Beiträge von Beuger

    War doch vorher Freiwurf gepfiffen, oder?

    Ja. Trotzdem darf Gottfridsson nicht die Sekunden runterlaufen lassen, indem er einfach da steht und den Schiedsrichtern eine banale Frage stellt, deren Antwort er selber weiß.

    Regelbezug:

    Es ist nicht erlaubt, den Ball in Besitzt zu halten ohne erkennbaren Versuch, anzugreifen oder ein Tor zu erzielen. Ebenso ist es nicht erlaubt, wiederholt die Ausführung eines Anwurfs, Freiwurfs, Einwurfs oder Abwurfs der eigenen Mannschaft zu verzögern (siehe Erläuterung 4). Dies ist als passives Spiel anzusehen, welches mit einem Freiwurf geahndet wird, sofern die passive Tendenz nicht aufgegeben wird (13:1a).

    Der Freiwurf ist an der Stelle auszuführen, an der sich der Ball bei der Unterbrechung befand.

    7:12

    Wird eine mögliche Tendenz zum passiven Spiel erkennbar, wird das Warnzeichen (Handzeichen Nr. 18) gezeigt. Dies gibt der ballbesitzenden Mannschaft die Gelegenheit, die Angriffsweise umzustellen, um den Ballverlust zu vermeiden. Falls sich die Angriffsweise nach dem Anzeigen des Warnzeichens nicht ändert, oder kein Torwurf ausgeführt wird, wird ein Freiwurf gegen die ball besitzende Mannschaft gegeben (siehe Erläuterung 4).

    In besonderen Situationen (z.B. bewusstes Auslassen einer klaren Torgelegenheit) können die Schiedsrichter auch ohne vorheriges Warnzeichen auf Freiwurf gegen die ballbesitzende Mannschaft entscheiden.

    Die Aufregung von Prokopp mit gelber Karte meines Erachtens berechtigt.

    Danach stand das Spiel unter wesentlich besserem Stern, auch wenn Hannovers Bester M.M. eine berechtigte rote Karte erhielt.

    Rückraum links schmeißt in 30 Sekunden fast alles weg. Aber tolle Moral von Hannover...

    Ich gebe dir übrigens Recht, dass Michalczik zurzeit besser in Form ist als Mappes und daher zur Nationalmanschaft mit muss.

    ok

    Regelwidrigkeiten, die mit einer Disqualifikation zu ahnden sind
    8:5Ein Spieler, der seinen Gegenspieler gesundheitsgefährdend angreift, ist zu disqualifizieren (16:6a). Die hohe Intensität der Regelwidrigkeit oder die Tatsache, dass diese den Gegenspieler unvorbereitet trifft und er sich deshalb nicht schützen kann, machen die besondere Gefahr aus (siehe nachstehenden Kommentar zu Regel 8:5).

    Neben den in Regel 8:3 und 8:4angegebenen Merkmalen gelten folgende Entscheidungskriterien:
    a)der tatsächliche Verlust der Körperkontrolle im Lauf oder Sprung oder während einer Wurfaktion;
    b)*eine besonders aggressive Aktion gegen einen Körperteil des Gegenspielers, insbesondere gegen Gesicht, Hals oder Nacken, (Intensität des Körperkontakts);*
    d)das rücksichtslose, Verhalten des fehlbaren Spiele

    Es hat doch niemand behauptet, dass es im Handball nur um die athletische Verfassung geht. Wie hätte Vardar 2019 sonst die CL gewonnen. Die waren von der körperlichen Verfassung weit von der Weltspitze entfernt.

    Es nur maximal bedenklich, dass auf so einem Niveau, in einem immer wichtiger werdenden Aspekt, so dilettantisch gearbeitet wird.

    “Athletik-/Krafttraining” hat ja zudem auch mehrere Aspekte nicht jetzt nur Maximalkraft oder nur Schnellkraft. In der Verletzungsprävention ist der THW schon nicht so schlecht dabei, dahingehend scheint man mehr richtig zu machen (und Jichas Wechseltaktik ist auch förderlich)

    Wenn die Diskussion nicht wieder in eine absolut polemische Richtung laufen soll, würde ich dich darum bitten, ihn einfach zu ignorieren. Das ist besser für alle 👍🏻

    Erstmal möchte ich für deine ausführliche Antwort danken. :thumbup: Bei mir ergeben sich daraus noch folgende Fragen:

    1. Was wäre denn die Alternative zu ‚klassischem Zirkeltraining‘? Um mal bei den Einblicken via Instagram zu bleiben: bei der SG sah man bspw. in der Vorbereitung, dass dort im Kraftraum an Geräten trainiert wird. Nach meinem Kenntnisstand trainiert man damit doch überwiegend einzelne Muskeln/gruppen isoliert. Das macht man im Zirkeltraining doch letztlich auch, nur eben ‚frei‘ und nicht ‚geführt‘?

    2. Sollte sich die Trainingsstrategie nicht an dem Anforderungsprofil, dass die Spieltaktik an Spieler stellt, orientieren? Was bspw. für eine SCM mit kleineren, wendigeren Spielern geeignet ist, muss ja nicht für einen THW mit eher großen, wuchtigen Spielern geeignet sein?

    Im Handball ist es schwer, Beispiele zu finden, die wirklich gutes Athletiktraining machen. Ich hatte in den letzten Jahren tatsächlich Einblick in viele Erst- und Zweitligavereine und deren Athletiktraining (ohne da jetzt Beispiele zu nennen, so viel Anonymität muss sein) und kann sagen, dass da eigentlich überall okay bis ganz gut trainiert wird, aber nirgendwo überragend. Dafür muss man wohl in die USA oder auch nach Japan gehen. Es ist ja kein Wunder, dass die athletischen Werte von Basketballern oder Footballern denen von Handballern deutlich überlegen sind. Das hat zwar zu einem kleinen Teil mit Genetik zu tun, zu einem größeren aber mit Training. In den USA wurde vor zwanzig bis dreißig Jahren so trainiert wie in Europa heute. Selbst im Fußball ist es übrigens nur äußerst bedingt besser. Ich sehe das mittlerweile als geographisches Problem.

    Kurz zu deiner zweiten Frage, körperliches Training unterliegt immer dem SAID-Prinzip: specific adaptions to imposed demands. Dementsprechend muss man immer für jeden Athleten individuell schauen, was er braucht und das dementsprechend trainieren. Da ergeben sich je nach Position natürlich häufig Überschneidungen, aber eben nicht immer Deckungsgleichheit. Völliger Nonsens ist es aber natürlich, einen Zirkel mit der gesamten Mannschaft zu durchlaufen.

    Mikkel Hansen, Simon Pytlick, Mika Damgaard, Lasse Andersson, Mads Mensah, Rasmus Lauge... also wenn ein Vergleich hinkt, dann dieser

    Wenn Mensing wirklich das Kaliber ist, zu dem ihn hier alle machen, kommt er da rein.

    Meiner Meinung nach hat er gute Bundesliga Klasse. Ob das dann den Ansprüchen eines Topclubs entspricht, um den Kader nach ihm auszurichten, muss man natürlich selber entscheiden. Ich sehe ihn bei einem Verein wie Hannover oder Leipzig in seiner sehr guten Rolle oder bei einem Topclub als klarer Ersatzmann, so er denn will.

    Widersprichst du dir damit nicht selber? Ass-to-grass funktioniert für den allgemeinen Muskelaufbau. Der Handballer braucht Explosivität im oberen Drittel für den Antritt zum Gegenstoß oder den Sprungwurf. Außerdem sollte man das Training eines Profiklubs nicht anhand eines kurzen Videos beurteilen.

    Schwere Langhantelübungen haben durchaus ihre Berechtigung, die Mischung macht es. Wenn man sie macht, dann aber unbedingt mit der richtigen Technik. Auch und gerade im Profisport. Tiefe Kniebeugen sind einfach viel ergonomischer und dienen der allgemeinen Widerstandsfähigkeit.

    Spezifische Übungen sehen anders aus als Kniebeugen, sind grundsätzlich einbeinig und kombinieren Unter- und Oberkörper.

    Mit dem letzten Satz hast du natürlich Recht, ich habe insbesondere die beschriebenen Kraftzirkel aber schon oft bei Kiel wahrgenommen und jedes Mal den Kopf über dieses Relikt aus den 90ern geschüttelt.