Klar gerne.
Eine kurze Methodik und Korrekturhinweise.
Kurzer Theorieteil. Regelbezug, Regel 8:2. "Es ist nicht erlaubt, in den Gegenspieler hineinzurennen oder -springen". Ich benutze dafür gerne die "Tür-Metapher". Ist die Tür offen, ist es kein Stürmerfoul. Ist die Tür zu, ist es eines. Oder anders gesagt: "Willst du durch den Gegenspieler durch oder an ihm vorbei? Wenn du durch ihn durch willst, ist es Stürmerfoul".
Denkt man eine Ecke weiter, ist das Herausholen eines Stürmerfouls die sauberste Form des Verteidigens. Schließt man diese "Tür", hat man antizipiert, wo der Gegenspieler hingeht. Man hat vor ihm den Raum besetzt und meistens war es kein Zufall oder 50/50-Hoffnung, sondern bereits am Anfang der Verteidigungsaktion durch geschicktes Stellungsspiel in die Wege geleitet. Für das Herausholen eines Stürmerfouls muss sowohl der Abstand zum Gegenspieler als auch das seitliche Verhältnis stimmen. Stimmt eines von beiden nicht, ist es kein Stürmerfoul mehr.
Dazu kommt, dass Abwehrspieler, wenn sie das Ziel haben, ein Stürmerfoul herauszuholen, in aller Regel ihre Abwehraktion in letzter Sekunde ändern können, sollten sie merken, dass ihr Plan nicht aufgeht - denn ihre Stellung ist ja, wie oben beschrieben, die sauberst mögliche, oder dann immer noch ziemlich nahe dran. Sie können also bis zum Ende ihre Hände benutzen, wenn es nötig wird, weil sich die Situation etwas anders entwickelt hat als vermutet. Oft beginnt es mit einem Plan, ein Stürmerfoul zu schinden, endet aber in einem Schrittfehler vom Angreifer, weil er unter regelwidriger Benutzung eines vierten Schritts der Stürmerfoulgefahr aus dem Weg gehen will.
Jetzt zur Methodik.
Wir fangen an mit einem Parteiball-Spiel. Das Ziel ist der Mittelkreis. Die angreifende Mannschaft versucht, den Ball im Mittelkreis abzulegen. Bei Ballbesitzwechsel müssen drei vollständige Pässe egal wo auf dem Feld gespielt werden, dann darf man den Ball ablegen. So hat man auch noch ein wenig Umschaltspiel mit drin. Es eignet sich am besten im fünf gegen fünf, aber auch 4-4 oder 6-6 geht gut. Ball im Mittelkreis ablegen gibt wie gesagt einen Punkt, aber ein Stürmerfoul rausholen auch. Hinweise an die Spieler: Ziel ist es, dass kein Gegenspieler an euch vorbeikommt. Bleibt immer zwischen Mittelkreis und Gegenspieler. Tretet einen Schritt auf ihn heraus, deine beiden Nachbarn stellen sich schräg hinter dich. Nebeneffekt: Erlernen von Dreiecken (ist aber auch ohnehin wichtig für das Stürmerfoul).
Zweitens. Wir gehen ins eins gegen eins ohne Prellen auf engem Raum. Zusatzregel: Der Angreifer MUSS den Ball in hohem Speed fangen und DARF KEINE Körpertäuschung machen, sprich er muss an der Seite am Abwehrspieler vorbei, in die seine erste Bewegungsintention geht. Hinweise an den Abwehrspieler: Zwing ihn unterbewusst zu einer Seite und mache dann aktiv in einer Diagonalbewegung diesem Raum zu.
Funktioniert das gut, wird zuerst die zweite und dann die erste Zusatzregel gestrichen.
Danach: Drei gegen drei mit Außen, Halb und Mitte auf engem Raum mit Zeitbegrenzung.
Abschlussspiel: Stürmerfoul rausholen gibt einen Bonusangriff nach dem folgenden Ballbesitz.
Und zum Abschluss noch mein Lieblingshinweis für alle Abwehrspieler, die ein Stürmerfoul rausholen wollen: Zwei Sachen muss man ganz speziell beachten.
1. Den Anlaufspeed vom Angreifer. Je schneller man ist, desto schwerer kann man die Richtung wechseln, desto anfälliger ist man also für ein Stürmerfoul. Es lohnt sich normalerweise nur dann, auf Stürmerfoul zu gehen, wenn der Angrifer schnell zum Tor rennt. Dafür lohnt es sich dann aber richtig. Ausnahmen bestätigen die Regel.
2. Schau in die Augen vom Angreifer kurz bevor er den Ball fängt. Schauen die Augen zur Seite, nimmt er dich nicht wahr. Solange das der Fall ist, geh ihm immer weiter entgegen, Wenn er nach vorne läuft, aber zur Seite schaut, wird er ein Stürmerfoul machen. Sobald er dich sieht, täusche noch einmal kurz an, richtig draufzugehen, und lass dich dann zwei Schritte fallen. Dein Gegenspieler wird rückwärts laufen oder stehenbleiben. Stellungsvorteil geht an dich.
Viel Spaß!