne ihre besten Torhüter und ohne Abwehrchef ganz schön angeschossen waren.
    Es war auch beileibe nicht nur das fehlende Glück oder die seltsamen SR-Entscheidungen. Es fehlte vor allem gegen Holm auch einfach die defensive Qualität. Da beziehe ich die Deckungsspieler genauso wie die insgesamt schwachen Torhüter mit ein.
    Noch eine Einschätzung zu den beiden Schiedsrichtern. Insgesamt war das Spiel schwierig zu leiten. Die diskussionswürdigen Entscheidungen hielten sich lange Zeit die Waage. Beide Teams hatten ungefähr gleich viele Anlässe, den Kopf zu schütteln. Aber am Ende waren es schon zwei krasse Pfiffe gegen die Kieler. Sowohl bei Ekberg gegen Kopiljar auf RA als auch bei den letzten Aktionen (Block Wiede und dann Stürmerfoul Landin gegen Wiede) hätte es Siebenmeter geben müssen. Und das war auch nicht schwierig zu entscheiden, sondern klar ersichtlich. Das dürfte einem vermeintlichen Top-Gespann nicht passieren.


    Ob ein großer Sponsor da besser wäre? Denke doch mal dran wenn dieser von heute auf morgen abspringt?
    Ich glaube langfristig erfolgreicher und nachhaltiger ist ein Sponsoren-Pool.

    Da hast Du Recht. Am schönsten wäre aber ein Sponsorenpool mit einem großen Hauptsponsor. Dann könnte die HSG mal größere Sprünge machen - auch wenn ich mich über den aktuellen Stand keineswegs beschweren will. Nur im Hinblick auf die Zukunft heißt es, dass es zunehmend schwieriger wird, sich im BL-Mittelfeld zu halten.

    Ein neuer LA ist gefunden

    301 Moved Permanently

    Die Vertragsverlängerungen mit Lindskog und Ivanisevic sowie jetzt die Verpflichtung von Mellegard deuten nicht darauf hin, dass die HSG den Gürtel dramatisch enger schnallen müsste. Das ist schon einmal gut. Wenn Nueboy die handballverrückte Region anbringt, dann hat der damit recht. Das Problem sind aber nicht in erster Linie die Fans und/oder Zuschauer, sondern die mittelhessische Wirtschaft. Es hat sich bislang kein Unternehmen gefunden, das als alleiniger Hauptsponsor fungiert. Das ist schade. Denn die 17 und wir Aktion ist schön und gut, doch wie man so hört eben auch sehr aufwändig und verleiht keine Planungssicherheit.

    mbo hat es angesprochen: Die anderen Vereine rund um die HSG haben alle ihre liebe Müh´und Not. Bei den Basketballern der Gießen 46ers rumort es, beim Fußball-Regionalligisten FC Gießen hat es schon gekracht und wie mir gerade gestern einer erzählte, suchen die Rollstuhlbasketballer aus Wetzlar ebenfalls fieberhaft nach einem Hauptsponsor. Wenn der nicht bis zur kommenden Saison gefunden wäre, müsste der RSV Lahn-Dill kräftig abspecken. Der TV Hüttenberg hat seinen Etat schon runtergeschraubt

    Trotzdem bin ich zuversichtlich, dass die HSG als Flaggschiff der Region den Stürmen trotzen kann. Als Selbstverständlichkeit sollte aber niemand den Erstliga-Handball in Wetzlar hinnehmen.

    So richtig überraschend ist die Zusammenstellung jetzt nicht. Interessant wird es, wer es letztlich in den 16er-Kader schafft. Wer wird zweiter Torwart neben Wolff? Welcher rechte Rückraumspieler darf mit? Und wer ist neben Wiede als Spielmacher eingeplant?
    Ich hätte mir einen "Zocker" wie Philipp Weber im Kader gewünscht. Aus der Ferne betrachtet haben sich seine Leistungen wieder stabilisiert. 2018 galt er als der große Hoffnungsträger, seitdem wird er aber nicht wieder berücksichtigt. Stattdessen taucht der Name Max Janke wieder auf. Warum? Keine Ahnung. 2018 war das Niveau einen Tick zu hoch für ihn. Seitdem hat er sich aber nicht besonders weiterentwickelt oder habe ich etwas verpasst?
    Johannes Golla wäre ein absoluter Kandidat für den Kader, wenn er nicht drei Granaten vor sich hätte. Da kann einem der Junge echt Leid tun.
    Als Wetzlarer hätte ich mir natürlich Till Klimpke im Kader gewünscht. Beim genauen Überlegen bin ich aber froh, dass er nicht dabei ist. Eine Nominierung wäre zu früh gekommen. So etwas kann auch schon mal die Sinne vernebeln.

    Ganz ehrlich, Roggisch kann man gar nicht oft genug verwarnen. Was der in fast jedem Spiel am Rand für einen Eiertanz aufführt, das ist unmöglich. Ja, Emotionen gehören zum Sport dazu, aber das ständige Gemecker und Gejammer trägt ganz sicher nicht zu einem besseren Ergebnis seiner Mannschaft bei. Egal, ob Zacharias hier zu penibel war oder nicht: Bleibt Roggisch ruhig auf der Bank sitzen, dann bekommt er auch keine Verwarnung. Abgesehen davon wissen wir nicht, wie oft Zacharias den guteen Roggisch vorab schon verwarnt hat.

    Das mag ja alles sein. Das, was ich kritisiere ist doch, dass sich von Außen in den letzten Angriff eingemischt wird. Dass ganz bewusst Einfluss genommen wird. Und warum? Wegen einer Kleinigkeit.

    Das hat als neutraler Zuschauer einfach Spaß gemacht. Glückwunsch an die Olsen-Bande. Ein insgesamt verdienter Sieg.

    Was die Löwen abgeliefert haben, hat mich irritiert. Was ist da nur los? Es kann doch nicht der Anspruch einer solch top besetzten Mannschaft sein nur darauf zu hoffen, dass der geniale Spielmacher einen genialen Tag hat. Das war über weite Strecken Standhandball. Die Nebenleute von Schmid können aber gar nicht den Ball in der Bewegung kriegen, weil sie nie wissen, wann er tatsächlich abspielt. Und ob er überhaupt abspielt. Natürlich reicht das in 70 Prozent der HBL-Spiele, um zu gewinnen. Aber auf Top-Niveau wird es dann dünn.

    Wie kann ich denn Guardiola so lange draußen sitzen lassen, obwohl der schon gegen Kiel für den Umschwung gesorgt hat. Wobei sich Guardiola im letzten Angriff der Recken schon die Fragen gefallen lassen muss, warum er nicht noch offensiver auf Olsen heraustritt. Wer, wenn nicht Olsen, sollte sich den letzten Wurf denn nehmen. Und Pevnov stand beim Halben. Also hätte Guardiola Olsen auf 12 Meter stellen können. Aber am Ende und von der Couch aus ist jeder schlauer.

    Ein Thema, das hier auch schon anklang, aber noch nicht tiefergehend analysiert wurde, ist das Verhalten von Zacharias. Das ist unterste Schublade. Sich als Offizieller wegen einer Lappalie derart ins Spielgeschehen einzumischen, ist einfach nur frech. Ich habe mir die Szene noch einmal angeschaut. Roggisch hebt den Arm und fordert das passive Vorwarnzeichen. Ich weiß, dass die sich Bank möglichst ruhig verhalten soll. Aber das war ein Pokal-Viertelfinale. Es steht unentschieden. Es sind nur noch wenige Sekunden zu spielen. Da kommen doch Emotionen hoch. Die wollen wir doch auch sehen. Wir wollen doch keine gefühlsarmen Maschinen dort sitzen haben. Er hat niemanden beleidigt. Da greife ich doch bitte nicht ein. Ich lass die Sache sich doch auf dem Spielfeld entscheiden. Ganz schlechte Perfomance, Herr Zacharias.

    Und damit will ich nicht die Löwen-Niederlage auf dieses Fehlverhalten des Offiziellen zurückführen. Olsen hätte seinen finalen Wurf auch unter Androhung des passiven Spiels setzen können - keine Frage. Ich glaube aber, dass es schwieriger geworden wäre. Solche Selbstdarstellungen eines Offiziellen nerven einfach. Aber vermutlich werden sie keine Konsequenzen haben. Wahrscheinlich hat Herr Zacharias sein Ticket für Hamburg längst in der Tasche. Vermutlich bekommt er intern genug Schulterklopfer, die ihm beipflichten, dass das Verhalten von Roggisch überhaupt nicht zu tolerieren war. Und dass es ganz egal ist, ob das in der 60. Minute oder in der 35. Minute passiert. Regel ist Regel!

    Ich kann das generelle Kompliment auch mal wieder genauso weitergeben. Etwas zusammengezuckt bin ich aber , als der Lemgo-Experte immer von "wir" sprach. Vielleicht bin ich da etwas empfindlich, aber ich wünsche mir von Journalisten eine kritische Distanz. Dass mit dem Club vor der Haustür automatisch auch mitgefiebert wird, kann ich verstehen. Aber man muss ja nicht gerade die Fanbrille aufhaben. So klare Statement, wie das von Markus Götz zur HSG Nordhorn-Lingen, kommen einem "Fan" nämlich nicht über die Lippen. Aber genau von solchen Einschätzungen lebt doch der Podcast.

    Was hätte er denn sagen sollen? "Vertrag ist unterschrieben, aber sagen Sie es bitte nicht weiter?"

    Nein, der Ball liegt bei den Löwen heißt mMn die Löwen sollen erst einmal bekannt geben, dass sie den Vertrag nicht verlängern. Das ist guter Stil, und MM hat alles richtig gemacht.

    Ich habe doch auch geschrieben, dass man ihm keinen Vorwurf machen kann. Er suggerierte aber leider ganz bewusst mit seiner Aussage, dass quasi noch alles offen sei. Wenn aber heute ein Transfer für kommenden Sommer verkündet wird, dann haben die Gespräche nicht erst gestern begonnen. Sondern schon vor etlichen Wochen und Monaten. Und am Sonntag wusste Machulla doch schon, dass Mensah kommt. Er hätte also einfach sagen: "Ein sehr interessanter Spieler mit dem wir uns beschäftigen. Mehr gibt es dazu momentan nicht zu vermelden." Aber leider wird dann lieber geschwafelt. Nicht nur in Flensburg, sondern überall.

    Dieses Profigeschäft ... immer wieder lustig.
    Da wird Machulla am Sonntag gefragt, was er zu einem möglichen Mensah-Wechsel sagt und er erklärt dann, dass der Ball bei den Löwen läge. Sollte der Spieler aber auf dem Markt sein, würde sich die SG damit natürlich beschäftigen. Zwei Tage später wird der Transfer vermeldet. Alles Plattitüden. Alles Bla Bla Bla. Schade eigentlich. Und ich mache Machulla noch nicht einmal einen Vorwurf. So ist das Geschäft, so ist die Zeit. Er spielt das Spiel einfach nur mit.