Beiträge von Graphitteller

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    Und auch in Berlin oder Hamburg würde man das Wegfallen von Dialekten bemerken. Wenns beim Bäcker keine Schrippen mehr gibt, sondern nur noch Semmeln, weil sich der bayrische Dialekt durchgesetzt hat. Oder Weckle, weil sich der schwäbische Dialekt als dominant erwiesen hat. Dann heißen Pfannkuchen auch in Berlin "Berliner". Dialekte und mundartliche Ausdrücke machen doch erst eine Sprache bunt und vielseitig, geben Anlass zu Amüsement und manchmal auch Streit, wenn sich die Bedeutung ein und des selben Wortes in zwei Dialekten fundamental unterscheidet und man deswegen einem Satz völlig verschiedene Bedeutungen beimisst.
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    Sollte man nicht genau zwischen Dialekten, falscher Grammatik und regionalen Begriffen unterscheiden? Wo fangen Dialekte an? Was ist nicht Bestandteil von Dialekten? Ich stelle diese drei Fragen hier nur zur Diskussion!


    "Hurtig" ist ein Wort, dass schon im Mittelhochdeutschen benutzt wurde und wohl aus dem franzöischen stammt. In der DDR ging es ja vielleicht nicht immer so schnell zu und das Wort war sozusagen Mangelware... ;) ;)


    @ crusty
    Jetzt fällt es mir wie Schuppen von den Augen, in wenig "neu" bearbeiteten Märchen oder Sagen findet man das Wort "hurtig" mitunter. Aber im Süden der DDR war es erst in den achtziger Jahren (wieder?) im Sprachgebrauch angekommen. War es im Norden von "ganz Deutschland" schon vorher vorhanden bzw. schon immer vorhanden? Das Wort "hurtig" im Norwegischen als deutsches Lehnwort? Nicht unmöglich, wie sagte mein norwegischer Norwegisch-Lehrer: "Norwegisch ist Schwedisch mit dänischen Wörtern und Norwegisch ist eine junge Sprache". Und ich fügen dem hinzu: Dänemark grenzt an Deutschland" Naja, so oder ähnlich kann ein Schuh daraus werden.

    ... Und McDonalds war bei uns damals in Stralsund eine Grilleteria. Es gab ja in der DDR auch ein paar Worte die aus dem russischen ihren Weg in die Allltagssprache gefunden haben. Ich kann mich erinnern, dass man Spasseshalber einen Chef auch einen Natschalnik nannte. Zumindest in akademischen Kreisen und "Dawai Dawei" war auch ein geflügeltes Netz. ...


    Ein anderes Wort, was sich in den DDR-Sprachgebrauch "eingeschlichen" hatte, war das Wort "hurtig - hurtig" für "schnell - schnell". Ich hatte keine Ahnung wo es auf ein Mal herkam? Als ich Ende des letzten Jahrzehnts an der Volkshochschule einen Kurs Norwegisch "freiwillig belegen musste" und für "Sonderaufgaben auf Arbeit" mit einem dicken norwegischen Wörterbuch mich ausgestattet hatte, war ich auf einmal erstaunt: "hurtig" eines der norwegischen Worte für schnell. Jetzt weiß ich natürlich nicht, aus welcher der beiden norwegischen Sprachen es kommt, aber das ist ja hier auch nicht wichtig.

    ... Mit der Übersetzung nach Englisch kommt man also meist weiter als mit der nach Deutsch, weil diese Doppelübersetzung manchmal lustige Sinnentstellungen ergibt)


    :spam:
    Zum Beispiel diese (es geht um den Yellow-Cup 2013):
    Ägypten gewinnt gegen die Schweiz in ihrem eigenen Hinterhof am Ende der Meisterschaft ...

    Englisch nach Deutsch mit dem PROMT-Übersetzer (dieser übersetzt nicht aus dem Arabischen, http://www.online-translator.com/):
    Ägypten erobert die Schweiz in ihrem eigenen Hinterhof am Ende der Meisterschaft ...

    Inwieweit sollte die Einteilung nach Bezirken in der Sprache Spuren hinterlassen haben?

    Ich hatte ja geschrieben: "Diese Karte basiert, doch vielfach auf historischen Grenzen, die es aber seit fast 100 Jahren nicht mehr gibt. Auch haben sich die Verkehrsadern mitunter geändert." Die Menschen verbringen nicht mehr so viel Zeit im Heimatort, durch die Industrialisierung pendeln sie in die größeren Städte. Selten wurde im anderen Bezirk gearbeitet. Dadurch hat sich das Sprachgefüge gegenüber vor 95 Jahren verschoben. Die Lehrerfortbildung ging nun "getrennte Wege", wenn es sich um zwei unterschiedliche Bezirke handelte. Man traf sich mit Menschen aus anderen Gebieten. Sport- und Hobbymäßig war man innerhalb der Bezirke gegliedert, so dass ein Sprachgebiet, wenn es z. B. 60 km Nord-Süd-Ausdehnung hat, sich doch neu ordnete. Nun komme ich auf Duden zu sprechen, warum kam er dazu seinen epochalen Duden zu schreiben? Der Grund war die Thüringer Kleinstaaterei, in Schleiz (Fürstentum Reuß jüngerer Linie, einer der acht Sterne im Thüringer Wappen), dort war Duden Gymnasialdirektor, hatte man Dialekte thüringischer, sächsischer und fränkischer Prägung, und damit auch verschiedenste Schreibweisen. Der" Duden" schaffte Abhilfe, so dass sich die Dialekte nicht mehr in der Schriftsprache niederschlugen. Der Duden "glättete" Dialektunterschiede, durch neue Verkehrsadern gab es einen Wandel. Oft wird beklagt: "Es spricht keiner mehr Dialekt". Eine Folge vom Duden, Orientierung zu anderen "Mundartgebieten" durch die Arbeit in der Stadt, und diese wurde noch durch neue Verwaltungsgliederung (in der DDR) beeinflusst. Das Dialekt-Gebiet Westthüringisch (auf dieser Karte) ist für ich das beste Beispiel.

    @ ALF

    Diese Karte hat mit der "heutigen" Realität wenig zu tun. Ich konnte mal, vielleicht kann ich es auch noch, in Thüringen auf +/- 20 km sagen, wo der jenige herkommt (vorausgesetzt er ist „echt einheimisch" aus dem Gebiet). Das als Westthüringisch angegebene Gebiet, war zu DDR-Zeiten Bezirk Suhl und Bezirk Erfurt, allein diese verwaltungstechnische Tatsache hat Spuren hinterlassen. Sprache/Dialekt ist nicht starr, hier gibt es Entwicklungen. Im besagten Gebiet liegen Bad Salzungen und Mihla, der Dialekt dieser beiden Städte hat nichts (mehr?) miteinander zu tun. Genauso das Gebiet Ilmthüringisch ist in keinster Weise homogen (zu DDR-Zeiten auch zwei Bezirke). Einige Orte nördlich des Rennsteigs mit Buttstädt im Landkreis Sömmerda dialektmäßig gleichzusetzen ist für micht der größte Witz dieser Karte. Diese Karte basiert, doch vielfach auf historischen Grenzen, die es aber seit fast 100 Jahren nicht mehr gibt. Auch haben sich die Verkehrsadern mitunter geändert. Ähnlich Südostthüringisch, die Karte impliziert, in Saalfeld und Gera spricht man den gleichen Dialekt, für mich spricht man in Gera typisch Ostthüringisch. Saalfeld und Rudolstadt, "fast eine Stadt", zwei Dialekte? Nein, danke! Hier verlasse ich mich auf meine Erfahrungen und mein Gehör.
    Das einzige, was ich der Karte positiv entnehmen kann, ist die Tatsache, dass man nur zwei Dialekte südlich des Rennsteigs (dieser besteht weiter als natürliche Grenze) kennt, die praktisch Fränkisch sprechen. Das deckt sich zu 100 % mit den Forschungen des "Hobby-Dialekte-Forschers" Gunther Emmerlich. Der aber auch sagt: "Im übrigen Thüringen spricht man sächsisch“, wo ich wiederum nicht mitgehe.

    Kolchose (landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) nicht zu vergessen, auch eingedeutscht, da in der Urform ja Kolchos.

    Mit dem Wort "Kolchose" gehe ich nicht ganz mit, am Ende der DDR hatte es keine Bedeutung mehr. Im täglichen Sprachgebrauch war es zu dieser Zeit praktisch nicht mehr vorhanden. Ende der 50er- Jahre / Anfang der 60er-Jahre: ja. Es war das Synonym für "liederliches wirtschaften" und die Zwangskollektivierung. Als die LPG'en effektiver produzierten und sich langsam zu modernen Agrarfabriken (siehe einen der Hauptsponsoren des THC >>> heute "Aschara Landwirtschaftsgesellschaft") umwandelten, die Lebensverhältnisse auf dem Lande sich positiv wandelten, hatte das Wort praktisch keinen Nährboden mehr. Das Wort wurde praktisch "ausgetrocknet". Aber das ist meine persönliche Meinung.

    Vielleicht noch einmal zu den wenigen Worten die aus dem Russischen den Einzug in die Alltags-Sprache der DDR schafften. Bisher sprach ich immer nur von drei Wörtern. Durch den "Alter Sack" kam ich heute auf das vierte. Im Gegensatz zum Westteil unseres Vaterlandes, wo Anglizismen "ohne Ende“ eingezogen sind.
    Es sind:
    - Datsche (schon etwas eingedeutscht für das Wochenendhaus)
    - Soljanka (die Suppe die im Osten Deutschlands sogar in der privaten Küche in hoher Vollendung gekocht wird)
    - Subbotnik (der freiwillige und unbezahlte Arbeitseinsatz am Sonnabend)
    - Natschalnik (der staatliche Leiter, wie die Chefs in VEB's und staatlichen Institutionen genannt wurden).


    Das war's auch schon !!!

    Von denen die ich kenne, ist Westthüringisch/Osthessisch ebenfalls das heftigste. Das ist wirklich nicht mehr zu verstehen.

    @ ALF

    "Westthüringisch" kenne ich als Thüringer nicht. Es kann sich nur um eine " territorial eng begrenzte" Mundart handeln. Ich schrieb, im Posting 2, dass man in Eisenach (größte Stadt Westthüringens) für mich das beste Hochdeutsch in Thüringen spricht. Oder meinst Du vielleicht den Dialekt im westlichen Thüringer Wald oder im Werratal oder in der Thüringer Rhön? „Westthüringisch“ gibt es als einheitlichen Dialekt in Thüringen nicht!

    @ Löwenherz


    Das was Du schreibs kann ich nicht bestätigen. Ich weiß, dass es einen finanziellen Engpass gab. "Durch die Blume" berichtete die LVZ darüber, oder besser gesagt, wer der Geldgeber war, der diese "Lücke" deckte. Deshalb hatte ich ja auch, das Wort "Notverkauf" geschrieben. Natürlich ist ein Sponsor weggebrochen, die Zuschauer bei internationalen Spielen. Ein nicht zu unerschätzender Faktor. Eine weitere Runde international, das summiert sich. Was nun nicht ist! Sollte das neue Präsidium, so schnell die Lage erkannt haben und deshalb ist Hähners Position nicht mehr unumstritten? Wie sich die Zeiten ändern!

    ... (ebenso wie scharfen Senf auf Leberkäse zu schmieren... wie kommt man auf sowas? :D ).

    "Warmer Leberkäse" hat ja im Osten überhaupt keine Tradition. Ich habe bis zur Wende niemals welchen gegessen und bis heute hier auch nicht. Zweimal in Bayern, das war’s auch schon. Erst mit der Wende ist er im Osten angekommen. Süßen Senf kannte keiner und brauchte auch keiner (wenigstens in Thüringen), und wenn mal welcher mit einem Westpaket kam, lag bzw. stand der so lange im Schrank bis er mal nach Jahren entsorgt wurde (eigene Erfahrung). Ich denke, ich war hier "off topic", sogar im doppelten Sinne.

    @ Netter59


    Ich denke, dass hast Du gut beobachtet.

    Bereits im ersten Spiel (also Ende der letzten Saison) von Thomas Orneburg in Frankfurt/Oder hat man mal eine Machtprobe von seitens einiger "ranghoher" Spielerinnen mit den Trainer inszeniert. Mit dem Ergebnis: Thomas Orneburg ist kein Stefan Madsen, der sagt "wo es lang geht". Ein Augenzeuge (mit dem ich heute Morgen telefoniert habe) war damals gespannt, wie es in Zukunft diesbezüglich weiter geht, ... und war jetzt nicht überrascht, dass Natalie Augsburg weg ist.

    ... und ein Stück gebratene Jagdwurst wenn man ein Jägerschnitzel bestellt

    Das hat aber nichts mit Dialekt zu tun. Ob nun die Quelle dieses Wortes in Dorfgaststätten oder Betriebskantinen der ehemaligen DDR lag, die panierte Scheiben von Jagdwurst angeboten haben, kann ich nicht mehr genau sagen. Das "Gericht", so denke ich, ist nach der Maul- und Klauenseuche (Herbst 1962) entstanden, danach war das Fleisch knapp war, es gab Kundenkarten für Fleischereien (man durfte nur in einer Fleischerei einkaufen, in der man registriert war). Not macht bekanntlich erfinderisch, und so kam es zu dem "Gericht". Ich kenne Dorf-Gaststätten die bieten heute dieses "Gericht" mit Tomatensoße und Makkaroni an. Da man aber nicht die Leute (aus den Wesen) in die Irre führen will und zur Unterscheidung zum "Schnitzel mit Pilzen", schreibt auf die Speisekarte (oder an die Angebots-Tafel) "DDR-Jägerschnitzel".

    Den krassesten Dialekt den ich kenne, der wird in Herbsleben (unweit Bad Langensalza, ca. 15 km Luftlinie) gesprochen. Obwohl man in Bad Langensalza m. E. nach Eisenach und Nordhausen das beste Hochdeutsch in Thüringen spricht, ist Herbsleben (die umliegenden Orte nicht mehr so drastisch) ein besonderer Fall.

    Ein Angehöriger eine Berufsstandes sagte mal zu Arzt, nach dem dieser ihn nicht "gesundschreiben" wollte, weil dieser doch noch so viel beim Arzt zu tätigen hatte (ca. 30 Jahre her):

    "Häzt in dar School e Linschen baser offjepooßt, häzt u Mirer kun gesieh" (Ist verbürgt und keine Erfindung).

    oder mal mir gegenüber(25 Jahre her) : "... u unnerwajs kunnese nach e Is kungelack"

    Was sollen beide Sätze bedeuten?

    Wahrscheinlich läßt sich per Schrift nicht alles so genau wiedergeben, wie man dort spricht.

    Aber auch in Orten südlich des Rennsteigs bzw. am Rennsteig im Thüringer Wald, mir fallen da spontan Viernau und Ernstthal ein, versteht man als Fremder nur "Bahnhof".

    Außerhalb Thüringens fällt mir noch die Oberlausitz ein, zum Beispiel die Orte Ebersbach und Neugersdorf. In der Oberlausitz spricht man nicht sächsisch, obwohl dieses Gebiet in Sachsen liegt.

    Andererseits sind mir Großstädte mit sehr krassen Dialekten (das Berliner Dialekt ist für mich nicht krass) nicht bekannt.

    Ich habe eigentlich schon lange drauf gewartet, dass Bob Hanning nun auch weiblichen Beutetiere in die erste Liga hievt und so Handballdeutschland sein DHB-Modell in Miniatur in Berlin zeigen kann. Wäre das nicht ein Fingerzeig?

    Da hast Du schon recht, aber irgend etwas stört mich an dieser Sache.

    Hat Leipzig schon den Titel abgeschrieben? Kann sein? Aber ich sehe die Sache aus einem anderen Blickwinkel, es ist der Nachwuchs, der in Leipzig zum "Drohpotential wird", wenn keine Perspektiven sichtbar sind. Wer einmal gegangen ist, den bekommt man nicht so schnell wieder zurück. Michel Urbicht kann mal eine hervorragende RM werden, ist aber "geparkt" auf LA (mit wenig Einsatzzeiten). Ohne Einsatzzeiten tritt solch eine junge Spielerin aber auf der Stelle. Lässt man sie gehen, ist die Nachwuchsarbeit nur noch Selbstzweck und verfolgt kein Ziel mehr. Stammplatz-Garantien für Natalie Augsburg bei Orneburg? Fehlanzeige! Andererseits ist Natalie Augsburg Nationalspielerin, die braucht aber auch Einsatzzeiten, Christine Beier hat bei der WM gezeigt, dass man auch in der zweiten Liga Nationalspielerin sein kann!

    Man kann es drehen und wenden, aber irgendwie "wird kein richtiger Schuh daraus"!

    Was soll an davon halten? Kurz nach der WM, ohne ein weiteres Spiel für den HCL zu spielen, wechselt die Nationalspielerin mitten in der Saison und mitten in der Verletztungsmisere des HCL nach Berlin. "Handball-World" meldet, dass es die berufliche Perspektive ist, die Natalie Augsburg nach Berlin zieht. Verständlich? Ja, aber ...

    ... der Zeitpunkt gibt zu denken ?(

    a) Notverkauf?
    b) Unzufriedenheit des Management mit ihr?
    c) Knatsch mit dem Trainer?
    d) Knatsch in der Mannschaft?
    e) Knatsch mit dem nachrückenden Nachwuchsspielerinnen?

    Irgendwie passt es ... und auch wieder nicht ?(

    Die Meldung auf "Handball-World" kam in der Halbzeitpause des Spiels in Leverkusen ?(

    Wer weiß mehr?