das Mindener Tageblatt berichtet zum heutigen Spiel:
URL: http://www.mt-online.de/mt/lokalsport/handball/?cnt=1379009
Grün-weiße Glücksgefühle: Keiner verletzt
Erstmals in der Saison kann GWD-Trainer Richard Ratka heute im Heimspiel gegen HSG Nordhorn aus dem Vollen schöpfen
Minden (mt). "Put your hands up in the air . . ." klingt die Handball-Weltmeisterschaft den Fans landauf, landab noch wohlig in den Ohren, doch längst hat der Alltag die Akteure der Bundesliga wieder. Heute Abend meldet sich auch das Team von GWD Minden bei seinen Fans zurück.
Von Marcus Riechmann
Foto: Rüter
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Um 20.30 Uhr heißt der Gegner HSG Nordhorn und natürlich möchten die Mindener nicht nur gut gegen einen der Topklubs der Liga aussehen und vielleicht für eine Überraschung sorgen, sondern auch so gut als möglich die grandiose Stimmung der WM-Arenen in die heimische Kampa-Halle übertragen. "Die Party geht weiter", formulierten denn auch die Werbetexter bereits in Anzeigen die entsprechenden Hoffnungen der GWD-Offiziellen um Manager Horst Bredemeier.
"Der wohl beste Mittelmann der Liga"
Doch ebenso schwer wie die Konservierung der WM-Euphorie wird die heutige Aufgabe für die Mindener Akteure werden. Denn mit der HSG Nordhorn stellt sich ein Team an der Weser vor, das erstens noch nie zu den Lieblingsgegnern der Grün-Weißen zählte, und das zweitens wohl die Überraschungsmannschaft der Saison darstellt. "Die sind noch oben dran", sagt GWD-Trainer Richard Ratka über den mit 28:10 Punkten auf Rang sechs der Wertung knapp hinter den fünf Top-Teams der Liga platzierten heutigen Gast. "Das war so nicht zu erwarten, aber Nordhorn besitzt eine hochklassige erste Besetzung. Die Bank ist nicht so breit besetzt, aber die Topspieler bestreiten rund 98 Prozent der Spielzeit", führt Ratka weiter zur HSG aus.
Nordhorn kam nach der WM-Pause gut aus den Startlöchern und fegte die HBW Balingen-Weilstetten mit 38:28 aus dem heimischen Euregium. Sein Comeback feierte dabei nach langer Verletzungspause der polnische Rückraumspieler Piotr Przybecki. Damit hat der Nordhorner Trainer Ola Lindgren noch mehr Angriffswucht zur Verfügung, denn mit Weltmeister Holger Glandorf im rechten Rückraum und Spielmacher Börge Lund ist die zweite Reihe der Grafschafter auch so blendend besetzt.
"Das ist der derzeit wohl beste Mittelmann der Liga", lobt Ratka den 27-jährigen Norweger Lund, der erst im vergangenen Sommer aus dem dänischen Aalborg nach Nordhorn wechselte und sich zum Dreh- und Angelpunkt im Spiel der HSG entwickelte. Wenig überraschend ist daher die taktische Ausrichtung Ratkas, der sagt: "Wir müssen Lund attackieren und offensiv auf Glandorf raus."
Jan-Fiete Buschmann wieder voll im Training
Keine billigen Fehler sollen sich seine Akteure im Angriff erlauben, wünscht sich der GWD-Trainer und warnt vor der Qualität der Gästetorhüter Peter Gentzel und Jesper Larsson. "Zu denen braucht man nichts mehr sagen", sagt Ratka und ruft seinen Spielern die Klasse der blitzschnell von Gentzel und Larsson eingeleiteten Nordhorner Konter, vor allem über Jan Filip und Goran Sprem, vor Augen.
Ratka selbst befindet sich in einer ungewohnt luxuriösen Situation, denn zum ersten Mal seit Saisonbeginn kann er verkünden: "Wir haben keinen einzigen Verletzten." Seit Montag steht auch der an der Schulter operierte Jan-Fiete Buschmann wieder voll im Training. "Das heißt aber nicht, dass er spielen wird. Er braucht noch Zeit, er muss sich erst wieder akklimatisieren", will Ratka seinen lang vermissten Linkshänder behutsam wieder ins Team einbauen. "Fiete muss vor allem das Vertrauen in seine Schulter wiederfinden", sieht Ratka den Rückraumspieler nach dessen rund achtmonatiger Verletzungsdauer und diversen Behandlungen psychologisch noch im Heilungsprozess.
Auf dem Weg zurück sei auch noch Mittelmann Snorri Gudjonsson, meint Ratka. In Göppingen fehlte dem Isländer die Bindung zum Spiel, kein einziger Treffer gelang ihm bei der 25:30-Niederlage am Wochenende. Dabei hatte er noch bei der WM als Haupttorschütze seines Teams aufgetrumpft. "Er muss umdenken, seine Rolle bei uns ist eine ganz andere als in der Nationalmannschaft", erklärt Ratka und hofft, dass sein Mittelmann "gegen Nordhorn einen Schritt weiter ist."
Wenn nicht, so bereitet das dem Trainer keine Sorgen, denn "Stephan Just hat in Göppingen stark gespielt. Er wird auch gegen Nordhorn anfangen." Die Chancen gegen die Gäste mag Ratka nicht beziffern. "Bei uns muss schon alles passen", gibt er sich vorsichtig und läutet gleichzeitig die heiße Phase im Abstiegsvermeidungskampf - auch mit Blick auf das schwache eigene Torverhältnis - ein: "Jeder Punkt, jedes Tor zählt. Das muss jedem klar sein."
Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr landete GWD im ersten Heimspiel nach der Winterpause am 12. Februar den Paukenschlag der Saison und rang den THW Kiel 32:30 nieder.
Quelle: http://www.mt-online.de/mt/lokalsport/handball/?cnt=1379009
Na, dann schaun mer mal ;-))