die Defizite der Mannschaft sind unübersehrbar, insbesondere im Angriff - sowohl in der Spielgestaltung als auch in der Wurfeffiziez.
Es steht außer Frage. Doch diese Elite ist ganz klein: Ungarn, Holland und Russland. Danach kommt noch Dänemark und Norwegen, schon klar schwächer, als jene drei.
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Fragen wir doch mal so: Welche unserer Mädels würden bei Ungarn, Holland oder Russland im Kader stehen? Vielleicht Bleckmann - aber das war es dann auch schon.
Bleckmann sicher, bei allen. Sonst ist der niederländische Kader ziemlich eng, da gäbe es noch reichlich Platz. Zum Beispiel Nikita van der Vliet is zweifelsohne die beste Kreisläuferin des ganzen Turniers, meiner Meinung nach sogar die allerbeste Spielerin. Aber sie muss 55 Minuten auf der Platte stehen, Spiel für Spiel. Eine Maxi Mühlner, die die für 10-15 Minuten entlasten könnte, wäre für sie wie ein Geschenk von der Himmel.
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Germanicus, wie hast Du das Spiel Ungarn-Russland erlebt?
Schwer
Die ersta Halbzeit war wie ein Traum, dann die zweite, wie ein Albtraum, bis zur 52. Minute. Ich glaube, mit 7 Tore Führung in der Halbzeitpause, haben die ungarischen Spielerinnen gedacht, dass das Spiel so gut wie erledigt ist. Es war immar klar, dass die ungarische Mannschaft immer in der zweiten Halbzeit stärker ist (der Trainer Golovin baut das Spiel immer so auf), und bei den Russinnen die Konzentration immer in der zweiten Halbzeit nachlässt. Also ein Kantersieg war zu erwarten. Ich, in meinem Alter und mit meinen Erfahrungen war sicher, dasss es noch etwas unerwartetes kommt, aber die 18-19-Jährigen haben zu früh gefeiert. 4 Tore in 22 Minuten, (HZ: 19-12, 53. Min. 23-24), katastrophal.
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aber diesmal haben die Ungarinnen die stärkeren Nerven gehabt - trotz der verworfenen Siebenmeter.
Es lag an drei Personen. Trainer Golovin, und die Spielerinnen Kácsor und Vámos. Petra Vámos ist nicht die beste ungarische Spielerin, ihre technischen Fähigkeiten bleiben klar hinten Kácsor, Kuczora oder Tóth, aber sie ist sehr intelligent, und agiert wie eine Erwachsene.
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Übrigens hätte ich - trotz der Niederlage - die russische und nicht die ungarische Torfrau als Player of the Match ausgezeichnet. Oder stellt sich das ais Hallensicht anders dar?
Ich hätte die russische Rückraumspielerin Jelena Michajlitschenko nominiert. Die Torhüterin war in der zweiten Halbzeit stark, in der ersten hat sie aber buschstäblich keinen Ball gehalten. Doch ich kann auch verstehen, dass die Delegierten vor dreitausend einheimischen Zuschauern lieber eine Ungarin auszeichnen wollten, und Lili Herczeg war dafür die einzige glaubwürdige Kandidatin.