Witte hatte doch in 7 Jahren Wirkungszeit den Handball in Neuss von der Oberliga Niederrhein bis in die 2. Bundesliga geführt. Er ist im Sommer 18 nach Eisenach in die 3. Liga gewechselt. Während die Profis von Neuss (HC Rhein Vikings) in der Saison 2018/2019 in der 2. Liga spielten.
Die Wahrheit hat immer mehr als 2 Gesichter. Jeder hat seine eigene, aber nun zu sagen, dass der Erfolg in Eisenach gefährdet ist, weil der Trainer weggeht und dafür Witte als Verantwortlichen auszumachen, mag zwar deine Wahrheit sein, erscheint mir aber doch sehr subjektiv eingefärbt. Wir haben jetzt 2025. Also Witte ist 7 Jahre weg aus Neuss, die aktuell wieder in der Oberliga Niederrhein spielen. Also mir erschließt sich nicht, wie Witte dort ne Schneise der Verwüstung hinterlassen hat.
Die Behauptung der "Schneise der Verwüstung" gründet einzig und allein auf einem Zeitungsartikel, in dem sich ein Handballfreund vor Ort sehr negativ über René Witte geäußert hat. Der war allerdings mehr ein Kommentar und ließ viele Fakten unberücksichtigt.
Als öffentlich wurde, dass Karsten Wöhlers als Geschäftsführer abgelöst wird, hat René Witte, der alle Jugendmannschaften bei Eisenach durchlaufen hat, Kontakt zum ThSV gesucht. Wenn der ThSV ruft, würde er sofort kommen. Das sei Herzensangelegenheit.
Zu dem Zeitpunkt haben die Rhein Vikings noch ganz anständig funktioniert, auch wenn man schon langsam anfangen musste, Spieler abzugeben. Als intern klar war, Witte würde gehen, hat der Hauptsponsor seine Unterstützung überdacht. Die Saison hat man dann praktisch mit einer Jugendmannschaft beendet. Richtig ist, den Großteil der Kosten hat dieser Sponsor getragen und dadurch hat man es überhaupt geschafft, aus der Oberliga in die 2HBL zu kommen.
Als René dann weg war, ging es ganz schnell. Auch die Stadt Düsseldorf, die hier reichlich unterstützt hat, hat sich aus dem Projekt zurückgezogen. Ein halbes Jahr später musste Insolvenz angemeldet werden.
Das Problem war, die beiden Trägervereine haben - aus meiner Sicht - immer schön auf René verwiesen. Aber seine Aufgabe war es nicht primär, die Grundstrukturen an den Orten zu erhalten. Der Aufbau eines Profibereichs ist heftig genug. Man hat den Erfolg genossen und sich zurückgelehnt. Als René dann ging, war wirklich niemand da, der das übernimmt und den Großsponsor davon überzeugt, weiter wenigstens etwas Geld für den Drittligabetrieb zu geben. So zumindest meine Interpretation.
Was blieb, waren zwei Vereine, die irgendwie nicht so richtig weiter wussten. Die Kritiker sagen, René hätte alles kaputt gemacht, mit etwas Abstand muss man sagen, auch ein Geschäftsführer ist kein Sklave. Wenn sein Weggang so eine Lücke hinterlässt, dann muss man sie entweder schließen, oder man ist wieder da, wo man vorher war.
In Eisenach hat man das zur Kenntnis genommen. Allerdings gibt es in Eisenach einen fundamentalen Unterschied: Der Erstligabetrieb ist in einer Marketing GmbH ausgegliedert und der Verein dahinter ist rechtlich getrennt. Witte, immerhin Zollbeamter, weiß auch ziemlich genau, was es bedeutet, wenn man hier die Grenzen nicht einhält. Folge: anders als die Jahre davor, hat Witte angefangen, hier klare Grenzen zu ziehen. Eine Insolvenz - allen ist klar, dass wir mit weniger als 3.000 Zuschauern immer ein gewisses Risiko haben - darf niemals den Verein berühren. Also hat René von Anfang an klare Kante gezogen.
Das gefällt natürlich dem Verein und seinen Mitgliedern nicht immer. Hier wurden dann erste Risse sichtbar. Ein Verständnis dafür, dass Vereinsmitglieder und Jugendmannschaften, die unter dem Verein laufen, beim Thema Marketing GmbH nur Zaungäste sind, ist natürlich nicht ausgeprägt. Einzig der Präsident kann hier als Vertreter der 51 % des Vereins an der GmbH entsprechend eingreifen. Und das tut er aus gutem Grund nicht. Weil es irgendwie funktioniert.
Hat der Verein Geld im Überfluss? Nein. Er ist immer am Rande der Liquidität. Nicht schön, aber bei einem Stadium, in dem sich der ThSV gerade befindet vollkommen nachvollziehbar. Ist René direkt und schonungslos und nicht mehr überall beliebt? Einen Manager, der überall beliebt ist, würde ich sofort kündigen. Aber auch hier gilt stille Post. Hier machen Gerüchte die Runde, die selbst die direkt Beteiligten angeblichen Gegner nur noch kopfschüttelnd abtun.
Aber wo sind wir jetzt? Gesichertes Mittelfeld und alle anderen Vereine schauen neidisch auf die Halle und die Fans. Erinnert Ihr Euch, was vor 10 Jahren war? Da haben wir in diesem Forum darüber gestritten, ob man unsere Halle überhaupt für die erste Liga zulässt. Darüber spricht kein Mensch mehr, selbst Dyn schwärmt davon und die Kommentatoren streiten sich darum, wer aus unserer Halle berichten darf (sic!). Das ist auch Renés Verdienst.
Wandelt der ThSV am Rande? Hat er immer und wird er bis zur Eröffnung der neuen Halle immer. Ist er erfolgreich? Aber sowas von und ob das Café am Ende ein Erfolg ist, werden wir in 4 Jahren beurteilen.
Aber nicht alles was man anfasst, wird zu Gold. Selbst, wenn das schief geht, in der Gesamtschau überwiegen die positiven Effekte. Jetzt als Fan und Verein die GmbH anzugreifen und mit unsachlichen Beiträgen ein Armageddon herbeizureden, erschließt sich mir nicht. Selbst wenn alles zuträfe, es besteht immer die Chance, dass es gut ausgeht. Solche Beiträge wie der Thread-Eröffner machen nur eines, die Chance, das es klappt zu senken. Wer sowas macht, will nur schaden.
Achja, und wenn der Artikel beginnt mit: Der VEREIN auf Abwegen wegen falscher Geschäftsführung, dann disqualifiziert er sich bereits mit dem ersten Satz.