"Im Gegensatz dazu lief es bei Evgeni Pevnov sowohl mit dem Spieler als auch dem Berater absolut korrekt. Ich hatte mit Dagur gesprochen, ob er Pevnov die Nummer Eins zutraut. Dagur meinte, das würde schwer, aber wir probieren das. Wir haben Evgeni 25% mehr geboten und er hat schon gut verdient, dazu eine CL-Prämie. Trotzdem hat er bessere Angebote und wird uns deshalb verlassen. Es wird sich zeigen, ob diese Entscheidung für seine Entwicklung hilfreich ist oder nicht. Ich bin der Meinung, dass Spieler und Berater eine Fehlentscheidung getroffen haben, aber die Vorgehensweise war absolut fair."
Man beachte das aus Sicht der Füchse die Entscheidung sowohl von Pevnov, als auch Sellin eine Fehlentscheidung war!
Ich lese die Zeilen so:
- man hätte Pevnov behalten, aber nicht um jeden Preis
- allerdings hat er kein uneingeschränktes Vertrauen, vor allem nicht das des Trainers
- man hält Pevnov für schlecht beraten aber durch seinen Berater gesteuert
Und damit ist es aus der Sicht des Spielers eine Fehlentscheidung, da er sich anders einschätzt als es die Führung tut.
Ich mochte Evgeni bei den Füchsen. Mir ist aber auch klar geworden, dass er als Spielertyp nicht zum System Sigurdsson passt. Ähnlich ist es ja im Grunde mit Romero, der mit ihm die "geniale Achse" bildet. Sigurdsson hat sich eindeutig für Tempohandball skandinavischer Prägung entschieden. Das wird bei den Füchsen auch in allen anderen Mannschaften so durchgezogen. Iker hat unter anderem darum auch wenig Spielanteile. Er ist als Typ gefragt, Vorbild für den Nachwuchs, die Stimmung, die Fans, die wichtigen Tore mit der Brechstange (und das alles macht er hervorragend), passt mit seinem Slomo-Kleingruppenspiel aber im Grunde nicht ins System. Und das "Zwei-Leute hängen-an-mir-dran-super-dann-setze-ich-mich-trotzdem-durch-oder-hole-den-7m-Spiel" von Pevnov, extrem von Romero abhängig, auch nicht.
Die große Frage: Wo kann Evgeni ohne Romero diese Spielweise perfektionieren? Oder sich weiterentwickeln? Das ist für mich offen!