Michelmann und Hanning haben sich ja heute sehr massiv auf die Situation des Jugendhandballs in Pandemie-Zeiten aufmerksam gemacht.
Hier ist der Link zur Kolumne von Bob Hanning im Tagesspiegel.
Ich erlebe es so, wie Bob Hanning es beschreibt und finde es sehr gut, dass er seine Bekanntheit und seinen Einfluss nutzt, um auf das Problem aufmerksam zumachen. Wir verlieren gerade eine ganze Generation von Handballerinnen und Handballern, und dieses Problem hat Handball und der Sport nicht alleine, sondern zum Beispiel auch der Bereich Musik und Kulturelle Bildung.
Allerdings ist mir die reine Politikschelte zu einfach. Ich finde, dass auch die Verbände und ihre Unterorganisationen keine allzu gute Rolle spielen, wenn sie mit Verweis auf die allgemeine Corona-Lage den Jugendpielbetrieb aussetzen mit dem lapidaren Zusatz, über den Trainingsbetrieb können dann ja die Vereine entscheiden - und dann schauen wir mal, ob es wieder besser wird. Das ist auch zu wenig. Mir fehlt da die Perspektive, wie denn in naher und mittlerer Frist mit der Situation umgegangen werden soll, wie also der Vereinssport und und der Jungendspielbetrieb pandemiesicherer aufgestellt werden kann. Klar hat da niemand schon ein Patentrezept, für das man eine Glaskugel bräuchte. Aber es wäre schon wichtig, Möglichkeiten aufzuzeigen. Den Spielbetrieb zum Beispiel in den Sommer zu verlagern. Sich schon jetzt um mehr Beach- und Open-Air-Turniere zu Bemühungen. Handreichungen für 2G-Konzepte im Spiel- und Trainingsbetrieb zu erarbeiten. Es ist mir eigentlich egal, was genau - irgendetwas, mit dem man kommuniziert, dass man etwas ändern wird und ändern muss, dass man sich Gedanken macht, wie es mit der Sportart weitergeht, und nicht einfach weitermacht, bis der Spielbetrieb dann wieder unterbrochen wird, wenn die Situation es erfordert. Ob diese Saison zu Ende geführt wird? Ungewiss! Die Jungen und Mädchen wollen aber spielen, Meisterschaften gewinnen, Erfolge haben. Haben sie dazu keine Möglichkeit, werdenn sie keine Motivation mehr haben und wegbleiben. Und das können wir uns wirklich nicht leisten.