Mein Turnierfazit aus deutscher Sicht im Vergleich zu den vorherigen Turnieren:
- leichte Steigerung im Angriff. Etwas besserer Ballfluss, etwas weniger Fehler. Dennoch noch Luft nach oben. Für mich wirkt es ein wenig so, als spiele Gislason die Art von Handball, die die Dänen oder Slowenen vor zwei drei Jahren gespielt haben. Jene Nationen sind aber bereits einen Schritt weiter und haben ihr Game flexibilisiert. Hieran muss Deutschland arbeiten.
- Finale außen vor: die Abwehr war zum Teil schon eine Mauer, vor allem körperlich. Einfach eine solide, fehlerfreie Sache. Nächster Schritt: etwas mehr Mut und Risiko zum Ballgewinn.
- Tempospiel: erste Welle nach vorne okay, zweite Welle zu wenig, Rückzug schnelle Mitte gegen Spanien und Dänemark an der Grenze zu desolat. Solche Tore darf man in wichtigen Spielen nicht verschenken.
- Einstellung: Klasse, Gislasons größte Stärke ist wohl, Rollen zu verteilen und Vertrauen auszustrahlen. Bitte weiter so. Die Mannschaft scheint ein echtes Team zu sein.
- Nominierung: einziger Fehler: kein zweiter RA. Daraus wird Gislason lernen. Lustigerweise hat Steinert auf außen richtig performt, die Gegner hätten die Schwachstelle aber auch noch mehr ausnutzen können. Und man sollte nicht drauf setzen, dass ein Rückraumspieler auf außen so viel Massel hat. Ansonsten Nominierungen und Auswechslungen sehr nachvollziehbar.
- Blick in die Zukunft: bei einigen Nationen steht ein Umbruch an. Dänemarks Vorsprung wird kurzfristig eventuell etwas schmelzen. auch Spanien steht ein Umbruch bevor. Dafür drücken Portugal, Slowenien oder Kroatien und werden besser. Ich sehe das Feld enger zusammenrücken und den Kampf um Medaillen in den nächsten zwei Jahren offen wie lange nicht mehr. Eine Chance, die aber auch ein wenig Erwartungshaltung mit sich bringt.
Vielen Dank an die deutsche Mannschaft und auch an die anderen Teams für dieses Turnier!