Beiträge von Gallus

    Hallo,
    es gilt ja offensichtlich die Regel, das es keine Sperre von zwei Monaten gibt, wennn der Verein in der Altersklasse keine Mannschaft gemeldet hat.
    Gilt dies auch, wenn ein Mädchen bei einem Verein spielt, welcher in der betreffenden Altersklasse nur eine männliche Jugend gemeldet hat?
    Das Mädchen würde bei einem anderen Verein in einer weiblichen Jugend spielen.

    Ich schiebe diese alte Diskussion mal nach oben, weil es mich interessiert, ob sich in den vergangenen sieben Jahren Änderungen in der Denkweise ergeben haben.

    Bei anderen Ballsportarten wie Fussball wird mittlerweile vom Verband empfohlen, das die Mädchen möglichst lange mit Jungs spielen sollen.

    - Sieht man das beim Handball anders?

    - Wie ist es im Ausland?

    - Beim Fussball haben quasi alle Nationalspielerinnen lange in Jungenmannschaften gekickt. Wie ist das beim Handball?

    Für mich sind das interessante Fragen und über Antworten würde ich mich freuen.

    Jetzt habt ihr es geschafft und ich habe mich angemeldet, um mal etwas zum deutschen Juniorinnenhandball zu sagen.
    Meine Tochter (sportverückt) ist eine ziemlich gute Spielerin sowohl im Handball als auch im Fussball. Daher kann ich ich die Fördeung bei beiden Sportarten recht gut miteinander vergleichen.

    Beim DFB gilt die Devise, dass Mädels möglichst lange bei den Jungs mitspielen sollen. Alle aktuellen Nationalspielerinnen (auch in den Jugendmannschaften) haben lange (oft bis B-Jugend) in Jungenmannschaften mitgespielt. Damit die Spielerinnen auch in Mädchenmannschaften integriert werden können, gibt es ein Gastspielrecht Mädchen, das es den Mädels erlaubt, auch in einem anderen Verein in einer Mädchenmannschaft mit voller Spielberechtigung mitzuspielen. Dies gibt es schon für die F-Jugend.

    Bei den Handballern gibt es nichts dergleichen. Will das Mädel nach guter Ausbildung (zusammen mit Jungs) bei den Mädels mitwirken, muss sie für gewöhnlich den Verein wechseln und einen neuen Pass beantragen. Bei den Mädels geht es dann im Training und Spiel oft weniger zur Sache. Überspringt das begabte Mädel eine Spielklasse, verzweifelt sie oft an Zickenkrieg und den "Lampenbogenpässen", die leider bei vielen Mädchenmannschaften praktiziert werden.
    Bleibt sie nur bei den Jungs, ist spätestens nach der D meistens Schluss. Dann wird oft ganz aufgehört, weil die Integration in den Mädchenhandball nicht mehr gelingt.

    Für die Talentsichtung gibt sich für Vereine dabei ein entscheidender Unterschied. Bei einem Fussballturnier für Jungenmannschaften (sprich gemischte Mannschaften) kommen die Trainer der Mädchenfussballvereine und können begabte Mädels ansprechen. Es geht dabei ja nicht um das zu Recht verpönte Abwerben, sondern nur um das Gastspielrecht. Das Mädel bleibt in ihrem Stammverein.

    Bei einem Handballturnier mit Jungenmannschaften gespickt mit einigen guten Mädchen geht das nicht. Die Mädchentrainer müssten aggressiv abwerben, was die meisten natürlich scheuen. So gehen viele Talente verloren. Besonders die durchsetzungsfähigen, athletischen, die schnell schalten und auch in der Abwehr zupacken können. Sind das nicht gerade die gesuchten Nachwuchsspielerinnen?

    Die Änderungen in den Ordnungen wären einfach durchzuführen, da man sie fast 1:1 von anderen Sportarten übernehmen könnte. Warum ist dies nicht möglich oder etwa nicht gewünscht???

    Hallo,
    auch wenn ich dann vielleicht etwas off Topic antworte gibt es sehr wohl Beispiele für gelungene Integration im Jugendbereich, die auch systematisch ausgebaut werden können und nicht nur einzelne Mädchen betreffen. Dem Fussballverein meiner Tochter (natürlich auch Handballerin!) kommt dabei das Interesse der Politik sehr entgegen:

    1. FFC Montabaur/ Ww. wurde für seine Integrationsarbeitgeehrt

    Im Jahr 2011 und 2012 kommt der 1. FFC Montabaur/ Ww. aus dem Feiern nicht heraus. Höhepunkt war die Preisverleihung im Wettbewerb der Volks- und Raiffeisenbanken "Sterne des Sports". nachdem der 1. FFC
    Montabaur/ Ww. im Jahr 2011 Sieger in Rheinland-Pfalz wurde (dieOnline-Redaktion berichtete) fuhr nun eine vom Sprecher des Vorstandes Alfred Müllers angeführte Vereinsdelegation nach Berlin zum Bundesentscheid.

    Es reichte zwar nicht ganz für die vorderen Plätze. Aber der 10. Platz von über 2.500 Vereinen, die an dem diesjährigen Wettbewerb teilgenommen haben, lässt sich wohl mehr als sehen. Dies ist eine besondere
    Ehre für die Arbeit unseres Vorstandssprecher Alfred Müllers, aber auch für alle Vereinsmitglieder, die sich mit unserer Vereinsidee identifizieren. Alfred Müllers konnte der Bundeskanzlerin Angela Merkel erläutern wo Montabaur liegt und unser Dauer-Projekt vorstellen.

    Neben dem Leistungssport geht es auch um die Integration von Mädchen mit Migrationshintergrund. Hier haben wir mit verschiedenen Partnern eine Basis gefunden, auf der sich gut aufbauen lässt. Drei Grundschulen (Montabaur, Niederelbert und Selters) und der muslimische Moscheeverein in Selters bilden eine starke Grundlage für unser Vereinsprojekt. Alfred Müllers treibt dieses Projekt immer an. Auch die Eltern der muslimischen Mädchen stehen
    heute hinter dem Projekt.

    Was bei muslimischen Jungs schon selbstverständlich ist, soll es auch für die Mädchen werden. Raus aus dem "Dunstkreis" des täglichen Lebens und Kennenlernen der anderen Seite des sportlichen und mitmenschlichen Lebens. Dazu kann schon eine Busfahrt z. B. von Selters nach Montabaur zum Training und Spiel ausreichen. Dazu kommen noch zahlreiche andere Events.