Beiträge von Germanicus

    Zudem liegen sowohl bei LEV als auch beim BVB die Hallenkapazitäten weiter über dem Zuschauerschnitt. Also schön ruhig bleiben.


    Also, in Leverkusen sind solche Probleme einfach unvorstellbar, da der Verein die größte Halle und die niedrigste Zuschauerzahl der Liga hat (bzw. hatte vor Corona). In Dortmund ist es nicht unbedingt so, da hatte man schon Spiele mit ausverkaufter Halle. Sollte nur 50% erlaubt sein, wird es Interessenten geben, die zu Hause bleiben müssen. Für den Supercup sind 500 Zuschauer erlaubt, und das in einer anderen Halle, nicht in Wellinghofen, sondern in der Athletikhalle neben dem Stadion.

    So, ich glaube, die U17 EM war aus deutscher Sicht erfolgreich. Die deutschen Mädels haben eine Medaille geholt, und das, obwohl sie mit großen Hindernissen rechnen mussten, und obwohl Deutschland vor allem auf Spielerinnen gesetzt hat, die die benötigte Spielreife eher später erreichen werden.
    Man hat zweimal gegen Ungarn verloren. Na, und? Das haben alle andere auch. Nur, die anderen hatten die Möglichkeit, das zweimal zu tun, nicht erreicht. Deutschland schon.
    Deutschland hatte so viele großwüchsige und doch geschickt agierende Spielerinnen in diesem Turnier gehabt, wie keine andere Mannschaft.

    Und es darf nicht vergessen haben: während die ungarischen oder russischen Spielerinnen die ganze Saison durchgespielt haben, gab es in Deutschland eine halbes Jahr lange Pause, und eigentlich die Trainingseinheiten danach dienten für kaum mehr als sich wieder der Ball und Spielfeld anzugewöhnen. Die Wichtigkeit der ausgefallenen Spielpraxis, der ausgefallenen Trainingseinheiten, der ausgefallene Ausbildung können kaum überschätzt werden. Es geht um 15-17-jähirge Mädchen! Es war nicht zu übersehen, wie die in der Gruppenphase die ganze Mannschaftsleistung schwer beeinflussende Unsicherheit Schritt für Schritt verschwand. Klar, wir werden nie wissen, wie diese Mannschaft ohne die Llnge Zwangspause hätte spielen können, und so alle haben die Freiheit, die Lage für sich zu interpretieren, doch ich gehe davon aus, dass Ungarn zumindest hart für den Titel hätte kämpfen müssen.

    Einerseits ist, glaube ich, wunderbar, dass Vereine wie Hannover-Badenstedt, oder, ich habe vergessen, die der Verein Ariane Pfundsteins heißt, Spielerinnen dieser Qualität ausbilden können. Es wäre in Ungarn unvorstellbar. Klar, es liegt teilweise an der Größe des Landes, viel wichtiger finde ich aber, dass es in Deutschland so viele gute Trainer in der Nachwuchsarbeit gibt. Andererseits ist klar, der deutsche Kader war ganz dünn. Es ist normal, in der U17, aber eigentlich bis zur U20, ist es üblich, dass es 5-6 Spielerinnen in einem Kader sind, die den Ball in den Spielen nicht viel öfter anfassen als Otto Normalzuschauer. Ungarn hat das Finale vor allem nicht durch Qualität, sondern durch Quantität gewonnen, Trainerin Bohus hat, verzweifelt, so lange immer wieder gewechselt, bis es einmal funktioniert hat. Diese Möglichkeit hatte Gino Smits nicht. Es ist aber nicht unbedingt ein großes Problem, meiner Meinung nach. Wichtiger ist, dass die Stammspielerinnen sich weiterentwickeln.
    Sie haben ihr Talent und bisherige Ausbildung allen zeigen können, und auch, dass die auf der internationalen Bühne auch zuversichtlich antreten können, herzlichen Glückwunsch. Ich glaube, wir haben 6-7 Spielerinnen gesehen, die eine Perspektive haben, starke Bundesligaspielerinnen, eventuell Nationalspielerinnen zu werden, und einige, vor allem Leuchter, deren Position unterbesetzt ist, können auch international bedeutende Spielerinnen werden. Der Weg ist natürlich noch lang, und nicht alle werden ihn durchgehen können, bzw. wollen. Aber es ist schon die Zukunft, ein nächster Kapitel.

    Und noch eine letzte Anmerkung. Auch in diesen Foren wird oft darüber diskutiert, wie man von den Niederlanden lernen könnte. Am gleichen Tag, wenn Deutschland in Podgorica in der Verlängerung die stärke russische Mannschaft besiegt hat, hat die U17 der Niederländerinnen in Tiflis das Halbfinale der "zweiten Liga", der sog. W17 EHF Championship, knapp gewonnen, gegen die überall gefürchtete Truppe von Färöer. Bitte diesen Satz noch einmal, langsam, durchlesen. Hat jemand noch Fragen?

    Ich werde morgen noch in bisschen über die deutsche Mannschaft schreiben, aber heute noch ganz kurz: ich kann Leute wie Julischka einfach nicht verstehen. Ich habe so was schon gesehen, auch in Ungarn gibt es einige, die behaupten, im Land gibt's keine gute Nachwuchsarbeit (wie, bitte schön, soll man in 4 U-Europameisterchaften in Folge buchstäblich alle Spiele gewinnen, ohne gute Nachwuchsarbeit?), aber selbst so verstehe ich nicht, warum einige ihre eigene Heimat, und die Handballmannschaft der eigenen Heimat so tief verachten. Liest man nur ihn, könnte man danken, Deutchland wurde letzter in der EM, oder sogar in der Championship spielen müssen, wie die Niederlande. Absolut unverständlich für mich.
    Gute Nacht!

    Vorweg Gratulation an Ungarn !
    Frage: wer ist diese Torfrau- wo spielt sie? Kann sie einmal in die Fußstapfen von Katie Pallinger, mMn die letzte Weltklassetorfrau Ungarns, treten?


    Welche? Und die Frage ist ernst gemeint. Die, die im heutigen Finale so stark war, ist nämlich nicht die, die al bester Torhüterin des Turniers gewählt wurde.
    - Klára ZAJ
    - Kincső SASS
    Zaj ist schon lange bei der Nationalen Handballakademie NEKA, Sass war lange beim FTC, sie wechselte vor zwei Jahren zu einem Zweitligaverein, Pénzügyőr.
    Ich glaube, die beide, und auch Lili Herczeg (Europameister vor zwei Jahren in Győr), haben gute Chance, Weltklassetorhüterinnen zu werden.

    sollte man nicht vergessen, dass es eine gehörige Portion Glück war, soweit zu kommen. Wenn Rumänien gegen Norwegen nicht zum Schluss den Kopf verloren hätte, wäre


    Deutschland hat den Kopf nie verloren. Rumänien schon. Es ist kein Glück.
    Glük hatte man vielleicht da, dass Norwegen in jenem spielt motiviert spielt, obwohl es für sie ein Spiel für nichts war. Alles anderes kam aus der Leistung der deutschen Mannschaft.

    Statistik:

    https://statistics.eurohandball.com/reports/report…202112010501047

    Bitte nicht vergessen, 70 Minuten wurden gespielt, alle Daten sind also ca. 17% höher als üblich.

    59 (GER) bzw. 54 (RUS) Schüsse, ein starkes Tempo. Russland traf 9mal in Überzahl, 8mal davon in der ersten Halbzeit. Danach hat man das Spiel stabilisiert, was sehr wichtig war. 6 deutsche Zeitstrafen, 5 in der ersten Halbzeit.

    Leuchter 12/20 (1/1 von 7m), stark. Und noch 5 Vorlagen! Terfloth 6/8, auch sehr wichtig. Kühne 6/11 nicht schlecht, und 2 Vorlagen, hatte auch ihre Rolle im Spiel. Röpcke war schwach, und auch die Zahlen zeigen es: 2/6, keine einzige Vorlage. Baßiner 1/2 + 1, un zehn Minuten, nicht schlecht. Pfundstein hatte in der ersten Halbzeit einige technischen Fehler, in der zweiten war sie sehr stabil, traf insgesamt 4/5.

    Ja, die Verletzung von Darja Lawrentjewa (4/6 in der ersten Halbzeit) hat ein bisschen geholfen, steht außer Frage, doch ich sehe die wichtigen Punkte woanders.

    Die russischen Torhüterinnen hatten insgesamt 10 Paraden, Marie Weiss 14/38 (38%), und auch Hübner hielt 3 Bälle.

    Terflot hat insgesamt 6 Treffer, das ist doch sehr ordentlich. Und in der Abwehr ist sie eine Bank


    Am Ender der regulären Spielzeit hat Smits sie und Leuchter in der Abwehr sogar getäuscht. Ja, Terfloth spielt auch in Leverkusen im Mittelblock (gar nicht üblich von einer Außenspielerin, aber sie ist relativ groß und stark), diese Entscheidung hat aber mich ein bisschen doch überrascht, aber es hat geklappt.
    Und, ja Baßiner für die Verlängerung zu holen war eine absolute Risikoentscheidung, es hätte auch schiefgehen können, es hat aber geklappt :) Zwei gute Entscheidungen von Smits.

    Mal sehen wir, was in den nächsten 2×5 Minuten noch kommt.


    Es kam, wa ich gar nicht erwartet habe: Russland spielte verunsichert, in den letzten 5 Minuten sogar verzweifelt. Sie haben offenbar nicht damit gerechnet, das Spiel verlieren zu können. Die deutsche Abwehr war stark (bereits in der zweiten Halbzeit), und das Spiel blieb stabil.

    Deutschland spielt am sonntag im Finale, und das völlig verdient.

    Wir gehen in die Verlängerung.

    Man sieht allerdings, dass die Liga in Deutschland abgebrochen wurde, in Russland hingegen nicht. Die ausgefallene Ausbildung, die ausgefallene Spielpraxis zählt leider.
    Mal sehen wir, was in den nächsten 2×5 Minuten noch kommt.

    Das Hauptziel der Jugendarbeit ist es nie, U-Großturniere zu gewinnen. Man darf Spielerinnen, die potenziell eine schöne und erfolgreiche Zukunft haben können, nicht einfach wegwerfen, weil sie ein bisschen später reif werden, als kleine, flinke Mädchen. Das wäre verrückt. Man darf nicht so kurzfristig denken.
    Ich glaube, Deutschland hat noch definitiv zwei Spiele, aber Leuchter, Röpcke, und vor allem Kühne haben bereits gezeigt, dass sie nicht ganz fassungslos sind. Klar, alle Handballtrainer wissen, dass große Spielerinnen mehr Arbeit und mehr Zeit brauchen, einfach die richtige Bewegung aufzubauen. Mit Beinen wie die von Viola Leuchter ist sogar der Alltag schwieriger für ein junges Mädchen, geschweige denn Springen und aus der Luft den Ball mehr oder weniger in die gewünschte Richtung zu werfen. Es ist eine hochkomplexe Bewegung. Klappt es nicht sofort mit 16-17, muss sie nicht unbedingt in den Foren ohne Ende beledigt werden.
    ich habe großen Respekt vor Gino Smits und dem DHB, dass sie nicht den einfacheren Weg, eine Mannschaft mit kleineren, schnelleren Spielerinnen, gewählt, sondern die großen, die noch mehr Entwicklung brauchen, mitgenommen haben. Und Deutschland hat aouch so das Halbfinale erreicht. Mit einem bisschen Glück, aber man braucht das auch.

    Und wir sollen nicht vergessen, dass in Deutschland die 3. Liga und die Jugendliga zweimal abgebrochen wurde, so dass es monatelang sogar keine Trainingseinheite gab. Die Ungarinnen haben die Saison 2020/21 durchgespielt und durchtrainert, und, soviel ich weiß, war es auch in Rumänien und Russland so. Es muss auch berücksichtigt werden, möchte man die Leistung der Mannschaft und der Spielerinnen beurteilen.

    dass Leuchter -dank körperlicher Überlegenheit - mit ihrer Bum-Bum-Methode eine der Topscorerinnen werden wird und sich wundern, warum bei den Ungarinnen nie eine unter den Top-Scorern ist. Leuchter müsste eigentlich - mit mannschaftsdienlicher Spielweise - in jedem Spiel 5 Vorlagen machen.


    Man darf nicht vergessen: Viola Leuchter ist sehr jung, (klar, alle andere in der U17sind auch :-)), und hat einen ganz untypischen Körperaufbau mit sehr langen Beinen.
    Ich habe auch außergewöhnlich lange Beine (zwar nicht so hübsche, wie sie), bin deutlich älter als sie und war nie Spitzensportler, aber selbst ich weiß, dass man extra lernen muss, sich mit solchen Beinen zu bewegen. Bei einer jungen Sportlerin ist es auch nicht anders. Bis sie ihre Bewegung völlig unter Kontrolle bekommt, kann noch lange dauern. Erst dann wird sie sich besser auf Pässe, Spielsituation, usw., konzentrieren können. Es lohnt sich, daran zu arbeiten, es dauert aber länger, und gerade in der U17 sind kleinere und flinkere Spielerinnen in der Regel erfolgreicher.