Beiträge von Germanicus

    Germanicus
    Bist du schon im Weihnachtsurlaub? :hi:

    oder sind das in deinen Augen noch zu viele Ungereimtheiten ? ?(


    Ich übersehe immer wieder neue Threads :-/ Ich habe diesen hier erst heute gesehen. Also, entschuldigung für die ziemlich verspätete Antwort.

    Meine Antwort ist heute natürlich nicht mehr so interessant als es vor drei Wochen gewesen wäre.

    Beim FTC hat man erkannt, dass für einen Verein der in jener bärenstarken Liga und der Champions League erfolgreich sein möchte, ein breiter Kader ein absoluter Muss ist. Hátfra und Klujber sind tolle Spielerinnen, es steht außer Frage, aber sie können in den sich immer wiederholenden englischen Wochen sicher nicht 55 Minuten pro Spiel am Feld stehen und gute Leistung haben. Also man braucht zwei mehr oder weniger gleichwertige Spielerinnen für beide Positionen.
    Am Kreis verlässt Danick Snelder den Verein leider in Richtung Plattensee. FTC hat die junge Noémi Pásztor (Jg. 1999), eine talentierte aber unerfahrene Spielerin, und wird anscheinend noch zwei weitere Kreiläuferinnen verpflichten, eine Ungarin und Julia Behnke. Der Verein holt noch eine ungarische Torhüterin, damit es auch im Tor zwei gut Optionen gibt.
    FTC hat dafür Geld, der Etat für 2020/21 wird voraussichtlich zwischen 3-3,5 Mio. Euro sein,

    Nichts ist offiziell bekannt. Inoffiziell hört man, dass die beide aus Erfurt ganz sicher kommen, mit Behnke laufen noch die Verhandlungen, mit guten Aussichten. Die letztere Information kann möglicherweise veraltet sein.

    Die Fans haben Zweifel. Mit Bölk und Behnke könnte FTC sicher zwei gute Spielerinnen verpflichten, die zum Verein gut passen, bei Stolle sieht man nicht unbedingt die Stabilität und Zuverlässigkeit. Man weiß aber, dass es bislang keine einzige deutsche Spielerin gab, die in Ungarn sich gut etabliert haben konnte. Susann Müller und Laura Steinbach haben sogar ihre jeweilige Vereine im Laufe einer Saison verlassen (ja, Müller nicht ganz freiwillig). Und bei drei deutschen, zugleich, ist es nahezu unvermeidbar, dass sie nicht versuchen, sich zu integrieren, sondern zusammen eine Clique bilden.

    Hast du ne erklärung, warum ungarn jetzt in die quali gerutscht ist?


    Ich habe es in #206 schon erklärt:
    WM 2019 Frauen in Japan

    Kurz:
    Der Kontinent des Weltmeisters (Europa in diesem Fall) bekommt noch zusätzlich zwei Plätze für die Quali. Diese zwei Plätze bekommen die zwei bestplatzierten Länder von der EM 2018, die sich nicht von der WM qualifizieren.
    Ungarn hat in der EM den 7. Platz erreicht. Europameister Frankreich ist direkt in den olympischen Spielen. Die 2., 3., 5., und 6.-platzierten (RUS, NED, NOR, SWE) haben sich aus der WM in die Quali qualifiziert. So die 2 europäische Zusatzplätze gehen an Rumänien (EM Platz 4.) und Ungarn (EM Platz 7.).

    Oh, hätte ich gewusst...

    Heute hat FTC gegen MTK gespielt, das Spiel war auch im Fernsehen übertragen. Ich habe es hier nicht gepostet, ich dachte, ein Kantersieg für den FTC, wen interessiert das? Das Ergebnis ist 36-36.

    Germanicus wird das gewiss völlig anders sehen ...


    Warum sollte ich?

    Ich habe das andere Spiel, ebenso mit einem ungarischen Vertreter, leider nicht gesehen. Das Spiel in Érd war hochspannend, bis zum Ende. Die Schiris waren meiner Meinung nach nicht so schlecht, aber die zwei falsch gepfiffenen Linienfehler gegen Cohrt waren echt auffällig. Érd hat in kritischen Situationen mehr Fehler gemacht, und in der zweiten Halbzeit große Probleme mit der Abwehr gehabt.
    Odense hat es geschafft, innerhalb 48 Stunden zwei Topspiele knapp zu gewinnen, Glückwunsch!

    Niederlande mit drei Niederlagen Weltmeister, Deutschland mit nur einer Niederlage mehr auf dem 8.Platz. (...) Das zeigt wieder einmal: Es geht vor allem darum, die richtigen Spiele zu gewinnen!


    Meiner Meinung nach geht es eher darum: Glück zu haben. Hätten die Serbinnen den letzten 7m-Wurf verworfen (was alles anderes als unvorstellbar ist), hätte Holland das Halbfinale nicht erreicht.

    Das die Ausführung des Abwurfes wegen Nichtüberschreiten der Torlinie verhindert wurde, ok. Aber die Wurfverhinderung liegt definitiv nicht vor. Ist schon bisschen tricky!


    Fasst. Und ja, es ist eigentlich auch um die Übersetzung, und auch darum, wie der relativ komplizierte Text der Regel in der alltäglichen Sprache vereinfacht wird. Die Regel 8:10c ist auch in der offiziellen deutschsprachigen Übersetzung so formuliert (Zitat): ein Spieler oder Offizieller die Wurfausführung des Gegners verzögert oder behindert.
    Also nicht der Wurf, sonder die Wurfausführung (Englisch: execution of a throw) soll behindert werden. Auf den ersten Blick ist es das gleiche, doch in der Regel 12:2 ist der Begriff "Wurfausführung" definiert (Zitat): Der Abwurf gilt als ausgeführt, wenn der vom Torwart gespielte Ball vollständig die Torraumlinie überquert hat. Und so ist es meiner Meinung nach eindeutig: soweit ein gegnerischer Spieler verhindert, dass der Ball die 6m-Linie überquere, es gilt als die Behinderung der Wurfausführung, ohne Zweifel.

    Bei 8:10c geht es um die Verzögerung oder Verhinderung („Zerstörung“) eines formalen Wurfes in den letzten 30 Sekunden. Den Unterschied zwischen Ball im Spiel und Ball nicht im Spiel gibt es seit der Regelanpassung vom 1. Juli 2018 nicht mehr.


    Doch, natürlich gibt es sie! Wenn der Ball im Spiel ist, kann kein formaler Wurf verzögert oder verhindert werden! :) Entschuldige mir, aber was du schreibst ist völlig Unsinn.
    Von einem "formalen Wurf" kann nur die Rede sein, wenn der Ball nicht im Spiel ist.


    Nur um hier nichts durcheinander zu bringen. Meines Wissens geht es bei dieser Regel um die formellen Würfe, bei denen ein Abstand eingehalten werden muss. Beim Abwurf muss aber kein Abstand von 3 Metern eingehalten werden und somit ist es m. E. lediglich ein Abstandsvergehen, wenn sie in den Torraum gesprungen ist. Da beim Abwurf auch auf 8:7 verwiesen wird, was lediglich eine progressive Bestrafung und keine Disqualifikation vorsieht.


    Also, buchstäblich geht es nicht um "formelle Würfe", sondern darum, dass Der Ball nicht im Spiel ist (Regel 8:10c).
    Laut Regel 12:1 Auf Abwurf wird entschieden, wenn [...] der Torwart den Ball im Torraum unter Kontrolle gebracht hat [...]. Das war hier eindeutig der Fall, Tess Wester war im Torraum, und hat den Ball "unter Kontrolle gebracht". Und weiter: in den genannten Situationen der Ball nicht im Spiel ist und dass das Spiel mit einem Abwurf wieder aufgenommen wird. Viele Fans kennen diese Regel nicht, und es ist eigentlich im normalen Laufe des Spiels ganz egal, in diesem Fall spielt aber eine wichtige Rolle. Der Ball war also nicht im Spiel, und das Spiel war mit einem Abwurf fortzusetzen.
    Da es kein Zweifel daran besteht, dass die Ereignisse innerhalb der letzten dreißig Sekunden geschehen sind, stehen die Bedingungen, die Regel 8:10c (rote Karte + 7m) anzuwenden, mit einer Ausnahme definitiv.
    Fraglich ist nur, ob Ainhoa Hernandez die Ausführung des Abwurfs verzögert oder behindert hat. Hat sie? Regel 12:2: Der Abwurf gilt als ausgeführt, wenn der vom Torwart gespielte Ball vollständig die Torraumlinie überquert hat. D.h., der Abwurf wurde nicht ausgeführt, obwohl Tess Wester versucht hat, den auszuführen, wurde aber von Ainhoa Henandez behindert, weil sie den Ball geblockt hat, noch bevor er die Torraumlinie (6m-Linie) hätte überqueren können.
    Von einem 3m-Abstand gibt's hier keine Rede, damit hast du recht. Aber die Regel 8:10c (letzte dreißig Sekunden) geht auch nicht um 3m-Abstand, sondern darum, dass der Ball nicht im Spiel ist (im ursprünglichen Englischen: is out of play), und ein Spieler die Wurfausführung verzögert oder behindert - egal wie.
    Zwischen 2016-18 war diese Regel ein bisschen eingeschränkt, diese Einschränkung wurde aber mittlerweile aufgehoben, es ist also völlig egal ob sie hätte angewendet werden müssen, wenn sie noch gültig wäre.

    Ich halte die Entscheidung unabhängig davon, ob die Spanierin im Kreis geblockt hat oder nicht, für falsch. Und zwar aus folgendem Grund: wenn die Torhüterin den Wurf ausführt, gibt es nur eine 2min Strafe. Beim Anwurf verhält es sich gleich: bei einem ausgeführten wurf kann der Schiedsrichter auch in den letzten dreißig Sekunden des Spiels nur eine 2min Strafe geben. Lediglich, wenn die AUSFÜHRUNG verhindert wird, ist die Regel 8:10c anzuwenden. Siehe auch die langen Diskussionen nach Deutschland vs Slowenien vor zwei Jahren.


    Die Regel wurde seitdem geändert. Seit 2018 müssen auch diese Fälle mit einer roten Karte (und demzufolge mit einem Strafwurf) geahndet werden.
    Die Entscheidung der Schiedsrichterinnen war also völlig korrekt.

    Ganz ehrlich von Top Schiedsrichtern erwarte ich eine andere Entscheidung. Wenn man sich bei dem Spielstand Sekunden vor Schluss im WM Finale nicht 100% sicher ist, dann kann man das einfach nicht so pfeifen. Es wäre höchstwahrscheinlich beim Remis geblieben und in der Verlängerung hätte man den Titel ausfechten können. Diese Entscheidung - einfach nur schade auch für den ganzen Handballsport!!


    Sie kann eigentlich ganz sicher gewesen sein. Schau mal dieses Bild! Die Schiedsrichterin hat die perfekte Position und guckt in die richtige Richtung.
    [Blockierte Grafik: https://img.index.hu/imgfrm/4/3/9/8/MED_0015874398.png]
    Un wenn sie sicher ist, muss sie pfeifen. Unabhängig vom Spielstand.

    Sollte auch im Handball der Videonachweis eingeführt werden?


    In der WM vor zwei Jahren gab es den schon. Der Videobeweis wurde dann im Laufe des Turniers abgeschafft.
    Auch in der EM letztes Jahr gab es Videobeweis.

    Im norweigschn Fernsehen hat man den Fall analysiert, mit Hilfe von Videoaufnahmen, ihre Meingung war, dass Hernandez den Ball ganz klar innnerhalb des Kreises geblockt hat, und so die Entscheidung richtig war.

    Aus meiner Sicht eine Fehlentscheidung. In den beiden kurzen Replays war die Spanierin deutlich vor dem Kreis. Ich glaube nicht, dass der Block (Hände) dann im Kreis gewesen sind.


    Ich kann es von den Bilder, die wie gesehen haben, nicht beurteilen. Es war grenzwertig. Die Hände waren klar vor ihrem Körper. Knapp.
    Die Entscheidung der Schiedsrichterinnen war regelrecht, ohne Zweifel. Ob die Tatsachenentscheidung richtig war, werden wir vielleicht nie wissen...