Nunja, es bestreitet ja keiner, dass in Eisenach eine neue Halle etwas bewirken würde. Das Ding ist klein und die Versorgung ist bei ausverkaufter Halle mies. Da bekommt nur in der Halbzeit ein Bier und ne Wurst, wer ab der 20. Minute zum Stand geht.
Die Frage ist doch, wie kann man sportlich qualifizierten Mannschaften die Möglichkeit geben, in den jeweiligen Ligen zu bestehen. Die Lösung ThSV ist, und ich denke, da sind wir uns größtenteils einig, kontraproduktiv. Einen ohnehin schon an der Grenze operierenden Aufsteiger mit eigentlich nur sinnlosen Auflagen zu gängeln, die ihm nur Geld kosten und der Liga nix bringen, kanns ja nicht sein.
Ich hätte da mal einen anderen Vorschlag: Warum nicht einen ansteigenden Strafbeitrag einführen, der Aufsteigern im ersten Jahr einen Erinnerungswert liefern, dass etwas geschehen muss. Was weiß ich, nach Verletzung der Regeln von 1.000€ bis 10.000€. Wobei Licht und Bodenverhältnisse aber stimmen müssen. Hier sind die Investitionen ja überschaubar.
Im nächsten Jahr verdoppelt sich der Beitrag usw usw. Wobei die Faktoren jetzt nicht wichtig sind. Das Ganze immer weiter fort, bis der Aufsteiger eine genehmigte Anlage vorweisen kann, die meinetwegen auch im Bau befindlich ist. Sobald dies der Fall ist, wird der Strafbeitrag eingefroren und kommt erst dann weg, wenn die Halle bespielt wird.
Vorteil: Ein Aufsteiger bekommt nicht gleich die Beine weggehauen und muss in unrentable Hallen ausweichen (Beispiele gabs in der Vergangenheit genug). Wir hatten ja das Glück, eine vergleichbare Halle mit freundlichen Gastgebern gefunden zu haben, das muss aber nicht überall so sein. Wer dann schon mal den Klassenerhalt geschafft hat, kann anders rechnen und hat auch die Sponsoren um hier eine höhere Strafe zu schaffen.
Vorteil auch: der Verein hat ein gutes Druckmittel in der Kommune, denn endlich läßt sich der Schaden auch beziffern. Es hilft manchmal mehr, wenn man eine klare Zahl sagen kann, statt: vielleicht würden bei 10 Spielen insgesamt 500 Spieler mehr kommen, das juckt die Politik nie, weil Kaffeesatzleserei. Irgendwann wird der Druck dann hoch genug sein, auch bei klammen Kommunen, die sich an die nicht ganz unwesentlichen Nebeneinkommen bei einer gefestigten 1. Ligaposition gewöhnt haben werden.
Das Geld ließe sich dann ganz praktisch in einen Fonds packen, der dann als Finanzierungshilfe für die Vereine, die auch eingezahlt haben, genommen werden kann. Was weiß ich, für die Jugendakademie oder andere Sachen, wegen mir auch für den Bau der Halle selbst.
Am Ende ist eine Strafe für den Verein immer dann ungerecht, wenn er nix dafür kann, wie bei uns. Wenn er aber zahlt, mit der Aussicht, einen Teil des Geldes vielleicht wieder zu sehen, tuts nicht so weh.
Es ist halt so, dass jeder Verein gern eine neue Halle haben möchte. Alle wissen, dass so etwas die Wirtschaftskraft der Vereine hebt und damit auch die Liga weiterbringt Aber mit Prügel zum Glück zwingen ist mMn der falsche Weg. Denn hier bleiben zuviele Vereine auf der Strecke.