Beiträge von Germanicus

    Zitat

    Eine Woche vor Beginn der EHF EURO 2020 in Dänemark (3. bis 20. Dezember) muss das Trainerteam um Bundestrainer Henk Groener einen Kaderwechsel vornehmen: Rückraumspielerin Mia Zschocke (TSV Bayer 04 Leverkusen) verletzte sich beim Training am linken Sprunggelenk und verpasst daher die Europameisterschaft.

    Für die Leverkuserin rückt Annika Lott (Buxtehuder SV) in das 18er Aufgebot der Frauen-Nationalmannschaft. Die 20-Jährige feierte erst vor wenigen Wochen in Lingen gegen die Niederlande ihr Debüt in der DHB-Auswahl.

    https://www.dhb.de/de/redaktionsb…onalmannschaft/


    Ich hatte nicht an die ganz jungen Torfrauen, sondern an die vorhergehenden Jahrgänge gedacht. Wie haben die sich entwickelt?


    Also, Bíró ist Jahrgang 1994. Aus dem gleichen Jahr ist Annamária Ferenczi, die auch in der Bundesliga versucht hat, sich zu etablieren - sie hat es nicht geschafft, sie ist beim unarischen Zweitligisten Vasas (klarer Meister- und so Aufstiegsfavorit), und auch dort ist sie nur Ersatztorhüterin. Ebenso 1994, Zsófi Szemerey, Auswahl Nr. 2. hinter Herczeg in Mosonmagyaróvár. Aus dem Jahr 1995 kenne ich keine nennenswerte ungarische Torhüterin. Kitty Mistina, 1996, spielt beim klaren Abstiegskandidat Békéscsaba. Aus 1997 wieder niemand. Alle benannte sind sehr weit von der Nationalmannscheft entfernt.
    Und dann kommt schon 1998, die U20-Weltmeisterinnen.

    Bíró hat am Sonntag letzter Woche in der Champions League gegen Krim gespielt. Direkt nach dem Spiel hat Krim bekanntgegeben, dass eine ihrer Spielerinnen sich mit Corona infiziert hatte, und so im Spiel teilnahm (später wurde klar, dass es Oceane Sercien-Ugolin war). Demzufolge wurde der komplette Kader, der gegen Krim gespielt hat, sofort isoliert - mit der Ausnahme der Spielerinnen, die in den vorigen Wochen schon Corona hatten (u.a. Bölk und Behnke). So fielen beide FTC-Torhüterinnen aus.
    Seitdem wurden beide Bíró und Janurik je zweimal negativ getestet, und konnten sich, zusammen mit allen anderen betroffenen FTC-Spielerinnen, zum Rest des Kaders anschließen. Triffa wurde sofort aussortiert, in Schweden (zwei Vorbereitungsspiele am Wochenende), und nach Dänemark reisen drei Torhüterinnen: Bíró, Janurik und Szikora. Bíró ist (soweit spielfähig) mit Sicherheit die Nummer Eins, wer von den beiden anderen direkt nominiert wird, und wer als Ersatz in die EM reist, wird später entschieden.

    Die jungen Torhüterinnen waren bisher nicht sehr überzeugend. Noch dazu, da es in der ungarischen Liga kaum noch Spiele gibt, absolvierte zum Beispiel Sára Suba (Jg. 1999 U20-Weltmeisterin) seit Mitte Oktober keine Spiele, Lili Herczeg (2000, U19-Europameisterin) sogar seit Ende September gar keines, und es wäre ziemlich riskant, junge Torhüterinnen die seit Monaten in keinem Pflichtspiel teilgenommen haben, mitzunehmen.

    Drei norwegische Vereine haben in der dritten Qualifikationsrunde teilgenommen. Zwei von ihnen, Molde und Byaasen, sind wegen Corona-Einschräkungen zurückgetreten. Dem dritten Verein, Storhamar, ist der Gegner, Fehérvár zurückgetreten. Die drei norwegischen Vereine haben also kein einziges Spiel absolviert, zwei sind so ausgeschieden, und einer hat sich für die Gruppenphase qualifiziert.

    Die Geschichte von Fehérvár, theoretischer Gegner von Storhamar, ist übrigens noch komischer. Der Verein hat sich für das Europapkolan nicht qualifiziert, weder in der vorigen, noch in der vor-vorigen Spielzeit. Wegen Corona und des Zusammenbruches von Érd haben sie doch teilnehmen dürfen. Zumindest auf dem Papier. Die erste Qualifikationsrunde ist vollständig ausgefallen, in der zweiten Runde ist ihr Gegner, LC Brühl Handball aus der Schweiz, zurückgetreten, und in der dritten Runden haben sie, wegen Quarantäne, zurücktreten müssen.

    Der aktuelle Fall von Krim ist übrigens ziemlich ärgerlich. FTC wurde nämlich direkt nach dem Spiel von Krim informiert, dass eine ihre Spielerinnen (d.h. eine von Krim) positiv getestet wurde. Es ist scher zu glauben, dass der Verein es nicht schon vor dem Spiel gewußt hat.

    Man darf auch gespannt sein, wen Groener morgen in sein Vorbereitungsaufgebot beruft. Wie im anderen Thread erwähnt, steht Stolle wohl vorerst nicht zur Verfügung. Auch hinter den anderen beiden FTC Spielern steht ein großes Fragezeichen, da es gestern im CL-Spiel wohl wieder eine positive Testung gab. Es ist also weniger eine Frage der Leistung, sondern eher ein logistische Auswertung, welche Spieler überhaupt gerade verfügbar sind.


    Ich dachte, das sei klar, dass beide Bölk und Behnke in Oktober Corona hatten. Es ist zwar nicht völlig ausgeschlossen, dass sie, oder eine von ihnen es wieder hat, wahrscheinlich ist es aber doch nicht. Und aktuell muss es Stolle sein.

    Wenn der beste Verein der Welt dich ruft, sagst du nicht Nein. Der einzige Grund, warum sie den FTC verlässt, ist, dass sie ein Angebot von Győr bekommen hat. Doch, das reicht.
    Ich bin allerdings mit deinem zweiten Satz völlig einverstanden.


    Hm, z.B. Snelder (die in Ungarn ja schon tätig war) hat einen Vertrag bei Siofok unterschrieben, weil da die Spielerinnen dort schon seit Jahren terrorisiert werden und eh kein Geld kriegen?


    Geld gab es, bis dem Sommer 2020. Und soweit das üppige Gehalt bezahlt wurde, haben sich die Spielerinnen nicht terrorisiert gefühlt. Seit das Geld knapp wurde, schon.

    Jo, der dänische Artikel scheint ja zu bestätigen, dass Siofok keine Geldprobleme hat


    Ganz im Gegenteil. Von dem, was Böhme sagt, ist klar, dass bei Siófok schon seit Jahren diese Zustände herrschen, und der jüngere Rasmussen-Bruder, ebenso wie Dalmose, die schon seit Jahren nicht in Ungarn tätig sind, bestätigen das. So, warum haben sie früher nicht gemeckert? Wenn da alles so schlecht war, wie Böhme es erzählt? Weil sie mehr als ordentlich bezahlt wurden.

    Der Trainer des Zweitligisten Szentendre, ehemaliger Bundestrainer der Beachhandball-Nationalmannschaft, János Gróz, ist gestern in Corona verstorben. Er war 49 Jahre alt.

    Andere Nachrichten aus Ungar gibt es nicht: im aktuellen Spieltag wurden wieder alle Spiele abgesagt.

    Wenn mehr wichtige Verbände (Frankreich, Deutschland, Dänemark, usw.) einheitlich zurücktreten, kann auch der Pharao nichts tun. Schließlich hat auch Mose mit seinem Volk Ägypten verlassen.
    Fällt die WM aus, ist es sicher ein großer Verlust für den IHF (auch ganz unabhängig von der Person Hassan Mustafa, es ist doch die mit Abstand größte und wichtigste Veranstaltung des Weltverbands), und auch persönlich für Mustafa, es steht außer Frage. Aber nicht einmal er hat die Kraft, gegen alle diese Vereine zugleich zu kämpfen.

    Leverkusen verliert diesmal in Neckarsulm.
    Und das sogar ganz spektakular: 13-17 in der 34. Spielminute, und eine knappe Viertelstunde später ist es 25-19, also Neckarsulm macht 12-2 in 14 Minuten. Es war bitter.

    Glückwunch hingegen an Pia Terfloth, Jahrgang 2004, zum erfolgreichen Bundesligadebüt!

    Ich vermute eher, dass es Organisationsprobleme gibt, die Qualifikationsturniere sollten in Ländern wie Luxemburg, Belarus oder der Türkei ausgetragen werden, und es gibt Reisebeschränkungen, usw. In den betroffenen Ländern (u.a. Italien, Finnland, Griechenland) spielt Frauenhandball keine wichtige Rolle, d.h. Teammitgliedern müssen den gleichen Regeln folgen als die ganze Bevölkerung. Und das können sich die meisten nicht leisten. Die überwiegende Mehrheit der betroffenen sind Amatuersportler, bzw. -trainer, oder Physioterapeuten die einen normalen Job haben. Ein verlängertes Wochenende in Skopje oder Minsk, ja, das geht, aber 10 Tage Quarantäne davor, wieder 10 Tage danach, das nicht mehr. Die Reise ist möglicherweise nur mit Privatjet möglich, weil es keine planmäßigen Flüge mehr gibt, so was kann sich ein Handballverband von Feröer oder Israel sicher nicht leisten.

    Die Verschiebung hat nur einen einzigen Grund, man will vor dem eigenen Turnier in diesem Jahr das Risiko minimieren.


    Was haben diese beiden miteinander zu tun? Die WM-Quali sollte parallel mit der EM ausgeführt werden, in Dezember.
    Es ist eher komisch, dass die EM ausgehürt werden darf, die WM-Quali hingegen nicht.

    Ich halte das nicht für unrealistisch. Am 1./2. Januar müssen alle nach Ägypten, alle in Isolation bis zum 5. Januar. Wer dann positiv ist raus aus der Bubble (und wenn er im Doppelzimmer war der Zimmerkollege gleich mit). Und dann können sich die Teams ab dem 6.1. in Ägypten auf die WM vorbereiten und am 13.1. geht es los.


    Vergiß nicht, bitte, dass es dort nicht nur Vollprofis sind, sondern Teams wie die USA oder Uruguay, sie können es sich nicht unbedingt leisten, 12 zusätzliche Tage in Ägypten zu verbringen. Die Spieler, Trainern, usw. brauchen Urlaub in ihren Arbeitstplätzen, um überhaupt teilnehmen zu können.