Bei der ukrainischen Liga bin ich nicht sonderlich bewandert. Daher die Frage: Habe die Spieler aller acht Vereine in der Superleague wirklich Profistatus? Du brauchst ja nicht bloß Trainings- und Spielstätten (vielerorts ist die Hallenauslastung hoch und die Profivereine müssen sich die Hallenzeiten mit anderen Vereinen und/oder (Hoch-)schulen teilen), sondern die Spieler müssen auch nach Deutschland ziehen (evtl. zusammen mit Familien) und benötigen ein Gehalt, dass ihr Leben in Deutschland finanzieren kann. Im Prinzip wäre der notwendige Etat wohl nicht viel niedriger als bei einem durchschnittlichen Zweit- oder Drittligisten. Ukrainische Sponsoren dürften aktuell nicht zur Verfügung stehen und bei deutschen Sponsoren würden sie natürlich in Konkurrenz zu den hiesigen Sportvereinen treten. Einen ukrainischen Ligabetrieb im Exil auszutragen halte ich für schwerlich umsetzbar.
Natürlich hast Du Recht, dass die Aufnahme von Motor Saporoschje in den deutschen Ligabetrieb zunächst in erster Linie dieser einen Profimannschaft hilft, aber mittelbar ist der Fortbestand des nationalen Aushängeschildes im ukrainischen Handball eine wichtige Triebfeder bei der späteren Wiederaufnahme des Ligabetriebes in der Ukraine.
Das letzte weiß ich nicht. Das kann sein, ist aber erstmal wie gesagt auch ne wohlfeile Marketing-Geschichte von der HBL
Zitat
»Ja, man kann immer etwas Schwarzes und etwas Weißes sehen. Diese Sache
ist aber tatsächlich ein Akt der Menschlichkeit«, sagte der
HBL-Geschäftsführer
dem Sport-Informations-Dienst (SID) und stellte klar: »Wir wollen ein
Zeichen für den Frieden setzen und den Handballern die Möglichkeit
geben, ihren Beruf weiter auszuüben.«
Als Beispiel aus dem Spiegelartikel. Das ist schon verdammt dick aufgetragen und sich gleichzeitig bewusst das man hier einen Plan hat, der wenig zu Ende gedacht ist, wie so vieles im Handball...weswegen ich der Aussage Tclips auch entscheiden widersprechen würde:
Zitat
also können wir doch sachlich feststellen-
die hauptbeteiligten haben ja dazu gesagt-
vlt. sollten wir als fans dies dann auch akzeptieren-
Warum sollte man das so akzeptieren und nicht für bescheuert halten können? Dann sind halt die Hauptbeteiligten im Zweifel bescheuert. Gerade im Sportfunktionärsbereich nicht ungewöhnlich. Die HBL ist hier soweit ich weiß unschuldig, aber die EHF als Beispiel war gerade noch mit Russland im Bett, siehe Hauptsponsor, von dem sie auch wirklich auch erst dann wegging, als klar war das man Verbände sanktioniert, die so etwas nicht tun.
Was mich auch zu dem Punkt bringt, der durchaus wichtig ist: Die EHF wird Motor sicherlich nen CL-Platz geben, mindestens als Entschuldigung dafür das man sie faktisch disqualifizieren musste, aber auch wegen der guten Presse. Aber was ist die Perspektive darüber hinaus? Dann spielt Motor zweite deutsche Liga und dann? Was ist die Perspektive in der übernächsten Saison? Daher wäre eine ukrainische Auslandsliga zwar relativ aufwendig, aber das wirklich nachhaltige, was Sätze eines Bohmanns wahr machen würde.
Dein Einwand Arcosh ist denke ich berechtigt, aber auch hier kann man mit anderen gesellschaftlichen Akteuren zusammenarbeiten, nicht nur im Handball. Erfreulicherweise ist die Bereitschaft anders als in anderen Flüchtlingssituationen dafür auch gesamtgesellschaftlich vorhanden und würde funktionieren. Die Liga könnte zum Beispiel im Vorprogramm von Erstligaspielen stattfinden als Beispiel.
Ich glaube zuletzt auch noch zwei Sachen: Schlechte Presse gäbe es kaum, ich glaube nicht einmal wenn Dynamo bei der DFL anfragt und abgewiesen wird. Jedem der drüber nachdenkt sind klare Gegenargumente sofort klar. Letzte Sachen...wenn solche Diskussionen wie hier jetzt offenbar wieder aus bestimmter Ecke genutzt werden um krude politische Zusammenhänge aufzumachen, sollte man hier auch bald den Cut setzen. Interessant das sich die Vorliebe des entsprechenden Users für ostueuropäische Gesellschaften nicht auf die Ukraine erstreckt, wenn auch nicht überraschend.