Zitat: Deswegen mahnte Froböse „dringend eine andere Herangehensweise“ an: „Innovative Förderkonzepte, zielführende Talent-Sichtung und eine stärkere gesellschaftliche Verankerung des Sports. Wir brauchen ein eigenständiges Sportministerium. Wir müssen der Bedeutung von Bewegung und Sport in der Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen wieder mehr Gewicht geben. Jetzt ist die Zeit, umzudenken und zu handeln.“
Alles richtig erkannt. Nur hilft das alles nichts, wenn es keine (kaum/zu wenig) Kinder/Jugendliche mehr gibt, die bereit sind, wirklich über Jahre Leistung zu bringen. Handball nicht nur als Spaß zu verstehen, sondern sich auch zu quälen, zB beim Kraft- und Konditionstraining regelmäßig an die Grenzen zu gehen. Wenn diese Bereitschaft nicht da ist, oder nur bei 1-2 je Mannschaft, kann auch der beste Trainer am Ende nichts machen, wenn er nicht riskieren will, dass sich die Spieler querstellen oder am Ende verweigern und sei es durch Abgang und sich alles in Luft auflöst und er dann auch noch der Dumme ist.
Leider erfahren die Kids heute zu oft, dass Leistung nicht belohnt wird, bzw. man auch ohne Leistung ans Ziel kommt. Bei meinen Studenten ist es seit Jahren zunehmender Trend, nur einfach bestehen zu wollen, vier gewinnt - einen Job bekommt man ja heute dank Fachkräftemangel sowieso. Da reicht im Zweifel ein selbstbewusstes Auftreten beim Bewerbungsgespräch.
Und, neuestes Beispiel aus dem Sportunterricht: im Leistungstest landeten fast alle Kids bei einer Note rund um vier. Im Schuljahresendzeugnis stand bei allen, welch Wunder, eine Eins. Nun gut, da braucht man sich am Ende über einen Leistungsabfall im Profisport nicht mehr zu wundern.
Ich freue mich mittlerweile über punktuell herausragende Leistungen in Randsportarten, zB aktuell Emma Hinze oder kürzlich Darja Varfolomeev. Von Fußball und Co erwarte ich schon gar nichts mehr, zu viel Geld im Spiel, das zerstört die intrinsische Motivation.