Während es in Ungarn selbstverständlich ist, dass die Junior- und Seniormannschaften der gleichen Vereine gerade nacheinander spielen, und es nur Kombitickets gibt, in Deutschland passiert so was nur sehr selten, auch deshalb war das heutige Doppelspiel in Leverkusen so toll. Viele Oldenburger Fans, die wegen eines Juniorenspiels keineswegs vom Norden in Rheinland gereist hätten, kamen heute drei Stunden früher, und besuchten auch das Viertelfinale der Juniorenliga. Damit war die Stimmung sehr gut.
Die Juniorelfen gewannen zwar das Hinspiel in Oldenburg und galten als absolute Favoriten, in der ersten Halbzeit sah es doch so aus, dass es alles anderes als einfach sei. Das Niveau war meiner Meinung nach sehr hoch, vor allem in der Abwehr, was mir besonders gefiel, ich mag nämlich 18-16 Spiele besser als die von 42-38. nach einer Viertelstunde hatte Oldenburg eine Führung von zwei Toren, und baute damit ihren Rückstand völlig ab. Leverkusen hatte eine starke Abwehr, der Angriff funktionierte aber nicht, es gab zu viele Fehlern, vor allem (aber nicht ausschließlich) am kreis. Ca. in der 20. Minute gestaltete Kerstin Reckenthäler ihre Mannschaft ein bisschen um, und wandelte damit das Spiel deutlich um. In der Pause hatte schon Leverkusen die Führung (9-7). Die zweite Halbzeit fangen die Juniorelfen mit einer 6-0 Sturm an (15-7), und damit war das Duell so gut wie erledigt. Die Gäste sollten 10 Tore Rückstand in weniger als dreißig Minuten abbauen. Ihre einzige Chance war, dass de Juniorelfen ebenso wie ich, denken, dass das Spiel schon gewonnen und die Aufgabe erledigt ist, und nehmen die Konzentration ab. Bei so jungen Spielerinnen in Handball ist so was gar nicht unmöglich, und tatsächlich fangen sie an ein weniger intensiv zu spielen. Dann nahm die Trainerin eine Auszeit, danach hatte Oldenburg gar keine Chancen mehr, die Spannung der ersten Halbzeit verschwand, und alle warteten nur das Ende des Spiels. Leverkusen ist wieder in der Final Four der Juniorenmeisterschaft (25-15).
Das Bundesligaspiel könnte nicht unterschiedlicher sein. Hohes Tempo, ohne Abwehr und torhüterischer Leistung, in der Halbzeit schon 17-22 (also mehr Tore als bei den Junioren im ganzen Spiel). Leverkusen machte mehr Fehler im Angriff, Oldenburg spielte pünktlicher und ein bisschen schneller, so hatten sie eine Fünf-Tore-Führung. Es war klar, dass die Mannschaft, die eine solide Abwehr machen kann, das Spiel gewinnen wird, natürlich die Lage der Elfen war mit 5 Tore Rückstand schwieriger.
Nach der Pause änderte sich das Spiel deutlich. Die Leverkusener Abwehr war wesentlich besser, intensiver und dynamischer als in der ersten Halbzeit, und auch Dana Centini hatte im Tor einige Paraden. Die Elfen kamen immer näher und näher, die kassierten viel weniger Gegentoren als in der ersten Halbzeit, waren aber im Angriff ebenso erfolgreich. Sie verpassten doch einige gute Chancen (vor allem die Linksaußen), und konnten deswegen die Führung nur in den letzten Spielminuten übernehmen, allerdings nur vorläufig.
In der letzten Spielminute war es unentschieden, dann schoss Jennifer Rode ein schönes Tor von ca. 9 Metern, 32-31. Oldenburg hatte noch einen letzten Angriff, zum Ausgleich. Leverkusen verteidigte gut, sie machten aber einen Fehler, und Oldenburg bekam einen Siebenmeter, der aber erst nach dem Schlusspfiff geworfen werden konnte. Angie Geschke verwandelte es, 32-32, untentschieden.
Hätte Leverkusen in der ersten Halbzeit statt 22 "nur" 21 Gegentore kassiert, es wäre immer noch sehr viel gewesen, aber damit könnten sie wahrscheinlich das Spiel gewonnen haben...
Eine Bemerkung noch. Caroline Müller spielte in Oldenburg, und sogar ziemlich viel. Ihr ist am Ende Oktober die Kreuzband gerissen. Ich habe noch nie eine Frau gesehen, die 5 Monaten nach einem Kreuzbandriss schon einsatzbereit war. Entweder ist in Oldenburg ein Wunder geschehen, oder riskiert der Verein ganz unnötig die Gesundheit einer jungen Spielerin - welche davon wahr ist, kann ich nicht entscheiden.
Also so habe ich die beide heutige Spiele gesehen, wenn ich etwas nicht richtig gesehen habe, bitte ich um Entschuldigung.