Alles anzeigenaus dem Dokument: "„Die voraussichtliche Sterberate lässt sich nicht seriös einzuschätzen; Vermutungen von Experten gehen von Zahlen zwischen unter 5.000 und bis zu 125.000 Patienten aus, die aufgrund der verschobenen OPs versterben werden/schon verstarben.“"
ketzerisch könnte man auch vom Gegenteil ausgehen. Der Lockdown hat Menschenleben gerettet. Alle europ. Statistiken sehen eine Sterblichkeit von den unter ~50 Jährigen, die am unteren Ende der langjährigen Range verläuft, bei den ganz jungen geht es sogar Richtung Untersterblichkeit. Lauterbach hat dies mal in einer Talkshow vorsichtig angedeutet, war direkt Stimmung in der Bude
Was sagt uns das nun aber? Wer die alten und schwachen, die durch Corona sterben, obwohl sie doch sowieso in den nächsten Monaten gestorben wären, keine Träne nachweint, diese also quasi opfern möchte zum Wohle des Wirtschaftswachstums, sollte man dann nicht so Konsequent sein, auch die paar Toten wegen verschobenen OP's zu tolerieren? Wären diese nicht auch in den nächsten Monaten gestorben?
Wieso gehen die tatsächlichen Zahlen aber eher in die andere Richtung? Werden viele Patienten zu Tode behandelt? Oder hat es einfach mit der geringeren Mobilität der vergangenen Wochen zu tun? Ist es eine Mischung aus allem?Und jetzt? Jede o.g. Frage könnte man als These in den Raum stellen. Für alles bekommt man eine vermeintliche Expertenschätzung.
Keinen Millimeter vorwärts gekommen, aber eine unfassbare Unruhe reinbringen, so klingt das alles für mich.
Die Frage ist nur, warum schreibt ein Beamter seine Privatmeinung auf einer Behördenvorlage, den dies muss es mindestens sein (s. Überschrift "Referat K4...") und dann wird das Dokument geleakt, ohne dass das ganze Schreiben von allen einsehbar ist.
Hier scheint der "Enthüllungsjournalist" Tichy das Prinzip von Wikileaks nicht verstanden zu haben. Liegt es vielleicht daran, dass auch ihm eine gewisse Wirtschaftsnähe nachgesagt wird?Ich denke mal, dass der Beamte mit den Daten vertraut ist, wie kann man dann zu so einer Aussage kommen?
"an der normalen Grippe sind in den letzten Jahren teilweise mehr als zehn Mal so viele Menschen gestorben, wie bisher dieses Jahr im Zusammenhang mit Corona verstarben."
diesen Satz sehe ich im kritischen Zusammenhang mit den, seiner Meinung nach, überzogenen Maßnahmen.
Die Länder, die wirklich stark betroffen waren, haben die Übersterblichkeit der letzten großen Grippejahre gekonnt links liegen gelassen. Nicht von einer Grippesaison, sondern von den letzten 5 Jahren.
Das dies in Deutschland anders ist, kann nur auf die nicht ganz so falsche Herangehensweise von Bevölkerung und Regierung seit Anfang März hergeleitet werden.
Das muss einer, der im Thema ist wissen, umso mehr ist diese Schlussfolgerung nicht zu verstehen.
Du führst sicher einige vernünftige Dinge aus.
In einem muss ich aber widersprechen:
Es geht schon lange nicht mehr um das "Wohl des Wirtschaftswachstums". Es geht darum das Zusammenbrechen von Teilen der Wirtschaft zu verhindern. Und es geht auch nicht darum "Leben zu opfern". Man kann nun einmal nicht generell jedes Leben vor jeder Krankheit retten. Das gilt generell und völlig unabhängig von Corona. Es kann deshalb auch keinen "absoluten Lebensschutz" geben. Es gibt auch nur ein Grundrecht das unantastbar ist. Und das ist die Menschenwürde.