danke @ meikel..ja ich lese in letzter zeit halt nur noch sporadisch mit und da ist es mir entgangen aber nun habe ich ja nen threat wo ich mich mal wieder "austoben kann"...
also dann für die die es NOCH NICHT im original kennen
Weil der Trainer angeblich bis auf weiteres mit einer Knieverletzung ausfällt, will der Handball-Zweitligist heute einen Interimscoach vorstellen.
Stralsund (OZ) Die Geschichte ist so unglaublich, sie könnte aus der Feder von Lügen-Baron Münchhausen stammen. Wahr ist: Norbert Henke ist nicht mehr Trainer des Stralsunder HV. Hanebüchen klingt hingegen die Begründung. „Norbert hat sich das Knie verdreht und muss dringend operiert werden. Damit steht er der Mannschaft in den kommenden Wochen und Monaten nicht zur Verfügung“, erklärte SHV-Manager Thomas Haack gestern gegenüber OZ. Haack hob die „unbestrittenen Verdienste“ des Handball-Lehrers hervor, hielt sich aber hinsichtlich einer Rückkehr auf die Trainerbank bedeckt. Im Klartext: Henke ist raus!
Heute um 10.00 Uhr soll der Mannschaft ein neuer Interimscoach präsentiert werden. Nach OZ-Informationen strebt der Verein eine interne Lösung mit Walter Bollmann, Trainer der Oberliga-Frauen, an. Denkbar wäre auch eine Rückkehr des ehemaligen Co-Trainers Klaus Küster.
Über die Hintergründe des verkappten Rauswurfs von Norbert Henke, der sich vor knapp drei Jahren einen Kreuzbandriss im Knie zugezogen hatte, lässt sich nur spekulieren. Tatsache ist: Der SHV ist nach Minuspunkten Tabellenführer und das einzige Team, das vor heimischer Kulisse noch keinen Zähler abgegeben hat. Spielerisch lief nicht alles rund, doch die Mannschaft bewies sowohl gegen Altenholz (36:34) als auch in Bernburg (25:24) eine tolle Moral.
„Wir haben es nicht geschafft, dass wir uns als Mannschaft präsentieren“, schätzt Jörn Schläger (selbst)kritisch ein. In den vergangenen Wochen habe es mehrere Gespräche zwischen Vorstand, Trainer und Mannschaft gegeben. „Die Angst sitzt im Boot, dass wir den Aufstieg nicht schaffen. Ein Trainer wird immer gern vorgeschoben“, fügte Schläger hinzu. „Der Trainer hat klare taktische Vorgaben gegeben. Die wurden nicht umgesetzt“, erklärt Kapitän Stefan Strauch. Ungeachtet der personellen Entscheidung „dürfen wir uns vom großen Ziel, das wir alle verfolgen, nicht ablenken lassen. Da sind wir der Stadt, den Fans, der ganzen Region gegenüber in der Pflicht“, so Strauch weiter.
Mit Trainer Norbert Henke, der gestern für OZ nicht erreichbar war, musste ein Stralsunder Urgestein gehen. 1986, als eine schwere Knieverletzung die aktive Laufbahn des gebürtigen Sundstädters („Für mich die schönste Stadt der Welt“) abrupt beendete, standen eines Tages ein paar Spieler vor der Tür. Ihre eindringliche Bitte: „Kannst du uns trainieren?“ Norbert Henke packte es an. Als Autodidakt. Ehrgeizig und geradlinig.
Fünfmal stieg der frühere Linksaußen auf. Als Spieler des ASV Löbau in die DDR-Liga und -Oberliga. Als Trainer führte er die Stralsunder Männer etappenweise von der DDR-Bezirksliga in die Beletage. Im Bundesliga-Premierenjahr hatte der SHV bis zum letzten Spieltag die Chance auf den Klassenerhalt. Doch das Happy End blieb aus. Der studierte Maschinenbau-Ingenieur formierte eine neue Mannschaft, mit der er bis gestern Vormittag im Unternehmen Wiederaufstieg voll im Plan lag.
Weil der Trainer angeblich bis auf weiteres mit einer Knieverletzung ausfällt, will der Handball-Zweitligist heute einen Interimscoach vorstellen.
quelle: OSTSEE ZEITUNG VOM 03.03.2005