Beiträge von BigRick

    Nunja, es bestreitet ja keiner, dass in Eisenach eine neue Halle etwas bewirken würde. Das Ding ist klein und die Versorgung ist bei ausverkaufter Halle mies. Da bekommt nur in der Halbzeit ein Bier und ne Wurst, wer ab der 20. Minute zum Stand geht.
    Die Frage ist doch, wie kann man sportlich qualifizierten Mannschaften die Möglichkeit geben, in den jeweiligen Ligen zu bestehen. Die Lösung ThSV ist, und ich denke, da sind wir uns größtenteils einig, kontraproduktiv. Einen ohnehin schon an der Grenze operierenden Aufsteiger mit eigentlich nur sinnlosen Auflagen zu gängeln, die ihm nur Geld kosten und der Liga nix bringen, kanns ja nicht sein.

    Ich hätte da mal einen anderen Vorschlag: Warum nicht einen ansteigenden Strafbeitrag einführen, der Aufsteigern im ersten Jahr einen Erinnerungswert liefern, dass etwas geschehen muss. Was weiß ich, nach Verletzung der Regeln von 1.000€ bis 10.000€. Wobei Licht und Bodenverhältnisse aber stimmen müssen. Hier sind die Investitionen ja überschaubar.
    Im nächsten Jahr verdoppelt sich der Beitrag usw usw. Wobei die Faktoren jetzt nicht wichtig sind. Das Ganze immer weiter fort, bis der Aufsteiger eine genehmigte Anlage vorweisen kann, die meinetwegen auch im Bau befindlich ist. Sobald dies der Fall ist, wird der Strafbeitrag eingefroren und kommt erst dann weg, wenn die Halle bespielt wird.

    Vorteil: Ein Aufsteiger bekommt nicht gleich die Beine weggehauen und muss in unrentable Hallen ausweichen (Beispiele gabs in der Vergangenheit genug). Wir hatten ja das Glück, eine vergleichbare Halle mit freundlichen Gastgebern gefunden zu haben, das muss aber nicht überall so sein. Wer dann schon mal den Klassenerhalt geschafft hat, kann anders rechnen und hat auch die Sponsoren um hier eine höhere Strafe zu schaffen.

    Vorteil auch: der Verein hat ein gutes Druckmittel in der Kommune, denn endlich läßt sich der Schaden auch beziffern. Es hilft manchmal mehr, wenn man eine klare Zahl sagen kann, statt: vielleicht würden bei 10 Spielen insgesamt 500 Spieler mehr kommen, das juckt die Politik nie, weil Kaffeesatzleserei. Irgendwann wird der Druck dann hoch genug sein, auch bei klammen Kommunen, die sich an die nicht ganz unwesentlichen Nebeneinkommen bei einer gefestigten 1. Ligaposition gewöhnt haben werden.

    Das Geld ließe sich dann ganz praktisch in einen Fonds packen, der dann als Finanzierungshilfe für die Vereine, die auch eingezahlt haben, genommen werden kann. Was weiß ich, für die Jugendakademie oder andere Sachen, wegen mir auch für den Bau der Halle selbst.

    Am Ende ist eine Strafe für den Verein immer dann ungerecht, wenn er nix dafür kann, wie bei uns. Wenn er aber zahlt, mit der Aussicht, einen Teil des Geldes vielleicht wieder zu sehen, tuts nicht so weh.

    Es ist halt so, dass jeder Verein gern eine neue Halle haben möchte. Alle wissen, dass so etwas die Wirtschaftskraft der Vereine hebt und damit auch die Liga weiterbringt Aber mit Prügel zum Glück zwingen ist mMn der falsche Weg. Denn hier bleiben zuviele Vereine auf der Strecke.

    Leider ja. Nach 17 Minuten war man 2stellig im Rückstand und hatte schon 2 Auszeiten verbraucht. Kein gehaltener Ball in der ersten Halbzeit und Fahrkarten im Minutentakt.

    Das hat auch nix mit Überlegenheit der Flensburger zu tun. Man kann unterlegen sein, man kann auch personelle Schwierigkeiten haben, aber eines sollte man immer haben: eine ordentliche Einstellung. Die hatte man in Mannheim, aber seitdem sucht mal sie vergebens.

    Naja, 1/3 der Gesamtsumme (<10 Mios laut Prospekt und Angebot) kriegt man durch Spenden zusammen und man cancelled das Projekt. Wenn es nur 10 % gewesen wären, dann okay, aber hier ist doch eine breite Unterstützung beim Volk zu sehen gewesen. Mehr als so manches Projekt, was von Einzelnen durchgeprügelt wird, als wenn das Leben der Menschheit davon abhinge (S21, Berliner Stadtschloss, ....).

    Wie willst Du denn empirisch belegen, dass die Einführung der neuen Toyota Modelle mit anderen Testimonials besser und erfolgreicher gewesen wäre? Mit hypothetischen Befragungen?

    Sie war erfolgreich und punkt, das ist mein Statement. Und ich weigere mich, Handball so schlecht zu sehen, nur weil eine andere Sportart vielleicht spontaner gespielt werden kann. Eishockey ist da noch viel bescheidener dran, kann außerhalb der Hallen 10 Monate gar nicht gespielt werden und damit lebt der Sport und hat sein Auskommen.

    In Skandinavien ist Handball ein sehr populärer Sport und es gibt in allen von Dir genannten Ländern sehr erfolgreiche Vereine mit vielen Fans.

    [persönliche Meinung]Aber mich interessiert nur Deutschland und da ist Handball um längen geiler als Basketball [/persönliche Meinung].

    Wenn man Dich so reden hört, könnte man meinen, Du wärst im falschen Forum. Mach doch unseren Sport nicht so schlecht.


    wow, also über diesen Analogieschluss muss ich jetzt ehrlich gesagt mal eine Nacht drüber grübeln. Ich hatte die höhere Promiskuität in der DDR eigentlich mit der fehlenden christilich geprägten Moralverdrucktsheit in Verbindung gebracht. Dazu noch ein Fernsehprogramm was nicht wirklich Auswahl bot. In der Tat ein bemerkenswerter Thread hier.

    Den hab ich auch nicht kommen sehen. Da muss ich mal meine Mutter fragen.

    Okay, dann sind wir uns einig, dass unsere Meinung etwas differieren, aber gar nicht so weit, wie Du vielleicht denkst.

    Die ganze Thematik läßt sich nur schwer empirisch belegen. Ich habe nur eine Aussage von eben jenem Händler, der stöhnte, dass er doppelt so viele Autos vom Avensis T27 und dem damals ebenfalls neuen Auris hätte verkaufen können, wenn er von Toyota nur die entsprechende Anzahl in ansprechender Zeit bekommen hätte. Und da Toyota damals den Handball als primäre Marketingstrategie hatte, liegt der Schluss gar nicht weit weg. Aber für sich genommen ist das kein Beweis.

    Was den Kampf Handball <> Basketball angeht, magst Du bei den Südeuropäern recht haben, im Norden und den Alpenländern dreht sich das Verhältnis aber um. Insofern gibt es auch Gegenden, wo Basketball nicht mit der Fernwirkung der NBA über den Handball gepusht wird. An der Tatsache, dass Basketball aber ähnlich vereinsunabhängig gespielt werden kann wie Tischtennis oder Fussball, ist was dran. Ich musste selbst immer lachen, wenn mein bester Kumpel zum Strandurlaub einen Handball mitnahm. Das paßt einfach nicht. Das allein mag ich aber noch nicht als Entschudligung gelten lassen. TT zB kann davon nicht profitieren.

    Egal, die angsprochenen Punkte sorgen für jede Menge Arbeit und ich bin froh sie nicht machen zu müssen.

    Jupp, da kommen wir uns näher. Vielleicht sehe ich als Handballkomsument es auch zu rosig und die Liga hat sich nicht nur nicht weiter, sondern im Werbewert zurückentwickelt. Dazu fehlt mir der Einblick. Es mag auch sein, dass die Toyota Marketing Leute den eigenen Händlern das Engagement als Erfolg verkaufen müssen und deshalb so etwas ihren Händlern erzählen, weil die ja am Ende für die Refinanzierung sorgen müssen. Für meinen Teil hat aber die Werbung mit Kahn und Brandt damals Wirkung gezeigt. Der Avensis war ein Verkaufsschlager und hätte es der Konzern geschafft, genügend Autos nach Deutschland zu bringen, wäre der Erfolg noch größer gewesen. Ob ein Orang Utan den selben Erfolg geschaffen hätte (solls wohl schon gegeben haben :) ), kann ich nicht beurteilen.

    Mir hat die Werbung gefallen und die jetzige Boerne/ Thiel Werbung (ich nehm da lieber die Filmfiguren) gefällt mir auch und ist einzig auf Image gepolt. Dynamisch, peppig und witzig stehen hier vor dem PKW, dessen Modellbezeichnung (der kleine weiße) ich nicht mal ad hoc benennen könnte. Und das obwohl ich seit Jahren einen Avensis mein eigen nenne und den auch mit Überzeugung fahre.

    Gut, ich lass mich gern eines besseren belehren, bin kein Experte und nehme die Infos dankend auf.

    Was die BBL angeht, glaube ich aber, dass deren Aufschwung gerade einzig mit dem Einstieg von Bayern München zu tun hat. Ich wohne in Berlin und kenne nicht einen Alba Spieler. Perspektivisch sehe ich das weniger dramatisch. Nach wie vor ist die BBL ein reiner NBA Parkplatz kombiniert mit einer unverwurzelten Söldnerresterampe und ganz wenigen Lokalmatadoren. Aber auch das mag meine rosarote Handballbrille verzerren, ich hoffe aber nicht.

    David: Vorsicht mit solchen Urteilen. Ich denke schon, dass die Leute etwas davon verstehen. Mal abgesehen davon, dass ich alles vielleicht nicht so genau wiedergegeben habe und er sich das auch nicht aus den Fingern gesogen hat. Im Marketing, wie auch in der Juristerei gibts nie Absolutheitsansprüche! Es muss vertretbar und erklärbar sein. Und das klingt für mich nach wie vor schlüssig.

    Aber ich verstehe jetzt nicht, wieso Deine Aussage im Kontrast zu meiner stehen muss? Damals um die WM rum hat man als Toyota-Konzern die Gunst der Stunde genutzt und mit dem Bartgesicht des Jahres und einer Liga Werbung gemacht, sogar erfolgreiche Werbung. Das hat sich beim neuen Avensis auch in den Verkaufszahlen gezeigt.
    Aber Brandt war irgendwann abgenutzt und neue Hoffnungsträger bzw. Gesichter blieben aus. Eine Verbindung zwischen der Toyota HBL und den Autos ließ sich nicht mehr originell herstellen. Das Ergebnis war eine Entkopplung zwischen Produkt und Werbeträger. Deshalb brachte die Imagewerbung nichts mehr und nur darum kann es gegangen sein. Denn die Marke "Toyota" mag vielleicht nicht überall beliebt sein, bekannt ist sie.

    Und, völlig richtig, wenn eine Partnerschaft nicht funktioniert, weil der Erfolg sich nicht einstellt oder - wie ich sage: - fortsetzt , stellt man sie ein. Und genau so ist es passiert. Übrigens das absolute Gegenstück eines Mäzens.

    Ich denke mal, wir sind nicht so weit weg voneinander. Entscheidend ist, dass Werbung für den Partner einen Gegenwert, im besten Falle mehr als er zahlt, einbringt. Und hier hat die HBL durch die viel zu enge Vergabe der Fernsehrechte sich selbst keinen Gefallen getan. Man kann erst ein Premiumprodukt künstlich verknappen, wenn es jeder haben will. Der Flop des kostenpflichtigen Livestreams spricht Bände.

    Nur in einem Punkt gebe ich Dir nicht recht. Schwarz Malen ist nicht angebracht. Die WM2007 und die darauf folgende Saison kann man nicht als Maßstab nehmen. Und "verschlafen" ist mir zu endgültig.

    Hier läßt sich vieles reparieren. Und im Vergleich zur BBL oder zum DEL stehen wir gar nicht schlecht da. Als Werbeträger stehen wir über ihnen. Vielleicht müssen wir einen Augenblick die Gürtel enger schnallen, aber wohl deshalb, weil so mancher Unterstützer (der Kreis schließt sich) ein Produkt überbezahlt hat. Nicht das Produkt ist notwendigerweise schlechter geworden, sondern zeitweise einfach mal zuviel gezahlt worden.
    Der Zuschauerschwund hält sich ebenfalls in Grenzen und ist zum Teil der kleineren Arenen geschuldet, in denen man mittlerweile wieder zulasten der teuren Gastspiele in Riesenhallen dauerhaft spielt (VfL zB).

    Es gibt Planungen, die aber alle vom Goodwill von Landesregierung und Stadt abhängen. Der Aufstieg kam so überraschend, dass hier erst mal das Rad einen gewissen Schwung bekommen muss. Ein Neubau ist trotz sehr interessanter Vorschläge schon deshalb unwahrscheinlich, weil die Stadt als Eigner der WAH wohl kaum Interesse haben wird, dieselbe demnächst zum Schleuderpreis für Taufen und Hochzeiten hergeben zu müssen. Außer dem ThSV und der Sommergewinnszunft kommen da nur die Burschenschaften regelmäßig, und die will man auch loswerden.

    Also wird es wohl ein Umbau sein, der allerdings auch nicht ohne Eigenanteil der Stadt vonstatten gehen wird. Selbst wenn das Land einen Löwenanteil übernehmen sollt, Eisenach muss aus rechtlichen Gründen mit zahlen. Aber, die Stadt war nicht mal willends oder in der Lage die 20.000€ Eigenanteil für die kurzfristigen Investitionen aufzubringen. Da hat der ThSV noch aushelfen können. Den ungleich größeren Anteil bei einem Umbau zur Multifunktionsarena kann der ThSV nicht stemmen.
    Mittlerweile kommen im Umfeld sogar Stimmen auf, die es darauf anlegen wollen. Entweder die HBL lenkt ein, oder die Eisenacher OBin, die hier alles andere als Handballfan ist, lenkt ein und denkt über die Bedeutung des Vereins für die Stadt nach. Und wenn weder das eine noch das andere passiert, steigen wir halt zwangsweise ab und warten auf die nächste OB Wahl. Ändern können wir es eh nicht.
    Alles ist besser als der status quo. In der Luft zu hängen, macht keinem Spaß.

    Jupp, da gehe ich mit. Siehe Bayern München. Hier kaufen sich Allianz, Adidas und Audi nicht nur ein, weil sie damit Zusatzumsätze generieren, sondern auch um zu verhindern, dass der größte Werbeträger Deutschlands plötzlich vom Konkurrenten bedient wird. Und auch das kann richtig Geld wert sein. Jetzt ist es faktisch unmöglich, dass Nike oder BMW plötzlich auf der Brust von Schweinsteiger erscheint.

    Das Final Four sollte man mMn dringend überdenken. Wenn man Imagesponsoren möchte, dann muss man den ganzen DHB-Pokal unter dessen Flagge stellen. Nur so bekommt die Werbung eine Reichweite, bei der sich Imagewerbung lohnt. Der DHB Pokal, und im speziellen das Final Four spricht einfach zu wenige Menschen an. Ich habe dieses Jahr nicht ein Spiel des FF gesehen und damit auch die Werbung des Sponsors (war es dieses Jahr noch die LH?) nicht wahrgenommen. Hier einen Partner für den ganzen Wettbewerb gesucht und die Übertragungsrechte freigegeben, sodass jeder Verein mit Stream usw. irgendwo zu sehen ist und die Spiele ab 1/4 Finale dann im Free TV gebracht, klingt für mich sinnvoller. Dann bekommt man auch einen Sponsor, weil er das ganze Jahr über präsent ist.

    Da wir jetzt OT gehen, noch die Kurve zurück: Wenn jemand einen sechstelligen Betrag für 3 Spiele an einem Wochenende ausgibt, die außer den Handballfans der teilnehmenden Vereine nur wenige andere interessieren, dann kann er sich mit Stolz Wohltäter oder Mäzen nennen.

    Entschuldigung, das ist Blödsinn.
    Die Toyoza-HBL wurde alles andere als eine Marke, vor allem alles andere als eine Marke die irgendwem über die Einschaltquoten Handball beim DSF hinausgehend interessiert. Und diese Quote war eher bescheiden.
    Auf alle Fälle zu bescheiden, gemessen an den Ansprüchen eines Weltkonzerns, zu bescheiden gemessen an den Hoffnungen, die diese Weltfirma fälschlicherweise in den Handball geteckt hatte (u.a. Werbung mit Heiner Brand und Oliver Kahn). Aber eigentlich war es gar nicht Toyota selber sondern deren Agentur, die denen das schmackhaft gemacht hatte. Mit solche "kleinen Fischen" wie dem HBL-Ligasponsoring hat sich Toyota nicht selber direkt beschäftigt.

    Ja gut, ich kann nur wiedergeben, was mir Händler der Marke mal gesagt hat. Das Image und die Wahrnehmung der Marke Toyota hat zu Beginn des Sponsorings einen Schub bekommen. Gerade als ausländische KFZ Marke muss man hier in Deutschland zeigen, dass man nicht nur Kaufkraft abzieht. Ein Ligasponsoring kann da helfen. Als zweitwichtigste Sportart sind wir da keinesfalls zu poplig. Aber irgendwann kommt man an eine Grenze und kann der Marke keinen Schub mehr geben.
    Und der ist dann erreicht, wenn der Kunde, in dem Fall wir, den Namen "Toyota HBL" hört und dabei schlicht nicht mehr an Autos oder den dahinter stehenden Konzern denkt, weil der Name zum geflügelten Wort geworden ist. Das meine ich mit "eigener Marke". Wie das Phänomen genau heißt, weiß ich nicht. Da müsste sich mal ein Marketing Experte zu äußern. Für mich klingt es schlüssig, weshalb ich schon glaube, dass da was dran ist.

    Im Ergebnis hat am Ende Toyota bzw. die Agentur gesagt, dass ein weiteres Engagement keinen weiteren Imageschub bringen bzw. ein anderes Pferd besser rennt.


    Ich glaube das nennt man dann wohl Imagewerbung. Machen mittlerweile aber vor allem Firmen die ein Imageproblem haben. Und die engagieren sich dann im Breitensport. Siehe Fraport. Wobei die alles sponsorn. Bei der BASF wird es vielleicht auch nur an einem handballaffinen Werbetatentscheider gehangen haben.

    Stimmt. So eng darf man das nicht sehen. Es gibt viele Gründe, Werbung zu machen. Der Beweggrund der GETEC zB, in Magdeburg damit als Arbeitgeber zu glänzen, ist auch eine Art Imagewerbung. Im Prinzip ist das alles legitim, aus meiner Sicht aber bei der regionalen Reichweite eines Vereins in einer nicht ständig präsenten Sportart nicht die beste Art das zu tun.
    Toyota letztes Jahr hat eigentlich nur aus Imagegründen die HBL gespronsort, die DKB macht dies jetzt auch. Der Familienblock ist ein prima Mittel dafür. Da gehts um reine Imagebildung.
    Wenn irgendwann die Marketingchefs keinen positiven Effekt mehr fürs Image erkennen, wird sofort gestoppt bzw. auf einen anderen Träger geswitched. Toyota nimmt bekanntermaßen Börne und Thiel aus Münster, weil es hier den nächsten Push gibt und die Toyota-HBL immer mehr zu eine eigenen Marke wurde und nicht mehr stark genug mit Toyotaautos in Verbindung gebracht wurde. Auch fehlte es wohl an Gesichtern. Brandt war durch und mit Kahn kann man quasi für alles Werbung machen, sogar für Damenhygieneartikel ("Der hält alles fest" :cool: ).

    Wenn das Produkt eine Imageaufwertung verspricht und dementsprechend einen Preis wert ist, so ist nichts dagegen zu sagen und der Beweggrund reines Geschäft und kein Mäzenatentum. Aber, und das darf man nicht vergessen, Imagewerbung ist flüchtig, wie ja bei der HBL zu sehen. Ein Ausstieg wird dabei selbst bei den Adressaten selten als Problem wahrgenommen.
    Während die Kundengewinnung, gerade wenn sie lokal oder regional betrieben wird, werbetechnisch geradezu statisch ist. Ein großer regionaler Autohändler zB braucht die Bühne und ein ersatzloser Ausstieg aus dem Sponsoring wird er uU schwer verkraften, wenn es keine nachvollziehbaren Gründe gibt. Für Handballvereine ist dies wohl die sicherste aller Varianten, wenn sie einen Großteil der Einnahmen aus solchen Vertragsbeziehungen ziehen.

    Die HBL als nationaler Player kann da entspannter rangehen, weil die Präsenz da ist. Die könnten 100% Imagewerbung fahren, weil sich diese auch für die Werbepartner rechnet und wenn er dann geht, sich immer ein neuer finden wird. Bei den Vereinen ist es nicht so.

    Es muss also eine Mischung her, wobei je kleiner der Umkreis der Präsenz wird, sich der Anteil an Werbung die sich auf Kundenacquise beziehen wird, erhöhen muss.
    Egal wie die Werbung aussieht und aus welchem Grund sie geschieht, sie muss für den Sponsor mindestens den Wert der gezahlten Zuwendung haben, sonst handelt der Sponsor zumindest teilweise als (Mini-)Mäzen, weil ohne eine entsprechende (Teil-)Gegenleistung.

    Oder andersrum: Sobald ein Verein mehr Geld erhält, als seine Werbefunktion wert ist, wird er von Gönnern unterstützt. Solange hier der über dem Wirtschaftswert liegende Anteil nur ein geringen Anteil ausmacht und im besten Fall auf eine Vielzahl von Personen verteilt ist, so macht das nix. Sowas gibt es in allen Vereinen.

    Wehe aber der Anteil überschreitet eine bestimmte Grenze und ist auf nur wenige Personen konzentriert. Genau da fängt Mäzenatentum an.

    Das ist das Problem. Ob man jetzt den Begriff Mäzen wie in Wikipedia definiert, oder ob man das in diesem Thread besprochene Problem auch jenseits der Grenzen des Mäzenatentums verortet, kann eigentlich dahinstehen. Es kann ja keiner wirklich ernsthaft behaupten, solche Darlehen (also mit Gegenleistung) die jederzeit fällig gestellt werden können, stellen kein Problem dar.
    Die Grundfrage ist: wie gesund ist die Liga? Welche Vereine geben mehr aus, als sie eigentlich gemessen an ihrem wirtschaftlichen Wert haben dürften. Dabei isses wurscht, ob man einen reichen Onkel hat, der Kohle schenkt, oder ob ein Unternehmen Sponsoring betreibt, welches betriebswirtschaftlich nonsens ist. Beides kann in kürzester Zeit wegfallen und einen Verein in Schieflage bringen oder gar ganz verschwinden lassen. Bestes Beispiel ist der schon in einem anderen Thread beschriebene TV Eitra.

    Das Problem ist bei weitem größer als die Wiki Definition. Und ich für meinen Teil würde das Mäzenatentum nicht so eng definieren. Das ist allerdings Geschmackssache.

    Ich finde die Diskussion absolut stark und wichtig. Kompliment an die Community, selten eine solche Menge an konstruktiven Beiträgen gelesen.

    fin: Hmm, da ist sicher was dran, aber ob es betriebswirtschaftlich so viel Geld wert ist, mag ich bezweifeln. Ich habe noch nie einen Headhunter sagen hören: "Geh dahin, der sponsort auch Deinen Verein." Und wo keine Headhunter im Spiel sind, isses völlig wurst. Zumindest würde in dem Bereich jeder Arbeitnehmer lieber die Kohle auf seinem Kontoauszug sehen. Mal abgesehen davon sollte man nicht den Anteil an Hardcorehandballfans überschätzen, einen Betrieb mit 100% Handballfans ist äußerst selten :).
    Am Ende mag das Ganze vielleicht den Einstiegsgrund im einstelligen Prozentbereich darstellen, als Hauptgrund ist es betriebswirtschaftlich unhaltbar.

    BigRick Ich erinnere mich noch sehr gut an die eine Zeit vor ca. 10 Jahren als der ThSV mal gerade wieder in oder vor der Insolvenz stand. Damals war Federn-Oswald Präsident und man suchte nach einem neuen Präsidenten. Herr Levknecht schrieb damals in einem seiner blumigen Pressetexte, dass der neue Präsident doch bitte ein erfolgreicher Unternehmen sein solle der möglichst eigenes Geld mitbringen solle. Das war Betteln nach einem Mäzen auf unterstem Niveau.


    Nein, nicht ganz. Zumindest ist meine Erinnerung eine andere: Günther Oßwald war damals nicht Präsi (zumindest nicht gewählter, kann sein, dass er es kommissarisch machte, das weiß ich aber nicht mehr genau), sondern er war im Aufsichtsrat und einer der Personen, die ich vorhin meinte mit "zur Rettung Schatulle geöffnet".

    Der Präsi war damals Frank Seidenzahl. Allerdings war man sich nach dessen Rücktritt im Verein einig, dass es wirtschaftliches Know How braucht, um den Verein wieder auf Vordermann zu bringen. Seidenzahl ist ein Superarchitekt, hat aber damals nicht verhindert, dass ein 1,8 Mio Haushalt (mehr als heute) auf so wacklige Füße gestellt wurde, dass es krachen gehen musste. Nachfolger wurde dann Detlev Gollhardt, der als Autohändler in der Region einen guten Ruf genießt und die notwendigen Verbindungen hatte. Aber er hat schnell gemerkt, dass die Verstrickungen im Verein nicht durch ihn durchbrochen werden konnten. Er hat mal in einem persönlichen Gespräch gemeint, dass, wenn er könnte, wie er wollte, so einige Leute hätten verschwinden dürfen. Dafür ist er übrigens auch geholt worden. Aber einer allein kann es halt nicht richten.

    Deshalb hat er den Laden schnell weitergegeben mMn an Gerhard Sippel, seines Zeichens pensionierter Gymnasialrektor. Keinesfalls verdächtig, hier mit der fetten Marie zu winken, wenn das Schiff zu schwanken beginnt. Die Personen, die schon Gollhardt loswerden wollte, haben aber im Hintergrund weiter gepraßt.

    Es kam, wie es kommen musste. Nach einer weiteren Fastpleite hat man hier endlich den Cut gemacht und bis heute stabile Verhältnisse mit fähigen Leuten an der Spitze. Der Präsi ist ein Geschäftsmann, der Vize ein verdammt guter Anwalt und der Manager ein Handballkenner mit internationaler Erfahrung. Die Problemabteilung ist man endlich losgeworden. Der Etat liegt weit unter dem damaligen und der Verlust eines Großsponsors kann den Verein nicht mehr in die Pleite treiben, weil es keinen mehr gibt. Mittlerweile ist der Verein gesund und wirtschaftet gut.

    Damals sah alles ziemlich düster aus und man hat sich darauf verlassen, dass es schon jemanden geben wird, der die Schatulle aufmacht. Jetzt, 10 Jahre später kann der ThSV stolz darauf sein, nicht mehr davon abhängig zu sein. Die Einnahmen bestimmen die sportlichen Investitionen und nicht andersrum. Allerdings mit der Folge, dass wir wohl nie mit den besten 10 werden mithalten können.

    Wenn Levi das damals so veröffentlicht hat, dann sicher nicht in Eigenregie sondern in Abstimmung mit den damaligen Gremien. Dass man so öffentlich einen reichen Onkel sucht, war sicher nicht zielführend, allerdings waren wir damals nicht die einzigen, die das versucht haben.

    ... und so ist ganz schnell das eingetreten, was schon bei Eröffnung des Threads zu befürchten war:

    1. Es herrscht keine Einigkeit darüber was ein Mäzen überhaupt ist
    2. Mäzene, Sponsoren, Werbepartner lassen sich gar nicht scharf voneinander trennen

    Deshalb ja Diskussion. Ich finds schon interessant, wo hier bei manchen Vereinen das Geld herkommt und wie die Verstrickungen sind.
    Ob man am Ende den subjektiven Begriff Mäzen verwendet, kann jeder selbst entscheiden, aber jeder kann sich sein Bild machen und sehen, ob Verein A seine Wirtschaftskraft präsentiert oder die eines Großsponsors.

    Lol, da hab ich fast schon beiläufig eine Definition für Mäzentum geliefert.

    Die ganze Diskussion macht doch gar keinen Sinn!


    Ich find sie gar nicht schlecht. Wenn man als Ziel nicht ausgibt, eine klare Trennlinie zu liefern, ist sie fruchtbar und bringt einige Argumente zum Vorschein. Aber vielleicht sehe ich das beruflich bedingt anders.

    Das sind Werte, da schlackern bei uns manche mit den Ohren. Bei uns isses offenbar in aller Regel ein Geschäft und keine Charity Veranstaltung. Auch wenn es den einen oder anderen Privatmann bzw. Sponsor gibt, der wohl hier und da mal die Schatulle aufgemacht hat, um den Verein zu retten. Da kann man aber auch von sekundären Interessen ausgehen, weil der ThSV in der Gegend so ziemlich der einzige regionale Werbeträger ist und der Wegfall auch so manchem Sponsoren weh tun könnte. Der ThSV wird da dringend gebraucht, egal ob 1. oder 2. BL, hauptsache man hat so einen Treffpunkt. Ich wurde mal von einem Sponsor in den VIP Raum mitgenommen, das sind Messetermine im Zweiwochentakt. Wer in Eisenach gute Geschäfte in gelöster Atmo abschließen will, muss zwangsläufig Zugang haben.

    Hier zeigt sich mMn übrigens auch der Grund, warum gemessen anf die Anzahl der Kontakte Handball am teuersten ist: Die Erfolgsquote ist ungleich höher. Unser Hauptsonsor Thüringer Energie zB erreicht mit unserer Brust im Verhältnis zum Einsatz mehr Umsatz als wenn er das Logo in einer überregionalen Zeitung oder bei einem Fussballerstligisten präsentiert. Das mag zwar mehr nationale Kontakte bringen, aber anfangen können die meisten Leser damit nix. Das gilt übrigens auch für die Provinzial. Ich weiß nicht, wer das vorhin geschrieben hat, aber die Provinzial ist alles andere als ein National Player. Es gibt sie in der Präsenz nur im Norden bzw. Nordwesten und braucht gar keinen nationalen Ausflug probieren. Hier im Osten ist sie weitgehend unbekannt bzw. wird im Sparkassenverbund zugunsten der Feuersozietät nicht aktiv angeboten. Dadurch ist gerade die Provinzial meiner Auffassung nach der Prototyp eines Handballsponsors. Ständige Präsenz in den regionalen Medien und ständiges Erreichen der Zielgruppe. Das hat mit Mäzentum nichts zu tun. Ich möchte wetten, das lohnt sich sogar betriebswirtschaftlich. Man darf auch nicht vergessen, dass von den Vereinen durchaus etwas zurück kommt. Beim Beispiel der Provinzial zB wirds einige Versicherungen geben, die der THW dort zwar zu günstigen Konditionen abschließt, aber immer noch mit Kostendeckung für die Versicherung.

    Anders kann man es durchaus bei Vereinen sehen, bei denen die Zielgruppe der Hauptsponsoren mit der regionalen Reichweite so gar keine Überschneidungen haben. Die Beispiele wurden ja schon genannt. Hier gehts wohl nur darum, überschüssige Euronen steuerbegünstigt anzulegen und den Spieltrieb einzelner Entscheidungsträger im Unternehmen zu befriedigen. Aber wehe dem. Und da gibts weit mehr Unwägbarkeiten, als nur der Verlust des Spieltriebs. Da wird das Unternehmen aufgekauft oder gerät auch wegen der zu hohen Zuwendungen in Schieflage, oder der Erbe will plötzlich Fussball oder Basketball spielen und wechselt das Lager. Aber viel häufiger stehen betriebswirtschaftliche Gründe dahinter, weil man im Unternehmen gemerkt hat, dass es nicht den gewünschten Erfolg bringt. Ich denke da an GETEC oder Braun und die anderen, die hier wohl doch eher Caritas spielen. Ob das jetzt als Mäzentum beschrieben wird oder nicht, mag dahinstehen, aber wenn das Wohl und Wehe des Vereins von einem solchen Freigiebigen Spnsor abhängt, ist es auf lange Sicht sehr gefährlich.

    Ich wage mal die Prognose: In den nächsten zwei bis drei Jahren gibts nicht nur sportliche Absteiger.