Beiträge von oko

    In der aktuellen Zeitschrift Handballtraining vom Juni 2025 werden die Regeländerungen zur neuen Saison erklärt. Auf Seite 8 unter 4. Definition "im Spiel" heißt es:

    "Ab Juli wird in Regel 7 klar definiert, was "im Spiel" bedeutet: Der Ball ist ab dem Moment eines formellen Wurfs im Spiel, bis das Spiel durch einen Pfiff oder eine Entscheidung (Abwurf/ Einwurf) unterbrochen wird."

    Heißt für mich, dass es bisher nicht so ganz klar und eindeutig definiert war, sonst muss ich das ja nun nicht im Regel 7 ändern/definieren. Aber egal, jetzt ist es dann definiert, erspart uns zumindest zukünftig Diskussionen darüber

    Gefühlt 100 Beiträge von Usern, die sich über den Urlaub der Spieler Gedanken machen. Wäre doch mal interessant zu wissen, wieviele Spieler tatsächlich (im Ausland) in Urlaub sind? Viel Lärm um (fast) nichts?

    Das Thema hatte halt Dessau im Statement instrumentalisiert

    Auch eine interessante Info beim Podcast von Kreistag, die ich bislang nicht gelesen hatte:

    Für das letzte Spiel Ludwigshafen vs. Hüttenberg hatte der DHB Schiedsrichter angesetzt, die bei GWD Minden Vereinsmitglied sind…

    Auch so ein absolutes Unding, was wiederum zeigt, wie wenig Feingefühl hier vorhanden ist

    Gerade bei Schritten ist es m.E. absurd zu glauben, dass bei Verbänden und Ligen ein Interesse daran besteht, technische Hilfmittel einzuführen.

    Was du bezüglich Verbänden und Ligen hier annimmst ist nicht das Thema gewesen, sonder was dem Schiedsrichter helfen könnte und da ist technische Unterstützung ganz sicher eine sinnvolle Möglichkeit. Ob politisch dann gewollt oder nicht, steht auf einem anderen Blatt und müsste man sehen

    Man sollte sehen, ob man die Schiedsrichter technisch nicht besser unterstützen kann.

    Außerdem ist es zur Zeit für den Schiedsrichter schlechter wenn er einmal zuviel Schritte pfeift als 10 mal zu wenig.

    Solange dieser Anspruch bleibt wird es schwierig.

    War ja auch schon der Vorschlag von HOK hier ZN/SEK und ggf. Schiedsrichter technisch zu unterstützen. Mit sowieso schon vorhandenem Chip am Körper und zusätzlich im Ball, sollte das perspektivisch möglich sein. Handball ist nun mal die letzten Jahre wesentlich schneller und so schnell geworden, dass es die Schiris mittlerweile teils an den Rande des Möglichen bringt

    Man sollte doch annehmen , dass im professionellen Sport die Verträge mit entsprechenden Klauseln versehen sind, die Urlaub und Gültigkeit im Falle von Neuansetzungen regeln. Schließlich sind die Regularien bekannt, alle Vereine der HBL haben diese anerkannt .

    Hast du recht, könnte durchaus sein

    Deine Argumentation finde ich nicht schlüssig. Arbeitnehmer verlieren ihren Arbeitsplatz wenn sie nicht zurückkommen. Und das soll kein wichtiger Grund sein?

    Aber es kann auch sein, dass dieser Diskurs überflüssig ist, da die Spieler keine Einwände haben.

    Tatsächlich glaube ich auch, dass die meisten Spieler da keine rechtlichen Einwände haben, aber sich natürlich ärgern werden. Alleinig bei Spielern die am 30.06. den Verein Verlassen könnte es ggf. ein Thema sein. Ich glaube auch, dass das Thema von Dessau bewusst etwas überhöht wird, weil es in ihrem Interesse liegt. Mist ist es natürlich allemal

    Mag sein dass du das so siehst. Das Unternehmen steht jedenfalls als solches nicht in Frage, nur weil es absteigt. Und da würden wir dem Kriterium schon näherkommen. Wenn ein reguläres Wirtschaftsunternehmen aus dem DAX in den M-DAX "absteigt" oder abzusteigen droht, wäre das arbeitsrechtlich jedenfalls kein hinreichender Grund, Mitarbeiter verbindlich aus dem Urlaub zurückzuholen. Auch, wenn da sicherlich auch Arbeitsplätze wegfallen würden. Genaugenommen fallen auch durch einen möglichen Abstieg keine (sportlichen) Arbeitsplätze weg, der Kader bleibt gleich groß und wird neubesetzt. Es verlieren lediglich aktuelle Arbeitsverträge ihre Gültigkeit. Das reicht wirklich nicht als "dringende betriebliche Gründe".

    Ja, wir haben hierüber unterschiedliche Meinungen. Du machst es quasi alleine an der Existenzgefährdung fest, ich in dem Fall nicht (wobei auch diese ggf. gegeben sein könnte, wissen wir aber nicht). Dein Vergleich/Beispiel mit dem Dax geht hier ins leere, da die vorzeitige Rückkehr eines Arbeitnehmers aus dem Urlaub keinerlei Auswirkung hat, bzw. der Mitarbeiter den Abstieg im Dax nicht verhindern kann. Hier ist im Falle von Dessau haben aber die die Spieler maßgeblich, bzw. sogar fasst alleinig Einfluss auf den Abstieg, also dem wirtschaftlichen Wohlergehen von Dessau und dem Erhalt der Arbeitsplätze der Spieler und der weiteren Angestellten, auch quantitativ, da ein Drittligist im Regelfall weniger Personal benötigt/beschäftigt als ein 2.- oder 1.-Ligist. Und entscheidend ist dabei auch, dass die Spieler in vergleichbarer Güte nicht zu ersetzen sind und das dafür entscheidende Spiel auf Grund einer gerichtlichen Anordnung gespielt werden muss. Der Verein hat hier keine Wahl.

    Zu dem Thema Essens Antrieb wäre der Klassenerhalt gewesen. Sie möchten auch unbedingt spielen, deshalb hilft in der Beziehung die 19er Liga nicht.

    War es zum Zeitpunkt des Widerspruches sicher auch. Dass sie jetzt die Punkte nicht gegen den Abstieg, sondern für den DHB-Pokal benötigen, ist aus Sicht von Essen eine für sie positive Entwicklung der Situation und jetzt ein glücklicher Umstand. Dass Essen das Spiel jetzt aber einfach herschenkt, glaube ich nicht

    Es hat hier doch keiner geschrieben, dass Dessau oder TuSEM im vorauseilenden Gehorsam den Urlaub streichen sollten.

    Sie hätten sich aber darauf vorbereiten müssen.

    Wo ich dir zustimme ist, dass die HBL eventuell die Kosten übernehmen muss.

    Das kann ich aber nicht beurteilen, kann aber deine Argumentation nachvollziehen.

    Dass Dessau die Kosten für den Urlaubsabbruch der Spieler übernehmen muss ist glaub unstrittig. In wieweit dann die HBL hier gegenüber Dessau Schadenersatz leisten muss ist rechtlich vermutlich von vielen Faktoren abhängig (Kausalität, Lizenzvereinbarungen, Ligastatuten, Haftungsausschlüsse, Vertragliche Haftung (BGB), Deliktische Haftung (BGB), etc. und könnte im Nachgang ggf. auch wieder Inhalt einer zivilrechtlichen Klage von Dessau vs HBL sein, sofern man sich nicht auch so darüber einigt. Es könnte ja auch Kompromisse geben, wie z.B. 50/50

    Da die HBL gegen keine Rechtsnormen verstoßen hat, sondern lediglich die Anordnung eines Gerichtes (Urteil) umsetzt, glaube ich persönlich nicht, dass die HBL hier die Kosten übernehmen muss. (Außer es wäre irgendwo vertraglich intern so geregelt)

    Naja. Es steht weder der Fortbestand des Unternehmens auf dem Spiel wenn es eine Liga tiefer antreten muss, noch droht umgehend mit dem Abstieg ein Insolvenzverfahren oder ähnliches. Dass ein Unternehmen Mitarbeiter entlassen muss, wenn die Konjunktur nicht stimmt, ist das normalste der Welt. Ich sehe hier einfach nicht die Dringlichkeit gegeben, die mEn nötig wäre, um die Mitarbeiter rechtlich abgesichert aus dem Urlaub zu holen.

    Sehe ich komplett anders, zumal ja auch ein Teil (oder gar ein großer Teil) der Spieler selber vom Arbeitsplatzverlust betroffen sind, weil Verträge ggf. nicht in der 3. Liga gelten.

    Bist du ein Fachmann auf dem Gebiet des BUrlG - Gewerkschafter oderso? Ob man da glasklar sagen kann, dass "nichts zu beanstanden" ist, bin ich mir ehrlich gesagt nicht sicher. Meines Wissens nach ist eine nachträgliche Streichung durch den Arbeitgeber nur in explizit sehr eng gefassten Ausnahmefällen möglich. In § 7 BUrlG finden wir zwar die Formulierung "[...] wenn dringende betriebliche Gründe dies rechtfertigen". Aber ob der hier diskutierte Fall in eben diese Auslegung passt - da könnte ich nicht aus dem Stehgreif "nichts zu beanstanden" zu sagen, das müsste eben ein Prozess entscheiden. Zudem ergibt sich die Verbindlichkeit genehmigten Urlaubs aus der Rechtsprechung und dem allgemeinen Arbeitsvertragsrecht, nicht nur aus dem Gesetzestext des BUrlG allein.

    Schauen wir auf zwei beispielhafte Urteile:

    BAG, Urteil vom 20.6.2000 – 9 AZR 405/99:

    LAG Düsseldorf, Urteil vom 10.01.2012 – 17 Sa 447/11:

    Es geht hier um ggf. den Abstieg für Dessau, bzw. den Verlust von Arbeitsplätzen, auch für Spieler…also einen noch dringenderen Grund kann ich mir nicht vorstellen. Wenn nicht der, welcher dann?